Trends und Prognosen für das Jahr 2050. Handlungsempfehlung für die deutsche Automobilindustrie


Projektarbeit, 2020
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage
1.2 Wissenschaftliche Vorgehensweise
1.3 Grundbegriffe Megatrends und Szenarien

2. Gesellschaftsstrukturelle Megatrends im Hinblick auf das Jahr 2050
2.1 Demographischer Wandel
2.2 Der Klimawandel beeinflusst das Leben der Menschen
2.3 Fortschreitung der Urbanisierung

3. Veränderungen in der Arbeitswelt bis zum Jahr 2050
3.1 Robotik und künstliche Intelligenz
3.2 Strukturelle Veränderung der Arbeit wie wir sie kennen
3.3 Auswirkungen der Globalisierung

4.0 Handlungsempfehlung für die Unternehmen der deutschen Automobilbranche

5.Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit werden mögliche Tendenzen und Szenarien beschrieben, wie sich das Leben der Menschen aufgrund von Megatrends, bis zum Jahr 2050 entwickeln könnte. Zwar kann niemand genau sagen, wie die Technologie voranschreitet, oder wie aktuelle wirtschaftspolitische Thematiken bis dahin verlaufen. Jedoch geben sogenannte Megatrends Anhaltspunkte, mit welchen Themenfeldern als zentrale Treiber für die Zukunft zu rechnen ist.

Bei diesen Megatrends geht es häufig um gegenwärtige Problem- und Fragestellungen, die von Firmen, Staaten oder Unternehmen zu lösen sind. Die folgende Arbeit soll einen Einblick in zukünftige Anforderungen an die Wirtschaft und Gesellschaft durch strukturelle Wandel geben und dabei besonders auf die Situation der deutschen Automobilindustrie eingehen. Welche Ansprüche muss die deutsche Automobilindustrie erfüllen, um konkurrenzfähig zu bleiben und welche Megatrends gilt es zu beachten?

Fest steht, dass diese Branche unter einem hohen Innovationsdruck steht, nicht zuletzt durch den in den Medien präsenten Dieselskandal. Außerdem wächst in Deutschland der Wunsch und das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit. Das Elektroauto, im weiteren Verlauf mit E-Auto abgekürzt, bringt neue Chancen und gleichzeitig auch viele Herausforderungen. Zudem treten viele neue Unternehmen aus Asien in den Markt ein, die E-Autos herstellen. Erschwerend kommen globale und politische Risiken hinzu, auf die nachfolgend eingegangen wird. Auch große Technologie-Unternehmen aus den USA, bieten Softwarelösungen für Autos. Neue Geschäftsmodelle im Bereich Mobilität verändern den Wettbewerb (Bormann et al. 2018, 14).

Ein wesentlicher Teil dieser Arbeit behandelt die Megatrends der Zukunft. Aufgrund des Umfangs, soll die Arbeit zunächst einen kurzen Überblick über diese geben. Ebenso werden einige Grundkenntnisse zu diesen Themen vorausgesetzt. Zum Abschluss dieser Arbeit wird eine Handlungsempfehlung formuliert, wie die deutsche Automobilindustrie gegenwärtig handeln muss, um im Jahr 2050 noch konkurrenzfähig zu sein.

1.1 Forschungsfrage

Um in der Zukunft weiterhin existieren und profitabel sein zu können, ist es für Unternehmen grundlegend wichtig, sich mit zukünftigen wirtschaftlichen, globalen und gesellschaftlichen Trends und Szenarien zu beschäftigen. Aus der Menge an unterschiedlichen Prognosen gilt es, die wichtigsten und objektiv signifikantesten Informationen zu selektieren.

Daraus ergibt sich die folgende Forschungsfrage: Was sind die Trends der Zukunft und welche Maßnahmen muss speziell die deutsche Automobilindustrie schon heute ergreifen, um im Jahr 2050 konkurrenzfähig zu bleiben?

1.2 Wissenschaftliche Vorgehensweise

Diese Arbeit wird in insgesamt fünf Bereiche gegliedert. Im ersten Teil wurde die Forschungsfrage formuliert und die zentralen Begriffe in dieser Arbeit definiert. Anschließend werden die wesentlichen Megatrends beschrieben. Unter Gliederungspunkt zwei finden sich die gesellschaftsstrukturellen Megatrends wieder, im dritten Punkt werden diese in Bezug mit der Arbeitswelt gesetzt. Daraufhin folgt eine Handlungsempfehlung für die deutsche Automobilindustrie, unter Berücksichtigung der zuvor genannten Punkte. Es folgt eine kurze Zusammenfassung, die abschließend in einem Fazit resultiert.

1.3 Grundbegriffe Megatrends und Szenarien

Der Begriff „Megatrend“ wurde vom US-amerikanischen Futurologen John Naisbitt geprägt (Hajkowicz et al. 2016: 7). Damit werden dynamische Zeichen des Wandels definiert, die sich auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft zeigen. Die unterschiedlichen Bereiche können die Wirtschaft und die Politik betreffen, oder aber auch im kulturellen oder technologischen Sektor sein (Fontius 2013, 5). Üblicherweise decken diese Trends eine Zeitspanne von mehreren Jahrzenten ab und überschneiden sich mit anderen Trends.

Der Begriff Szenario, soll in diesem Sinne die Entwicklung zu einer bestimmten Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreiben. Somit sind Szenarien eine Planungstechnik, um unter gegebenen Faktoren und Trends ein präzises Zukunftsbild zu erstellen (von Reibnitz 1992, 14).

Sowohl Megatrends, als auch Szenarien basieren auf vereinfachten Modellen einer vermutlich komplexeren Realität. Sie helfen bei der Entscheidungsfindung für strategische Vorhaben, z.B. in Unternehmen.

2. Gesellschaftsstrukturelle Megatrends im Hinblick auf das Jahr 2050

In diesem Abschnitt geht es um Trends, die für die gesamte Menschheit von Relevanz sind. Der Klimawandel und der demographische Wandel sind präsenter wie nie zu vor. Das schärft das Bewusstsein, dass zu diesen Themen nachhaltige Lösungen gefunden werden müssen. Doch womit ist in der Zukunft zu rechnen und was bedeuten diese Themen für die unterschiedlichen Akteure?

2.1 Demographischer Wandel

Der Demographische Wandel beschreibt die Veränderung der Altersstruktur innerhalb Gesellschaften. Vor allem in den großen Industrienationen sind zwei Faktoren maßgeblich. Erstens, die steigende Lebenserwartung und zweitens die sinkende Geburtenrate (Veen 2008, 13). Die steigende Lebenserwartung resultiert aus besserem Zugang zur Gesundheitsversorgung, besseren sozialen Sicherungssystemen und ausreichend Nahrung. Im 18. Jahrhundert lag die durchschnittliche Lebenserwartung noch bei 40 Jahren. Im Jahr 2014 betrug zum Beispiel die höchste Lebenserwartung in Hong Kong 84 Jahre (Habekuß 2017).

Beide Effekte sind sowohl in Industrie- als auch Entwicklungsländern zu beobachten. Die im Vergleich hohe Geburtenrate in den Entwicklungsländern bewirkt, dass sich die Einwohnerzahlen momentan noch erhöhen. Sollte sich dies aber umkehren und die Geburtenraten werden rückläufig, tritt der gleiche Effekt wie in den meisten Industrienationen ein und die Bevölkerungsanzahl beginnt sich zu dezimieren (Winkels 2006, 9).

Für das Jahr 2050 wird ein Bevölkerungswachstum auf fast zehn Milliarden Menschen geschätzt. Um das Bevölkerungsniveau konstant zu halten, müsste eine Frau in einem der Industrieländer im Durschnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen, in Entwicklungsländern wären es, aufgrund der höheren Kindersterberate, sogar 2,5 Kinder im Durschnitt (Habekuß 2017).

Am schnellsten wächst die Bevölkerung in Afrika, dort soll sich die Population im Zeitraum von 2017 bis 2044 von einer Milliarde Menschen auf zwei Milliarden verdoppeln. Die meisten Menschen weltweit, werden in Asien leben (Habekuß 2017). Speziell in Deutschland ist der wichtige Faktor Geburtenrate (Fertilität) niedrig, bei einer gleichzeitig sinkenden Sterblichkeitsrate (höhere Lebenserwartung). Es wird erwartet, dass der Anteil der über 60-jährigen im Jahr 2050 etwa ein drittel beträgt. Zum Vergleich, zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es noch acht Prozent. Experten erwarten, dass die Bevölkerung in Deutschland sinken wird (Kühn, 2017).

Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt werden in Kapitel 3.2 genauer erläutert.

2.2 Der Klimawandel beeinflusst das Leben der Menschen

Der Begriff Klimawandel ist aktuell ein eher negativ behafteter Begriff, da er mit der Erderwärmung und den daraus resultierenden Folgen in Verbindung steht. Doch wodurch wird der Klimawandel verursacht und was hat er für Auswirkungen?

Wissenschaftliche Belege für die fortschreitende Veränderung des Klimas existieren. Die Veränderung ist durch Menschen verursacht und geht auf den Ausstoß des Gases Kohlenstoffdioxid (CO2) zurück. Der erhöhte Ausstoß des Treibhausgases hat zu einer Durchschnittserwärmung der Erde von 0,7° Celsius geführt (Stock & Walkenhorst 2012, 1). In der Thematik des Klimaproblems, wird Deutschland als Vorreiter für dessen Bekämpfung angesehen. In der Zeit von 1990-2015 konnte eine Senkung der Emissionen von 23% erreicht werden. Ein in der Klimapolitik enthaltenes Projekt ist die Energiewende, die auch ein auf Nachhaltigkeit bedachtes Vorhaben ist. Der Ausstieg aus der Atomenergie soll bis 2022 vollzogen worden sein und der Energiebedarf soll aus hauptsächlich erneuerbaren Energien gedeckt werden (Becker & Richter 2015, 7,12).

Jedoch existieren auch unterschiedliche Klimaszenarien, die in Abhängigkeit zu variablen Größen wie globales Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum, Energiebedarf und Gewinnung von Energie stehen. Daraus gehen unterschiedliche Szenarien hervor. Es wird davon ausgegangen, dass die Temperatur der Erde in den nächsten 80 Jahren zwischen 1,1° Celsius bis 6,4° Celsius ansteigen wird. Allein in Deutschland wird je nach Szenario bis 2050 eine Erwärmung zwischen 0,5° Celsius bis 2° Celsius erwartet. Primär verursacht der Anstieg der Temperaturen länger anhaltende Dürren, wodurch Ernteausfälle begünstigt werden und Trinkwasser knapper wird. Allerdings sind auch die Polarkappen höheren Temperaturen ausgesetzt, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Es ist unter Abhängigkeit genannter Faktoren, mit einem Anstieg des Meeresspiegels zwischen 18cm und 2m zu rechnen. Nicht nur länger anhaltende Dürreperioden stellt die Bevölkerung vor Herausforderungen. Starkniederschläge und gesteigerte Intensitäten von Tropenstürmen werden für wahrscheinlich gehalten (Stock & Walkenhorst 2012, 2,3).

2.3 Fortschreitung der Urbanisierung

Die Urbanisierung ist ein Begriff, der schon im 19. Jahrhundert geprägt wurde und beschreibt das Phänomen des schnellen Städtewachstums. Die historische Urbanisierungsforschung geht dabei insbesondere auf Aspekte der neuen Lebensgestaltung in der Stadt ein (Zimmermann 2015, 3). Mittlerweile geht der Begriff Stadt über die rechtlichen Merkmale hinaus und wird in Zusammenhang mit einer bestimmten Bewohnerzahl gesetzt. In Deutschland wird eine Gemeinde auch als Stadt definiert, sobald sie etwa 20.000 Einwohner hat. Zusätzlich wird eine Gemeinde, die die Einwohnerzahl von 500.000 übersteigt, auch als Metropole definiert. Megastädte sind Städte, deren Einwohnerzahl fünf bis zehn Millionen Einwohner übersteigt. Die Abgrenzung erfolgt in diesem Einwohnerzahlenbereich, da hierzu noch keine Einheitliche Norm existiert (Bähr 2011, 2,3). Die Definition der vereinten Nationen besagt, dass eine Megastadt die Größe von 10 Millionen Einwohner haben muss. (Menske-Wang 2014, 8)

Zwischen den Jahren 2007 und 2008 haben erstmals auf der Erde mehr Menschen in Städten gelebt, als auf dem Land. Nach Einwohnerzahlen lässt sich die heutige Urbanisierung am Beispiel China gut aufzeigen. Während im Jahr 1990 noch 26,6% der Bevölkerung auf dem Land gelebt hat, sollen bereits 60% der Chinesen im Jahr 2020 in der Stadt leben (Lehmacher 2014, 5,6). Bis zum Jahr 2050, soll der Grad der Urbanisierung in Industrieländern von 78% auf 86% steigen, in Entwicklungs- und Schwellenländern liegt der erwartete Anstieg von 47% auf 64%. Konkret bedeutet dies, dass vom Ausgansniveau in 2011, mit einer weltweiten Stadtbevölkerung von 3,6 Mrd., eine Steigerung auf 6,3 Mrd. Menschen zu rechnen ist (United Nations 2011, 1,2).

Was sind die Ursachen für die Fortschreitende Urbanisierung? Vor allem in Entwicklungsländern sind schlechte Infrastrukturen, sowie geringwertige Wohnverhältnisse und mangelnde Perspektiven für die Zukunft durch kaum vorhandene Ausbildungsmöglichkeiten ein Problem. Die Hoffnung auf ein größeres Arbeitsangebot und bessere Bildungsangebote in der Stadt ist sowohl in Entwicklungsländern als auch in Industrieländern gleich. Der Glaube an eine bessere Versorgung und ein breiteres Angebot an Konsumgüter ist ebenso ein treibender Faktor (Bähr 2008, 3,4)

Jedoch gibt es auch hier Schattenseiten und bedenkliche Entwicklungen im Hinblick auf die großen Einwohnerzahlen der Städte. Die Ausdehnung der Städte geht immer mehr auf Kosten von wichtigen Land- und Nutzflächen, welche eine besondere Bedeutung für die Versorgung der Einwohner haben. Die Städte sind auf die Rohstoffe und Nahrung aus dem Umland angewiesen. Ebenso ist die Entsorgung von Abfällen notwendig. Mittlerweile haben die Metropolen einen großen Anteil an der Klimaproblematik, wobei sie für ca. 80% der schädlichen Emissionen verantwortlich sind. (Siedentop 2015, 17).

3. Veränderungen in der Arbeitswelt bis zum Jahr 2050

Bereits in vielen Fantasien von Filmproduzenten sind Roboter fester Bestandteil der Zukunft und unter Experten wird viel über die schon stattfindende Automatisierung in Industriezweigen diskutiert. Können Roboter den Menschen besonders bei körperlichen Arbeiten entlasten oder wird der Mensch sogar durch Roboter ganz verdrängt? Schwer vorstellbar, aber moderne Technik wird in der Zukunft einer der Haupttreiber sein, wenn es um Innovationen geht. Schon heute ermöglicht sie Angestellten eine größere Flexibilität in Form von z.B. Home Office und mobilen Arbeitsplätzen. So kann die Arbeit unabhängig vom Ort oder von der Zeit erbracht werden (Hensch, 2012, 15). Das Modell der Arbeit, in der heutigen Form, steht auf dem Prüfstand und wird gleichermaßen von neuen Technologien und Globalisierung beeinflusst. Welche Vorstellungen und neuen Möglichkeiten können in die Realität umgesetzt werden?

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Trends und Prognosen für das Jahr 2050. Handlungsempfehlung für die deutsche Automobilindustrie
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Wiesbaden e.V.  (Fachhochschule)
Veranstaltung
Projektarbeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V535720
ISBN (eBook)
9783346131034
ISBN (Buch)
9783346131041
Sprache
Deutsch
Schlagworte
2050, Trends und Prognosen, Megatrends, Automobilbranche, Zukunft, BWL, Szenarien, Trends, Prognosen, Demographischer Wandel, Urbanisierung, Robotik, KI, Arbeit, Globalisierung
Arbeit zitieren
Dominik Mol (Autor), 2020, Trends und Prognosen für das Jahr 2050. Handlungsempfehlung für die deutsche Automobilindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535720

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