Widersprechen sich der Schöpfungsglaube und die Evolutionstheorie? Seit der Erscheinung von C. R. Darwins Hauptwerk „On the Origin of Species“ im Jahre 1859 ist diese Frage Grund für heftige, zum Teil bis heute andauernde Diskussionen und Kontroversen. Diese medienwirksamen Diskussionen um Evolution und Schöpfung, vertreten von Verfechtern des Kreationismus, des Intelligent-Design und einem atheistischen Naturalismus, werden sogar auf bildungspolitischer Ebene thematisiert. Seit dem „Gießener Schulbuch-Streit“ 2006 wird über den Versuch, kreationistische Bildungsinhalte im öffentlichen Bildungssystem zu etablieren, massiv diskutiert.
Mit dieser Arbeit wird versucht, einen Überblick über die kontroversen und teilweise auch verwirrenden Streitigkeiten zwischen den Fronten des Kreationismus, Intelligent-Design und dem atheistischen Naturalismus über das Thema Schöpfung und Evolution zu geben. Diese drei Theorien werden deshalb jeweils in einem eigenen Kapitel genauer beleuchtet. Da sich alle drei Annahmen auf die Evolutionstheorie beziehen, wird diese bereits zu Beginn der Arbeit, im Umfang eines kurzen Abschnittes, erläutert.
Danach wird die biblisch-theologische Perspektive zur Schöpfung dargelegt und das biblische Verständnis der Schöpfung genauer unter die Lupe genommen. Als Bibeltext wird hierfür, wenn nicht anders angegeben, die revidierte Elberfelder Übersetzung von 2008 verwendet. Kapitel Vier widmet sich der Theorie des Intelligent-Design und des atheistischen Naturalismus, um eine weitere, stark vertretene Überzeugung aufzuzeigen. Die Arbeit schließt mit einem finalen Fazit, welches auf die Frage, ob sich der Schöpfungsglaube und die Evolutionstheorie widersprechen oder nicht, eingeht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Evolutionstheorie
2.1 Darwinismus
2.1.1 Evolutionstheorie Nach C. R. Darwin
2.1.2 Spätere Entwicklungen
3. Kreationismus und die biblische Perspektive zur „Schöpfung“
3.1 Kreationismus
3.2 Biblische Perspektive zur Schöpfung
3.2.1 Zentrale Motive des biblischen Schöpfungsglaubens
3.3 Der Schöpfungsbericht
3.3.1 Genesis 1,1 – 2,3
3.3.2 Genesis 2,4-25
4. Intelligent-Design und der atheistische Naturalismus
4.1 Intelligent-Design
4.2 Atheistischer Naturalismus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über die kontroversen Streitigkeiten zwischen den Fronten des Kreationismus, des Intelligent-Design und des atheistischen Naturalismus bezüglich der Themen Schöpfung und Evolution zu geben. Dabei wird untersucht, ob sich der Schöpfungsglaube und die Evolutionstheorie tatsächlich widersprechen oder ob eine Vereinbarkeit besteht.
- Grundlagen der Evolutionstheorie nach Charles Darwin
- Differenzierung verschiedener Richtungen des Kreationismus
- Biblisch-theologische Perspektive auf Schöpfung und Schöpfungsberichte
- Analyse von Intelligent-Design als Gegenentwurf zur klassischen Evolutionstheorie
- Kritische Auseinandersetzung mit dem atheistischen Naturalismus
Auszug aus dem Buch
4.1 Intelligent-Design
Intelligent-Design wird oft, wie der Kreationismus, als eine biblische Auffassung der Entstehung der Welt gesehen. Dies ist so aber nicht richtig, denn „[d]ie These vom Intelligenten Design soll als eine Infragestellung der Evolutionstheorie auf rein wissenschaftlicher Lage gelten. Intelligentes Design hat so gesehen den Anspruch, eine bessere Wissenschaft zu sein.“ Intelligent-Design ist eine neuzeitliche Annahme des Kreationismus. Sie wird auf philosophischer Ebene begründet und beschreibt den natürlichen Plan der Welt, der auf eine so kluge Art und Weise durchdacht ist, dass ein intelligenter Planer bzw. Designer dahinterstecken muss. Diese Theorie wurde 1984 von dem Chemiker Charles B. Thaxton, dem Ingenieur Walter L. Bradley und dem Geochemiker Roger L. Olsen in ihrem Buch „The Mistery of Life’s Origin“ veranschaulicht.
Da die Evolutionstheorie einige Erklärungslücken hat, die nicht durch naturalistische Erklärungen geschlossen werden können, wird die Theorie des Intelligent-Designt als Erklärungsansatz zur Schließung dieser Lücken verwendet. Durch die Hypothese, dass ein Schöpfer mit übernatürlicher Intelligenz in die Evolution eingegriffen hat und auch immer noch eingreift, werden Situationen in der Evolution erklärt, auf die es bis dato noch keine angemessenen Antworten gibt. Dieser Strategiewechsel des Kreationismus argumentiert damit, dass die Vielfalt und Komplexität der Lebewesen auf der Erde nicht hinreichend mit den Möglichkeiten der Evolutionstheorie zu erklären ist. Anstelle der Auffassung, dass Zufall eine große Rolle spielt, setzten die Vertreter des Intelligent-Design einen intelligenten Bauplan, der als Grundlage der Entstehung und der Veränderung der Welt, früher, heute und in Zukunft, dient.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die anhaltende Debatte zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die verwendeten Quellen.
2. Evolutionstheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Evolutionsforschung, die zentralen Thesen Darwins sowie deren Weiterentwicklungen zur Synthetischen Theorie und zum Neodarwinismus.
3. Kreationismus und die biblische Perspektive zur „Schöpfung“: Hier werden der Kreationismus als Gegenbewegung zur Evolutionstheorie sowie das biblische Verständnis von Schöpfung anhand der Schöpfungsberichte analysiert.
4. Intelligent-Design und der atheistische Naturalismus: Das Kapitel befasst sich mit der These des Intelligent-Design als Versuch, biologische Komplexität zu erklären, sowie mit der naturalistisch-atheistischen Sichtweise, die Gott als wissenschaftlich unbegründet ablehnt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Debatte oft auf künstlichen Gegensätzen basiert und Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie auf verschiedenen Ebenen liegen, die sich nicht zwingend widersprechen.
Schlüsselwörter
Schöpfung, Evolution, Darwinismus, Kreationismus, Intelligent-Design, atheistischer Naturalismus, Biblische Schöpfungsberichte, Genese, Wissenschaft, Religion, Weltbild, Schöpfergott, Wissenschaftstheorie, Biologie, Gotteshypothese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Debatte über das Verhältnis zwischen dem biblischen Schöpfungsglauben und der wissenschaftlichen Evolutionstheorie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Evolutionstheorie nach Darwin, verschiedene Strömungen des Kreationismus, die biblische Exegese der Schöpfungsberichte sowie die philosophischen Entwürfe von Intelligent-Design und atheistischem Naturalismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob ein tatsächlicher Widerspruch zwischen dem Schöpfungsglauben und der Evolutionstheorie besteht oder ob sie sich auf unterschiedliche Fragen beziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine strukturierte Analyse und Gegenüberstellung von wissenschaftlichen Theorien sowie biblisch-theologischen Perspektiven basierend auf Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Evolutionstheorie, kreationistische Ansätze, die biblische Sicht auf Schöpfung sowie Intelligent-Design und der atheistische Naturalismus detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Schöpfung, Evolution, Darwinismus, Kreationismus, Intelligent-Design, Naturalismus und der christliche Schöpfungsglaube.
Wie unterscheidet sich der Langzeitkreationismus vom Kurzzeitkreationismus?
Der Kurzzeitkreationismus interpretiert die Schöpfungstexte wörtlich und geht von einer Erde aus, die wenige tausend Jahre alt ist, während der Langzeitkreationismus wissenschaftliche Erkenntnisse zum zeitlichen Rahmen der Weltentstehung weitestgehend anerkennt und Schöpfungstage als lange Zeiträume interpretiert.
Was besagt die Theorie der „irreduziblen Komplexität“ im Kontext von Intelligent-Design?
Sie besagt, dass bestimmte biologische Systeme so komplex sind, dass sie nicht durch graduelle evolutionäre Schritte entstanden sein können, was die Annahme eines intelligenten Designers begründen soll.
Was versteht man unter dem methodischen Naturalismus?
Dies ist eine wissenschaftliche Arbeitsweise, bei der Forscher nur empirisch nachprüfbare, natürliche Ursachen berücksichtigen und Übernatürliches bewusst ausklammern, unabhängig davon, ob sie persönlich gläubig sind oder nicht.
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- Mandy Mary (Author), 2019, Der Schöpfungsglaube und die Evolutionstheorie. Widersprechen sie sich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535832