Die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten. Aktuelle Herausforderungen, Faktoren und Ziele der Unternehmenskommunikation


Seminararbeit, 2020

32 Seiten, Note: 3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABSTRACT

ERKENNTNISINTERESSE
PROBLEMSTELLUNG
FORSCHUNGSZIEL UND FORSCHUNGSFRAGEN
FORSCHUNGSSCHRITTE
FORSCHUNGSSTAND

EINLEITUNG

NACHHALTIGKEITSKOMMUNIKATION

NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG
ENTWICKLUNG ZUR UMWELTBERICHTERSTATTUNG
VON DER UMWELTBERICHTERSTATTUNG ZUR NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG

FAKTEN UND HINTERGRÜNDE ZUR NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG
GESETZLICHER HINTERGRUND
NACHHALTIGKEITSBERICHTE NACH GRI-STANDARDS
ZIELE DER NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG VON UNTERNEHMEN

PUBLIZISTISCHE QUALITÄT
PUBLIZISTISCH RELEVANTE FAKTOREN

TRENDS UND ENTWICKLUNGEN
TRENDS 2014
TRENDS 2015
AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

INTERVIEW MIT BERICHTSVERANTWORTLICHEN

AUSWERTUNG DES INTERVIEWS
VORGEHENSWEISE
AUSWERTUNGSMATRIX
INTERPRETATION UND EINBETTUNG IN DIE ARBEIT

ERGEBNISSE/ BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN

RESÜMEE

QUELLENVERZEICHNIS
LITERATUR
WEBSIDE

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Reporting und Kommunikationsformate (Braun, 2019)

Abbildung 2: Screenshot 1/3 Interview

Abbildung 3: Screenshot 2/3 Interview

Abbildung 4: Screenshot 3/3 Interview

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Auswertungsmatrix, Interview

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Der erste Teil dieser Seminararbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Danach wird auf die Relevanz der publizistischen Qualität von Nachhaltigkeitsberichten eingegangen und im Anschluss werden die Faktoren genannt ,die in diesem Kontext wichtig sind. Um dies zu verdeutlichen, wird auf die Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichte in den letzten Jahren eingegangen. Hier werden immer wieder publizistisch Relevante Faktoren herausgehoben, um darzulegen wie sich Nachhaltigkeitsberichte im publizistischen Bereich entwickelt haben. Des weiteren werden Trends und Herausforderungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung genauer thematisiert. Im Anschluss daran wurde ein Interview ausgewertet und eine Matrix erstellt die einen praktischen Bezug zu dem Thema herstellen soll. Daher werden die publizistischen Faktoren mit der Interviewauswertung verglichen und beschrieben welche Faktoren die Unternehmen anwenden. Beim letzten Teil der Seminararbeit handelt es sich um ein persönliches Resümee. Zuerst werden die Forschungsfragen beantwortet und zum Schluss werden die Erkenntnisse die aus der Arbeit gezogen wurden dargelegt.

Erkenntnisinteresse

Problemstellung

Dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch für Unternehmen weltweit ein Thema sind, ist im Jahr 2020 nichts Neues mehr. Bereits vor mehr als 20 Jahren (1999) veröffentlichte die Global Reporting Initiative die ersten Leitlinien für Unternehmen, um Nachhaltigkeitsberichte zu entwickeln. Erst später gab die EU „den Anstoß für CSR“ (Institute für Sustainability, Homepage). Diese Art der Unternehmenskommunikation hat sich in den vergangen Jahren ebenfalls verändert. Zur Weiterentwicklung und Verbesse rung der Nachhaltigkeitsberichte wurden auch zahlreiche Rankings durchgeführt. In dieser Arbeit soll die publizistische Problematik der Nachhaltigkeitsberichterstattung herausgearbeitet werden. Die Arbeit soll sich mit Fragen der Zielgruppen, der Einfachheit und Anpassung der Gestaltung und der Qualität bezogen auf publizistische Faktoren befassen. Ausschlaggebend für die finale Themenfindung war der Bericht „Best Practice Reporting Austria 2014“ in dem die besten Nachhaltigkeitsberichte Österreichs genauer analysiert werden und neue Lösungen für Trends und Qualitätsmerkmale aufgezeigt werden. In diesem Jahr wurden auch zum ersten Mal publizistische Kriterien der Nachhaltigkeitsberichte erstellt und in die Bewertung miteinbezogen. Diese werden mit alten Vorgaben, Kriterien und mit Praxiserfahrungen von Berichtsverantwortlichen verglichen. Um es noch genauer auszudrücken: Diese Arbeit soll vor allem den kommunikationswissenschaftlichen Bezug hervorheben. Dabei soll besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, wie sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung in diesem Kontext entwickelt hat.

Forschungsziel und Forschungsfragen

Es gibt für diese Arbeit drei zentrale Forschungsfragen die beantwortet werden sollen:

1. Welche Rolle spielt die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten in der Nachhaltigkeitskommunikation von Unternehmen?
2. Durch welche Faktoren wird die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten gewährleistet und welche Auswirkungen haben diese?
3. Welchen Herausforderungen stehen Unternehmen bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten gegenüber und welche Kommunikationsziele verfolgen sie?

Um diese Fragen bestmöglich zu beantworten wird die Arbeit zuerst einen Überblick über die Entwicklung von Nachhaltigkeitsberichten in Unternehmen geben. Dieser Teil wird aber sehr kurz gefasst und nicht zu detailreich, da er für den Leser/ die Leserin der Arbeit als Einstieg in das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung dienen soll. Im Anschluss werden, anhand einiger Artikel, Faktoren herausgearbeitet die für die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten relevant sind. Auch die Kriterien die bei Rankings dazu angegeben sind werden mit einbezogen. Als Interview wird ein Artikel herangezogen, in dem einige Verantwortliche für Nachhaltigkeitsberichte in Unternehmen über ihre Herangehensweisen und Herausforderungen berichten. Das Interview soll auch auf die bereits herausgearbeiteten Faktoren untersucht werden und zeigen ob es da Übereinstimmungen zwischen Theorie und Praxis gibt. Zum Schluss werden die Forschungsfragen der Seminararbeit beantwortet und ein Resümee mit weiteren Erkenntnissen gezogen.

Forschungsschritte

Bei dieser Seminararbeit handelt es sich vorwiegend um eine Literaturrecherche. Zahlreiche aktuelle Artikel und Sachbücher werden herangezogen, um das Thema aufzuarbeiten. Zusätzlich wird auch ein Interview analysiert. Alle Schritte sollen miteinander verglichen werden, um dann im Resümee ein grobes Konzept vorzuzeigen welches Faktoren und Praxis zusammenführt und beschreibt.

Forschungsstand

Als Grundlage dieser Seminararbeit wird das Werk „Handbuch Nachhaltigkeitskommunikation: Grundlagen und Praxis“ dienen in dem zahlreiche Aspekte der Nachhaltigkeitskommunikation bereits behandelt werden. Das Buch ist im Jahr 2007 von Gerd Michelsen und Jasmin Godeman herausgegeben worden und beinhaltet auch einige Kapitel zu Nachhaltigkeitsberichten. Im speziellen werden die Kapitel „Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen“, „Stakeholder-Dialog als Instrument unternehmerischer Nachhaltigkeitskommunikation“ und „Leitlinien und Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung“ verwendet.

Eine Zentrale Quelle für diese Arbeit wird die zweite Ausgabe 2019 des Magazins Ökologisches Wirtschaften sein, die als Themenschwerpunkt Nachhaltigkeitsberichte behandelt. In der Ausgabe werden zahlreiche, aktuelle Entwicklungen zu Nachhaltigkeitsberichten aufgearbeitet und auch das Ranking genauer erläutert.

Um die Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung darzustellen und den Üb ergang von Umweltberichterstattung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, wie sie heute praktiziert wird darzulegen, wird sich die Arbeit auf das Werk Nachhaltigkeitskommunikation im Kontext von Unternehmenskommunikation von Brugger Florian stützen.

Als weitere Quelle wird der Bericht des Austrian Sustainability Reporting Award 2014 herangezogen. Dieser beschäftigt sich mit den besten Nachhaltigkeitsberichten Österreichs. Darin wird nicht nur die Bewertungsmethode beschrieben, sondern auch die erstmalige Beurteilung vom Design und der publizistischen Qualität der Nachhaltigkeitsberichte werden behandelt. Auch Lösungen und Best-Practice Beispiele der Publizistik sind in dieser Quelle zu finden. Ebenfalls aus dieser Quelle werden die Interviews für die Arbeit herangezogen in dem die Betriebsverantwortlichen von Unternehmen über die Nachhaltigkeitsberichterstattung erzählen.

Es ist in diesem Kapitel auch wichtig anzumerken, dass vorwiegend von der Nachhaltigkeitsberichterstattung deutscher und österreichischer U nternehmen (KMU und Großunternehmen) die Rede ist, da sich die Rankings auf diese beziehen.

Einleitung

Während es sich am Anfang der Nachhaltigkeitskommunikation noch um sogenannte Umweltberichte handelte, haben sich in den vergangenen Jahren qualitative und umfassende Nachhaltigkeitsberichte entwickelt, die auch inhaltlich gewissen Vorgaben und Kriterien entsprechen müssen. Zahlreiche Unternehmen nahmen das Thema Nachhaltigkeit in ihrer Berichterstattung und Kommunikation auf. Seit 2017 gibt es für diese Vorgänge auch ein eigenes Gesetz welches „bestimmte größere Unternehmen dazu verpflichtet, zu sogenannte n nichtfinanziellen Belangen Angaben zu machen: Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung“ (Lautermann, S.14 2019).

Ergebnisse des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte des Instituts für ökologisches Wirtschaften haben gezeigt, dass sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur weiterentwickelt hat, sondern, dass zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe ihre Berichte professionalisiert und ausgebaut haben. Trotzdem gibt es Herausforderungen denen die Nachhaltigkeitsberichterstattung gegenübersteht (Dietsche, S.16, 2019).

Zahlreiche Faktoren können noch erweitert werden und so die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung verbessern und erweitern. Im Folgenden werden die Faktoren erläutert die Kommunikationswissenschaftlich interessant sind, sprich die publizistische Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Nachhaltigkeitskommunikation

Bevor sich diese Arbeit intensiv mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung auseinandersetzt ist es wichtig einen Blick auf die Nachhaltigkeitskommunikation im allgemeinen zu werfen und einige theoretische Grundlagen zu klären. Andreas Ziemann weißt in seinem Werk „Kommunikation der Nachhaltigkeit- Eine kommunikationstheoretische Fundierung“ darauf hin, dass der Kommunikation im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation oft nur ein sekundärer Status zugewiesen wird. Dabei merkt er an, dass es im Grunde nicht möglich ist die Kommunikation außer acht zu lassen, da nicht zuerst diskutiert, geplant und umgesetzt und im Anschluss erst kommuniziert werden kann. Für Ziemann steht daher fest „Sobald etwas mit anderen thematisiert wird, vollzieht sich immer Kommunikation“ (Ziemann, S.123, 2007). Neben dem allgemeinen Ablauf der Kommunikation definiert Ziemann auch die Nachhaltigkeitskommunikation konkret: „Nachhaltigkeitskommunikation ist ein weltgesellschaftlicher (massenmedial begleiteter) Prozess, der aus der rekursiven Anordnung von Beiträgen und Argumenten zum Thema besseren Lebens in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht besteht.“ (Ziemann, S.126, 2007)

Zu seiner Definition der Nachhaltigkeitskommunikation definiert Ziemann auch einige allgemeine Ziele. Diese sollen „im besten Fall verbunden und parallel verfolgt werden“ (Ziemann, S.126, 2007):

- Popularisierungsziel
- Innovations- und Allianzziel
- Aufklärungs- und Bildungsziel
- Forschungsziel

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Entwicklung zur Umweltberichterstattung

Laut Herzig und Schaltegger (2007) haben Unternehmen in den letzten Jahrzehnten „in spezifischen Erweiterungen und Schwerpunktsetzungen in der Unternehmensberichterstattung auf die unterschiedlichen gesellschaftlich relevanten Herausforderungen reagiert “. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine rein monetäre Finanzberichterstattung, erst später sollten auch soziale und umweltrelevante Aspekte aufgegriffen werden. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung, wie wir sie heute kennen und sie von Unternehmen praktiziert wird, hat ihre Ursprünge in der Umweltberichterstattung. Diese entwickelte sich maßgeblich in der 1980-er Jahren, aufgrund des zunehmenden Interesses an der Umweltthematik. Dieses Interesse ist darauf zurückzuführen, dass zu dieser Zeit einige Umweltkatastrophen durch Unternehmen verursacht wurden, und dadurch die Forderung an Unternehmen entstand, sich vermehrt ihrer ökologischen Verantwortung bewusst zu werden und zu widmen. Vor allem Chemiekonzerne gelangten ins Visier starker, öffentlicher Kritik (Institute für Sustainability, Homepage). So entwickelte sich die- damals noch auf freiwilliger Basis ausgeführte- Umweltkommunikation. Für Unternehmen hatte diese vorrangig den Zweck „ ihrem negativen ökologischen Image und dem daraus resultierendem Druck der Öffentlichkeit entgegenzuwirken“ (Brugger, 2010, S. 70).

Als Inhaltlich relevante Faktoren der Umweltberichtersta ttung wurden zum Beispiel die Erfassung ökologischer Wirkungen und Maßnahmen von Unternehmen gesehen. Diese sollten nicht nur beschrieben, sondern auch mit Messdaten belegt werden. Gerichtet war die Umweltberichterstattung sowohl an interne, als auch exter ne Anspruchsgruppen. In den 1990-er Jahren gab es bereits zahlreiche Modelle und Möglichkeiten die Umweltberichterstattung zu systematisieren und zu standardisieren. Und obwohl zumindest eine grobe Richtlinie entwickelt wurde, die Berichte zu gestalten hab en Unternehmen immer noch ein gewisses Maß an Gestaltungsfreiheit (Brugger, 2010, S. 71- 72).

Von der Umweltberichterstattung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wie sie heute von Unternehmen betrieben wird , hat sich, wie bereits angedeutet aus der Umweltberichterstattung entwickelt. Die ersten Nachhaltigkeitsberichte wurden von Unternehmen Ende der 1990-er Jahre verfasst. Dabei lag das Augenmerk jetzt nicht mehr nur auf den ökologischen Wirkungen und Maßnahmen der Unternehmen, sondern auch soziale und ökonomische Themen wurden in die Berichterstattung miteinbezogen. Daher ist nicht mehr die Rede von der reinen Umweltberichterstattung da auch soziale Aspekte von Unternehmen behandelt werden (Institute für Sustainability, Homepage). Laut Herzig und Schaltegger lässt sich „die große Aktualität des Themas (...) beispielhaft festmachen an der wachsenden Anzahl von Leitfäden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, an der Verabschiedung des Bilanzrechtsreformgesetzes zur Berücksichtigung von Umwelt und Arbeitnehmerbelangen im Lagebericht großer Kapitalgesellschaften und Konzerne und an dem Interesse etlicher Institutionen und Organisationen, die Entwicklung der Berichterstattung zu beobachten und zu analysieren“ (Herzig, Schaltegger, S. 579, 2007).

Fakten und Hintergründe zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

In diesem Kontext ist es auch wichtig auch noch einige andere Fakten über die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erklären, da sie eine wichtige Grundlage für diese Arbeit bieten.

Gesetzlicher Hintergrund

Der gesetzliche Hintergrund wird im Folgenden anhand der Definition des „Institute for Sustainability“ erklärt, da es in diesem Kapitel nur darum geht diese kurz darzustellen um auch einen groben Überblick über die gesetzliche Verankerung zu bekommen:

Das „Institute for Sustainability“ formuliert die gesetzliche Lage der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf der Homepage wie folgt:

„ In einigen Ländern gibt es schon seit vielen Jahren für bestimmte Unternehmen eine gesetzliche Verpflichtung über Nachhaltigkeitsaspekte zu berichten: Dänemark und die Niederlande waren die ersten Länder, die eine solche Berichtspflicht erlassen haben. In Frankreich besteht seit 2003 für die 200 größten börsennotierten Gesellschaften die Pflicht, innerhalb des Geschäftsberichts Zahlen und Informationen zum Umweltschutz und zu den Mitarbeiterinteressen zu veröffentlichen.“ (Institute für Sustainability, Homepage)

Die EU weiten Gesetzesverankerungen werden folgendermaßen erklärt:

„ I m Jahr 2014 wurde auf EU-Ebene eine Ausweitung der Berichtspflichten im Lagebericht verabschiedet (Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen). Die Umsetzung in deutsches Recht wurde nach vielen Diskussionen im März 2017 beschlossen (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz). Die amtlichen Bezeichnungen bleiben weiterhin sperrig, in der Fachszene wird zumeist von der CSR-Berichtspflicht gesprochen.“ (Institute für Sustainability, Homepage)

Nachhaltigkeitsberichte nach GRI-Standards

Die GRI (Global Reporting Initiative) ist eine internationale Non-Profit-Organisation welche Orientierungshilfen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen entwickelt. Die Vision beschreibt Elisabeth Gail im Bericht CSR-Wissen: Global Reporting Initiative 2018 wie folgt: „Die Berichterstattung über ökologische, ökonomische und soziale Ergebnisse soll künftig mit der gleichen Routine erfolgen, wie es derzeit für Finanzergebnisse üblich ist. Dafür soll ein globaler Rahmen von allen Stakeholdern gemeinsam erarbeitet werden“. Gegründet wurde die GRI bereits 1997, mittlerweile ist sie neben dem Hauptstandort in den Niederlanden auch weltweit in einigen Ländern präsent. An der Entwicklung der Orientierungshilfen kann sich jeder über Online-Befragungen oder auch Arbeitsgruppen beteiligen. 1999 wurde der erste Entwurf der Richtlinien präsentiert. Im Jahr 2013 folgte dann bereits die vierte Generation der G4-Leitfaden. Dieser betont erstmals auch die Ausrichtung der Berichterstattung nach Zielgruppen: „Dies soll zu relevanteren, glaubwürdigeren und benutzerfreundlicheren Berichten führen“. Im Jahr 2016 wurde der GRI G4 dann von den GRI Sustainability Reporting Standards abgelöst. Diese Leitfänden für Nachhaltigkeitsberichterstattung sind heute die weltweit wichtigste Grundlage für Nachhaltigkeitsberichte (CSR-News, Homepage).

Ziele der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen

Unternehmen sind ganz grundsätzlich in die Gesellschaft integriert und daher auch i n Kombination mit nachhaltiger Entwicklung nicht wegzudenken. Daher können Unternehmen nicht unabhängig agieren. Der Unternehmenszweck wird also von zahlreichen Stakeholdern bestimmt die unterschiedliche Ziele verfolgen: ökonomisch, ökologische und soziale Interessen werden verfolgt und demnach wird auch Information gefordert. Diese drei Aspekte müssen von den Unternehmen systematisch gesteuert werden um sowohl den gesellschaftlichen Bedürfnissen, als auch dem Nachhaltigkeitsaspekt gerecht zu werden. Um die Nachhaltigkeitskommunikation in Unternehmen so zu entwickeln, dass sie sowohl für Stakeholder und Gesellschaft als auch für das Unternehmen optimal funktioniert ist es wichtig mit den relevanten Anspruchsgruppen zu kommunizieren und in den Dialog zu trete n (Herzig, Schaltegger, S. 579-580, 2007).

Publizistische Qualität

Ganz Aktuell beschäftigt sich das Magazin „Ökologisches Wirtschaften“ im Jahr 2019 mit Nachhaltigkeitsberichten. Sabine Braun geht vor allem auf „Das Spannungsfeld unterschiedlicher Anforderungen und Interessen“ bei der Berichterstattung ein. Laut Braun (2019) teilt sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen nicht nur auf unterschiedliche Formate auf, sondern verlagert sich auch auf unterschiedliche Medien, wie zum Beispiel das Internet. Nachhaltigkeitsberichterstattung hat laut Braun (2019) drei unterschiedliche Funktionen: Management, Transparenz und Kommunikation. Um trotz neuer Entwicklungen und der neuen Art der Informationsvermittlung ein „konstantes Bild“ der Nachhaltigkeitsberichte zu wahren ist entsprechende Kommunikation gefordert. Da Nachhaltigkeitsberichte nicht mehr nur Analysten und Investoren ansprechen sollen, sondern die Öffentlichkeit auch mehr und mehr auf Nachhaltige Themen aufmerksam wird stehen Nachhaltigkeitsberichte in einem Spannungsfeld. Zum einen sind Unternehmen verpflichtet einen nichtfinanzielle Erklärung abzugeben. Diese werden meistens stark Formal und Gesetzeskonform in wenigen Seiten abgehandelt und danach wir die Berichterstattung Gemäß GRI fortgesetzt. Unter GRI versteht man die Standards die einen globalen Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung festlegen und von der Global Reporting Initiative entwickelt wurden (CSR NEWS, Homepage, 2017). Die Ziele der GRI sind folgendermaßen festgelegt : „Die Verbreitung und Anwendung der GRI-Standards soll zu einer relevanteren, glaubwürdigeren und benutzerfreundlicheren Berichterstattung führen. Eine qualitativ hochwertige Berichterstattung ist demnach eine, die es internen und externen Stakeholdern ermöglicht, sich eine Meinung zu bilden und fundierte Entscheidungen über den Beitrag einer Organisation zur nachhaltigen Entwicklung zu treffen. Außerdem soll die Anwendung der Standards auch die Vergleichbarkeit und Qualität der offengelegten Informationen erhöhen“ (CSR NEWS, Homepage, 2017). Mittlerweile gibt es allerdings nicht mehr nur die klassischen GRI-Reports, sondern zahlreiche neue Formate wie Magazine oder auch Geschichten. Laut Braun (2019) hat dies nicht nur mit der stärkeren Zielgruppenorientierung, sondern auch mit der Kritik an den Berichtsumfängen zu tun. Sie stellt in Frage ob die glaubhafte Nachhaltigkeitspositionierung von Unternehmen alleine an Kennzahlen und Managementkonzepten festzumachen sein kann, und verweist darauf, dass auch die Experten und Analysten Menschen sind „die anschauliche Zusammenhänge und gute Gestaltung schätzen“ (Braun, S.23, 2019).

Trotzdem Kritisiert Braun (2019) die Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Für sie braucht Qualität Zusammenhänge die bei den neuen Formaten und unterschiedlichen Kanälen oft nichtmehr nachvollziehbar sind. Die Berichte sind mit den neuen Formaten sehr an den Nutzern und vor allem an aktuellen Themen orientiert. Um Themen wie Klimaschutz, Menschenrechte und Naturschutz bestmöglich zu integrieren müssen die Kommunikationsabteilungen Konzepte entwickeln (Braun, 2019).

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Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten. Aktuelle Herausforderungen, Faktoren und Ziele der Unternehmenskommunikation
Hochschule
Universität Wien
Note
3
Autor
Jahr
2020
Seiten
32
Katalognummer
V537415
ISBN (eBook)
9783346133670
ISBN (Buch)
9783346133687
Sprache
Deutsch
Schlagworte
qualität, nachhaltigkeitsberichten, aktuelle, herausforderungen, faktoren, ziele, unternehmenskommunikation
Arbeit zitieren
Nina Gundacker (Autor), 2020, Die publizistische Qualität von Nachhaltigkeitsberichten. Aktuelle Herausforderungen, Faktoren und Ziele der Unternehmenskommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537415

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