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Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit

Chancen und Grenzen

Titel: Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit

Essay , 2018 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maria Liebing (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Immer wieder heißt es: Soziale Arbeit muss parteilich sein! Die Adressatenorientierung stellt einen Grundpfeiler der Sozialen Arbeit dar, jedoch dürfen dabei bestehende Risiken und Grenzen nicht außer Acht gelassen werden. Das Positionspapier soll zu einem differenzierten Blick auf Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit verhelfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. These: Soziale Arbeit muss parteilich sein

1.1 Chancen parteilicher Sozialarbeit

1.2 Grenzen und Risiken parteilicher Sozialarbeit

2. Bewertung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Soziale Arbeit parteilich sein muss. Dabei wird erörtert, inwieweit Parteilichkeit eine notwendige professionelle Grundhaltung darstellt, welche Chancen sie für die Adressaten bietet und vor welchen Risiken sowie strukturellen Dilemmata (insbesondere dem Doppel- und Triplemandat) eine solche Haltung in der Praxis steht.

  • Grundlagen und Chancen parteilicher Sozialarbeit
  • Empowerment-Orientierung als Basis
  • Die Problematik des Doppel- und Triplemandats
  • Grenzen und Risiken durch unreflektierte Parteilichkeit
  • Kindeswohlgefährdung als Herausforderung für das Parteilichkeitsprinzip
  • Professionelle Reflexion und systemischer Blick

Auszug aus dem Buch

Grenzen und Risiken parteilicher Sozialarbeit

Andrerseits stellt sich jedoch die Frage, ob es neben den o.g. „gängigen“ sozialarbeiterischen Prinzipien und Werten einen solchen eigenen Begriff braucht. Reichen Haltungen wie Wertschätzung, Akzeptanz und Achtung als Grundlage und Orientierung für sozialarbeiterisches Handeln nicht aus? Es scheint als würde der Parteilichkeitsbegriff vielmehr ein Sammelbegriff ohne eigene klare Definition darstellen und lediglich der Ausschmückung von Konzeptionen dienen. (vgl. Merchel 2000, S. 52ff.)

Eine im o.g. Sinne parteiliche Haltung könnte zudem die Gefahr bergen statt Unterstützung zu leisten und zu empowern, bevormundend zu wirken, in dem parteiisch für die Adressat*innen gehandelt wird, statt diese zu eigenem Handeln und Eintreten für ihre Interessen zu ermutigen. (vgl. Hartwig/Weber 2000, S. 38)

Die Forderung nach Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit übersieht auch eine große Problematik: das Doppelmandat. Gemeint ist die Ambivalenz zwischen den Anforderungen durch die Adressat*innen und den Anforderungen durch die Gesellschaft bzw. den Staat (insbesondere durch öffentliche Mittelgeber wie das Jugendamt oder durch gesetzliche Vorgaben) sowie durch den Arbeitgeber an die Helfer*innen. So sind die gesellschaftlichen bzw. staatlichen Ansprüche, Abweichungen zu beseitigen und eine Angleichung an die Normbiographie zu erwirken sowie das Kindeswohl zu schützen. Seitens des Trägers sind Trägerziele und interne Vorgaben zu beachten. Dadurch stellt sich die Frage wer Auftraggeber ist und wessen Interessen und Zielen nachzugehen ist. Parteilichkeit für wen also? Für die Adressat*innen, den Träger oder den Staat bzw. das Gemeinwohl? Loyalitätskonflikte und Spannungsverhältnisse sind dadurch vorprogrammiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. These: Soziale Arbeit muss parteilich sein: In diesem Kapitel werden die Chancen der Parteilichkeit als Grundlage für Vertrauensaufbau und Empowerment sowie die damit verbundenen Risiken und die Problematik von Mehrfachmandaten in der Sozialen Arbeit dargelegt.

2. Bewertung und Fazit: Das Fazit beantwortet die Ausgangsfrage mit einem „Ja, aber“ und betont die Notwendigkeit einer professionellen Reflexion, die Parteilichkeit als gesellschaftliche Einmischung versteht, ohne die notwendige professionelle Distanz zu verlieren.

Schlüsselwörter

Parteilichkeit, Soziale Arbeit, Empowerment, Doppelmandat, Triplemandat, Kindeswohl, professionelle Reflexion, Sozialpolitik, Lebensweltorientierung, Adressatenorientierung, Identitätskrise, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, professionelles Handeln, Systemischer Blick.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach der Notwendigkeit und den Risiken des Prinzips der Parteilichkeit innerhalb der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Chancen der parteilichen Haltung, die Auseinandersetzung mit dem Doppel- und Triplemandat sowie die Herausforderungen durch institutionelle Zwänge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Begriff der Parteilichkeit kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, unter welchen Bedingungen er als professionelle Grundhaltung in der Praxis bestehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis sozialwissenschaftlicher Fachliteratur, ergänzt um Reflexionen aus der eigenen Praxis in einer Mutter-Kind-Einrichtung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Chancen parteilicher Sozialarbeit als auch deren Grenzen und Risiken, wie das Dilemma zwischen Hilfe und Kontrolle, detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Parteilichkeit, Empowerment, Doppelmandat, Kindeswohl und professionelle Reflexion charakterisiert.

Wie wirkt sich das Doppelmandat auf die Parteilichkeit aus?

Das Doppelmandat führt zu Loyalitätskonflikten, da die Fachkraft gleichzeitig den Interessen der Adressaten sowie den Anforderungen von Staat und Träger verpflichtet ist.

Warum ist unkritische Parteilichkeit gefährlich?

Eine unkritische Parteilichkeit kann die notwendige professionelle Distanz behindern, zu einer Übernahme problematischer Verhaltensweisen führen und in speziellen Fällen, wie einer Kindeswohlgefährdung, sogar Schaden anrichten.

Welche Rolle spielt die Co-Betreuung in der Praxis?

Die Co-Betreuung dient als Instrument, um Ambivalenzen abzubilden, indem verschiedene Helfer unterschiedliche Perspektiven einnehmen, was eine differenziertere Unterstützung ermöglicht.

Wie lautet das Fazit der Autorin?

Die Autorin plädiert für eine „Ja, aber“-Haltung: Parteilichkeit ist als Grundhaltung der Solidarität und gesellschaftlichen Einmischung positiv, muss jedoch immer durch professionelle Reflexion und das Anerkennen systemischer Grenzen begleitet werden.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit
Untertitel
Chancen und Grenzen
Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Note
1,3
Autor
Maria Liebing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
5
Katalognummer
V537653
ISBN (eBook)
9783346158406
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Parteilichkeit Soziale Arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Liebing (Autor:in), 2018, Parteilichkeit in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537653
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  5  Seiten
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