Paul Grices Theorie der konversationellen Implikaturen und mögliche Einwände


Hausarbeit, 2016

5 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Eberhard-Karls-Universitat

Philosophisches Seminar PS Sprachphilosophie Wintersemester 15/16 Hausarbeit

Fragestellung: Worin besteht Grice's Theorie der konversationellen Implikaturen? Diskutieren Sie mogliche Einwdnde.

In der folgenden Hausarbeit wird Paul Grice's Theorie der konversationellen Implikaturen erklart und mogliche Einwande betrachtet. Zu Beginn werde ich die Theorie an sich darlegen, daraufhin auf potenzielle Kritikpunkte dieser Theorie eingehen und schlieBlich ein Fazit verfassen. In „Logic and Conversation" aus dem Jahr 1975 wird Grice's Implikaturtheorie erstmals veroffentlicht. Bei seiner Theorie geht es darum, dass ein Sprecher mit seinem Gesagten mehr ausdriicken kann als er tatsachlich sagt. Wir meinen und verstehen namlich oft mehr als wir sagen. Grice nimmt hier das Beispiel von drei Personen. Person A fragt Person B, wie sich Person C in seiner neuen Arbeit macht. Person B sagt, dass Person C seine Kollegen mag und bislang noch nicht ins Gefangnis gekommen ist. Hier wird deutlich, dass Person B mehr meint als er tatsachlich gesagt hat. Person A kann nun mit der Aussage, dass Person C noch nicht ins Gefangnis gekommen ist namlich mehr implikatieren. Beispielsweise, dass C jemand ist, von dem man denken kann, dass er oft Dummheiten anstellt und somit relativ schnell im Gefangnis landen konnte. Zudem befolgen Sprecher einem Kooperationsprinzip laut Grice; kurz gefasst handeln sie kooperativ und demselben Ziel folgend. Bei diesem Prinzip unterscheidet er zwischen vier Konversationsmaximen, die es ermoglichen, dass eine Konversation funktioniert und mit denen das Zustandekommen von konversationellen Implikaturen erklart werden konnen: Maxime der Quantitat (Mach deinen Beitrag so informativ wie notig!); Maxime der Qualitat (Mach deinen Beitrag so, dass er wahr ist!); Maxime der Relation (Sei relevant!); und Maxime der Art & Weise (Driick dich klar und deutlich aus!). Um zuriick auf das obige Beispiel zu kommen: Die Aussage, dass C noch nicht im Gefangnis ist, scheint die Maxime der Relevanz zu brechen, da sie auf den ersten Blick irrelevant scheint. Da aber Gesprachsteilnehmer immer davon ausgehen, dass die anderen Teilnehmer alle Maxime einhalten, implikatieren sie somit die Aussagen. In diesem Fall implikatiert Person A eben, dass Person C jemand ist, der oft Dummheiten anstellt und von dem man denkt, dass er schnell im Gefangnis landen konnte. Bei den Einwanden werde ich mich auf der einen Seite auf allgemeine Probleme dieser Theorie beziehen: wie es iiberhaupt moglich ist, dass wir mehr sagen und mehr verstehen, als explizit gesagt wird. Hier fehlen Faktoren, die dabei helfen, wie eine Aussage erkannt und interpretiert werden soil. Auf der anderen Seite werde ich mich darauf beziehen, dass Grice's Konversationsmaxime durch verschiedene Faktoren scheitern konnen.

Zwar hat Grice vier Maximen aufgestellt, die fur eine funktionierende Konversation notig sind und die man als Sprecher befolgen sollte, aber er hat den Aspekt des Horers nicht abgedeckt. Denn er hat keine Faktoren aufgestellt, die einem Konversationsteilnehmer dabei helfen zu erkennen, wie eine Aussage denn verstanden werden soil. Eine Aussage konnte einen wortlichen Sinn haben, oder aber auch ironisch, sarkastisch oder metaphorisch usw. gemeint sein. Betrachten wir dazu folgendes Beispiel: Person A fragt Person B, ob diese etwas aus dem Laden um die Ecke etwas braucht, da sie dorthin gehen wird. Person B gibt daraufhin Person A eine lange Einkaufsliste. Daraufhin sagt Person A ironisch: „Super! Ich habe ja heute eh nichts anderes zu tun, jetzt hab ich endlich eine tolle Beschaftigung.". Nun konnte es hier sein, dass Person B diese Ironie nicht versteht und denkt, dass Person A das wirklich so gemeint hat, denn das ist gar nicht so ungewohnlich in alltaglichen Situationen. Desweiteren gibt es viel mehr Stilmittel als nur Ironie, Sarkasmus und Metaphern, wobei man als Konversationsteilnehmer nicht immer alles so versteht, wie es der Gegeniiber gemeint haben konnte. Deshalb hatte Grice hier nicht nur Maximen fur Sprecher, sondern auch fur Horer aufstellen sollen. Beispielsweise ist es bei Ironie und Sarkasmus moglich diese durch gemeinsames Wissen zu durchschauen. Dafiir miissen sich die Konversationsteilnehmer allerdings untereinander kennen oder sie miissen iiber das Gesprochene gleich informiert sein, was jedoch nicht immer der Fall sein kann und deshalb Ironie oder Sarkasmus oft nicht verstanden wird. Aber es gibt weitere Moglichkeiten solche Stilmittel erkennen zu konnen. Es gibt Signale, die einem Konversationsteilnehmer ermoglichen solche zu erkennen. Beispielsweise kann sich bei einer ironischen Aussage die Stimme oder die Mimik beziehungsweise die Geste des Gegeniibers andern. Faktoren wie diese hatte Grice auch aufzeigen sollen, denn es ist wichtig beide Seiten abzudecken; wie eine Aussage gemacht wird und wie diese dann auch interpretiert werden soil. Denn beide Seiten tragen einer gelungenen Konversation bei.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Paul Grices Theorie der konversationellen Implikaturen und mögliche Einwände
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,7
Jahr
2016
Seiten
5
Katalognummer
V537879
ISBN (eBook)
9783346148711
Sprache
Deutsch
Schlagworte
paul, grices, theorie, implikaturen, einwände
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Anonym, 2016, Paul Grices Theorie der konversationellen Implikaturen und mögliche Einwände, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537879

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