Motivgleiche Dichtung "Frühling"


Seminararbeit, 2004

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frühling
2.1Frühlingserfahrungen
2.2 „Frühling“ - ein Thema des Deutschunterrichts?

3. Gedichte
3.1 Es frühlingt (Anne Steinwart)
3.2 Frühling (Christine Nöstlinger)
3.3 April! April! (Walter Mahringer)

4. Didaktische Analyse

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Auf den folgenden Seiten werde ich das Thema „Gedichte“ behandeln. Dabei handelt es sich um „Motivgleiche Gedichte“ zum Thema „Frühling“. Es geht dabei um ausgewählte Werke für eine Unterrichtseinheit für die zweite Klasse der Grundschule im Fach Deutsch.

Zu Beginn möchte ich unter Gliederungspunkt 2. eine Einführung zum Thema „Frühling“ geben. Dieser Punkt unterteilt sich in zwei Abschnitte: der erste Teil handelt von Frühlingserfahrungen allgemein (2.1), anschließend wird über „Frühling“- ein Thema des Deutschunterrichts? berichtet. Unter 3. führe ich die Gedichte und deren Sachanalyse an. Diese beinhaltet Analyse und Interpretation der verschiedenen literarischen Texte. In Punkt 3.1 handelt es sich um Anne Steinwarts „Es frühlingt“, daran schließt sich das Gedicht „Frühling“ an, welches von Christine Nöstlinger geschrieben wurde. „April! April!“ steht unter 3.3 und wurde von Wolfgang Mahringer verfasst. Die didaktische Analyse ist unter Punkt 4. verschriftlicht. Diese umfasst die Lernziele der Unterrichtseinheit, sowie den Lernzuwachs einzelner Gedichte. Des Weiteren begründe ich darin die von mir gewählte Anordnung der Schriftstücke innerhalb dieser Unterrichtseinheit. Abschließend gebe ich in 5. ein Fazit zu dem Thema.

2. Frühling

2.1 Frühlingserfahrungen

Jeder macht seine eigenen Erfahrungen mit dem was die Natur im Frühling anbietet. Vielleicht erfährt man, dass mit der äußeren Veränderung der Natur sich in einem selbst etwas verändert. Vielleicht löst der Frühling Freude, Sehnsucht oder Fernweh, vielleicht auch nur das Ende der Langeweile aus. Vielleicht auch manchmal Zorn darüber, dass die Arbeit am Schreibtisch nicht immer hinreichend Zeit lässt, sich auf die von den ersten Sonnenstrahlen erwärmte Terrasse zu setzen.

Sicherlich ist jeder im Frühling stark nach außen orientiert, ob man die ersten Vogelstimmen wahrnimmt oder die aufblühenden Blumen oder ob man sich an der wärmeren Sonne erfreut. Vielleicht empfindet man das Aufatmen der Natur auch bei sich selbst. Vielleicht ist auch mancher froh darüber, dass sich seine Freizeit-aktivitäten nach getaner Arbeit nach draußen verlagern.

„Was die Literatur all dem hinzufügen kann, ist die Erfahrung des Anderen, die man selbst noch nicht machen konnte; auch aber die Selbsterfahrung, indem zur Evidenz gelangt, was vorher schon unbewusst vorhanden war. Vielleicht sind es nur wenige Schlüsselwörter: dass zum Beispiel ein Dichter die Natur anredet: Du junges Grün, du frisches Gras... (Kerner); oder dass er etwas benennt, was man selbst so noch nicht benannt hatte: Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte... (Mörike); oder dass etwas hörbar gemacht wird, was man ja doch nur sehen kann: Maiglöckchen läuten in dem Tal...; dass man vielleicht eine Hoffnung so bildhaft, stark und optimistisch apostrophiert bekommt, dass man sie nie mehr vergessen mag: Aus meinem Herzen wächst der Seidelbast... (Zuckmayer); (...).“[1]

Diese Erfahrungen machte Menzel, so dass man annehmen kann, das sie auch heute noch von Schülern und Schülerinnen gemacht werden, jedenfalls gemacht werden können. Frühlings-Naturerfahrungen ohne Frühlings-Literaturerfahrungen sind laut Menzel schwer vorstellbar. Es würde etwas fehlen, wenn man Lyrik, Lieder und Bilder nicht im Kopf hätte, die einem sagen: „So kann es sein und so ist es doch auch – schau hin, hör hin! Also: Erweiterung der Erfahrung, Bereicherung der Sinne, Klärung des Empfindens, Präzision der Beobachtung, Sensibilisierung des Gefühls, aber auch Schärfung des kritischen Verstandes und der Aufmerksamkeit!“[2] Diese Aspekte sind es, weswegen Menzel die Begegnung mit der Natur in Texten (und Liedern und Bildern!) für pädagogisch unverzichtbar hält.

2.2 „Frühling“ – ein Thema des Deutschunterrichts?

Was ist es, was die Schülerinnen und Schüler im Frühling beobachten können? Welche Empfindungen und Gedanken löst diese Jahreszeit aus? Durch welche Ereignisse wird sie bestimmt? Und besonders was waren es für Erfahrungen die Menschen aus früheren Generationen mit dem Frühling gemacht haben und worüber literarische Texte Auskunft geben?

Zuerst ist dazu zu nennen, was wir unter dem Begriffen wie Erneuerung, Wechsel und Veränderung zusammenfassen können. In der Natur ist es das erste, meist nachts eintretende Aufkeimen der Pflanzen, die Ankunft der Zugvögel, der erste Amselgesang, die Änderung des Wetters, in den Bergen die Schneeschmelze, in den wärmeren Gegenden der abrupte Temperatursprung. Zu keiner anderen Jahreszeit, außer im Winter mit dem ersten Schnee, ist der Wechsel der Jahreszeiten so deutlich wie im Frühling. Tatsächlich wird sichtbar wie sich alles, alles wendet.

Wie Menschen früherer Generationen den Frühling erlebt haben, die Wärme und Helle der Sonne, wenn man von den glaslosen Fenstern die Bretter abnahm und das Sonnenlicht wieder hineinließ, darüber bekommen wir in der Literatur heute noch Auskunft.

Im Alltag der Menschen heute sind es eher der Hausputz, das Auspacken der leichteren Kleidung, das Aufräumen in den Gärten, das Richten der Felder, die den Frühling kennzeichnen. Frühlingszeit ist auch die Zeit der Feste und Feiern: Palmsonntag, Gründonnerstag, Ostern mit seinen Ferien, den Himmelfahrtstag, sowie den ersten Mai bis hin zu Pfingsten.

„Frühling“ ist ein Thema des Deutschunterrichts, zumindest in der Grundschule und dann bis ins 7. Schuljahr hinein. In Lese- und Sprachbüchern gibt es Einheiten wie „Jahreszeiten“ und „Natur“, in denen der Frühling thematisiert wird. Seit es Lesebücher gibt, gibt es in ihnen Teilkapitel mit Frühlingstexten. Bis in unsere Zeit hinein wählt man Texte auch nach dem jahrezeitlichen Gesichtspunkt Frühling – und möchte Schülerinnen und Schüler dazu anregen, solche Gedichte und Geschichten in der Zeit des Frühlings auch zu lesen und zu interpretieren.

3. Gedichte

3.1 Es frühlingt

Es frühlingt

Hase träumt von grünen Feldern.

Zwerge flüstern in den Wäldern.

Igel, der so lange schlief,

schickt mir einen Liebesbrief.

Winter flüchtet um die Ecke.

Frühling hockt schon in der Hecke.[3]

Anne Steinwart

Sachanalyse

Das kleine Gedicht ist in drei Strophen zu je vier Versen äußerlich gegliedert. In allen Strophen bemerkt man das Reimschema aa, bb, cc, also den Paarreim. Dabei reimen sich immer die Endreime: Feldern – Wäldern, schlief – Liebesbrief, sowie Ecke und Hecke. Diese Reime nennt man „reine Reime“. Das Gedicht erhält dadurch eine klare Struktur und hat einen fließenden Rhythmus mit zweisilbigem Takt. Dieser hat einen fallenden Charakter und wird als Trochäus bezeichnet. Das Gedicht ist also im Wechsel von betonter und unbetonter Silbe geschrieben. Es lässt sich sehr gut vortragen, da es einen linearen Fluss von Sinneinheiten hat. Inhaltliche Einheiten, der Satz oder ein Teil des Satzes stimmen mit der Verszeile überein, so dass man von einem Zeilenstil spricht, der mit einer Pause am Versende schließt.

„Es frühlingt“ erweckt einen angenehmen Eindruck, da es fließend klingt. In dem Gedicht ist die Verteilung von Vokalen und Konsonanten schlüssig. Besonders in der ersten Strophe ruft der Text durch die Umlaute äu, ü und ä eine sehr angenehme Atmosphäre hervor, das Gedicht klingt hier sehr weich. Allerdings werden diese Umlaute auch in sehr ausdrucksstarken Wörtern wie „träumen“, „grünen“, „flüstern“ und „Wäldern“ verwendet. Die zweite Strophe hebt trotz der Verwendung vorwiegend „heller“ Vokale ebenfalls eine angenehme Stimmung hervor. Besonders häufig ertönt der Vokal „i“, dem man eher eine unangenehme Stimmungslage zuschreibt, welche hier meiner Meinung nach nicht vorliegt. Allerdings entsteht durch die Verwendung der Assonanz ein Gleichklang innerhalb des Verses. In der letzten Strophe ist die Verwendung der Vokale sehr vielfältig. Der fünfte Vers setzt sich größtenteils aus hellen „Vokalen“ zusammen, die eine leicht aufbrausende Stimmung repräsentieren. Dies steht auch im Zusammenhang mit der Wortwahl „flüchtet“ und „Ecke“. Kräftig klingt auch der sechste Vers, ausschlaggebend hier die volltönende Empfindung des „o“ in „hockt“ und „schon“, sowie das „helle e“ in „Hecke“.

[...]


[1] Menzel, Wolfgang (2000): Frühling, S. 12 In: Praxis Deutsch

[2] Menzel, Wolfgang (2000): Frühling, S. 12 In: Praxis Deutsch

[3] Buck, Siegfried (Hrsg.); (1996): Bausteine Lesebuch 2, S. 107

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Motivgleiche Dichtung "Frühling"
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V53826
ISBN (eBook)
9783638491686
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivgleiche, Dichtung, Frühling
Arbeit zitieren
Jessica Reese (Autor), 2004, Motivgleiche Dichtung "Frühling", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53826

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