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Max Webers Machtbegriff. Masse und Macht bei Max Weber

Title: Max Webers Machtbegriff. Masse und Macht bei Max Weber

Term Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hüseyin Ugur Sagkal (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Max Weber hat die Politikwissenschaft geprägt wie kein zweiter. Besonders herausstechen tun seine Definition von Herrschaft und die Einteilung des moralischen Handelns, in Gesinnungs- und Verantwortungsethik. Auch sein Machtbegriff ist prägend geworden. Max Weber definiert Macht wie folgt: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“ (Wug-O) Der Machtbegriff von Weber wurde sehr oft in Zusammenhang mit anderen Forschungsfeldern von Max Weber, wie z.B. seiner Herrschaftssoziologie, untersucht. Sie war allerdings selten alleiniger Forschungsgegenstand. Ausnahmen bilden hier z.B. Steinberger, der versucht den Machtbegriff von Weber auf Machiavelli und Nietzsche zurückzuführen. Daher möchte ich in meiner Hausarbeit den Fokus auf den Machtbegriff richten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologie von Masse und Macht in Webers Werken

3 Machtlosigkeit durch eine Masse

3.1 Machtlosigkeit direkt durch eine Masse

3.2 Machtlosigkeit indirekt durch eine Masse

4 Masse kontrollieren

4.1 Masse kontrollieren durch Vertrauen

4.2 Masse kontrollieren durch Abhängigkeit

4.3 Masse kontrollieren durch Belohnungen

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht den bisher wenig beachteten Zusammenhang zwischen den Begriffen „Masse“ und „Macht“ im Werk von Max Weber. Ziel ist es zu analysieren, wie Massen die Macht von Einzelpersonen beeinflussen können, ob sie direkt oder indirekt zur Machtlosigkeit führen und durch welche Mechanismen politische Akteure versuchen, Massen für ihre Zwecke zu kontrollieren.

  • Die Terminologie von Masse und Macht in Webers zentralen Werken.
  • Die Entmachtung von Funktionsträgern durch den Einfluss von Massen.
  • Methoden der Massenkontrolle durch Vertrauensaufbau (z.B. Märtyrertum).
  • Strukturelle Kontrolle von Massen durch materielle Abhängigkeit und Belohnungssysteme.

Auszug aus dem Buch

4.2 Masse kontrollieren durch Abhängigkeit

Vertrauen ist nicht der einzige Weg, um eine Masse zu versammeln, um so an Macht zu gelangen. Ein Führer oder Herrscher kann versuchen die Menschen von sich abhängig zu machen, um so seine Macht zu behalten, auszubauen oder an neue Macht zu gelangen.

In Abschnitt 3.1 wurde gezeigt wie Chlodwig, König der Franken, gegenüber einer Masse machtlos wird. Im gleichen Zitat erzählt Max Weber ebenfalls, worauf Chlodwigs Macht über die Masse beruht. „Es fehlt dem Herren dann der bureaukratische, ihm blind gehorchende, weil ganz von ihm abhängige Zwangsapparat...“ (WuG, S.144-145), Chlodwigs Kontrolle über die Massen beruhte daher auf einer kleinen Gruppen, die ihm „blind gehorcht“ und „abhängig“ ist. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf das Wort „Zwangsapparat“ haben. Max Weber definiert den Zwangsapparat als „den Teil einer Organisation oder Verwaltung, der für die Einhaltung der Satzung oder Rechtsordnung durch Zwang sorgt“ (WuG, S.187). Im Umkehrschluss heißt das, Chlodwig scharrte eine kleine Gruppe Menschen um sich, die er von sich abhängig machte damit sie ihm blind gehorchen. Mit dieser „kleinen Masse“ setzte er Ordnung und Disziplin in seiner Armee durch, die aus kleinen Verbänden bestand. Diese kleinen Verbände konnten nichts gegen den Zwangsapparat ausrichten und so mussten sie sich Chlodwigs Macht fügen. So schaffte es Chlodwig eine große Masse, die Armee, zu kontrollieren. Diese Methode geht allerdings nur solange gut, bis sich innerhalb der Armee ein Verband bildet, der zu groß für den Zwangsapparat ist (Der Machtverlust von Chlodwig durch einen größeren Verband wurde bereits in Abschnitt 3.1 erläutert. Daher wird der Punkt an der Stelle nicht nochmal aufgegriffen). Die Abhängigkeit der Masse von Chlodwig wird daher durch Zwang hergestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik und Darlegung der Zielsetzung, den bisher vernachlässigten Zusammenhang von Masse und Macht bei Max Weber zu untersuchen.

2 Terminologie von Masse und Macht in Webers Werken: Quantitative und qualitative Analyse der Begriffe innerhalb der untersuchten Weber-Schriften, um deren Bedeutungshorizont aufzuzeigen.

3 Machtlosigkeit durch eine Masse: Untersuchung der Bedingungen, unter denen Einzelpersonen oder Funktionsträger durch den direkten oder indirekten Einfluss von Massen ihre Macht verlieren.

3.1 Machtlosigkeit direkt durch eine Masse: Analyse der unmittelbaren Entmachtung von Amtsträgern durch organisierte Gruppen anhand historischer Beispiele wie den Beamten im bureaukratischen Reich.

3.2 Machtlosigkeit indirekt durch eine Masse: Betrachtung der indirekten Mechanismen, durch die Massen die Machtbasis von politischen Akteuren untergraben können.

4 Masse kontrollieren: Darstellung der Strategien, mit denen Akteure versuchen, Massen zu gewinnen und zu steuern, um eigene Machtansprüche zu sichern.

4.1 Masse kontrollieren durch Vertrauen: Untersuchung der Rolle von persönlichen Überzeugungen und Charisma, insbesondere des Konzepts des Märtyrers zur Bindung der Massen.

4.2 Masse kontrollieren durch Abhängigkeit: Analyse der Etablierung von Zwangsapparaten und materieller Abhängigkeit zur dauerhaften Disziplinierung von Gruppen.

4.3 Masse kontrollieren durch Belohnungen: Untersuchung der Rolle von Ämtern, Profiten und Aussicht auf materiellen Gewinn als Instrumente der Gefolgschaftsbildung.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten zur Rolle der Masse in Webers Machttheorie.

Schlüsselwörter

Max Weber, Macht, Masse, Herrschaft, Gefolgschaft, Zwangsapparat, Vertrauen, Abhängigkeit, Belohnung, Politik als Beruf, Wirtschaft und Gesellschaft, Machtverlust, Massenkontrolle, Charisma, politische Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung der Begriffe „Masse“ und „Macht“ im soziologischen und politikwissenschaftlichen Werk von Max Weber.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Terminologie Webers, die Bedingungen für den Machtverlust von Individuen durch Masseneinfluss sowie die Strategien, mit denen Massen kontrolliert und an politische Akteure gebunden werden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Massen die Macht von Personen direkt oder indirekt beeinflussen können und welche Mechanismen (Vertrauen, Zwang, Belohnung) der Steuerung von Massen in Webers Werken identifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine systematische Textanalyse der zentralen Werke Webers (insbesondere „Wirtschaft und Gesellschaft“ und „Politik als Beruf“) durchgeführt, um die Begriffe Masse und Macht kontextuell zu untersuchen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Analyse von Machtlosigkeit durch Massen und die detaillierte Darstellung von drei Kontrollmechanismen: Vertrauen, Abhängigkeit und Belohnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Max Weber, Macht, Masse, Gefolgschaft, Zwangsapparat und politische Herrschaft definiert.

Warum spielt das Konzept des „Zwangsapparates“ bei Chlodwig eine so große Rolle für die Argumentation?

Der Zwangsapparat dient als Beispiel dafür, wie ein Herrscher durch die bewusste Schaffung materieller und struktureller Abhängigkeiten eine kleine, loyale Gruppe um sich schart, um die größere Masse der Armee zu kontrollieren.

Inwiefern unterscheidet sich die Kontrolle durch „Vertrauen“ von der durch „Belohnungen“?

Während Vertrauen eher auf ideeller Bindung und der Identifikation mit dem Akteur (z.B. als Märtyrer) basiert, setzt die Kontrolle durch Belohnungen auf materielle Anreize, Ämter und Pfründen, um die Gefolgschaft ökonomisch oder statusbezogen zu binden.

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Details

Title
Max Webers Machtbegriff. Masse und Macht bei Max Weber
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Hüseyin Ugur Sagkal (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V538458
ISBN (eBook)
9783346146779
ISBN (Book)
9783346146786
Language
German
Tags
Max Weber Masse und Macht Politische Theorie Ideengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hüseyin Ugur Sagkal (Author), 2018, Max Webers Machtbegriff. Masse und Macht bei Max Weber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538458
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