Laien- und Expertenrezensionen von Science-Fiction-Serien. Eine vergleichende Analyse


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 13


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen: Über das Rezensieren
2.1. Merkmale der Expertenrezension
2.2. Merkmale der Laienrezension

3. Methodische Grundlagen: Der Kriterienkatalog

4. Laien- und Expertenrezensionen im Vergleich
4.1. Datenmaterial und Analysebeispiel
4.2. Auswertung

5. Fazit

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Projektarbeit hat sich zum Schwerpunkt gesetzt, die sprachlichen und inhaltlichen Merkmale von Laien- und Expertenrezensionen vergleichend herauszuarbeiten und gegenüberzustellen. Auf Ebene der sprachlichen Merkmale sind für diese vergleichende Analyse beispielsweise folgende Fragen von Belang: Wie ist der Anteil gustatorischer und evaluativer Urteile beschaffen? Wie setzt sich das Spektrum der sprachlichen Handlungen zusammen, die in den jeweiligen Rezensionen vollzogen werden? Kommen Interjektionen, Partikeln und dergleichen zum Einsatz? Die inhaltliche Ebene umfasst indes unter anderem die Frage nach den thematischen Aspekten, die in den Rezensionen genannt werden und die sowohl unmittelbar als auch mittelbar mit dem rezensierten Gegenstand zusammenhängen können.

Um diese und andere Fragen adäquat beantworten zu können, gilt es zunächst, eine erste Definition und Abgrenzung von beziehungsweise zwischen Laien- und Expertenrezensionen vorzunehmen. Dazu wird entsprechende Literatur herangezogen, die im Kapitel der theoretischen Grundlagen aufgeschlüsselt wird. Für die eigentliche Analyse der ausgewählten Rezensionen ist auf der methodischen Ebene ein Kriterienkatalog auf Basis der gelesenen Literatur erstellt worden, der den Analysevorgang vereinheitlichen soll. Von Belang für den Kriterienkatalog sind neben den theoretischen Grundlagen auch die diversen Hypothesen hinsichtlich der sprachlichen und inhaltlichen Beschaffenheit von Laien- und Expertenrezensionen, die vor der Analyse selbst aufgestellt worden sind; entsprechend werden sowohl der Kriterienkatalog als auch die mit ihm verknüpften Hypothesen im Anschluss an die Explikation der theoretischen Grundlagen vorgestellt. Schließlich ist für die projektinterne Analyse eine Bestimmung und Eingrenzung des Rezensionsgegenstands und der Rezensionsplattform(en) notwendig, um eine möglichst homogene Vergleichsbasis zu erstellen: Fokussiert wird sich infolgedessen auf insgesamt zwei Serien - Dark und Man in The High Castle -, die auf unterschiedlichen Streaming-Plattformen im Internet ausgestrahlt werden und die beide dem Science-Fiction-Genre zugehörig sind. Die Rezensionsplattformen umfassen eine Auswahl von Feuilletons diverser (Online-)Zeitschriften und Zeitungen und film-beziehungsweise serienzentrierter Internetseiten. Das Datenmaterial für die Analyse setzt sich aus einem kleinen Korpus von insgesamt zwölf Laien- und Expertenrezensionen zu den zwei genannten Science-Fiction-Serien zusammen, auf die der Kriterienkatalog angewendet wird. Es wird nach der Darlegung der theoretischen und methodischen Grundlagen ein prägnantes Analysebeispiel aus dem Korpus vorgestellt, bevor eine Auswertung des Datenmaterials insgesamt erfolgt. Ein Fazit fasst zu guter Letzt die Ergebnisse der vergleichenden Analyse insbesondere im Hinblick auf die eigens aufgestellten Hypothesen zusammen.

2. Theoretische Grundlagen: Ü ber das Rezensieren

Der Texttyp der Rezension wird gemeinhin durch einen mehr oder minder ausgeprägten Spannungszustand bestimmt, denn es ist nicht immer einfach, seine wesentlichen Charakteristika deutlich festzulegen. Sowohl informierende als auch bewertende Sprachhandlungen lassen sich in einer Vielzahl von Rezensionen wiederfinden; diese beiden Handlungen decken indes nicht zwangsläufig das Spektrum der sprachlichen Handlungen ab, die sich potenziell in einer Rezension ausfindig machen lassen (vgl. Stegert 1997, S. 95f.; vgl. weiterhin Stegert 1993, S. 14f.; vgl. weiterhin Sandig 2004, S. 186), zu denen beispielsweise aufseiten der konstitutiven und komplexen Handlungen das Berichten, Beschreiben und Vergleichen zählt, während aufseiten der nicht verbindlichen Handlungen unter anderem das Abraten, Empfehlen oder Vorwerfen genannt werden kann (vgl. Stegert 1997, S. 96f.; vgl. weiterhin ebd., S. 99). Zudem ist nicht zuletzt der Anteil der informierenden und sprachlichen Handlungen in Rezensionen durchaus variabel, da diese Gewichtung von unterschiedlichen Faktoren abhängt, die in jeder einzelnen Rezension stets aufs Neue ermittelt werden müssen (vgl. Stegert 1993, S. 14f.). Auch auf der Ebene der thematischen Zusammenstellung einer Rezension herrscht eine Art Ambivalenz, da der Rezensent ebendiese Zusammenstellung zum Großteil selbst ausgestalten kann, wenngleich der Rezensionsgegenstand mitunter einschränkt, welche thematischen Aspekte im Rahmen der Rezension sinnvoll und für den potenziellen Rezipienten nachvollziehbar behandelt werden können (vgl. Stegert 1997, S. 94). Weiterhin nimmt die in der Regel öffentliche und mediale Umgebung der Rezension eine wesentliche Rolle hinsichtlich ihrer strukturellen und inhaltlichen Beschaffenheit ein und eröffnet beziehungsweise verschließt dementsprechend deren Ausgestaltungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen (vgl. ebd.). Im Fokus von Rezensionen stehen gemeinhin kulturelle Erzeugnisse - Bücher, Filme, Musik usw. - (vgl. ebd., S 95), allerdings können ebenso Haushaltsgegenstände, elektronische Waren und dergleichen rezensiert werden.

Die zentrale Handlung des Bewertens und ihre diversen Spielarten werden auf der sprachlichen Ebene in Rezensionen auf unterschiedliche Art und Weise vollzogen (vgl. Sandig 2004, S. 188f.). Dies wird an späterer Stelle in den jeweiligen Merkmalsbeschreibungen zu Experten- und Laienrezensionen spezifiziert. Der Zweck beziehungsweise die Funktion, die einer Rezension innewohnt, ist gleichermaßen verschiedentlich geartet: Eine Rezension kann zum Beispiel in erster Linie eine Servicefunktion einnehmen, indem sie als eine Entscheidungshilfe für den Rezipienten der Rezension fungiert (vgl. Stegert 1993, S. 27). Zudem kann sie auch eine bildende Funktion beinhalten, indem sie kritisch über einen Rezensionsgegenstand berichtet und ihn mit notwendigem Fakten- und Hintergrundwissen ausstattet (vgl. ebd., S. 29f.), oder aber sie kann mithilfe einer kreativen oder humorvollen Schreibweise eine Unterhaltungsfunktion einnehmen (vgl. ebd., S. 33f.). Hierbei handelt es sich wohlgemerkt lediglich um eine beispielhafte Auswahl der potenziellen Zwecke beziehungsweise Funktionen von Rezensionen.

Generell lässt sich darüber hinaus festhalten, dass der Bewertungsakt im Alltag nahezu ständig vollzogen wird und gemeinsam mit dem Informieren eine Grundform des sprachlichen Handelns ausmacht (vgl. Keller 2008, S. 2f.; vgl. weiterhin Sandig 2004, S. 185). Das Wahrnehmen und das Beurteilen eines Gegenstands lässt sich als ein zusammenhängender Prozess begreifen (vgl. Keller 2008, S. 2f.), der sprachlich durch unterschiedliche Urteilsformen ausgedrückt wird: Ein gustatorisches Urteil ist wesentlich deskriptiv und beruft sich auf die innere Wahrnehmung desjenigen, der das gustatorische Urteil fällt (vgl. ebd. S. 3); es kann somit als eine Schilderung der inneren Wahrnehmung aufgefasst werden, die keinen Anspruch darauf geltend macht, rational diskutierbar oder begründbar zu sein (vgl. ebd.). Ein evaluatives Urteil zeichnet sich dagegen durch sein prozessuales Wesen aus und kann als ein Bewertungsakt aufgefasst werden, der sich in einem Reflexionsprozess graduell herausgebildet hat (vgl. ebd.). An dieser Stelle sind zudem die zuvor genannten verinnerlichten Bewertungsnormen von Belang, auf denen ein evaluatives Urteil wesentlich basiert. Von gustatorischen und evaluativen Urteilen sind deskriptive Aussagen abzugrenzen, die, wie ihr Name annehmen lässt, keinen Bewertungsakt vollziehen, sondern einen Sachverhalt o.a. beschreiben (vgl. ebd., S. 4).

Dieser erste und allgemeine Einblick in den Texttyp der Rezension hat darlegen können, dass sich ebendieser Texttyp insgesamt durch ein ausgeprägtes Maß an Komplexität und Ambivalenz auszeichnet. Konstatieren lässt sich zudem abschließend, dass insbesondere der Bewertungsakt in seinen unterschiedlichen Ausprägungen kennzeichnend für den Texttyp der Rezension sein kann, er allerdings nicht das einzige und ausnahmslos zutreffende Charakteristikum darstellt, welches sich in ebendiesem Texttyp verorten lässt. Es sollte dementsprechend gleichermaßen berücksichtigt werden, dass der Texttyp der Rezension gemeinhin durch ein dynamisches und variationsreiches Wesen bestimmt wird (vgl. Stegert 1993, S. 15). Nach diesem anfänglichen Überblick - der im Übrigen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt - wird sich nun darauf fokussiert, die grundlegenden und für die vorliegende Projektarbeit relevanten Merkmale von sogenannten Experten- und Laienrezensionen im Speziellen darzulegen.

2.1. Merkmale der Expertenrezension

Aus einer textlinguistischen Perspektive betrachtet lassen sich Expertenrezensionen als ein essentiell argumentativer Texttyp einordnen, in dem eine mehr oder minder differenzierte Beschäftigung mit einem Rezensionsgegenstand stattfindet (vgl. Vogt 2015, S. 310).1 Expertenrezensionen werden weiterhin gekennzeichnet durch ein bestimmtes Maß an Kohärenz insofern, als sie sich in ihrer Beschäftigung mit einem Rezensionsgegenstand einer stringenten und adäquaten Ausdrucksweise bedienen (vgl. ebd., S. 311). Auf einer formalen Ebene gilt für Expertenrezensionen, dass sie in der Regel in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht werden, und dass das Veröffentlichungsmedium außerdem den Umfang - und gegebenenfalls die Gestaltung - derselben festlegt (vgl. ebd.). Hinsichtlich der primären Funktion von Expertenrezensionen wird konstatiert, dass sie den Rezipienten über die Qualität eines Rezensionsgegenstandes zu informieren beabsichtigen (vgl. ebd.); allerdings können sie durchaus zusätzliche Funktionen aufweisen, beispielsweise eine Unterhaltungsfunktion oder dergleichen (vgl. ebd., S. 310).

Auf Ebene der textlichen Organisation von Expertenrezensionen ist allgemein festzustellen, dass sie nach einer einführenden Passage, die mitunter eine (Inhalts-)Beschreibung des Rezensionsgegenstandes enthält, unterschiedliche Elemente beinhalten, die hinsichtlich ihrer thematischen Ausprägung fundamental von dem Rezensionsgegenstand gelenkt werden (vgl. ebd., S. 309; vgl. weiterhin ebd., S. 320): Typisch für Expertenrezensionen ist sowohl eine Rekonstruktion der Inhalte, mit denen sich aus der Rezensenten-Perspektive befasst wird, als auch eine kritische - positive und/oder negative - Betrachtung ebendieser Inhalte, die sich zumeist auf gesonderte Aspekte derselben bezieht (vgl. ebd.). Gegebenenfalls werden diverse Defizite und/oder Potenzialsmomente des Rezensionsgegenstandes hervorgehoben, denen dann in der Regel ein abschließender Bewertungsakt folgt, der sich auf die zuvor genannten Bestandteile stützt (vgl. ebd.). Die Länge von Expertenrezensionen variiert und ist, wie bereits erwähnt wurde, unter anderem auch vom Veröffentlichungsmedium abhängig; je nach Umfang der jeweiligen Expertenrezension sind zudem auch Unterschiede hinsichtlich ihrer Struktur zu beobachten (vgl. ebd., S. 320f.).

Selbstverständlich handelt es sich bei der hier soeben dargelegten Illustration von Merkmalen der Expertenrezension um eine allgemein gehaltene Beschreibung, die nicht zwangsläufig ausnahmslos auf sämtliche Expertenrezensionen zutreffen muss. Allerdings gibt diese Merkmalsbeschreibung im Rahmen der vorliegenden Projektarbeit mindestens ein zweckmäßiges Werkzeug an die Hand, welches dazu genutzt werden kann, den Kriterienkatalog an späterer Stelle auszugestalten. Dasselbe lässt sich im Übrigen auch im Hinblick auf die Merkmalsbeschreibung der Laienrezension anmerken, die nachfolgend expliziert wird.

2.2. Merkmale der Laienrezension

Laienrezensionen werden generell mittels der sprachlichen Handlungen des Bewertens und des Informierens konstituiert, wobei die bisweilen fakultative Informationshandlung zugleich als ein Bewertungsakt dienen kann (vgl. Bachmann-Stein 2015, S. 79). Insgesamt lässt sich das Informieren in zwei Varianten unterteilen: Das werkbezogene Informieren fokussiert sich auf einen Bericht über den Inhalt, die Figuren usw. eines Rezensionsgegenstandes2 und muss nicht zwangsläufig Teil einer Laienrezension sein, da es gegebenenfalls sein kann, dass der Inhalt und dergleichen bereits in vorherigen Laienrezensionen behandelt worden ist und daher dessen Wiederholung als redundant aufgefasst und ausgeklammert wird (vgl. ebd.). Ebenso unverbindlich ist die Vorkommnis des rezeptionsbezogenen Informierens: Hier greift der Rezensent gegebenenfalls das persönliche Erlebnis bezüglich des Rezensionsgegenstandes auf und verknüpft diese Art des Informierens oftmals bereits mit einer oder mehreren expliziten und/oder impliziten Bewertungshandlungen (vgl. ebd., S. 80). Indes sind die mannigfaltig ausgeprägten Bewertungshandlungen in Laienrezensionen als verbindlich für dieselben aufzufassen: Diese Bewertungshandlungen können sowohl auf einer sprachlichen als auch auf einer grafischen Ebene vollzogen werden (vgl. ebd.); bei einem grafischen Bewertungssystem können unterschiedliche Formen genutzt werden, besonders weit verbreitet ist jedoch die Vergabe von Sternen. Einen Einfluss auf diese grafische Form der Bewertung haben dabei nicht immer nur Aspekte, die unmittelbar mit dem Rezensionsgegenstand verknüpft sind; auch nicht an den Gegenstand gebundene Faktoren - zum Beispiel der Versand, die Audio- oder Bildqualität usw. -werden von Laienrezensenten häufig miteinbezogen (vgl. ebd., S. 80f.). Auf einer sprachlichen Ebene gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, positive und negative Bewertungshandlungen zu realisieren, beispielsweise mithilfe von Superlativen, Partikeln, Phraseologismen, Interpunktionen und Vergleichen (vgl. ebd., S. 81f.).

Die Bewertungshandlungen als solche lassen sich in drei unterschiedliche Typen untergliedern: Bewertende Sprachhandlungstypen umfassen insgesamt sechs unterschiedliche Handlungen -Loben, Rühmen, Kritisieren, Disqualifizieren, Vorwerfen und Klagen (vgl. ebd., S. 83f.). Sämtlichen bewertenden Sprachhandlungstypen liegt dementsprechend die Intention zugrunde, eine Bewertung zum Ausdruck zu bringen (vgl. ebd.). Expressive Bewertungshandlungstypen werden durch ein Gegensatzpaar von Handlungen definiert -Erleichterung ausdrücken und Bedauern (vgl. ebd., S. 85). Beiden Bewertungshandlungen ist in der Regel eine bewertende Sprachhandlung vorangestellt, die im Falle des Erleichterung ausdrücken negativ, im Falle des Bedauerns positiv besetzt ist (vgl. ebd.). Handlungsbezogene Bewertungshandlungstypen beabsichtigen es, den Rezipienten und/oder den Verfasser der Laienrezension zu einer bestimmten Handlung zu motivieren: Zu diesem Bewertungshandlungstyp zählt das Empfehlen, Abraten oder Warnen (vgl. ebd., S. 86f.). Aufgrund seiner adressatenbezogenen Funktion zeichnet sich dieser letzte Typ durch einen gewissen Grad an Interaktivität aus; weiterhin gilt für sowohl positive als auch negative Handlungen dieses Typs, dass ihnen eine ebenso positive oder negative Bewertungshandlung vorangestellt ist (vgl. ebd.).

Nachdem nun die Merkmalsbeschreibungen zu Laien- und Expertenrezensionen abgeschlossen sind, werden im nachfolgenden Kapitel die methodischen Grundlagen dieser Projektarbeit erläutert, die wesentlich einen eigens erstellten Kriterienkatalog umfassen. Weiterhin werden im Zuge dessen die Hypothesen vorgestellt, die hinsichtlich der Analyse von Laien- und Expertenrezensionen vorab aufgestellt worden sind.

3. Methodische Grundlagen: Der Kriterienkatalog

Der Kriterienkatalog für die Analyse von Laien- und Expertenrezensionen besteht aus insgesamt sechs übergeordneten Kategorien, die sich aufteilen auf den Inhalt, die Produktion, die Rezeption beziehungsweise Wirkung, den Aufbau beziehungsweise die Formalien, die Aspekte der Hypothesen - die nicht bereits von den anderen übergeordneten Kategorien abgedeckt werden -, und eine Kategorie für Sonstiges. In die Oberkategorie des Inhalts sind Aspekte aufgenommen worden, die sich unter anderem auf die Handlung, die Figuren, das Drehbuch und die Spannung der rezensierten Serie beziehen. Die Oberkategorie der Produktion enthält unter anderem die Aspekte der Kosten beziehungsweise des Budgets und weitere Herstellungsbedingungen wie den Drehort oder den/das Ausstrahlungsort/-medium, während sich die Oberkategorie der Rezeption/Wirkung vor allem darauf bezieht, wie der Rezensent die Serie - zum Beispiel auf einer emotionalen Ebene - wahrnimmt und welche Zukunftsprognosen er hinsichtlich des Erfolgs und/oder des Einflusses der rezensierten Serie gegebenenfalls vornimmt. Innerhalb der Oberkategorie des Aufbaus/der Formalien wird der Fokus auf Aspekte gelegt, die unter anderem eine korrekte Orthographie und Grammatik, das Verwenden von Abs ä tzen, das Vorhandenseins eines Fazits und dergleichen beinhalten. Unter Sonstiges werden Aspekte aufgefasst, die die Originalität, Aktualität, Authentizität usw. der rezensierten Serie umfassen. Die Oberkategorie der Aspekte der Hypothesen, die Faktoren wie den Umfang/d\e L ä nge und das Erscheinungsdatum der untersuchten Laien- und Expertenrezensionen umfasst, basiert auf den erarbeiteten Hypothesen, die sich indes wie folgt aufschlüsseln:

- Die Bewertungshandlungen werden in Expertenrezensionen primär am Ende derselben vollzogen, während in Laienrezensionen Informations- und Bewertungshandlungen weitestgehend parallel verlaufen.
- Laienrezensionen fallen kürzer aus als Expertenrezensionen.
- Expertenrezensionen folgen in der Regel einem routinierten Aufbau.
- Expertenrezensionen sind auf inhaltlicher Ebene deutlich gegliedert und bringen dies auch optisch zum Ausdruck, beispielsweise durch Absätze, Überschriften usw.
- In Laienrezensionen lassen sich eher umgangssprachliche Elemente sowie orthographische als auch grammatische Fehler ausfindig machen.
- Laienrezensionen enthalten einen höheren Anteil an gustatorischen Urteilen.
- Expertenrezensionen zu (TV-)Serien werden früher veröffentlicht als Laienrezensionen.
- Laienrezensionen thematisieren Aspekte, die nicht unmittelbar mit dem Rezensionsgegenstand zusammenhängen, beispielsweise den Versand, preisliche Abwägungen, die Verfügbarkeit von unterschiedlichen Tonspuren usw.
- Sowohl Laien- als auch Expertenrezensionen beinhalten vergleichende Handlungen, beispielsweise mit ähnlichen Serien.

Diese Hypothesen basieren wiederum auf den theoretischen Grundlagen des vorliegenden Projekts und auf einer ersten Sichtung des Rezensionskorpus. Inwiefern sie sich im Kontext dieses Projekts haben bestätigen lassen, gilt es an späterer Stelle zu explizieren.

[...]


1 Der an dieser Stelle von Rüdiger Vogt zugrunde gelegte Text befasst sich in erster Linie mit Expertenrezensionen im Bereich der Literaturkritik; allerdings lässt sich zumindest eine Auswahl seiner Aussagen verallgemeinern und auf unterschiedliche Rezensionsgegenstände übertragen, weswegen hier entsprechend von Rezensions-gegenständen im Allgemeinen die Rede ist.

2 Auch der Text von Andrea Bachmann-Stein konzentriert sich in erster Linie auf literarische Werke als Rezensionsgegenstand; jedoch lassen sich hier ebenso verschiedene Aussagen aus dem Text verallgemeinern und auf weitere Rezensionsgegenstände übertragen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Laien- und Expertenrezensionen von Science-Fiction-Serien. Eine vergleichende Analyse
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
13
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V539425
ISBN (eBook)
9783346142405
ISBN (Buch)
9783346142412
Sprache
Deutsch
Schlagworte
laien-, expertenrezensionen, science-fiction-serien, eine, analyse
Arbeit zitieren
Sarah Insacco (Autor), 2018, Laien- und Expertenrezensionen von Science-Fiction-Serien. Eine vergleichende Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539425

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