Mourning Dove wurde als die erste eingeborene Frau, die einen Roman veröffentlichte, bekannt. Auf der Grundlage ihrer Lebensgeschichte wird die Geschichte und Kultur der Binnenland-Salish im Besonderen des Colville-Stammes, dem Mourning Dove angehörte, im Kulturareal des Plateaus in Nordamerika vorgestellt.
Zum besseren Verständnis wird einführend die Sprachfamilie der Salish und das Kulturareal des Plateaus thematisiert, um einen ersten Überblick, über die enorme Vielfalt der vorhandenen Sprachen und Stämme zu bekommen, inmitten derer Mourning Dove aufgewachsen ist.
Darauf wird ein historischer Abriss der Colville Confederated Tribes gegeben, um Mourning Doves kulturellen und historischen Hintergrund zu verdeutlichen. Nach einer kurzen Literaturkritischenbetrachtung ihrer Autobiographie, wird explizit auf Mourning Doves Lebensgeschichte angefangen bei ihrer Kindheit über ihre Jugendzeit bis hin zu ihrer Entwicklung als Schriftstellerin und politischen Aktivistin eingegangen.
Abschließend werden die Probleme, die Mourning Doves Ziele mit sich brachten und ihre daraus resultierende Resignation, sowie die Besonderheiten einer erlebten Geschichte, als Mitglied einer zu untersuchenden Gesellschaft, im Vergleich zur Geschichtsschreibung durch Außenseiter, herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Sprachfamilie der Salish
3. Das Kulturareal des Plateau
4. Die Colville Confederated Tribes
5. Mourning Dove
5. 1. Der Wahrheitsgehalt der Autobiographie
5. 2. Beeinflussungen und Veränderungen
5. 3. Mourning Doves Ambitionen
5. 4. Mourning Doves Abstammung
5. 5. Mourning Doves Kindheit
5. 6. Mourning Doves Jugendzeit
5. 7. Mourning Dove als Ehefrau, Schriftstellerin und politische Aktivistin
6. Schluss
7. Anmerkungen
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Mourning Dove, der ersten eingeborenen Frau, die einen Roman veröffentlichte, um die Geschichte und Kultur der Binnenland-Salish und des Colville-Stammes im Kontext des Kulturareals des Plateaus zu beleuchten.
- Historischer Hintergrund der Colville Confederated Tribes
- Die Bedeutung der Autobiographie als kulturelles Dokument
- Mourning Doves Entwicklung zur Schriftstellerin und Aktivistin
- Der Konflikt zwischen indigener Identität und den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft
- Lebensbedingungen und politische Herausforderungen in Reservaten
Auszug aus dem Buch
5. 1. Der Wahrheitsgehalt der Autobiographie
Über Christines Leben existieren wenige Aufzeichnungen. Die verfügbaren enthalten häufig von ihr kreierte Fiktionen, da sie offensichtlich bemüht war, Ereignisse, die mit ihrer Familie zusammenhingen, zu verschleiern und umzustellen, um sie vor dem kritischen Blick der Öffentlichkeit zu schützen, und Kritik an ihren Ambitionen zu vermeiden. Auch schloss sie Dinge aus ihren Erzählungen aus, über die sich Weiße hätten lustig machen, bzw. sie als abergläubisch hätten bezeichnen können. Hingegen waren die in ihren Werken auftretende Diskrepanzen wie die Unzuverlässigkeit ihrer Daten oder fehlerhafte Bezeichnungen von Arten wahrscheinlich unbeabsichtigt. Auffällig ist in ihrer Autobiographie auch eine weibliche Befangenheit und zudem stellt sie häufig typisch weibliche Praktiken als allgemeingültige dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung, die Lebensgeschichte von Mourning Dove als Ausgangspunkt für die Betrachtung der Geschichte und Kultur des Colville-Stammes zu nutzen.
2. Die Sprachfamilie der Salish: Ein Überblick über die enorme sprachliche Vielfalt und die Verbreitung der Salish-Sprachfamilie im Plateau und an der Nordwestküste.
3. Das Kulturareal des Plateau: Erläuterung der geographischen und ökologischen Bedingungen des Columbia Plateaus und der Klassifizierung von Kulturarealen.
4. Die Colville Confederated Tribes: Historischer Abriss der Stämme entlang des Columbia River und die Auswirkungen der staatlichen Reservatspolitik sowie des General Allotment Act.
5. Mourning Dove: Analyse der Biografie von Christine Quintasket, unterteilt in Abschnitte zu ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung, ihrem Schreibprozess und ihrem politischen Engagement.
6. Schluss: Synthese der Ergebnisse, wobei besonders Mourning Doves emotionales Engagement und die damit verbundene Wehmut gegenüber der distanzierten historischen Geschichtsschreibung hervorgehoben wird.
7. Anmerkungen: Ergänzende Hinweise zu den im Text genannten Quellen und historischen Kontexten.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.
Schlüsselwörter
Mourning Dove, Christine Quintasket, Colville Confederated Tribes, Binnenland-Salish, Plateau, Autobiographie, Indigene Völker, Reservatspolitik, General Allotment Act, Indian Reorganization Act, Kulturareal, Identität, Geschichtsschreibung, Politische Aktivistin, Indianische Literatur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte von Mourning Dove, um den kulturellen und historischen Kontext der Binnenland-Salish und des Colville-Stammes in Nordamerika aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der US-Reservatspolitik, die Identitätsfindung einer indigenen Schriftstellerin und das Spannungsfeld zwischen traditionellen Werten und den Anforderungen der weißen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Geschichte und Kultur der Colville-Stämme durch die persönliche Perspektive von Mourning Dove erfahrbar zu machen und ihre Rolle als Vermittlerin zwischen zwei Welten zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-anthropologische Analyse vorgenommen, die Literaturkritik mit ethnologischen Daten und persönlichen Lebensberichten verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung der Sprach- und Kulturareale, einen Abriss der Stammesgeschichte und eine detaillierte Biografie von Mourning Dove, von der Kindheit bis hin zu ihrem politischen Wirken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Indigene Identität, Reservatsgeschichte, Salish, Autobiographie und kultureller Wandel beschreiben.
Wie ging Mourning Dove mit der Reservatspolitik um?
Sie stand der Politik, insbesondere dem General Allotment Act und der Zersplitterung der Stämme, äußerst kritisch gegenüber und versuchte zeitlebens, durch ihre Arbeit und politisches Engagement für die Rechte und den Erhalt der Traditionen ihres Volkes einzutreten.
Warum wird Mourning Doves Autobiographie als Fiktion bezeichnet?
Die Autorin hebt hervor, dass Mourning Dove Ereignisse in ihrer Autobiographie teilweise umstellte oder verschleierte, um sich vor öffentlicher Kritik zu schützen und ihre Ambitionen nicht zu gefährden.
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- Nicole Rosenthal (Author), 2003, Die Lebensgeschichte der Mourning Dove aus dem Colville-Stamm. Versuche der Vermittlung zwischen den Eingeborenen und den "Weißen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54061