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Die Nachfolgerdiskussion am Ende der Ära Adenauer - Wie Adenauer versuchte, Erhard zu verhindern

Title: Die Nachfolgerdiskussion am Ende der Ära Adenauer - Wie Adenauer versuchte, Erhard zu verhindern

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: gut - befriedigend

Autor:in: Stefan Altschaffel (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die letzten Jahre der Kanzlerschaft Konrad Adenauers waren geprägt von außen- und innenpolitischen Ereignissen, die eine enorme Herausforderung für die junge Demokratie und ihren weniger jungen Kanzler bedeuteten, und die teilweise ein baldiges Ende seiner Amtszeit vorausahnen ließen. Das Bewusstsein, dass Adenauer bereits ein Alter weit jenseits der damaligen durchschnittlichen Lebenserwartung – genau genommen sogar jenseits der heutigen - erreicht hatte, dürfte den meisten dabei klar gewesen sein. Es stellte sich daher die Frage, wer die schwere Bürde der Nachfolge des ersten Kanzlers antreten könnte. Erster Anwärter war seit der Bundestagswahl 1957 der Bundeswirtschaftsminister und frisch ernannte Vizekanzler Ludwig Erhard. Dennoch war letzterer als potenzieller Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers nicht unumstritten. Insbesondere Adenauer, der Erhard für nicht geeignet hielt, dieses Amt kompetent zu bekleiden, ließ eine deutliche Widerstandshaltung gegen diesen erkennen.
Um die Entwicklungsphasen des Konflikts zwischen Adenauer und Erhard in Bezug auf die Nachfolge-Problematik genau zu beleuchten, sollen einige Ereignisse der letzten Jahre der Ära Adenauer untersucht werden. Den Konflikt von seiner Entstehung bis zur tatsächlichen Amtsübernahme durch Ludwig Erhard lückenlos zu beschreiben, würde sicherlich den Rahmen einer Seminararbeit sprengen. Daher können nur einzelne Aspekte in der Entwicklung der Nachfolgerfrage bearbeitet werden. Dabei soll es nicht das Ziel sein, lediglich deskriptiv zu schildern. Es soll vielmehr die Frage beantwortet werden, wie sich die Abneigung Adenauers gegenüber seinem Wirtschaftsminister äußerte, inwiefern sie begründet war, welche Alternativen denkbar waren, und wieso Erhard letztendlich doch die Nachfolge Adenauers antrat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Präsidentschaftskrise 1959

2.1. Erhard als Präsidentschaftskandidat

2.2. Adenauer als Präsidentschaftskandidat

3. Wahlkampf und Regierungsbildung 1961

4. Die Folgen der „Spiegel“-Affäre

5. Der Kanzlerwechsel

6. Schlussbetrachtungen

7. Abkürzungen

8. Literatur und Quellen

8.1. Quellen

8.2. Literatur

8.3. Internetadressen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das konfliktreiche Verhältnis zwischen Konrad Adenauer und seinem potenziellen Nachfolger Ludwig Erhard in den letzten Jahren der Ära Adenauer, mit dem Ziel zu analysieren, warum der Kanzler trotz deutlicher Abneigung die Nachfolge Erhards nicht verhindern konnte und welche politischen Faktoren diesen Übergang bestimmten.

  • Die Präsidentschaftskrise 1959 als erster Wendepunkt in der Nachfolgefrage.
  • Die strategischen Versuche Adenauers, die Kanzlerkandidatur Erhards durch eine Präsidentschaftskandidatur zu blockieren.
  • Die Auswirkungen des Wahlkampfs 1961 und der Regierungsbildung auf Adenauers Autorität.
  • Die Rolle der „Spiegel“-Affäre als Katalysator für den Kanzlerwechsel.
  • Die Analyse der unterschiedlichen politischen Vorstellungen und Charaktere von Adenauer und Erhard.

Auszug aus dem Buch

2.1. Erhard als Präsidentschaftskandidat

Im Jahr 1959 ging nach zehnjähriger Dauer die Amtszeit des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss zu Ende. Bereits im Vorfeld dieses scheinbar unausweichlichen Tatbestands wurde in weiten Teilen des Landes und auch unter den Parteien des Bundestages die Frage nach einer Nachfolge-Regelung laut. Einige waren der Ansicht, man solle die Amtszeit Theodor Heuss’ verlängern, wenn schon nicht um eine weitere volle Amtsperiode von 5 Jahren, so doch zumindest um 2 Jahre. Heuss selbst entzog jedoch dieser Überlegung die Grundlage, indem er in einem von ihm verfassten Memorandum andeutete, nicht mehr zur Verfügung zu stehen, da er mit einer auf ihn zurechtgeschnittenen Verfassungsänderung nicht einverstanden wäre:

„Eine dritte Kandidatur Heuss wäre eine glatte Verlegenheitslösung und würde (…) die sachliche Stärke des Bundespräsidenten nicht heben. Sie wäre ein Armutszeugnis für die deutsche Demokratie, die (…) sich auf einen Wechsel der Individualitäten, ja der Typen einrichten muß. Ich glaube auch, gerade im Ausland würde eine Verfassungsänderung ad hoc, die immer als ad hominem gedeutet werden müßte, eher verwirrend als klärend wirken.“

In der Tat wäre eine Amtszeitverlängerung Heuss’ ein Armutszeugnis für die Demokratie gewesen, insofern dies einer „Zurechtrückung“ der Tatsachen nur aufgrund der Bequemlichkeit gleichgekommen wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Nachfolgeproblematik am Ende der Ära Adenauer und definiert die Fragestellung, wie sich Adenauers Abneigung gegen Erhard äußerte und warum dieser letztlich doch sein Nachfolger wurde.

2. Die Präsidentschaftskrise 1959: Dieses Kapitel behandelt den Versuch Adenauers, Ludwig Erhard durch eine Nominierung zum Bundespräsidenten aus dem Rennen um das Kanzleramt zu drängen, und beleuchtet die darauffolgenden politischen Verwicklungen.

3. Wahlkampf und Regierungsbildung 1961: Hier wird analysiert, wie sich der politische Druck im Wahljahr 1961 und die Popularität Erhards auf Adenauers Handlungsspielraum sowie die Koalitionsverhandlungen auswirkten.

4. Die Folgen der „Spiegel“-Affäre: Das Kapitel untersucht, wie die Spiegel-Affäre das Ende des 4. Kabinetts Adenauer einleitete und die Dynamik für eine neue Regierungsbildung sowie einen Kanzlerwechsel forcierte.

5. Der Kanzlerwechsel: Die Darstellung des finalen Rücktritts Adenauers und der Wahl Erhards durch die CDU/CSU-Fraktion nach den vorangegangenen politischen Krisen.

6. Schlussbetrachtungen: Eine zusammenfassende Bewertung der Ereignisse, in der Adenauers Versäumnisse und die strukturellen Gründe für den Erfolg Erhards sowie das Scheitern Adenauers, eine Alternative aufzubauen, reflektiert werden.

Schlüsselwörter

Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kanzleramt, Nachfolgefrage, Ära Adenauer, Präsidentschaftskrise 1959, CDU/CSU, Bundestagswahl 1961, Spiegel-Affäre, Regierungsbildung, politische Kontinuität, Koalition, Machtkampf, Adenauer-Ära, Kanzlerwechsel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Nachfolgediskussion am Ende der Ära Adenauer und den langwierigen Prozess, durch den Ludwig Erhard trotz des Widerstands von Konrad Adenauer das Amt des Bundeskanzlers übernahm.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Präsidentschaftskrise 1959, die parteiinternen Konflikte innerhalb der CDU/CSU, die Auswirkungen der Spiegel-Affäre und die grundsätzlichen strategischen Differenzen zwischen Adenauer und Erhard.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für Adenauers subjektive Abneigung gegen Erhard zu beleuchten und zu klären, warum es dem Kanzler letztlich nicht gelang, dessen Nachfolge zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf die Auswertung von Adenauers Memoiren, ergänzt durch zeitgenössische Quellen und politikwissenschaftliche Fachliteratur, um die Ereignisse aus der Perspektive Adenauers zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Etappen der Nachfolgerdiskussion – beginnend bei der Präsidentschaftskrise 1959 über den Wahlkampf 1961 und die Spiegel-Affäre bis hin zum eigentlichen Kanzlerwechsel 1963.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kanzleramt, Nachfolgefrage, Ära Adenauer, politische Kontinuität und Machtkampf innerhalb der Union charakterisieren.

Warum lehnte Adenauer Erhard als Nachfolger ab?

Adenauer zweifelte an Erhards außenpolitischer Kompetenz und weitsichtiger Führungskraft; er fürchtete eine Vernachlässigung der deutsch-französischen Integration zugunsten einer rein wirtschaftsorientierten Politik.

Welche Bedeutung hatte der Elysée-Vertrag in diesem Kontext?

Adenauer nutzte den Elysée-Vertrag 1963, um die außenpolitischen Leitlinien Deutschlands festzuschreiben und seinen Nachfolger – wer immer es auch sein würde – an diese Vorgaben zu binden.

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Details

Title
Die Nachfolgerdiskussion am Ende der Ära Adenauer - Wie Adenauer versuchte, Erhard zu verhindern
College
University of Potsdam
Course
Hauptseminar
Grade
gut - befriedigend
Author
Stefan Altschaffel (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V54115
ISBN (eBook)
9783638493871
ISBN (Book)
9783638792028
Language
German
Tags
Nachfolgerdiskussion Ende Adenauer Erhard Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Altschaffel (Author), 2005, Die Nachfolgerdiskussion am Ende der Ära Adenauer - Wie Adenauer versuchte, Erhard zu verhindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54115
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