Kann das Hochdeutsche Muttersprache sein? Ist Hochdeutsch eine konstruierte Sprache (Kunstsprache) oder eine natürliche Sprache?
Zur Beantwortung dieser Frage wird die Geschichte und Entstehung des Hochdeutschen beleuchtet, eine Umfrage ausgewertet und werden die Begriffe Dialekt, Akzent und Färbung unterschieden.
Die Menschheit verwendet Sprache geografisch und sozial unterschiedlich, die Sprache ändert sich im Laufe der Zeit, und auch je nach Anlass und Medium (Papier, Schallwellen, Email, Chat, etc.) verwenden wir Sprache unterschiedlich. Darüber hinaus benutzt derselbe Mensch verschiedene Sprachmittel in der Kommunikation mit unterschiedlichen Menschen und je nach Alter und emotionalem Zusammenhang.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Fragestellung und Methodik
3 Definitionen
3.1 Was ist eine Muttersprache?
3.2 Was ist Hochdeutsch und was ist Standarddeutsch?
3.3 Was ist eine Hochsprache?
3.4 Was ist ein Dialekt, was ist eine Mundart?
3.5 Was ist ein Akzent, was ist eine Färbung?
3.6 Was ist ein Sprachbund
3.7 Was ist eine Kunstsprache
3.8 Was ist eine natürliche Sprache
4 Ausgewählte Aspekte der Entwicklung zum Standarddeutschen
4.1 Die Ausdifferenzierung der indoeuropäischen Sprachen
4.2 Der Weg zur Standard-Schriftsprache und deren Aussprache
5 Personenbefragung
5.1 Fragebogen
5.2 Grafische Darstellung der Ergebnisse
5.3 Auswertung
5.4 Plausibiltätskontrolle und Fragebogendesign
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Fragestellung, ob das Hochdeutsch beziehungsweise Standarddeutsch als eine Art "Kunstsprache" betrachtet werden muss, die nicht als Muttersprache erworben werden kann, oder ob sie trotz ihrer normierten Entwicklung als natürliche Muttersprache fungiert.
- Definition zentraler Begriffe der Sprachvarietäten (Muttersprache, Dialekt, Hochsprache).
- Historische Herleitung der deutschen Standardsprache und deren Ausdifferenzierung.
- Analyse der Unterscheidung zwischen künstlichen und natürlichen Sprachentwicklungsprozessen.
- Durchführung einer empirischen Befragung zur subjektiven Einschätzung der eigenen Muttersprache bei Laien.
- Diskussion über das Verhältnis von Schriftsprache und natürlichem Spracherwerb.
Auszug aus dem Buch
3.2 Was ist Hochdeutsch und was ist Standarddeutsch?
Der Begriff Hochdeutsch ist ein sehr missverständlicher Begriff, da einerseits damit oft im normalen Sprachgebrauch „Standarddeutsch bzw. Schriftdeutsch“ (Wikipedia, 2018a.www, 1) gemeint ist. Andererseits bezeichnet er die hochdeutschen Dialekte, also die regionale „Sprachvarietät in den höher gelegenen Gebieten des deutschen Sprachraums“ (ebd., 1), wobei mit „höher gelegen“ die „höhergelegenen (bergigen) Regionen des mittleren und südlichen deutschen Sprachraums“ (ebd., 1) gemeint sind und nicht etwa auch die bergigen Gebiete Norddeutschlands.
Das Hochdeutsche ist eine Dachsprache, die aus den mittel- und oberdeutschen Dialekten hervorgegangen ist und zwar zunächst als überregionale Schriftsprache.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Sprachvarietäten ein und nennt Faktoren, die zur Differenzierung von Sprache bei Individuen führen.
2 Fragestellung und Methodik: Das Kapitel definiert das Forschungsziel, die Hypothese der "Kunstsprache" Hochdeutsch zu prüfen, und beschreibt die Kombination aus Literaturrecherche und empirischer Befragung.
3 Definitionen: Hier werden grundlegende linguistische Begriffe wie Muttersprache, Dialekt, Akzent, Sprachbund und Kunstsprache voneinander abgegrenzt.
4 Ausgewählte Aspekte der Entwicklung zum Standarddeutschen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der indoeuropäischen Sprachfamilie bis zur Etablierung einer überregionalen deutschen Schriftsprache nach.
5 Personenbefragung: Das Kapitel dokumentiert die Durchführung, grafische Ergebnisse und Auswertung einer Umfrage unter Laien zum Thema Hochdeutsch als Muttersprache.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob Hochdeutsch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte als Kunstsprache eingestuft werden muss.
Schlüsselwörter
Hochdeutsch, Standarddeutsch, Muttersprache, Dialekt, Sprachgeschichte, Sprachvarietät, Kunstsprache, Erstsprache, Lautverschiebung, Schriftsprache, Sprachbund, Linguistik, Sprachkontakt, Konvergenz, empirische Befragung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Einordnung des Hochdeutschen und der Frage, ob es sich dabei um eine "Kunstsprache" handelt, die man nicht als Muttersprache erwerben kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachdefinitionen, die historische Entwicklung der deutschen Standardsprache sowie die subjektive Wahrnehmung von Hochdeutsch als Muttersprache durch Sprecher.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob Standarddeutsch ein theoretisches Ideal darstellt, das nicht natürlich erworben werden kann, oder ob es eine lebendige, gewachsene Sprache ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturrecherche und einer empirischen Personenbefragung, um die Thematik sowohl linguistisch als auch praxisbezogen zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Definitionen von Sprachvarietäten, der historischen Ausdifferenzierung der indoeuropäischen Sprachen sowie der Auswertung der durchgeführten Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Muttersprache, Standarddeutsch, Dialekt, Sprachgeschichte, Konvergenz und Spracherwerb.
Warum wird Hochdeutsch oft als Kunstsprache bezeichnet?
Da es sich nicht "natürlich" in einer Region wie ein Dialekt entwickelt hat, sondern zielgerichtet als überregionale Schriftsprache konzipiert wurde, um die Verständigung zu erleichtern.
Zu welchem Ergebnis kommt der Autor in der Diskussion?
Der Autor schlussfolgert, dass trotz künstlicher Aspekte in der Entstehung (insbesondere der Aussprache) das Standarddeutsche als natürliche Sprache zu werten ist, da sie sich autonom und lebendig weiterentwickelt hat.
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- Jens-Gerrit Eisfeld (Author), 2018, Hochdeutsch als Muttersprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542640