Die Darstellung der Modalverben can und could in verschiedenen englischen Grammatiken


Seminararbeit, 2000

11 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Darstellung der Modalverben can und could in der CGEL

2. Darstellung der Modalverben can und could in A Grammar of Present-Day English von Ungerer et al.
2.1 Darstellung der Modalverben in der Grammatik
2.2 Vergleich der Grammatik von Ungerer et al. mit der CGEL

3. Darstellung der Modalverben can und could in An Empirical Grammar of the English Verb: Modal Verbs von Dieter Mindt
3.1 Darstellung der Modalverben in der Grammatik
3.2 Vergleich der Grammatik mit der CGEL und der Grammatik von Ungerer et al.

4. Analyse von Sätzen unter Verwendung der untersuchten Grammatiken

Literaturverzeichnis

Einleitung

Personen, die eine Sprache erlernen, müssen vor allem die inhaltliche Vorstellung, welche mit einer Vokabel verbunden wird, begreifen, um deren korrekten grammatikalischen Gebrauch zu beherrschen. Einer der problematischsten Bereiche der englischen Grammatik stellt der Gebrauch von modal verbs dar. Viele Studien haben sich bereits mit den formalen, syntaktischen und semantischen Funktionen dieser Verbgruppe auseinandergesetzt. In meiner Seminararbeit möchte ich mich auf die modale Bedeutung der central modals can und could, sowie deren Negativformen, beschränken, die in englischen Grammatiken nicht einheitlich, sondern äußerst divergent dargestellt wird. In dieser Arbeit werden die Erklärungen der CGEL, der Grammar of Present-Day English und der Empirical Grammar of the English Verb untereinander verglichen; anschließend wird die modale Bedeutung von Sätzen unter Verwendung dieser Werke analysiert.

1. Darstellung der Modalverben can und could in der CGEL

Die CGEL unterscheidet zwischen zwei Arten der modalen Bedeutung, extrinsic und intrinsic modality, welche jedes Modalverb besitzt. Can und could werden die modalen Funktionen permission, possibility und ability zugeordnet, wobei die erstere als intrinsic und die beiden letzteren als extrinsic meanings definiert werden, zwischen denen eine gewisse Gradwanderung besteht.

In der possibility -Funktion können can und could in den meisten Fällen durch die Konstruktion it is possible gefolgt von einem infinitive clause paraphrasiert werden. “Even expert drivers can make mistakes.“ (Quirk et al. 1985:221) kann z.B. durch It is possible for even expert drivers to make mistakes.“ (Quirk et al. 1985:222) ersetzt werden. Weist das Modalverb auf eine zukünftige Möglichkeit hin, wird die Paraphrase it will be possible benutzt. Die modale Bedeutung der possibility tritt vor allem in Fragen und Negationen auf. Beinhaltet die Möglichkeitsfunktion eine Instruktion oder einen Vorschlag an einen bestimmten Adressaten, klingt die Aufforderung durch die Verwendung des Modalverbs could oder die Hinzufügung eines Konditionalsatzes, wie z.B. if you like, höflicher. Letztere Variante veranschaulicht die CGEL durch folgendes Beispiel: “You can sit here until I get back (if you like).“ (Quirk et al. 1985:222)

Can und could können auch eine Fähigkeit ausdrücken. Diese Formulierung ist durch die Paraphrase be able to austauschbar. In vielen Fällen können auch die Wendungen be capable of oder know how to benutzt werden. Paraphrasiert man das Modalverb durch eine be possible -Konstruktion wird die gleiche Bedeutung geschaffen. Die ability -Funktion kann demzufolge als Sonderfall der possibility -Bedeutung definiert werden, bei der die Möglichkeit einer Handlung auf eine bestimmte Fähigkeit des Subjektträgers zurückführbar ist. Als zusätzliche Anmerkung weist die CGEL darauf hin, dass can bzw. could unter der Fähigkeitsfunktion in umgangssprachlichen negativen Verbphrasen oft mit bear, stand und help verknüpft wird. Die positiven Formen dieser Verbphrasen können ebenfalls nur in einem negativen Kontext verwendet werden. Stellvertretend für die Aussage, dass z.B. der Lärm unerträglich ist, kann folgende Frage formuliert werden: “How can you bear that noise?“ (Quirk et al. 1985:222)

Die dritte modale Funktion von can und could nennt die CGEL permission. Die Modalverben können in einer Erlaubnis auch durch die Paraphrase be allowed to ersetzt werden. Can und could verleihen der permission einen weniger formellen Charakter als der Einsatz des Modalverbs may. Als Bestandteil einer Erlaubnis ist can mit einer future time adverbial kombinierbar, wie z.B. in dem Satz: “You can borrow my typewriter tomorrow.“ (Quirk et al. 1985:223) Eine future ability wird dagegen nicht durch can, sondern die Konstruktion will be able to formuliert. Eine Ausnahme bilden if-clauses, in denen das Präsens für die future reference verwendet wird, wie z.B.: “If you can pass your driving test next month, you will be able to visit us more often during the summer.” (Quirk et al. 1985:223)

Could dient in erster Linie als Vergangenheitsäquivalente von can; in den Kapiteln 4.62 und 4.63 geht die CGEL jedoch zusätzlich auf Sondereigenschaften dieses past tense modal ein, welche auch von modaler Bedeutung sind.

Im past tense kann could eine hypothetische bzw. irreale Bedeutung haben, wie z.B. in folgendem Konditionalsatz: “If United could win this game, they might become league champions.” (Quirk et al. 1985:232) Die Aussage verrät, dass der Sprecher eher eine Niederlage der Mannschaft vermutet, durch welche diese unmöglich league champion werden kann. Liegt eine hypothetische Aussage in der Vergangenheit wird could das Perfekt hinzugefügt. Die irreale Funktion des Modalverbs kann sich in Form einer improbability auch auf die Zukunft beziehen: “Not even a professional could do better than that.“ (Quirk et al. 1985:233) HypothetischeVorhersagen bilden keine zusätzliche modale Bedeutung, sondern lediglich die hypothetische Version einer ability, permission oder possibility.

Besondere Anwendung findet could bei der Formulierung von Höflichkeitsfloskeln. Es kann als tentative permission in einer höflichen Aufforderung auftreten: Could I see your driving licence?“ (Quirk et al. 1985:233) Ebenso bringt es als tentative possibility unbestimmte Möglichkeiten, wie z.B. “There could be something wrong with the light switch.“ (Quirk et al. 1985:233), oder höfliche Direktiven zum Ausdruck: Could you (please) open the door?“ (Quirk et al. 1985:233) Das Modalverb tritt in diesen Fällen allerdings als past tense -Ersatz von may auf.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Darstellung der Modalverben can und could in verschiedenen englischen Grammatiken
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut fuer Anglistik und Amerikanistik)
Veranstaltung
Englische Syntax
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V5437
ISBN (eBook)
9783638133074
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vergleich: CGEL,Grammar of Present-Day English (Ungerer et al), Grammar of the English Verb: Modal Verbs (Mindt) Analyse von Sätzen aus dem CORPUS 128 KB
Schlagworte
Darstellung, Modalverben, Grammatiken, Englische, Syntax
Arbeit zitieren
Natalie Lewis (Autor), 2000, Die Darstellung der Modalverben can und could in verschiedenen englischen Grammatiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5437

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Darstellung der Modalverben can und could in verschiedenen englischen Grammatiken



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden