Franklin Delano Roosevelts Weg nach Pearl Harbor


Seminararbeit, 2006

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Die außenpolitische Grundlage für Roosevelt

2. Die Bedrohung im Pazifik und Roosevelts Weg in den Krieg

3. Roosevelts Krieg?

4. Das Resultat

5. Literatur

1. Die außenpolitische Grundlage für Roosevelt

Seit Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika 1789 kommt deren Außenpolitik eine besondere Rolle zu. Der erste Präsident George Washington selbst warnt seine Nachfolger in seiner „Farewell Address“ 1796 eindringlich davor, sich in europäische Konflikte verstricken zu lassen. Dem entsprechend schlägt die Außenpolitik der USA einen amerikanischen Kurs ein. Dieser wird mit der Monroe-Doktrin von 1823 vorerst einzementiert. Präsident Monroe(1817-1825) legt den amerikanischen Doppelkontinent als Machtsphäre der USA fest und warnt Europa vor Interventionen in diesem Raum, während er im Gegenzug betont, sich aus europäischen Angelegenheiten herauszuhalten. Zum Einen mag sich hier ein gewisser Internationalismus im Bezug auf Lateinamerika zeigen. Deutlicher ist aber die Isolation der Festung Amerika in ihrer strategisch einmaligen Lage zwischen zwei Ozeanen. So bewegt sich die U.S.-amerikanische Außenpolitik in einem inneren Konflikt zwischen zwei Extremen, welcher bis Franklin Delano Roosevelt (im folgenden Roosevelt genannt) unvermindert besteht. Die U.S.-amerikanische Welt ist vorerst auf den Doppelkontinent begrenzt. Neben dem Engagement in Lateinamerika, welches bis heute anhält, entwickeln sich mit fortschreitender Etablierung der Hegemonie auf dem eigenen Kontinent verstärkt Interessen im pazifischen Raum. In Folge des spanisch-amerikanischen Krieges von 1898, der die Spanier aus dem Machtbereich der USA verweist, erwerben die USA Kolonien wie die Philippinen und Guam. Außerdem wird für diesen Krieg Hawaii endgültig von den USA annektiert. Der Internationalismus scheint mit Theodore Roosevelt auf dem Höhepunkt, als dieser 1904 das Recht (beziehungsweise die Pflicht) der USA als zivilisierte Nation betont, im Dienste der „Guten Ordnung“ in fremden Ländern zu intervenieren. Doch die Isolation ist keineswegs überwunden. Lange halten sich die USA aus dem ersten Weltkrieg heraus, bis 1917 mit Woodrow Wilson und der Devise „Make the world safe for democracy“ die Isolation durchbrochen wird. Doch mit einer Öffentlichkeit, welche internationale Verstrickungen ablehnt, verfallen die USA nach dem Krieg schnell wieder in ihre Isolation. So scheitert auch 1920 der von Wilson angestrebte Beitritt der USA zum Völkerbund.

Zwei Drittel der U.S.-amerikanischen Bevölkerung betrachtet den Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg als einen Fehler. Der „never again“ Kurs gipfelt schließlich in den Neutrality Acts von August 1935 bis May 1937. Diese verbieten es rüstungswichtige Güter an Krieg führende Nationen zu liefern. Für alle übrigen Güter gilt die „cash-and-carry“-Klausel. So müssen diese Güter erst bezahlt und dann selbständig abgeholt werden. U.S.-amerikanischen Schiffen ist es untersagt in Kriegszonen vorzudringen.[1]

In dieser Situation entwickelt sich, parallel zu den Konflikten in Europa, zunehmend der pazifische Raum zum Krisenherd, in welchem U.S.-amerikanische Interessen indirekt, aber auch direkt betroffen sind.

2. Die Bedrohung im Pazifik und Roosevelts Weg in den Krieg

Während in Europa Mussolini und seit 1933 auch Hitler den Frieden und die freie Marktwirtschaft bedrohen, erhebt sich im pazifischen Raum eine weitere Diktatur und beginnt ihren Eroberungszug.

Nach wiederholten Konflikten zwischen Japan und China kommt es 1937 bei Peking zum „China-Zwischenfall“. Japan führt nun offen Krieg in China, eroberte (in einem brutalen Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung) den Osten und setzt eine Gegen-Regierung zur Nanking-Regierung Tschiang Kai-scheks ein. Der japanische Vormarsch verläuft nicht ohne Zwischenfälle mit U.S.-amerikanischen Verlusten, wie zum Beispiel dem Kanonenboot Panay am 10. Dezember 1937.

Japan verkündet die so genannte „New Order“, welche Ostasien zu einer Region des Wohlstands unter japanischer Hoheit und gegen den drohenden Kommunismus ausbauen soll.[2]

Die japanischen Bemühungen haben im Rahmen eines 100-Jahre-Planes das wenig bescheidene Interesse, den gesamten ostasiatischen Raum zu beherrschen. Dieser Plan umfasst Kriege gegen Korea, China und Russland, später Australien und Neuseeland, sowie die Eroberung aller pazifischen Inseln.[3]

Hier wird die öffentliche Meinung Roosevelt den Weg zu einem harten Kurs ebnen, den ihm isolationistische Kreise im europäischen Konflikt versperren.[4] Er hebt die Bedrohung durch die gesetzlosen Nationen (Deutschland, Italien und Japan) in seiner Quarantäne-Rede 1937 hervor und fordert den Isolationismus aufzugeben, um diese Nationen unter Quarantäne zu stellen.[5]

Doch der Weg ist noch weit. Bis 1938 sind noch 70 Prozent der Amerikaner für einen Rückzug aus dem fernen Osten und im Kongress ist eine Mehrheit von 63 Prozent nicht überzeugt von einem Embargo gegen Japan.[6]

Die USA konzentrieren ihre Bemühungen nun auf China. Ihre Unterstützung umfasst vor allem Kriegsmaterial und Militärberater. Nicht zuletzt darum ist bis Sommer 1941 eine chinesische Kapitulation in weiter Ferne, obwohl Japan bereits ein Drittel ihres Territoriums und sogar 40 Prozent der chinesischen Bevölkerung unter Kontrolle bringen kann.[7]

Doch hieraus ergibt sich die Gefahr, dass Japan den Krieg in Chinas Nachbarländer tragen würde, um den chinesischen Nachschub zu stoppen und den eigenen sichern zu können. Speziell die Ölquellen in Niederländisch Indien und der 1200 km lange chinesische Nachschubweg durch Burma (Burmastraße) wären gefährdet. Denn schon als Reaktion auf den japanischen Krieg gegen China verhängen die USA über Presseerklärungen des Department of State (Außenministerium) ein moralisches Embargo gegen Japan, welches am 20. Dezember 1939 vollständig ist. Es wird darin gefordert, keinerlei Material für den Flugzeugbau, sowie die Herstellung von Fliegerbenzin zu liefern.[8] Auch der im Januar 1940 auslaufende Handelsvertrag mit Japan wird nicht verlängert. Mit dem Handel fällt letztlich die Grundlage für friedliche Koexistenz und Kooperation.

Bis zu diesem Zeitpunkt betreibt Japan 40 Prozent seines Außenhandels mit den USA[9] und ist vor allem auf deren Öl- und Metall-Lieferungen angewiesen.

1940, im Juni ist es soweit: Japanische Truppen marschierten in französisch Indochina ein. Das Recht hierzu hatten die Japaner der Vichy-Regierung abgepresst. Außerdem zwingt Japan, das durch den europäischen Krieg geschwächte Großbritannien die Burmastraße zu schließen. Daraufhin verhängen die USA ein Embargo auf Petroleum gegen Japan.[10]

Als Reaktion auf den weiteren Vormarsch japanischer Truppen in Indochina am 23. September 1940 stoppt Roosevelt die Lieferung aller Eisenarten und Stahlschrotte an Japan.[11]

[...]


[1] Bagby, Weseley M.: America’s International Relations since World War I, Oxford University Press 1999, S. 83-84.

[2] Japan’s Vision of a “New Order” in Asia, 1938 in Paterson, Thomas G.; Merrill, Dennis: Major Problems in American Foreign Relations Volume II: Since 1914 (Fourth Edition), Lexington 1995, S. 132.

[3] Tuchman, Barbara: Sand gegen den Wind , General Stilwell und die amerikanische Politik in China 1911-1945, Frankfurt am Main 1988, S. 215.

[4] Varg, Paul on A.Dallek, Robert: Franklin D. Roosevelt and American Foreign Policy, 1932-1945 in The annals of the American Academy of Political and Social Science ; Vol. 445, Philadelphia 1979, S. 195.

[5] President Franklin D. Roosevelt’s “Quarantine” Speech, 1937 in Paterson, Thomas G.; Merrill, Dennis: Major Problems in American Foreign Relations Volume II: Since 1914 (Fourth Edition), Lexington 1995, S. 131.

[6] Bagby, Weseley M.: America’s International Relations since World War I, Oxford University Press 1999, S. 85.

[7] Schulzinger, Robert D.: U.S. Diplomacy Since 1900 (4. Edition), Oxford 1998, S. 180.

[8] Tansill, Charles Callan: Die Hintertür zum Kriege: das Drama der internationalen Diplomatie von Versailles bis Pearl Harbour, Selent 2000, S. 378.

[9] Bagby, Weseley M.: America’s International Relations since World War I, Oxford University Press 1999, S. 98.

[10] Ebenda S. 97.

[11] Tansill, Charles Callan: Die Hintertür zum Kriege: das Drama der internationalen Diplomatie von Versailles bis Pearl Harbour, Selent 2000, S. 380.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Franklin Delano Roosevelts Weg nach Pearl Harbor
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V54589
ISBN (eBook)
9783638497534
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franklin, Delano, Roosevelts, Pearl, Harbor, Außenpolitik, Vereinigten, Staaten, Amerika, zweiter, Weltkrieg, Pazifikkrieg
Arbeit zitieren
Steve Nowak (Autor), 2006, Franklin Delano Roosevelts Weg nach Pearl Harbor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54589

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