Die Erzählung Astrid Lindgrens ´Pippi Langstrumpf´ ist 1945 in schwedischer und 1949 in deutscher Sprache erschienen. 1950 folgte ´Pippi geht an Bord´ und 1951 ´Pippi in Taka- Tuka-Land´. Pippi Langstrumpf wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt1 und ist „eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt.“2 Die drei ´Pippi Langstrumpf´-Bände „haben sich [...] zu einem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie gehören sowohl zu den Longsellern als auch zu den Bestsellern und sind nach wie vor äußerst beliebt bei den jungen Leserinnen und Lesern.“3 Astrid Lindgren rückt eine Kinderfigur in den Mittelpunkt des Buches, die den Mut hat, ihr Leben eigenständig zu steuern. Sie stellt eine Person mit ungewöhnlichen Eigenschaften dar und tut das, wovon Kinder nur träumen. Die Autorin vermischt in den Erzählungen eine kindliche Fantasiewelt mit realistischem Hintergrund.
Anliegen dieser Arbeit ist es, das Besondere des Buches herauszustellen und zu zeigen, dass es eines der beliebtesten Kinderbücher der Welt ist. Dabei wird auf die unterschiedlichen Charaktere der drei Hauptpersonen eingegangen, das Fantastische und Außergewöhnliche bei Pippi Langstrumpf verdeutlicht und eine didaktische Untersuchung durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Inhalt des Buches
3. Charakteristik der Hauptpersonen
3.1 Pippi
3.2 Thomas und Annika
4. Das Fantastische und Außergewöhnliche bei Pippi Langstrumpf
5. Pädagogische Untersuchung
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse von Astrid Lindgrens Werk "Pippi Langstrumpf", um die zeitlose Faszination der Titelfigur sowie ihre pädagogische Bedeutung als antiautoritäres Symbol in der Kinderliteratur aufzuzeigen.
- Charakterisierung der Hauptfiguren Pippi, Thomas und Annika
- Analyse des fantastischen und außergewöhnlichen Elements in Pippi Langstrumpf
- Pädagogische Untersuchung des antiautoritären Potenzials des Buches
- Darstellung der Vorbildfunktion und der Bedeutung für die Lesemotivation
- Kontrast zwischen bürgerlichen Erziehungsnormen und kindlicher Freiheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Pippi
Pippi ist neun Jahre alt und stellt eine Figur mit außergewöhnlichen Eigenschaften dar. Schon ihre äußere Erscheinung ist sehr auffällig. Die knallroten Haare sind in zwei feste Zöpfe geflochten, die vom Kopf abstehen. Die kleine runde Nase ist vollkommen mit Sommersprossen übersät. Auch die Wahl der Kleidung spiegelt den Gegensatz zu jeglicher Kleidernorm wider. Diese sind sehr bunt und werden von dem Mädchen selbst genäht. Dadurch sind sie sehr kurz und eine farbige Hose mit Punkten ist darunter zu sehen. Dazu trägt sie unterschiedlich gemusterte lange Strümpfe. Die für sie übergroßen Schuhe hatte ihr Vater in Südamerika gekauft, „damit sie etwas hätte, in das sie hineinwachsen könnte“4 Im Verlauf der Geschichte erfährt man, dass Pippi mit ihrem ungewöhnlichen Äußeren sehr zufrieden ist und gar nicht anders aussehen möchte. Kein Kind hat dieses besondere Aussehen und schon gar nicht den einmaligen langen Namen: „Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf“.5 „Das Allermerkwürdigste an ihr war, dass sie so stark war. Sie war so furchtbar stark, dass es auf der ganzen Welt keinen Polizisten gab, der so stark war wie sie. Sie konnte ein ganzes Pferd hoch heben, wenn sie wollte. Und das wollte sie.“6 Durch diese übermenschliche physische Stärke beeindruckt sie besonders Kinder und zieht auch die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf sich. Sie setzt jedoch ihre Stärke immer für das Recht der Kinder ein und missbraucht nie ihre Macht. Pippis Hilfsbereitschaft zeigt sich u.a. als sie dem schwachen Willi, der verprügelt wird, hilft und als sie zwei Kinder aus einem brennenden Haus rettet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung: Einführung in die Entstehungsgeschichte der Pippi Langstrumpf-Bände und Erläuterung der Zielsetzung der vorliegenden Analyse.
2. Inhalt des Buches: Zusammenfassung der Handlung und Vorstellung der Lebensumstände von Pippi in der Villa Kunterbunt sowie der Begegnung mit Thomas und Annika.
3. Charakteristik der Hauptpersonen: Detaillierte Betrachtung der individuellen Eigenschaften von Pippi und ihrer Rolle als Gegenpol zu den bürgerlich erzogenen Kindern Thomas und Annika.
4. Das Fantastische und Außergewöhnliche bei Pippi Langstrumpf: Untersuchung der unrealistischen, fantastischen Elemente innerhalb der realen Welt des Buches.
5. Pädagogische Untersuchung: Analyse der antiautoritären Tendenzen im Werk und dessen Wirkung als Parodie auf klassische Mädchenliteratur.
6. Schlussbemerkung: Reflektion über den Stellenwert des Buches in der Leseförderung und die persönliche Bedeutung der Geschichte für Kinder und Erwachsene.
Schlüsselwörter
Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren, Kinderliteratur, Antiautoritäre Erziehung, Mädchenbuch, Fantasie, Lesemotivation, Rollenbilder, Villa Kunterbunt, Sozialverhalten, Selbstständigkeit, Klassiker, Kindheit, Emanzipation, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Astrid Lindgrens Werk Pippi Langstrumpf hinsichtlich seiner Charaktere, der fantastischen Elemente und seiner pädagogischen Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Persönlichkeitsstruktur der Hauptfiguren, der antiautoritären Haltung des Werks und dem Kontrast zwischen Pippi und traditionellen Rollenbildern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Besondere an dem Buch herauszuarbeiten und zu zeigen, warum es als eines der beliebtesten Kinderbücher weltweit gilt und welche pädagogischen Werte es vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung von Sekundärliteratur auf erzählerische und inhaltliche Aspekte hin untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Figuren, eine Analyse der fantastischen Elemente sowie eine pädagogische Untersuchung des Textes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Pippi Langstrumpf, Antiautoritäre Erziehung, Kinderliteratur, Emanzipation und Lesemotivation.
Welche Parallele zieht die Autorin zu einer anderen berühmten Kinderbuchfigur?
Die Arbeit vergleicht Pippi Langstrumpf mit Peter Pan, da beide Figuren außergewöhnlich sind, Spaß am Leben haben und den Wunsch hegen, immer Kind zu bleiben.
Wie verändert sich die Rolle von Annika im Verlauf der Erzählung?
Annika wandelt sich von einem ängstlichen, traditionellen Mädchen hin zu einer Figur, die durch die Freundschaft mit Pippi lernt, Erziehungsnormen zu hinterfragen und eigene Ängste zu überwinden.
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- Ulrike Kögel (Author), 2006, Pippi Langstrumpf, ein außergewöhnliches Mädchen. Das Fantastische und Außergewöhnliche bei "Pippi Langstrumpf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54626