König Artus: Der Vergleich von Geoffrey von Monmouths "Historia regum Britanniae" und dem Film "King Arthur"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
26 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung:

I. Einleitung

II. Der historische Vergleich von
„Historia regum Britanniae“ und dem Film „King Arthur“
1. Die Zusammenfassung von „Historia egum Britanniae“
2. Die Zusammenfassung des Films „King Arthur“
3. Der Vergleich von „King Arthur“ und Geoffreys „Historia regum Britanniae“
3.1. Die Einordnung des Films „King Arthur“ in den Primärtext

III. Die Rollencharakterisierung von Arthur
1. Charakterisierung von Geoffreys Arthur
2. Die Darstellung von Arthur im Film
3. Der Vergleich der Arthur- Darstellungen

IV. Die Rollencharakterisierung von Guinevere
1. Charakterisierung von Geoffreys Guinevere
2. Die Darstellung von Guinevere im Film
3. Der Vergleich der Guinevere- Darstellungen

V. Die Rollencharakterisierung von Merlin
1. Charakterisierung von Geoffreys Merlin
2. Die Darstellung von Merlin im Film
3. Der Vergleich der Merlin- Darstellungen

VI. Fazit

VII. Literaturliste

I. Einleitung

Mit der „Historia regum Britanniae“ erweist Geoffrey von Monmouth (Galfridus Monemutensis) einer Ära der britischen Geschichte Reverenz, die von der modernen Forschung, wohl nicht zu Unrecht, mit dem Prädikat ,,Dark Ages" belegt wird. Gemeint ist der Zeitraum zwischen dem Verfall römischer Macht in der ehemaligen Provinz Britannia im 4. Jahrhundert und der Etablierung der angelsächsischen Königreiche im 6./7. Jahrhundert. Es lässt sich kaum etwas Konkretes über diese Jahre sagen, denn bis zu diesem Zeitpunkt war die Geschichte Britanniens von den Römern in Dokumenten festgehalten worden, und nun war dem nicht mehr so. Die zu dieser Zeit dort lebenden Heiden hielten ihre Bräuche und Rituale sowie die Fakten ihrer Gegenwart nicht in schriftlicher Form fest. Eine Symbiose aus Sagen, Mythen und Realität wurde über Generationen hinweg mündlich weitergegeben. Die Verlegenheit, in der sich die Historiographie befindet, wenn es gilt, ein schlüssiges und möglichst präzises Bild jener Epoche zu zeichnen, wird bei der Lektüre einschlägiger Darstellungen zu dieser Zeit deutlich. Es entsteht tatsächlich der Eindruck eines düsteren Zeitalters, geprägt vom verzweifelten Abwehrkampf der Kelten gegen Angeln, Sachsen, Scoten und Pikten, einhergehend mit der Zerstörung urbaner und agrarischer Strukturen, dem Rückzug des Christentums und der Flucht ganzer Bevölkerungsteile auf das Festland.[1] Dem steht ein ,,Bestseller" des Mittelalters gegenüber, Geoffrey von Monmouths „Historia regum Britanniae“. Der Gelehrte des 12. Jahrhunderts schildert die Geschichte der britischen Könige als ein grandioses Epos. Die Vitalität der Arthurlegende zeigt sich bis heute in populären Bearbeitungen in Film und Literatur, aber auch in Publikationen wissenschaftlichen und halbwissenschaftlichen Charakters. Geoffrey steht nicht am unmittelbaren Anfang dieser Tradition, doch die „Historia regum Britanniae“ machte die Gestalt Arthurs greifbar, legte den Grundstein für einen der großen Mythen des Abendlandes. Im Folgenden soll weniger der historische Wahrheitsgehalt als vielmehr die Konstruktion dieses ,,Mythos" analysiert werden. Diese Konstruktion soll dann mit „ King Arthur“, ein Film, welcher diesen Mythos Jahrhunderte später thematisiert, verglichen werden. Wichtig dabei ist es, die Ansätze in der „Historia regum Britanniae“ hervorzuheben, die den Keim späterer Traditionen bereits in sich trugen. So entwickelt sich Arthur sehr schnell von einer (pseudo-) historischen, räumlich und zeitlich relativ klar definierten Figur zu einer enthistorisierten Gestalt, die im Mittelpunkt eines universellen mythologischen Systems steht.

II. Der inhaltliche Vergleich der „Historia regum Britanniae“ und dem Film „King Arthur“

Im Folgenden wird die von Geoffrey um 1238 vollendete „ Historia regum Britanniae“ zusammengefasst. Hierbei werden Gesichtspunkte hervorgehoben, die für den späteren Vergleich mit dem Film „ King Arthur“ grundlegend sind.

1. Die Zusammenfassung von „Historia regum Britanniae“

Die Geschichte beginnt um 1200 v. Chr. In der Welt der griechischen und römischen Heldensagen. Nach dem Untergang Trojas wandert einer der Fürsten, Äneas, mit einer Gruppe von Flüchtlingen nach Italien aus. Geoffrey berichtet, dass Äneas Urenkel Brutus dann seinerseits eine Gruppe von Trojanern nach Britannien geführt habe. Die damals Alboin genannte Insel, war bis auf einige Riesen unbewohnt. Die Trojaner nahmen sie in Besitz und töteten die Riesen. Alboin wurde nach ihrem Anführer Brutus in Britannien umbenannt. Von nun an waren die Siedler und ihre Nachkommen „Briten“, und Brutus war ihr erster König. Geoffrey fährt nun fort, die Herrschaft von 75 Königen und ihre zum Teil dramatischen Geschichten zu beschreiben, bis er schließlich bei der Eroberung Britanniens durch die Römer ankommt. Er belegt jedoch, dass es gar keine Eroberung im eigentlichen Sinne war, da die britischen Könige mit Zustimmung des Reiches als zinspflichtige Herrscher weiterregierten. Gegen Ende der römischen Periode beschreibt Geoffrey über mehrere Seiten hinweg die Anfänge des Unterkönigreiches Bretagne, das seine Ursprünge im Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. hat. Geoffrey fährt mit dramatischen Berichten fort, in denen er beschreibt, wie Britannien von wilden, unbezwungenen Stämmen fortwährend überfallen wird. Nach einer einzigen römischen Rettungsaktion wurde jegliche Hilfe durch das Römische Reich eingestellt. Constantin, der Bruder des Herrschers Aldroenus von Bretagne, verteidigte Britannien vor den plündernden Barbaren, wie Geoffrey vor allem die Pikten bezeichnet, und erhielt dafür die Krone Britanniens. Constantin heiratete und hatte drei Söhne. Der Erstgeborene war Constans, der Mönch wurde. Der Zweite war Aurelius Ambrosius. Der Dritte war Uther, der später der Vater von Arthur wurde. Im 5. Jahrhundert n. Chr., in einem unabhängigen Britannien, regierte Constantin zehn Jahre in Frieden, bis er schließlich von einem piktischen Attentäter ermordet wurde. Constans und Aurelius wurden als seine Erbfolgen getötet. Britannien wurde in dieser Zeit auch von den heidischen Sachsen angegriffen und zum Teil auch regiert. Hier taucht Merlin zum ersten Mal in der Geschichte auf. Auf die Funktion Merlins in der Geschichte wird u.a. in seiner Figurcharakterisierung eingegangen. Erst Uther, der Utherpendragon (= Drachenhaupt) genannt wurde, besiegte knapp in einer Entscheidungsschlacht die Sachsen. Hier nun beginnt die eigentliche Geschichte des Arthur. Geoffrey hat seinen Auftritt gründlich vorbereitet und geschildert, wie Britannien wegen der eindringenden Barbaren und einem charakterlosen sächsischen Herrscher von einer bedrohlichen Krise erschüttert und beinahe zerstört wurde. Das Königreich ist immer noch durch die Sachsen gefährdet. Die Thronbesteigung Uthers bereitet den Weg für das Wiedererstarken Britanniens. Die eigentliche Funktion Uthers ist es, mit Hilfe Merlins Arthur den Boden zu bereiten.

Bei dem Osterfest verspürte Uther eine quälende Begierde nach Ygerna, der schönen Frau von Gorlois, dem Herzog von Cornwall. Seine Annäherungen waren so auffällig, dass Gorlois mit seiner Frau den Hof verließ. Uther betrachtete das als Beleidigung. Er stellte ein Ultimatum und befahl ihm zurückzukehren. Als dies abgewiesen wurde, marschierte er in Cornwall und verwüstete alles. Gorlois brachte Ygerna nach Schloss Tintagel und bezog selber seinen Stützpunkt in einer abgelegenen Festung. Uther umzingelte Gorlois Truppe und nahm selber einen Trunk von Merlin, der ihn in das genaue Ebenbild des Gorlois verwandelte. In dieser wirksamen Verkleidung passierte er die Wachen vor Tintagel und gelangte zu Ygerna. Sie hielt ihn für ihren Gatten. In dieser Nacht wurde Arthur gezeugt. Der richtige Gorlois war in der Zwischenzeit bei einem Ausfall ums Leben gekommen. Uther nahm seine Gestalt wieder an und heiratete nun die Witwe. Er herrschte für weitere fünfzehn Jahre nach Arthurs Geburt. Seine Gesundheit ließ nach und er wurde krank. Die Sachsen führten mit Hilfe weiterer Verstärkung vom Kontinent Krieg. Letztendlich beseitigten sie Uther durch Gift. Trotz seiner Jugend wurde Arthur gekrönt. Er bekämpfte die Sachsen erfolgreich und brachte wieder Frieden, eine beständige Regierung und die altehrwürdigen Traditionen ins Land. Nach mehreren großzügigen Hilfestellungen gegenüber der Völker, die später analysiert werden, heiratete er Guinevere, eine Dame römischer Abstammung. Irland und Island wurden von ihm erobert. Die Furcht, die er überall verbreitete, brachte ihn dazu, Europa zu erobern. Mit Norwegen und Dänemark beginnend, eroberte er schließlich auch Gallien. Neun Jahre vergingen in denen er seine Stellung festigte und seine Eroberungen ordnete. Zu Pfingsten hielt Arthur Hof, um sich erneut feierlich krönen zu lassen. Während der Hof noch tagte, kamen Gesandte aus Rom mit einer Nachricht von Lucius Hibernius, dem Prokurator der Republik, an. Lucius forderte seine Unterwerfung und drohte im Falle der Weigerung mit einem Rückeroberungskrieg. Arthur beriet sich mit den ihm untergebenen Königen und Fürsten, die darin übereinstimmten die Herausforderung anzunehmen. Arthur ging zum Angriff über. Seinen Neffen Modred und die Königin setzte er als Stellvertreter zu Hause ein und rekrutierte ein großes Heer in Gallien. Schließlich besiegten die Briten den kaiserlichen Feind Lucius. Arthur sandte seinen Leichnam nach Rom mit dem Hinweis an den Senat, dass Rom keinen anderen Tribut von Britannien erhalten werde. Er plante nun, die Alpen zu überqueren, um letztlich den Kaiser anzugreifen, als die Nachricht zu ihm drang, dass Modred Verrat begangen hatte. Er hatte sich zum König ernannt und die Königin überredet, Ehebruch zu begehen. Arthur trat den Heimweg an. Es wurde bekannt, dass Modred ein Abkommen mit dem Sachsenführer Cheldric getroffen hatte. Der Verräter wurde von Arthur getötet, aber er selbst wurde auch tödlich verwundet und auf die Insel Avalon gebracht, wo seine Wunden behandelt werden konnten, während er die Krone einem Cousin übergab. Dies geschah 542 n. Chr.. So weit reicht Geoffreys Bericht.[2] Er lässt offen, wo Avalon lag und ob Arthur an seiner Verwundung starb oder sich auf übernatürliche Weise wieder erholte. Damit wird sein Abgang, ähnlich seiner Zeugung, als einmalig dargestellt.[3] Am Ende der Geschichte, die nun schnell abfällt, besitzen die Sachsen fast das ganze Land.

2. Die Zusammenfassung des Films „ King Arthur “

Im Folgenden wird der Film zusammengefasst und die Darstellung der Figuren Arthur, Guinevere und Merlin fokussiert. Voran werden einige Daten zum Film aufgezählt.

Deutschlandstart: 19.08.2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Film beginnt mit einer Texteinblende.

“Historians agree that the classical 15th century tale of King Arthur and his Knights rose from a real hero who lived a thousand years earlier in a period often called the Dark Ages.

Recently discovered archeological evidence sheds light on his true identity.”[4]

Damit wird darauf hingewiesen, dass der Film auf historisch fundierten Tatsachen basieren könnte. Lancelot führt den Zuschauer als Erzähler in die Thematik des Films ein. Er erzählt die Geschichte Britanniens.

[...]


[1] Ashe, Geoffrey: König Artus. Die Entdeckung Avalons. ECON Verlag GmbH. Düsseldorf (1996). Seite 42 ff.

[2] Geoffrey, von Monmouth: Historia regum Britanniae. In: Langosch, Karl: König Artus und seine Tafelrunde. Europäische Dichtung des Mittelalters. Phillip Reclam. Stuttgart (1980).

[3] Langosch, Karl: König Artus und seine Tafelrunde. Europäische Dichtung des Mittelalters. Nachwort: Die Geschichte der Könige von Britannien. Phillip Reclam. Stuttgart (1980). S.707

[4] „King Arthur“: Texteinblende des Films

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
König Artus: Der Vergleich von Geoffrey von Monmouths "Historia regum Britanniae" und dem Film "King Arthur"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
König Artus Vorbild und Witzfigur
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V55068
ISBN (eBook)
9783638501149
ISBN (Buch)
9783638663700
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
König, Artus, Vergleich, Geoffrey, Monmouths, Historia, Britanniae, Film, King, Arthur, Vorbild, Witzfigur
Arbeit zitieren
Zahra Botorabi (Autor), 2005, König Artus: Der Vergleich von Geoffrey von Monmouths "Historia regum Britanniae" und dem Film "King Arthur", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55068

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