In Deutschland leben derzeit ca. vier Millionen Pflegebedürftige in Pflege- und Altenheimen
oder unter ambulanter Betreuung. Die Zahl verrät, dass ein hoher Bedarf an Pflegekräften
besteht. Erforderliche persönliche Eigenschaften für die Ausübung des Pflegeberufes sind
zum Beispiel Einfühlungsvermögen, Taktgefühl und Geschick im Umgang mit Menschen.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Bedingungen, die bei Pflegenden Frustrationen
innerhalb ihres Berufsfeldes hervorrufen können. In Pflege- und Altenheimen kommt
es häufig zu Aggressionen, die letztendlich in Gewalt münden. Die Quellen aus denen sie
hervorgerufen werden, sollen ermittelt werden. Besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gewaltebene
Pflegepersonal gegenüber Bewohnern. Die umgekehrte Gewaltebene wird dabei
nicht zum Gegenstand dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ALTER IN UNSERER GESELLSCHAFT
3. DER BEGRIFF „GEWALT“
3.1. FORMEN VON GEWALT
3.1.1. indirekte, strukturelle Gewalt
3.1.2. direkte, personale Gewalt
3.1.3. Vernachlässigung
3.1.4. Misshandlung
4. URSACHEN DER GEWALT UND TÄTERPROFILE DES PFLEGEPERSONALS
4.1. ÜBERLASTUNG DES PFLEGEPERSONALS
4.2. FRUSTRATIONEN DURCH DIE BEZIEHUNG ZU HEIMBEWOHNERN UND ANGEHÖRIGEN
4.3. SEELISCHE PROBLEME
5. ÜBERLEGUNGEN ZUM THEMA GEWALTPRÄVENTION
6. SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Ursachen von Gewalt durch Pflegepersonal gegenüber Heimbewohnern in Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die Auslöser von Frustrationen zu identifizieren, die zu aggressivem Verhalten führen, sowie Möglichkeiten zur Prävention aufzuzeigen.
- Gesellschaftsbild des Alters und dessen Einfluss auf die Pflege
- Differenzierung verschiedener Gewaltformen im Pflegekontext
- Analyse von Ursachen wie Überlastung und Personalmangel
- Bedeutung der Beziehung zwischen Personal, Bewohnern und Angehörigen
- Methoden der Gewaltprävention und Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
4.2. FRUSTRATIONEN DURCH DIE BEZIEHUNG ZU HEIMBEWOHNERN UND ANGEHÖRIGEN
Ein Auszug aus einem Selbsthilfebuch für Altenpfleger mit dem Titel „Pflege hat viele Gesichter“ spricht folgendes Thema an:
"Immer wieder kommt es in bestimmten Situationen zu individuellen Ekelgefühlen, und bei den meisten Pflegenden tritt dieser Ekel die gesamte Pflegetätigkeit über in unterschiedlichen Abstufungen auf.
"Ich bin jetzt 21 Jahre im Beruf, und noch immer ekel ich mich jedes Mal auf ein Neues vor den Gebissen. Gebisse putzen ist für mich noch immer das Allerschlimmste! Würgreize steigen in mir hoch, die ich nur durch eine mir selbst beigebrachte Atemtechnik unter Kontrolle bekomme.", erzählt eine 38 jährige Krankenschwester.
Ist es nicht möglich, den Ekel zu bewältigen, treten häufig zusätzlich Gefühle von Zorn und Geringschätzung gegen sich selber oder andere auf. Ekelerregende Arbeitssituationen lassen eine zusätzliche Belastung in der privaten Pflege und im Pflegeberuf entstehen.
Sie können sich erschwerend auf das eigene berufliche und persönliche Selbstbild auswirken, aber auch auf professionelle Nähe und Distanz zur PatientIn.“ (Marya 2005, S. 11)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert die Bedingungen, die bei Pflegekräften Frustrationen auslösen und zu Gewalt gegenüber Heimbewohnern führen können.
2. ALTER IN UNSERER GESELLSCHAFT: Es wird analysiert, wie negative gesellschaftliche Altersbilder und Vorurteile das Verhalten von Pflegepersonal in der Praxis beeinflussen.
3. DER BEGRIFF „GEWALT“: Der Gewaltbegriff wird definiert und in verschiedene Formen wie strukturelle Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung unterteilt.
4. URSACHEN DER GEWALT UND TÄTERPROFILE DES PFLEGEPERSONALS: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Auslöser für Gewalt, insbesondere durch Arbeitsüberlastung, Frustrationen im Beziehungsgefüge und individuelle seelische Problematiken.
5. ÜBERLEGUNGEN ZUM THEMA GEWALTPRÄVENTION: Hier werden Ansätze zur Gewaltminderung, wie etwa Supervision und Qualitätsmanagementsysteme, kritisch diskutiert.
6. SCHLUSSBEMERKUNG: Zusammenfassend wird betont, dass Gewaltprävention sowohl auf personeller als auch auf struktureller Ebene erfolgen muss.
Schlüsselwörter
Gewalt, Altenpflege, Pflegemanagement, Frustration, Aggression, Überlastung, Heimbewohner, Pflegeethik, Gewaltprävention, Supervision, Berufsethik, Empathie, Pflegestufen, Burnout-Syndrom, Helfer-Syndrom
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Gewalt durch Pflegepersonal gegenüber alten Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Ursachen für Aggressionen, die psychologische Belastung des Personals sowie Möglichkeiten der Prävention durch strukturelle Maßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die Quellen von Frustration im Berufsalltag der Altenpflege aufzuzeigen, um ein besseres Verständnis für die Entstehung von Gewalt zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung vorhandener Forschungsliteratur, Fallbeispiele und psychologischer Erklärungsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert explizit die Faktoren Überlastung, zwischenmenschliche Konflikte mit Angehörigen und Bewohnern sowie das sogenannte „Helfer-Syndrom“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?
Die zentralen Begriffe sind Gewalt, Altenpflege, Frustration, Aggression, Überlastung und Prävention.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „indirekter, struktureller“ und „direkter, personaler“ Gewalt eine Rolle?
Sie ist notwendig, um zu verstehen, dass Gewalt nicht immer ein bewusster Akt des Einzelnen ist, sondern oft aus den systemischen Rahmenbedingungen der Einrichtung erwächst.
Welche Rolle spielt die Supervision bei der Gewaltprophylaxe?
Supervision bietet dem Personal einen geschützten Raum zur Reflexion des eigenen Verhaltens, um negative Gefühle abzubauen, bevor diese in Gewalt münden.
Wie beeinflusst das „Helfer-Syndrom“ die Pflegequalität?
Es führt zu einer idealisierten Helfer-Rolle und einer Verleugnung eigener Bedürfnisse, was langfristig in Überforderung, Burnout und eine mögliche Abstumpfung gegenüber Pflegebedürftigen münden kann.
- Quote paper
- Katja Potrykus (Author), 2006, Gewalt gegen alte Menschen - Ursachen und Täterprofile, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55072