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Globalisierung, Hybridbildung und Hegemonie - Der Wandel des Kulturbegriffs

Title: Globalisierung, Hybridbildung und Hegemonie - Der Wandel des Kulturbegriffs

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: M.A. Jan Küver (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die Erfassung, Definition und Deutung des Prozesses der Globalisierung mit einhergehender kultureller Vermischung und Hybridbildung ist einer der dominanten Diskurse und größten Herausforderungen der zeitgenössischen theoretischen Wissenschaft, er durchzieht verschiedenste Disziplinen in unterschiedlicher Ausgestaltung. Im postkolonialen Zeitalter der technologischen Hochentwicklung hat sich der Prozess der Loslösung von räumlichen Bindungen radikal beschleunigt, regionale Entwicklungen lösen globale Wechselwirkungen aus und weltweite Migration, findet in zuvor nie gekanntem Ausmaß statt.
Die genannten Prozesse führen eindeutig feststellbar zu Veränderungen der Konstitution von Gesellschaften und somit der Referenzsysteme, anhand derer die einzelnen Individuen ihre Identität ausbilden. Diese Veränderungen sind das Hauptaugenmerk der Sozial- und Gesellschaftswissenschaften bei der Analyse von Globalisierung, sowie auch die Frage, ob alternativ eine globale Gesellschaft als Referenzsystem für alle entsteht. Bis ins Zeitalter der Moderne mit der Hochzeit des Nationalstaates und auch noch heute war und ist sowohl die kollektive Identität einer Gesellschaft, als auch die individuelle, welche sich am Kollektiv ausrichtet, immer verbunden mit einer territorialen Zuordnung von Heimat und Herkunft. Auch werden bis heute weitere essentielle Kriterien der Zugehörigkeit definiert und reproduziert, wie ethnische Zugehörigkeit anhand von Körpermerkmalen und Sprache oder auch typische Sitten und Gebräuche, nach denen Individuen als Gesellschaftsmitglieder oder nicht eingeordnet werden. Eine solche Konstruktion schließt immer auch eine Definition dessen mit ein, was eben nicht dazugehört, also „anders“ ist. In der postkolonialen Gesellschaft scheint eine derartige Selbstkonstruktion anhand von Abgleichung vermeintlich essentieller Merkmale nicht mehr möglich zu sein, oder zumindest greifen die herkömmlichen Unterscheidungskategorien nicht mehr.
Die vorliegende Arbeit versucht anhand des Werkes einiger ausgewählter Autoren, die diskursiven globalen Machtstrukturen nachzuzeichen, sowie die Anzeichen ihrer Auflösung. Darüber hinaus werden alternative Modelle individueller und kollektiver Identifikation vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Ausgangslage

3. Jan Nederveen Pieterse: Hybridität als globale Melange

Der Autor und sein Hybridbegriff

Beispiele der Hybridbildung

Globalisierung und Hegemonie

Kritik

4. Hybridbildung als Kategorie des politischen Widerstands

Von der Postmoderne zum Postkolonialen Diskurs

Der Westen und der Rest

Das hybride Subjekt und die Funktion der Hybridbildung

Kritik der Postkolonialen Theorie

5. Zusammenfassung, Ausblick und persönliche Reflektion

Hybridität als Projekt der Zukunft

Persönliche Stellungnahme und Bewertung

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel des Kulturbegriffs im Kontext der Globalisierung, wobei der Fokus auf den Konzepten der Hybridbildung und ihrer Rolle als Instrument des politischen Widerstands gegen hegemoniale Strukturen liegt.

  • Globalisierung als Prozess der kulturellen Hybridisierung
  • Kritik an eurozentristischen Geschichts- und Machtbildern
  • Postkoloniale Theorie als Instrument der Subversion
  • Konstruktion von Identität durch binäre Abgrenzungsmechanismen
  • Persönliche Reflexion über neokoloniale Machtstrukturen

Auszug aus dem Buch

Der Westen und der Rest

Der kolonialen Machtstruktur zugrunde liegt ein dichotomisches Weltbild, welches die Bildung von Identität (sowohl individuelle als auch gesellschaftliche oder Gruppenidentität) anhand von binären Oppositionspaaren ermöglicht. Entlang dieses Codes werden Eindrücke aus der Umwelt abgeglichen und entweder als zugehörig zum Selbst integriert oder als „das Andere“ ausgegrenzt. Elementare Beispiele für Oppositionspaare zur Konstruktion von Identität und Macht sind innen – außen, Eigenes – Fremdes, Wir – die Anderen, weiß – schwarz , Westen – Nichtwesten und Zentrum – Peripherie. Diese Struktur an sich bewirkt einerseits die Etablierung einer bestimmten Gruppe als Herrschaft im jeweiligen Bezugssystem, andererseits wird eine andere Gruppe von Individuen davon ausgeschlossen und somit beherrscht.

Durch bestimmte historische Umstände konnte der westliche Kulturkreis dieses Prinzip mit sich selbst als Hegemonialmacht über den gesamten Globus ausbreiten. Durch Imperialismus und Kolonisierung schwächerer Gesellschaften war er in der Lage, über ein ethnisches Wir und die Anderen -Konstrukt hinaus sich den Rest der Welt auch ökonomisch zur Peripherie zu machen. In einem Jahrhunderte andauernden Prozess wurde diese eurozentrische globale Machtverteilung immer weiter reproduziert und zementiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Globalisierung als Herausforderung der zeitgenössischen Wissenschaft und Einleitung in die Problematik kultureller Vermischung und Identitätskonstruktion.

2. Begriffliche Ausgangslage: Definition der zentralen Termini Globalisierung und kulturelle Hybridbildung sowie Abgrenzung der zwei wesentlichen Betrachtungsweisen.

3. Jan Nederveen Pieterse: Hybridität als globale Melange: Analyse des Hybridbegriffs bei Nederveen Pieterse, der Globalisierung als Prozess der kulturellen Vermischung hin zu einer globalen Melange begreift.

4. Hybridbildung als Kategorie des politischen Widerstands: Erörterung der postkolonialen Theorie, die Hybridität als Mittel zur Unterwanderung hegemonialer Machtstrukturen und des westlichen Zentrums interpretiert.

5. Zusammenfassung, Ausblick und persönliche Reflektion: Synthese der Argumente zur Hybridbildung als politisches Subversionsinstrument und kritische Reflexion des Autors anhand eigener Erfahrungen.

6. Literatur: Auflistung der im Referat verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Hybridbildung, Hegemonie, Postkolonialismus, Identität, Diversifizierung, Subversion, Kulturimperialismus, Machtstrukturen, Diskurs, Multikulturalismus, Zentrum-Peripherie, Stereotypisierung, Rassismus, kulturelle Vermischung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Begriff der kulturellen Hybridbildung und dessen Bedeutung in der aktuellen Globalisierungsdebatte, insbesondere unter dem Aspekt postkolonialer Machtkritik.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen Globalisierung, kultureller Identitätsbildung sowie die Analyse hegemonialer Strukturen, die durch binäre Unterscheidungen wie „Wir“ und „die Anderen“ aufrechterhalten werden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hybridbildung einerseits ein Prozess der Vermischung darstellt und andererseits als politisches Instrument genutzt werden kann, um exklusive westliche Machtstrukturen zu hinterfragen und aufzubrechen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit einschlägiger Literatur zur Globalisierungs- und Postkolonialismusforschung sowie eine kritische Reflexion anhand praktischer Erfahrungen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung durch Jan Nederveen Pieterse, die Analyse der Hybridbildung als subversives Element innerhalb der postkolonialen Theorie sowie die kritische Reflexion der Bedeutung für die heutige Gesellschaft.

Welche Schlüsselbegriffe prägen den Text?

Begriffe wie Hybridität, Globalisierung, Hegemonie, Postkolonialismus, Subversion und Identitätskonstruktion sind maßgeblich für das Verständnis der Arbeit.

Welche Bedeutung misst der Autor der „Glokalisierung“ bei?

Die Glokalisierung dient als Beispiel für das Wechselspiel zwischen lokalen und globalen Dynamiken, bei dem Minderheiten globale Netzwerke nutzen, um sich gegen Diskriminierung in ihrem nationalstaatlichen Kontext zu wehren.

Warum wird Graffiti im Kontext von Hybridität als Widerstand thematisiert?

Graffiti wird als Paradebeispiel für eine subversive Hybridkultur angeführt, da es sich weitgehend der kapitalistischen Verwertung entzieht und als Kunst des Gegenentwurfs das autoritäre System direkt angreift.

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Details

Title
Globalisierung, Hybridbildung und Hegemonie - Der Wandel des Kulturbegriffs
College
University of Göttingen  (Institut für Ethnologie)
Course
Hauptseminar: Debatten zum Kulturbegriff
Grade
1.3
Author
M.A. Jan Küver (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V55856
ISBN (eBook)
9783638507042
ISBN (Book)
9783638664172
Language
German
Tags
Globalisierung Hybridbildung Hegemonie Wandel Kulturbegriffs Hauptseminar Debatten Kulturbegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Jan Küver (Author), 2005, Globalisierung, Hybridbildung und Hegemonie - Der Wandel des Kulturbegriffs , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55856
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