Philosophie im Kinder- und Jugendbuch, Buchbeschreibungen von Jostein Gaarders 'Hallo, ist da jemand' und Antoine Saint - Exupérys 'Der kleine Prinz'


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
22 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzbiographien der beiden Autoren
2.1. Jostein Gaarder
2.2. Antoine Saint Exupéry

3. Jostein Gaarder : „Hallo, ist da jemand?“ Buchbeschreibung
3.1. Inhalt des Buches
3.2. Das Erzählkonzept
3.3. Der „Erzählvorgang“
3.4. Das Leserkonzept / Die Intentionalität
3.5. Philosophische und literarische Einordnung

4. Antoine de Saint-Exupéry : „Der kleine Prinz“ Buchbeschreibung
4.1. Inhalt des Buches
4.2. Erzählkonzept / „Erzählvorgang“

5. Buchvergleich

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Ich möchte meine Hausarbeit zum Thema „philosophische Kinder- und Jugendbücher im Vergleich“ mit einem Zitat von Jostein Gaarder beginnen :

„Die Philosophie kann uns etwas über die Lebenskunst lehren. Wir lassen uns oft nicht die Zeit, ein unergründliches Lächeln zu deuten. Auf diese Weise lassen wir uns die reinsten Glücksquellen stehlen. Das Glück kann etwas so einfaches sein, wie die Entdeckung, dass der Himmel blau ist, oder dass die Vögel in der Schar fliegen – wenn die vollzählig sind.“(SPIEGEL 7/94)

Schon Kinder setzen sich mit Sinn und Wertefragen der Welt auseinander, ohne dass sie dies bewusst wahrnehmen, aber sie tun es. Sie tun es auf eine kindliche und einfache Weise, welche wir als Erwachsene nicht mehr erfahren können. Die Schule sollte eigentlich die Aufgabe haben, dieses philosophische Denken der Kinder zu fördern. Denn Lehrer und Lehrerinnen haben die Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen an die philosophische Literatur spielerisch heranführen. Man sollte sich die Frage stellen, ob in unserer heutigen Gesellschaft überhaupt noch Raum und Zeit zum philosophieren bleibt. Die Kinder und Jugendlichen erleben angesichts der heutigen massenmedialen Welt keine wahre Identitätsfindung mehr. Seinen eigenen Standpunkt in der Welt zu finden, und sich zu fragen „Wer bin ich?“ ist eine wichtige und wertvolle Erfahrung. Um scheinbar Selbstverständliches und Alltägliches einordnen und seine Bedeutung kritisch betrachten und bewerten zu können, muss man die Fähigkeit zur Reflektion und Selbstreflexion erwerben. Dann bewegt man sich auch schon auf dem Gebiet der Philosophie. Was bedeutet der Terminus Philosophie? Philosophie kommt ursprünglich aus dem griechischen und bedeutet Wissen oder Weisheit. Philosophieren fand im 5 Jh. v. Chr. zunächst überwiegend in Form von öffentlichen Reden statt. Bei Sokrates und Platon heißt philosophieren vor allem das Streben nach Wissen und Wahrheit. (vgl. Historisches Wörterbuch der Philosophie, 1985 Bd. 7, S. 573f.)

In meiner vorliegenden Arbeit möchte ich zwei Kinder- und Jugendbücher vorstellen, welche sich mit Philosophie beschäftigen, oder besser gesagt, welche einen philosophischen Inhalt aufweisen.

Die beiden Bücher sind für ein Lesealter ab 10 Jahren angegeben, welche sich meiner Meinung nach auch sehr gut in den Literaturunterricht des Faches Deutsch integrieren lassen würden.

2. Kurzbiographien der beiden Autoren

2.1. Jostein Gaarder

Jostein Gaarder wurde am 8. August 1952 in Oslo, in Norwegen geboren. Sein Vater war Direktor an einer Hochschule in Oslo, seine Mutter war Lehrerin und Kinderbuchautorin.

Bis 1976 studierte er Philosophie, Literaturwissenschaften und Religionsgeschichte an der Universität in Oslo. 1978 bis 1986 war er Lehrer der Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft an Volkshochschulen. Religion hat er an Gymnasien unterrichtet, und nebenbei hat er noch bis 1991 Vorlesungen an den Universitäten Oslo und Bergen abgehalten. 1982 hatte er dann sein erstes Prosadebüt mit der Novelle „Katalog“. Von 1982-1994 war er als Mitautor von Veröffentlichungen über Religion und Ethik, tätig. Seit 1986 schreibt Gaarder Romane und Erzählungen für Kinder und Erwachsene. Er lebt seit 1991 mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen als freier Autor in Oslo. Für seine Werke, welche in viele Landessprachen der Welt übersetzt worden sind, hat Jostein Gaarder viele hohe Auszeichnungen erhalten. So z.B. 1994 den Deutschen Literaturpreis für „Sofies Welt“, welches 1991 in Norwegen erschien. In seiner Heimat war er damals schon ein angesehner und bekannter Schriftsteller. Mit „Sofies Welt“ gelang ihm dann auch der Durchbruch in vielen anderen Ländern Europas. Berühmte Werke wie z.B. „Das Kartenhaus“ trugen zu seinem weiteren Erfolg als Schriftsteller bei. In den meisten seiner Bücher setzt sich Jostein Gaarder mit der Welt der Philosophie auseinander. Mit seinen Büchern bringt er die Kinder und die Erwachsenen zum staunen über die Welt, welche wir doch fälschlicher Weise als etwas selbstverständliches betrachten. So auch in seinem Buch „Hallo, ist da jemand?“.

2.2. Antoine Saint Exupéry

Antoine Marie-Roger Comte de Saint Exupéry wurde am 29 Juni 1900 in Lyon geboren. Im Alter von 4 Jahren starb sein Vater. Er wuchs mit seinen zwei Brüder und seiner Mutter auf. Während des 1. Weltkrieges besuchte Saint Exupéry das Collége de Firbourg in der Schweiz. 1917 machte er dann sein Abitur. 1921 leistete er seinen Militärdienst ab und erwarb während dieser Zeit seinen Flugschein. 1923 verließ er dann das Militär und arbeitete zwei Jahre lang als Handelsvertreter. Die Fliegerei war seine Leidenschaft und obwohl er zwei Flugzeugabstürze überlebt hat, konnte er damit nicht aufhören. 1924 erschien seine 1. Novelle über die Welt des Fliegens. 1925 wurde ihm eine Stelle als Pilot bei der Société d´aviation Latécoère angeboten. Als er 1927 nach Frankreich zurückkehrte veröffentlichte er seinen ersten Roman „Courier Sud“. Der zweite folgte bereits 3 Jahre später und trug den Titel „Vol de Nuit“. 1931 heiratete er seine Frau Consuelo. 1932 begab er sich wieder in den Flugdienst. 1934 wurde er Werbeleiter der neugegründeten Air – France. Danach reiste er als Korrespondent nach Moskau und Spanien. 1939 stürzte seine Maschine auf dem Weg nach New York ab, und er wurde dabei schwer verletzt. Während seiner Genesung entstand das Werk „Terre des hommes“. Nach Kriegsausbruch reiste er sofort wieder nach New York, um dort mit seiner Aufklärungsgruppe gefährliche Flüge zu unternehmen. Im August 1940 wurde er dann aus der Armee entlassen, kehrte aber im Dezember wieder nach New York zurück. 1943 entstand dann sein wohl berühmtestes Werk „Le petit prince“. Am 31. Juli brach er zu seinem letzten Aufklärungsflug nach Korsika auf und kehrte nie mehr wieder zurück.

Das wohl bekannteste und liebenswerteste Buch von Saint-Exupéry „Le petit Prince“ (Der kleine Prinz) erschien 1943. Die Geschichte oder zumindest Teile davon trug er sicher schon längere Zeit bei sich. Auch zeigen manche Illustrationen der Briefe an seine Familie und Freunde große Ähnlichkeit zu dem kleinen Prinzen.

Unter welchen Aspekten man das Buch lesen und interpretieren mag, als Märchen für Kinder, als Parabel für Erwachsene, als Botschaft der Hingabe und Liebesversprechen an seine Frau Consuelo, als Vermächtnis seiner Lebensphilosophie: es spricht zu seinen Lesern heute wie vor beinahe sechzig Jahren.

3. Jostein Gaarder : „Hallo, ist da jemand?“ Buchbeschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1. Inhalt des Buches

Joakim, die Hauptfigur des Buches erwartet ein Geschwisterchen. Die aufregende Zeit beginnt für Joakim zu dem Zeitpunkt als sein Vater ihn frühmorgens verlässt, um seine Frau ins Krankenhaus zu bringen, weil es nun Zeit für das Baby war, das Licht der Welt zu erblicken. Da es noch früh am morgen ist, muss Joakim zunächst alleine zu Hause bleiben bis dann gegen morgen seine Tante Helene zu ihm kommen wird, um auf ihn aufzupassen. Joakim, dem es zunächst etwas langweilig ist, studiert den nächtlichen Sternenhimmel und hofft auf eine Sternschnuppe. Gerade als er das Fenster wieder schließen möchte, um sich noch mal ins warme Bett zu kuscheln, landet mit lautem Getöse ein kleiner Junge im Apfelbaum. Dieser bleibt mit seinem Hosenträgern kopfüber am Baum hängen. Joakim rennt in den Garten, um sich den Jungen, dessen Name Mika ist, näher anzuschauen. Dieser erzählt ihm, dass er vom weit entfernten Planten Eljo kommt und dort vor vielen Jahren aus einem Ei geschlüpft sei. Die beiden Jungen kommen sich im Gespräch näher und freunden sich an. Mika ist sehr neugierig und fragt Joakim über den Planet Erde aus und Joakim will alles über Mikas geheimnisvollen Planeten Eljo wissen. Sie unterhalten sich über die Entstehung der Erde und der Lebewesen. Die beiden gehen auf Entdeckungsreise und erleben ihre und die Welt des anderen als etwas ganz besonderes. Nach einem aufregenden Tag schläft Joakim ein, und als er aufwacht ist Mika verschwunden. Sein Vater ist aus dem Krankenhaus zurückgekehrt und verkündet Joakim voller Freude, dass er eine Brüderchen bekommen hat. Sein Name ist Michael. Joakim war sich die ganze Zeit über sicher, dass er einen Bruder bekommen würde. Er begrüßt ihn mit den Worten : „Herzlichen Glückwunsch, Bruder. Eine ganze Welt wartet auf dich!“( GAARDER 1999, 93)

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Philosophie im Kinder- und Jugendbuch, Buchbeschreibungen von Jostein Gaarders 'Hallo, ist da jemand' und Antoine Saint - Exupérys 'Der kleine Prinz'
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Didaktik Deutsch)
Veranstaltung
Hauptseminar : Philosophie im Kinder- und Jugendbuch
Note
2,5
Autor
Jahr
2002
Seiten
22
Katalognummer
V5652
ISBN (eBook)
9783638134644
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Kinder-, Jugendbuch, Buchbeschreibungen, Jostein, Gaarders, Hallo, Antoine, Saint, Exupérys, Prinz, Hauptseminar, Thema Der kleine Prinz
Arbeit zitieren
Miriam Englert (Autor), 2002, Philosophie im Kinder- und Jugendbuch, Buchbeschreibungen von Jostein Gaarders 'Hallo, ist da jemand' und Antoine Saint - Exupérys 'Der kleine Prinz', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5652

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