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Konfession und Region im Spannungsfeld der Reichseinigung 1870-71

Titel: Konfession und Region im Spannungsfeld der Reichseinigung 1870-71

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Daniel Heisig (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Nachdem die nationalen Hoffnungen, welche in den Befreiungskriegen 1815 entstanden waren, enttäuscht wurden, dauerte es bis zu den Einigungskriegen 1864, 1866 und 1871 bis die deutsche Frage geklärt wurde und eine Deutsches Reich mit einem Kaiser an der Spitze gegründet werden konnte. Diese Arbeit setzt sich mit der Problematik auseinander, die sich aus der Lage ergibt, dass das neugegründete Reich sich aus Einzelstaaten mit jeweils eigener Geschichte und eigenem Partikularbewusstsein zusammengesetzt war. Dabei wird dies noch dadurch in seiner Komplexität erhöht, dass die Einzelstaaten mehrkonfessionell zusammengesetzt waren. Der Aufbau der Hausarbeit ist zum einen in die Themenbereiche Konfession und Region gegliedert und zum anderen chronologisch zwischen den Einstellungen zum deutschfranzösischen Krieg 1870 und denen zum Deutschen Reich in seiner Konstituierungsphase aufgeteilt. Im Anschluss an diese Einführung folgt also eine allgemeine Darstellung der konfessionellen Situation der Soldaten im Krieg von 1870/71. Darauf folgt eine Betrachtung der Einstellungen der Konfessionen zum Deutschen Reich. Das dritte Kapitel setzt sich dann intensiv mit der regionalen Problematik auseinander. In dem Bemühen eindeutige Merkmale und Standpunkte zu erhalten ist dieser Abschnitt auf die Partei der Bayerischen Patrioten konzentriert. Hier wird anhand der „Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland“ von Josef Edmund Jörg und dessen publizierten Briefwechsel aufgezeigt, welche Auswirkungen das Partikularbewusstsein auf die Einstellungen und Meinungen zum deutsch-französischen Krieg und zum Deutschen Reich und dessen Kaiser haben. Das vorletzte Kapitel versucht dann eine Fusion beider Bereiche vorzunehmen. Das Augenmerk liegt dort auf der gegenseitigen Beeinflussung von konfessionellen und regionalen Faktoren und auf den Unterschieden beider. Zum Abschluss werden die Ergebnisse resümiert und ein Ausblick auf die Einstellungen katholischer Kreise im Deutschen Kaiserreich im 19. Jahrhundert vorgenommen.
Die Relevanz dieser Hausarbeit ergibt sich aus den Erkenntnissen, die sich den Beobachtungen und Feststellungen hinsichtlich Integrations- und Abgrenzungsmotiven verschiedener Gruppen gewinnen lassen. Auch wenn heute konfessionelle oder regionale Fragen keinerlei Rolle spielen in Deutschland lassen sich doch möglicherweise Parallelen hinsichtlich gegenwärtiger Integrationsproblematiken von Menschen aus anderen Kulturräumen feststellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Konfession als Faktor der Einstellung zur Nation

a. Konfessionalität im Krieg 1870/71

b. Das Verhältnis der Konfessionen zum entstehenden Deutschen Reich

3. Regionale Beeinflussung der Einstellungen zur Nation – am Beispiel Bayerns

a. Einstellungen zum Deutsch-Französischen Krieg 1871

b. Einstellung zum Reich und Kaiser in der Konstituierungsphase

4. Beziehung zwischen regionaler und konfessioneller Haltung zur Nation

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Konfession und Region im Kontext der deutschen Reichsgründung 1870/71. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die Integration der Einzelstaaten in das neue Reich gelang, insbesondere angesichts der heterogenen konfessionellen Zusammensetzung und des ausgeprägten Partikularbewusstseins, exemplarisch dargestellt am Beispiel Bayerns.

  • Die Rolle der Konfession als Integrations- oder Konfliktfaktor im Krieg 1870/71.
  • Das Verhältnis unterschiedlicher Konfessionen zum neugegründeten Deutschen Reich.
  • Die regionale Beeinflussung der Einstellungen zur Nation am Beispiel der bayerischen Patrioten.
  • Die gegenseitige Beeinflussung von konfessionellen und regionalen Identitäten.
  • Der Funktionswandel regionalen Sonderbewusstseins hin zu einer Basis für das nationale Gefühl.

Auszug aus dem Buch

b. Das Verhältnis der Konfessionen zum entstehenden Deutschen Reich

„Eine starke kulturelle Distanz zwischen Protestantismus und Katholizismus durchzog das deutsche Denken über die Nation von Beginn an.“ Dies musste Folgen für das Verhältnis der Konfessionen zum 1871 errichteten Deutschen Reich haben.

Die Vereinnahmung des christlichen Glaubens durch nationalistische Einstellungen lassen sich anhand der im Deutschen Reich aufblühenden Kriegervereine beobachten. Bei protestantisch ausgerichteten badischer Kriegervereinen erkennt man eine neue Verbindung zwischen Religion und dem Gemeinwohl und dem Staat. In der Verbandszeitung des Deutschen Kriegerbundes, der Parole, heißt es beispielsweise: „Schon darum sollte, wer das Vaterland liebt, auch in der Stärkung der Religion die Bedingung für die dauernde Blüte des Deutschen Reiches erblicken.“

Die schon angedeuteten Identifikationsdifferenzen der beiden Konfessionen werden durch Differenzen innerhalb der jeweiligen Glaubensrichtungen ergänzt. Eine Einteilung in kleindeutsch-preußisch geprägten, liberalen, protestantischen Staatsnationalismus und großdeutsch, katholisch-konservativen Reichsnationalismus erscheint zwar verlockend und nicht völlig von der Hand zu weisen, gibt aber ein nicht ausreichend differenziertes Bild der konfessionellen Nationalismuseinstellungen zur Zeit der Reichseinigung wider. Die Unterschiedlichkeit der Nationsbegriffe lassen sich durch die gruppenspezifischen Integrations- und Ausgrenzungsmechanismen und den massiven Interessenskonflikten erklären. Denn auch in protestantischen Reihen außerhalb Preußens entwickelte sich Widerstand gegen eine borussische Vorherrschaft gerade aus konfessionell-föderativer Sicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung erläutert den Entstehungskontext der Hausarbeit und beschreibt den Aufbau sowie die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der konfessionellen und regionalen Problematik bei der Reichsgründung.

2. Konfession als Faktor der Einstellung zur Nation: Dieses Kapitel analysiert das Konfliktpotenzial der unterschiedlichen Konfessionen während des Krieges von 1870/71 sowie das generelle Verhältnis katholischer und protestantischer Akteure zum entstehenden Deutschen Reich.

3. Regionale Beeinflussung der Einstellungen zur Nation – am Beispiel Bayerns: Hier wird anhand der bayerischen Patrioten und der Schriften von Joseph Edmund Jörg untersucht, wie regionale Besonderheiten die Haltung zum Krieg und zum neuen Reich und Kaiser prägten.

4. Beziehung zwischen regionaler und konfessioneller Haltung zur Nation: Dieser Abschnitt fusioniert die vorherigen Bereiche und untersucht die gegenseitigen Beeinflussungen von konfessionellen und regionalen Faktoren bei der Ausbildung nationaler Identitäten.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse über die Integrationsmöglichkeiten verschiedener Gruppen und wirft einen Blick auf die längerfristigen Auswirkungen auf das Deutsche Kaiserreich.

Schlüsselwörter

Reichsgründung, Konfession, Region, Bayern, Nationalismus, Partikularbewusstsein, Jesuiten, Kulturkampf, Joseph Edmund Jörg, Preußen, katholische Kirche, Integration, Identität, Nation, 1871

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die sich bei der Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 aus den unterschiedlichen konfessionellen und regionalen Identitäten der Einzelstaaten ergaben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss der Konfessionszugehörigkeit auf die Kriegserfahrungen und Einstellungen zur Nation sowie auf der regionalen Perspektive, insbesondere am Beispiel des bayerischen Partikularismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich regionale und konfessionelle Identitäten mit dem entstehenden deutschen Nationalstaat in Einklang bringen ließen oder wo sie zu Abgrenzungsreaktionen führten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von zeitgenössischen Schriften, Briefwechseln (insbesondere von Joseph Edmund Jörg) sowie auf einschlägige sozialgeschichtliche Sekundärliteratur zum 19. Jahrhundert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des konfessionellen Verhaltens während des Krieges 1870/71, eine Analyse der bayerischen Skepsis gegenüber dem neuen Reich und eine abschließende Synthese, wie regionale Faktoren die nationale Integration beeinflussten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reichsgründung, Konfession, Region, Nationalismus, Partikularismus und Identitätsbildung charakterisiert.

Wie bewerten die bayerischen Patrioten die Rolle Preußens?

Die bayerischen Patrioten standen der preußischen Vorherrschaft sehr kritisch gegenüber, da sie durch den Zentralismus ihre staatliche Autonomie, ihre kulturelle Identität und ihre traditionellen Bindungen an Österreich gefährdet sahen.

Welche Funktion hatte der regionale Partikularismus für die nationale Integration?

Interessanterweise fand ein Funktionswandel statt: Nach 1871 entwickelte sich das vormals abgrenzende regionale Sonderbewusstsein zur Grundlage für ein spezifisches nationales Gefühl, in dem die eigene Region als Voraussetzung für den deutschen Patriotismus gewürdigt wurde.

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Details

Titel
Konfession und Region im Spannungsfeld der Reichseinigung 1870-71
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Die nationale Bewegung im 19. Jahrhundert
Note
1,7
Autor
Daniel Heisig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V56531
ISBN (eBook)
9783638511865
ISBN (Buch)
9783640827404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfession Region Spannungsfeld Reichseinigung Bewegung Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Heisig (Autor:in), 2006, Konfession und Region im Spannungsfeld der Reichseinigung 1870-71, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56531
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Leseprobe aus  21  Seiten
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