Wie findet man das rechte Maß an Ausbildung und Qualifikation? Besteht tatsächlich eine positive Korrelation zwischen Bildungsaktivitäten und Verdienstprofilen und lassen sich daraus dann Rückschüsse auf die personelle Verteilung von Arbeitseinkommen ableiten?
Um die Rentabilität von Ausbildungsinvestitionen beurteilen zu können, bedient sich die Arbeitsmarktökonomik der Humankapitaltheorie. Die vorliegende Abhandlung bewegt sich in diesem speziellen Teilbereich der Arbeitsmarkttheorien und betrachtet vor allem die empirische Evidenz äußerst kritisch.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Humankapitaltheorie
1. Ökonomische Erklärung
1.1 Humankapital
1.2 Investitionen in das Humankapital
1.2.1 Gegenwartswert
1.2.2 Lebenseinkommensströme
1.2.3 Gegenwartswert der Lebenseinkommensströme
1.3 Phasen der Zeitallokation
1.3.1 Phase I
1.3.2 Phase II
1.3.3 Phase III
2. Empirische Evidenz
2.1 Messprobleme
2.2 Ökonometrische Untersuchungen
C. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Rentabilität von Investitionen in die eigene Ausbildung auf Basis der Humankapitaltheorie ökonomisch zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Humankapitaltheorie aus Sicht des homo oeconomicus.
- Berechnung des Gegenwartswerts von Lebenseinkommensströmen.
- Analyse der verschiedenen Phasen der Zeitallokation während der Ausbildung.
- Empirische Untersuchung von Bildungsrenditen und deren ökonomische Interpretation.
- Verknüpfung von Bildungsanstrengungen und dem Bruttoinlandsprodukt.
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Gegenwartswert
Um die in der Gegenwart anfallenden Kosten mit den zukünftigen zusätzlichen Erträgen vergleichen zu können, stellt Borjas (2000, S. 228) Überlegungen über den Present Value, den Gegenwartswert, an. Borjas verzinst hierbei die gegenwärtig einzusetzenden Aufwendungen (y), beziehungsweise diskontiert die in der Zukunft zu erwartenden Erträge (y) mit einem gegebenen Zinssatz (r).
Dabei ergibt sich folgende Formel:
PV = y / (1+r)^t
Die Exponentialvariable (t) steht für die Anzahl der Jahre, die zwischen der Investition und den zusätzlichen Erträgen aus dieser Investition liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Humankapitaltheorie ein und definiert das Ziel, die Entscheidungsfindung bei Ausbildungsinvestitionen aus ökonomischer Sicht zu analysieren.
B. Humankapitaltheorie: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen, die Berechnung von Gegenwartswerten und die Phasen der Zeitallokation im Rahmen von Ausbildungsinvestitionen.
1. Ökonomische Erklärung: Hier werden der Begriff des Humankapitals und die mathematischen sowie strategischen Entscheidungsregeln für Investitionen in Bildung dargelegt.
2. Empirische Evidenz: Dieses Kapitel widmet sich den Herausforderungen bei der Messung von Humankapital und diskutiert ökonometrische Ansätze zur Bestimmung von Bildungsrenditen.
C. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bildungsinvestitionen aus ökonomischer Sicht grundsätzlich rentabel sind und soziologische Faktoren bei der ökonomischen Betrachtung nachgeordnet sind.
Schlüsselwörter
Humankapital, Investitionsentscheidung, Ausbildung, Gegenwartswert, Lebenseinkommen, Arbeitsmarktökonomik, Bildungsrendite, Zeitallokation, Arbeitsproduktivität, Homo oeconomicus, Bruttoinlandsprodukt, Diskontsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen die Investition in eine weiterführende Ausbildung aus ökonomischer Perspektive rentabel ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Humankapitaltheorie, die mathematische Berechnung des Gegenwartswerts von Einkommensströmen und die empirische Messung von Bildungsrenditen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die ökonomische Erklärung und empirische Evidenz der Ausbildungsentscheidung als eine Form der Investitionsentscheidung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Humankapitaltheorie, diskontierte Cashflow-Berechnungen (Gegenwartswert) und ökonometrische Datenanalysen zur Renditebestimmung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Herleitung der Investitionsregel, die Modellierung von Lebenseinkommensströmen und die praktische Anwendung mittels empirischer Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Humankapital, Bildungsrendite, Gegenwartswert, Investitionsentscheidung und Arbeitsproduktivität.
Wie unterscheidet der Autor zwischen High School und College in seinen Berechnungen?
Der Autor vergleicht den direkten Eintritt in den Arbeitsmarkt nach der High School mit einer vierjährigen College-Ausbildung, wobei Kosten und entgangene Einkommen gegen zukünftig höhere Erträge aufgerechnet werden.
Welchen Einfluss hat der Zinssatz (Diskontsatz) auf die Investitionsentscheidung?
Ein höherer Diskontsatz macht sofortige Einkünfte attraktiver, wodurch der Anreiz für langfristige Investitionen in Humankapital abnimmt, während ein niedriger Diskontsatz Investitionen in eine Ausbildung begünstigt.
- Quote paper
- Ralf Richter (Author), 2002, Ausbildung als Investitionsentscheidung - ökonomische Erklärung und empirische Evidenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5656