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Migrantenkinder - Soziokulturelle Hintergründe, das Integrationsproblem und damit verbundene Aufgaben für Schule und Elternarbeit

Title: Migrantenkinder - Soziokulturelle Hintergründe, das Integrationsproblem und damit verbundene Aufgaben für Schule und Elternarbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Seit wenigen Wochen steht die Presse sprichwörtlich Kopf. Der Grund dafür ist weniger überraschend als erschreckend: Eine Schule im Berliner Stadtteil Neukölln hat kapituliert. In einem offenen Brief an den Berliner Senat eröffneten die Lehrer der Schule, sie fühlten sich der vorherrschenden Situation nicht mehr gewachsen. Sie schilderten in erschütternden Worten ihre Hilflosigkeit und baten ganz offen um Hilfe. Doch was war passiert? Die Rütli(Haupt-) Schule im Berliner Stadtteil Neukölln unterscheidet sich eigentlich nicht von anderen Schulen “dieser Art”. Sie liegt in einem Stadtteil einer deutschen Großstadt, der fest in “ausländischer Hand “ ist. Viele verschiedene Nationen treffen in diesem “Großstadtghetto” aufeinander, wobei besonders die muslimischen Völker einen Großteil der Migranten ausmachen. Neukölln ist keine sehr begehrte, geachtete Wohngegend. Neben dem starken Ausländeranteil regiert hier die Arbeits-, aber auch die Hoffnungslosigkeit. Harz IV- Empfänger zu sein ist hier eine ganz alltägliche “Berufsausrichtung”. In den tristen Wohnbausiedlungen, den “Blocks”, herrscht eine dumpfe Stimmung. In den Eingängen der Plattenbauten lungern Obdachlose, auf den Straßen geben verschiedene ausländische “Jugendgangs” den Ton an. Selbst die Polizei, die oftmals in dieser Gegend gewalttätige Auseinandersetzungen schlichten muss, meidet einige, berüchtigte Straßen, sofern ihnen dies möglich ist. Hoffnung, diesen Stadtteil zu verlassen und so der allgemeinen Hoffnungslosigkeit zu entgehen, hegt kaum jemand. In dieser Gegend nun erlangte die Rütli-Schule traurige Berühmtheit. Doch was ist es, was sie von anderen Schulen “dieser Art” unterscheidet? Ist es die Tatsache, dass die Schüler ausländischer Herkunft, die immerhin 83,2 Prozent der Gesamtschülerschaft an der Schule ausmachen, generell “Problemschüler” sind? Dass die Schüler so dermaßen voller Frust und Hoffnungslosigkeit sind, dass hier deshalb eine derart hohe Gewaltbereitschaft vorherrscht? Sind sie einfach skrupellos und brutal? Auf Konfrontationskurs mit den Erwachsenen? Oder aber gar mit den für sie “Anderen”, den Deutschen? Machen sie deshalb den Lehrern das Lehren “zur Hölle“? Liegt es daran, dass ihre Mentalitäten einfach nicht mit unserer deutschen Autoritätsauffassung vereinbar sind? Sind sie, die doch größtenteils hier in Deutschland geboren sind, eben doch Ausgeschlossene, die sich gar nicht integriert sehen wollen? [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Situation von Migrantenkindern in Deutschland

2.1 Das Problem der “Außenseiterfunktion”

2.2 Differente Erziehung und Kultur

2.3 Ethnisch-kulturelle Defizite, Sprachschwierigkeiten, mangelhafter Bildungsstand und die Schwierigkeit, mit dieser Basis eine Ausbildungsstelle zu finden

2.4 Bewusste Ab- und ungewollte Ausgrenzung

2.5 Die Angst, nirgendwo mehr “dazuzugehören”

3. Möglichkeiten der Integrationsförderung von Kindern mit Migrationshintergrund an Schulen

3.1 Im schulischen Bereich: Interkultureller Unterricht

3.2 Im Bereich der Elternarbeit: Sprachkurse für Mütter mit Migrationshintergrund

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Hausarbeit untersucht die soziokulturellen Hintergründe der Integrationsproblematik von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und analysiert, welche Aufgaben sich daraus für das Schulsystem sowie die Elternarbeit ergeben, um eine erfolgreiche Integration zu fördern.

  • Analyse der Lebenssituation von Migrantenkindern und der daraus resultierenden Außenseiterproblematik.
  • Untersuchung des Einflusses von Erziehung, Kultur und mangelnder Sprachkenntnisse auf den Bildungserfolg.
  • Evaluation von Ansätzen wie dem interkulturellen Unterricht zur Förderung von Schlüsselkompetenzen.
  • Bedeutung der aktiven Einbindung des Elternhauses durch Projekte wie "Mama lernt Deutsch".

Auszug aus dem Buch

2.2 Differente Erziehung und Kultur

“Die” Erziehung gibt es auch in Migrationsfamilien nicht. Auch hier ist es entscheidend, woher die Familie kommt (nicht nur Länder-, sondern auch regionsdifferenzen sind von Bedeutung). Auf türkische Migranten bezogen gibt es zum Beispiel große Unterschiede zwischen den in der Türkei aus den städtischen Gebieten und den aus dem ländlichen Bergland stammenden Familien. Die Familien, die aus dem ländlichen Bergland stammen, sind in der Regel noch Anhänger der traditionellen Großfamilie mit einer starken Hierarchie in Bezug auf Alter und vor allem Geschlecht. Den Vorsitz der Familie hat das Familienoberhaupt, meist der älteste Mann der Familie inne, dem in Altersreihenfolge die jüngeren Männer in der Familienhierarchie folgen. Den Frauen kommt hier eine stark inferiore Position zu. Heimatliche Kultur und Lebensführung spielt hier eine große Rolle. Die aus den städtischen Gebieten stammenden türkischen Familien leben in der Regel bereits in kleineren Familienformen, in denen mehr Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrscht und man in der Regel auch offener gegenüber anderen Kulturen ist.

Betrachtet man also infolgedessen die in Deutschland lebenden Migrantenfamilien, so finden sich eben diese Unterschiede auch in hier wieder. Man kann also nicht verallgemeinern, dass in “der” Migrationsfamilie grundsätzlich eine strenge, kulturell orientierte und beschränkte Erziehung vorherrscht, die die kategorische Unterdrückung der Frauen einschließt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel thematisiert anhand des Beispiels der Rütli-Schule die schwierige soziale Situation und die Integrationsprobleme von Migrantenkindern in deutschen Großstädten.

2. Die Situation von Migrantenkindern in Deutschland: Es wird die gesellschaftliche und schulische Ausgangslage beleuchtet, die durch Vorurteile, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede geprägt ist.

3. Möglichkeiten der Integrationsförderung von Kindern mit Migrationshintergrund an Schulen: Das Kapitel stellt Ansätze wie den interkulturellen Unterricht und gezielte Elternarbeit zur Verbesserung der Bildungschancen vor.

4. Schlussbetrachtung: Die Autorin resümiert die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, um eine echte gesellschaftliche Integration zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Migrantenkinder, Integration, Deutschland, interkultureller Unterricht, Elternarbeit, Sprachbarriere, Außenseiterfunktion, Erziehung, Migration, Bildungspolitik, türkische Migranten, soziale Integration, Identität, Rütli-Schule, Migrationshintergrund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der sozialen und bildungspolitischen Lage von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und zeigt Wege auf, wie Schule und Elternhaus diese Problematik gemeinsam angehen können.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die kulturelle Identitätsfindung junger Migranten, die Rolle der Sprache, Herausforderungen im Schulalltag und die Bedeutung der elterlichen Einbindung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Lösungsansätze zu identifizieren, um durch interkulturellen Unterricht und spezielle Sprachförderangebote für Eltern die Bildungssituation und Integrationschancen betroffener Kinder nachhaltig zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien, um die soziokulturellen Faktoren der Integrationsproblematik zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebenswelten der Migrantenkinder, beleuchtet Erziehungsstile sowie sprachliche Defizite und stellt konkrete Förderansätze wie den interkulturellen Unterricht und Sprachkurse vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Integration, Migrationshintergrund, interkulturelle Kompetenz, Sprachbarriere und Elternarbeit definiert.

Warum spielt die Rütli-Schule eine so große Rolle für die Argumentation?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für ein extrem eskaliertes Integrationsproblem in einer deutschen Großstadtschule und verdeutlicht die Dringlichkeit für neue Handlungsansätze.

Was besagt das Konzept des Projekts „Mama lernt Deutsch“?

Das Projekt zielt darauf ab, Mütter mit Migrationshintergrund aus isolierten Lebensräumen zu holen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und ihnen den Zugang zur schulischen Lebenswelt ihrer Kinder zu erleichtern.

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Details

Title
Migrantenkinder - Soziokulturelle Hintergründe, das Integrationsproblem und damit verbundene Aufgaben für Schule und Elternarbeit
College
University of Hildesheim  (Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik)
Course
Lehren und Lernen mit Kindern mit besonderen Lernvoraussetzungen
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V56696
ISBN (eBook)
9783638513180
ISBN (Book)
9783656788218
Language
German
Tags
Migrantenkinder Soziokulturelle Hintergründe Integrationsproblem Aufgaben Schule Elternarbeit Lehren Lernen Kindern Lernvoraussetzungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2006, Migrantenkinder - Soziokulturelle Hintergründe, das Integrationsproblem und damit verbundene Aufgaben für Schule und Elternarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56696
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