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Kreationismus in den USA

Title: Kreationismus in den USA

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Gerhardt (Author)

Politics - Region: USA
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In dieser Arbeit werden die Geschichte des christlich-fundamentalistischen Kreationismus in den USA und seine heutige Ausprägung untersucht. Zur Einführung werden verschiedene Definitionen des protestantischen Fundamentalismus in der relevanten Literatur vorgestellt. Im Anschluss werden eigene Definitionen sowohl des protestantischen Fundamentalismus als auch des Kreationismus erarbeitet. Nach einem Überblick über die Geschichte und Entwicklung des Kreationismus folgen Analysen seiner Überzeugungen, Standpunkte und Ziele sowie eine kritische Darstellung der wichtigsten kreationistischen Organisationen und Führer.

Der zeitliche Rahmen der Arbeit erstreckt sich von 1859, dem Erscheinungsjahr von Darwins „On the Origin of Species by Means of Natural Selection“ über das erste Aufkommen des Begriffes Fundamentalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre.

Die Hauptquellen dieser Arbeit sind die Publikationen von Mahner, Kitcher, Eve und Harrold sowie von Geldbach und Marsden. Insgesamt ist das Thema recht gut untersucht, und es existiert eine hohe Anzahl an Veröffentlichungen. Allerdings wäre eine breit angelegte, repräsentative Untersuchung des heutigen Kreationismus in den USA wünschenswert, um genaue und vor allem aktuelle Daten zu erhalten.

Des Weiteren wurden in Vorbereitung zu dieser Arbeit mehrere kreationistische Internetseiten wie beispielsweise vom „Institute for Creation Research“ sowie von der „Creation Research Society“ herangezogen, auf denen sich detaillierte Argumentationen gegen die Evolutionstheorie finden lassen. Dies erschien sinnvoll, da sich Kreationisten mit Vorliebe des Internets bedienen, um ihre Inhalte zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen.

Die sozialwissenschaftliche Relevanz des untersuchten Themas ist insofern gegeben, als dass Fundamentalismus in jeder Form ein wichtiges Thema der heutigen Zeit ist. Meist richtet sich der Blick allerdings aus aktuellen Anlässen (wie dem 11. September und dem Irakkrieg) auf den muslimischen Fundamentalismus. Der christliche Fundamentalismus mitsamt der Strömung des Kreationismus ist jedoch ebenso stark und radikal und greift in den USA mit seinen Forderung zunehmend in das tägliche Leben ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definitionen des protestantischen Fundamentalismus

2. Definition des Kreationismus

2.1 Glaubensinhalte und Standpunkte des Kreationismus

2.2 Selbstbezeichnung versus Fremdbezeichnung

3. Geschichte und Entwicklung des Kreationismus

4. Fundamentalistische Organisationen

4.1 Kreationistische Organisationen

4.2 Kreationistische und fundamentalistische Anhänger

5. Gesellschaftliche und politische Standpunkte

6. Ziele des Kreationismus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die gegenwärtige Ausprägung des christlich-fundamentalistischen Kreationismus in den USA. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie diese Bewegung trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse Einfluss auf Gesellschaft und Bildungswesen nimmt und mit welchen Argumentationsmustern sie ihre ideologische Position verteidigt.

  • Historischer Kontext von der Evolutionstheorie bis zur Radikalisierung in den 1980er Jahren
  • Strukturelle Analyse fundamentalistischer und kreationistischer Organisationen
  • Untersuchung der Argumentationsstrategien gegen die Evolutionstheorie
  • Darstellung der sozio-politischen Ziele und der gesellschaftlichen Verankerung der Bewegung

Auszug aus dem Buch

2. Definition des Kreationismus

Die Bezeichnung Kreationismus kommt von dem lateinischen Wort „creatio“ (Erschaffung). Kreationismus ist eine Weltanschauung, die auf der Unfehlbarkeit („inerrancy“) der Bibel und auf ihrer wörtlichen Auslegung beharrt, da die Bibel als verlässliches und direktes Wort Gottes anzusehen sei. Dies bezieht der Kreationismus speziell auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, nach der die Welt von Gott in sechs Tagen erschaffen worden sei. Da dem fundamentalistischen Schriftverständnis zufolge sich der Verstand in jeder Hinsicht dem Wort Gottes (= der Bibel) beugen muss, wird dieses ganz klar über wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt. Darum steht der Kreationismus in Konflikt zum Darwinismus, zu der Evolutionstheorie und zu der Theorie des Urknalls, er lehnt aber auch die Inhalte mehrerer Naturwissenschaften ab, nämlich der Geologie, der Biologie und der Astronomie.

Es gibt fließende Abstufungen von Kreationismus. Manche Strömungen gehen von einem Schöpfer aus, über den sich nichts Näheres aussagen lasse und der deswegen bei der wissenschaftlichen Betrachtung außen vor bleiben müsse. Manche Kreationisten akzeptieren die geologische Zeitskala, andere erarbeiten eigene, der Evolutionstheorie entgegen gesetzte pseudowissenschaftliche Theorien zur Entstehung der Welt, wobei sie sich stets auf die Bibel berufen und versuchen, die Naturwissenschaft in Einklang mit ihrem Glauben zu bringen (und nicht umgekehrt). So gibt es zum Beispiel Theorien über die Sintflut und wie viel Wasser nötig gewesen sei, um die ganze Welt zu überfluten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des US-amerikanischen Kreationismus ein und grenzt den Untersuchungsgegenstand sowie den zeitlichen Rahmen ein.

1. Definitionen des protestantischen Fundamentalismus: Es werden verschiedene Definitionen erörtert, um den Fundamentalismus als antimodernes, reaktives Phänomen zu begreifen.

2. Definition des Kreationismus: Dieses Kapitel definiert den Kreationismus als Weltanschauung, die auf der wörtlichen Auslegung der Bibel basiert und die Evolutionstheorie ablehnt.

3. Geschichte und Entwicklung des Kreationismus: Der historische Abriss beleuchtet die Entwicklung von den ersten Konflikten mit der Evolutionstheorie bis hin zu den rechtlichen Auseinandersetzungen im 20. Jahrhundert.

4. Fundamentalistische Organisationen: Hier werden einflussreiche Gruppierungen wie die „Moral Majority“ und spezifische kreationistische Institute wie das „Institute for Creation Research“ analysiert.

5. Gesellschaftliche und politische Standpunkte: Die Arbeit erläutert die Verbindung von religiöser Ideologie mit politischen Zielen, wie etwa dem Kampf gegen Abtreibung und dem Eintreten für traditionelle Werte.

6. Ziele des Kreationismus: Es wird dargelegt, wie die Bewegung versucht, durch Lobby-Arbeit und juristische Mittel kreationistische Inhalte als gleichberechtigte Lehre in staatlichen Schulen zu etablieren.

7. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung konstatiert den anhaltenden Einfluss des Kreationismus und fordert zur wissenschaftlichen Aufklärung auf.

Schlüsselwörter

Kreationismus, Fundamentalismus, USA, Evolutionstheorie, Bibel, Schöpfungsgeschichte, Moral Majority, Intelligent Design, Evangelikalismus, Religion, Bildungspolitik, Anti-Evolutionismus, Naturwissenschaft, Wissenschaftstheorie, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt den christlich-fundamentalistischen Kreationismus in den USA und dessen Bestrebungen, religiöse Schöpfungsvorstellungen als wissenschaftliche Alternative zur Evolutionstheorie zu etablieren.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Fundamentalismus, die historische Entwicklung der kreationistischen Bewegung, die Rolle wichtiger Organisationen sowie die politischen und gesellschaftlichen Ziele der Anhänger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die ideologischen Hintergründe und die Wirkmacht der kreationistischen Bewegung zu analysieren, um zu verstehen, warum sie trotz wissenschaftlicher Widerlegung weiterhin gesellschaftlichen Einfluss genießt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Publikationen und Internetauftritten einschlägiger kreationistischer Organisationen.

Was ist der Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen, die Geschichte der Bewegung, die einflussreichsten Organisationen und die konkrete Strategie, kreationistische Inhalte in das öffentliche Bildungssystem der USA zu integrieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Fundamentalismus, Evolutionstheorie, Schöpfungslehre, Moral Majority und den soziologischen Kontext des amerikanischen Protestantismus aus.

Wie unterscheidet sich der Kreationismus vom wissenschaftlichen Konsens?

Während die moderne Naturwissenschaft auf empirischen Beweisen und ständiger Überprüfbarkeit basiert, setzt der Kreationismus die wörtliche, unfehlbare Auslegung der Bibel als absolute Prämisse voraus.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Anführern und Anhängern eine Rolle?

Die Autorin weist darauf hin, dass viele Führungskräfte der Bewegung akademisch hochgebildet sind, während die Basis oft aus Bevölkerungsschichten stammt, die durch den sozialen Wandel verunsichert sind und sich traditionellen Werten zuwenden.

Was bedeutet der Begriff „Affenprozess“ in diesem Kontext?

Der Scopes-Prozess von 1925 war ein Meilenstein, in dem die inhaltliche Konfrontation zwischen Kreationismus und Evolution öffentlich ausgetragen wurde, was die Kreationisten zeitweise als obskur erscheinen ließ.

Welchen Einfluss haben juristische Entscheidungen auf die Bewegung?

Gerichtsurteile, wie das Verbot von Schulgebeten oder die Legalisierung der Abtreibung, fungierten häufig als Radikalisierungsmomente, die zur Gründung politischer Lobby-Gruppen wie der „Moral Majority“ führten.

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Details

Title
Kreationismus in den USA
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Proseminar: Fundamentalismus
Grade
1,0
Author
Franziska Gerhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V56705
ISBN (eBook)
9783638513258
ISBN (Book)
9783638744973
Language
German
Tags
Kreationismus Proseminar Fundamentalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Gerhardt (Author), 2004, Kreationismus in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56705
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