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Deutschunterricht im Nationalsozialismus

Title: Deutschunterricht im Nationalsozialismus

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Wehmeier (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933, wurde der Unterricht durch die Deutschkunde-Bewegung stark reformiert. Das Hauptziel des Unterrichts war nun nicht mehr, die Schüler zu bilden, sondern sie zu einem ideologischen Gemeinschaftssinn zu erziehen. „Erst dem jungen Menschen, der in Wehrgemeinschaft und Arbeitsdienst die lebendige Volksgemeinschaft erfahren und bewährt hat, kann der geistige Sinn der Volksgemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch die geistige Erziehung nahegebracht werden.“ (Riedel, Kai. Schülerauslese an höheren Schulen. Erlaß vom 27.03.1935). Man erzog die Kinder dazu, sich nicht als Individuum, sondern als Mitglied des deutschen Volkes zu sehen. Dies galt sowohl für die Höhere, als auch für die Volksschule. Die Schüler wurden gezielt auf ihre spätere Aufgabe in der Gesellschaft geschult. Die Mädchen zu guten Müttern und Hausfrauen, die Männer zu sportlichen und starken Soldaten. Die intellektuelle Bildung trat in dieser Zeit komplett in den Hintergrund. Die Schüler stellten die Basis für ein neues, deutsches, nationalsozialistisches Volk, da Kinder noch frei von Wertvorstellungen und leicht zu beeinflussen sind.

Der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel war das ‚Gesetz zur Widerherstellung des Berufsbeamtentums’ vom 07. April 1933. Dieses Gesetzt regelte, dass nur die Beamten ihre Stelle behalten durften, welche nationaler Auffassung, arisch und kein Mitglied kommunistischer Partein waren. „Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu versetzen" (§3); „Beamte die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jeder Zeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden. Auf die Dauer von drei Monaten nach der Entlassung werden ihnen ihre bisherigen Bezüge belassen. Von dieser Zeit an erhalten sie drei Viertel des Ruhegeldes..." (§4) (Riedel, Kai. Gesetz zur Wiederherstellung des Beamtentums) Eine Ausnahme gab es bei Beamten, welche im 1. Weltkrieg an der Front standen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklung des Schulsystems im Nationalsozialismus

2. Die Grundlagen des ‚neuen’ Unterrichts

3. Die Gemeinschaft

4. Sprachreinigung

5. Das Schrifttum

6. Die Volksschule

7. Die Mittelschule

8. Die Oberschule

9. Die Feier

10. Die Schulbücherei

11. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Umgestaltung und ideologische Ausrichtung des Deutschunterrichts während der Zeit des Nationalsozialismus, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie das Bildungssystem instrumentalisiert wurde, um Schüler zu einem völkischen Gemeinschaftssinn zu erziehen und auf ihre Rollen im nationalsozialistischen Staat vorzubereiten.

  • Ideologische Reform des Schulwesens ab 1933
  • Methoden der nationalsozialistischen Sprachreinigung und Literaturpolitik
  • Struktur und Zielsetzung verschiedener Schulformen (Volksschule, Mittelschule, Oberschule)
  • Bedeutung der Gemeinschaftserziehung und des „Erlebens“ von Dichtung
  • Instrumentalisierung der Schulbücherei zur nationalen Erziehung

Auszug aus dem Buch

Die Gemeinschaft

Die Gemeinschaft hatte in der schulischen Erziehung den höchsten Stellenwert. Das höchste Ziel war fortan nicht mehr, das Individuum zu fördern und zu lehren, sondern das Ziel war die Erziehung zur und vor allem durch die Gemeinschaft. Ganz nach dem Prinzip ‚Du bist nichts, dein Volk ist alles’. So wie Hitler der Führer und das Volk die Gemeinschaft war, war in der Schule der Lehrer der Führer und die Klasse die Gemeinschaft. Dieser Gemeinschaftsgedanke war in allen Bereichen der Schule zu finden: in Schulfeiern, Wettkämpfen, Ausflügen und vor allem im Unterricht. Die Klassen wurden so lange es ging, über die Schuljahreswechsel hinaus, zusammengehalten, damit die Klasse zu einer guten Gemeinschaft heranwuchs. Es war selbstverständlich, dass der ‚Führer’ der Klasse komplett hinter der Ideologie stand. Die konkrete Wirkung des Gemeinschaftsgedankens auf den Deutschunterricht wird in den folgenden Kapiteln sichtbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entwicklung des Schulsystems im Nationalsozialismus: Das Kapitel beschreibt den Prozess der ideologischen Umgestaltung des Schulwesens nach 1933, einschließlich gesetzlicher Maßnahmen zur Entlassung nicht-arischer Lehrer und zur Begrenzung jüdischer Schüler.

2. Die Grundlagen des ‚neuen’ Unterrichts: Hier werden die von Hitler in „Mein Kampf“ formulierten Erziehungsziele, insbesondere die körperliche Ertüchtigung, dargelegt und deren Bedeutung für den Unterricht erläutert.

3. Die Gemeinschaft: Dieses Kapitel thematisiert den hohen Stellenwert des Kollektivs in der schulischen Erziehung und die Etablierung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses nach dem Führerprinzip.

4. Sprachreinigung: Es wird analysiert, wie die deutsche Sprache durch das Verbot von Fremdwörtern „gereinigt“ und an die nationalsozialistische Ideologie angepasst wurde.

5. Das Schrifttum: Das Kapitel untersucht die Rolle der Literatur als zentrales Medium zur ideologischen Beeinflussung der Schüler und zur Vermittlung völkischer Werte.

6. Die Volksschule: Hier werden die Richtlinien für die unteren Jahrgänge beschrieben, die auf Sicherheit im Lesen, Schreiben und die Vermittlung heimatkundlicher Inhalte fokussierten.

7. Die Mittelschule: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Sprechens und Schreibens, um Schüler gezielt auf ihre künftigen Rollen und die politische Kommunikation vorzubereiten.

8. Die Oberschule: Das Kapitel beschreibt die Zielsetzung der Oberschule, zukünftige Führungskräfte auszubilden, unterteilt in spezifische Kernaufgaben für jede Klasse.

9. Die Feier: Hier wird erläutert, wie Dichtung im Unterricht nicht zur Analyse, sondern als affektives Erlebnis in Form von Feiern und Inszenierungen genutzt wurde.

10. Die Schulbücherei: Das Kapitel erklärt, wie der Bestand der Bibliotheken durch strenge Auslesekriterien ideologisch gesäubert wurde, um die nationale Erziehung zu unterstützen.

11. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Deutschunterricht, Gemeinschaftserziehung, Schulsystem, Ideologie, Sprachreinigung, Literaturpolitik, Schrifttum, Volksschule, Mittelschule, Oberschule, Führerprinzip, völkische Erziehung, Erziehung, Schulbücherei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die tiefgreifende Umgestaltung des deutschen Schulsystems und des Deutschunterrichts während der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1933 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die ideologische Gleichschaltung der Lehrinhalte, die Rolle der Sprache, die Bedeutung der Gemeinschaftserziehung, die Literaturpolitik und die spezifische Ausgestaltung der verschiedenen Schulformen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildungswesen instrumentalisiert wurde, um eine junge Generation ideologisch zu formen und auf die Ziele des nationalsozialistischen Staates vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine analytische Auswertung von Fachliteratur, Erlassen und historischen Richtlinien, um die strukturellen und inhaltlichen Veränderungen im Schulwesen zu dokumentieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schulstruktur, Sprachreinigung, Literaturkanon, der spezifischen Didaktik in verschiedenen Schulformen sowie der Funktion von Schulbüchereien und schulischen Feiern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Gemeinschaftserziehung, völkische Erziehung, Deutschunterricht, Literaturpolitik und ideologische Gleichschaltung.

Welche Rolle spielte die „Sprachreinigung“ im Unterricht?

Die Sprachreinigung diente dazu, die deutsche Sprache von fremden Einflüssen zu befreien, um die Identität des „deutschen Volkes“ zu stärken und eine einheitliche, ideologisch konforme Ausdrucksweise zu erzwingen.

Wie unterschied sich die Funktion der Schulbücherei von einer normalen Bibliothek?

Die Schulbücherei fungierte als Instrument der nationalen Erziehung; der Bestand wurde durch den Staat streng reglementiert und nach ideologischen Kriterien gesäubert, um sicherzustellen, dass nur konformes Lesegut verfügbar war.

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Details

Title
Deutschunterricht im Nationalsozialismus
College
University of Duisburg-Essen  (Altes und Neues von den 'ungenauen Wissenschaften')
Course
Altes und Neues von den "ungenauen Wissenschaften"
Grade
2,0
Author
Julia Wehmeier (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V56827
ISBN (eBook)
9783638514149
ISBN (Book)
9783656800644
Language
German
Tags
Deutschunterricht Nationalsozialismus Altes Neues Wissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Wehmeier (Author), 2006, Deutschunterricht im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56827
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