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Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung

Titel: Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung

Diplomarbeit , 2005 , 104 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Imke Wolkenhaar (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Fachwelt ist mittlerweile unumstritten, dass auch Menschen mit einer geistigen Behinderung Verhaltensauffälligkeiten entwickeln oder psychisch erkranken können (vgl. LINGG/THEUNISSEN 2000, S. 11). Bisher fehlte jedoch ein interdisziplinärer Diskurs. Viele der früheren Arbeiten widmeten sich diesem Thema entweder aus einem klinisch-psychologischen Interesse oder aus einer rein behindertenpädagogischen Perspektive (vgl. LINGG/THEUNISSEN 2000, S. 9). Eine monokausale Sichtweise wird der Komplexität der Thematik nicht gerecht. Die exemplarischen Fallbeispiele dieser Arbeit beziehen sich auf erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, die in einer stationären Wohngruppe leben. Das Interesse an dieser Thematik resultiert aus der langjährigen Arbeit mit erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung und durch die in der täglichen Praxis immer wieder auftretenden Fragen zu dieser aktuellen Problematik. Ist das Verhalten des Bewohners „verhaltensauffällig“ oder ist es „psychisch gestört“? Warum bekommen Bewohner seit langer Zeit Psychopharmaka? Welche sozialpädagogischen Herausforderungen ergeben sich aus dieser Problematik? Was ist zu tun bzw. wie ist der pädagogische Alltag zu verändern, um diesem Personenkreis adäquat begegnen zu können? Zu Beginn der Arbeit werden definitorische Bestimmungen vorgenommen. Die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung, für deren Erklärung das Vulnerabilitäts-Stress-Modell (vgl. 2.4.3) herangezogen werden kann, werden in Kapitel 2 aufgezeigt. Nach der Darstellung theoriegeleiteter Modelle, wird in Kapitel 3 auf die Diagnostik psychischer Auffälligkeiten mit ihren Grundlagen und Besonderheiten bei Menschen mit geistiger Behinderung eingegangen. In Kapitel 4 werden einige wichtige psychiatrische Störungsbilder nach ICD-10 zunächst allgemein skizziert, um dann in ihrer Gültigkeit speziell für Menschen mit geistiger Behinderung überprüft zu werden. Eine Behandlungsmöglichkeit psychischer Auffälligkeiten ist die Gabe von Psychopharmaka, deren Wirkungen, Nebenwirkungen und Besonderheiten bei diesem Personenkreis in Kapitel 5 erläutert wird. In Kapitel 6 wird anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis der Einsatz von Psychopharmaka dokumentiert. Lebensweltorientierung und Empowerment werden in Kapitel 7 exemplarisch als sozialpädagogische Konzepte dargestellt. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen bilden den Abschluss der Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Behinderung

2.1.1 WHO-Definition

2.1.2 Sozialrechtliche Definition

2.2 Geistige Behinderung

2.3 Psychische Gesundheit

2.4 Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung

2.4.1 Prävalenz

2.4.2 Ätiologie

2.4.3 Vulnerabilitäts-Stress-Modell

3. Diagnostik

3.1 Psychiatrische Untersuchung

3.2 Besonderheiten der psychiatrischen Diagnostik bei Menschen mit geistiger Behinderung

3.2.1 Verstehende Diagnostik

4. Spezielle Auffälligkeiten

4.1 Schizophrenie bzw. Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis

4.1.1 Definition

4.1.2 Symptome und Diagnostik

4.1.3 Schizophrenie und geistige Behinderung

4.2 Affektive Psychosen

4.2.1 Definition

4.2.2 Ätiologie

4.2.3 Diagnose

4.2.4 Affektive Psychosen und geistige Behinderung

4.3 Demenz

4.3.1 Definition

4.3.2 Symptome und Diagnostik

4.3.3 Demenz und geistige Behinderung

5. Psychopharmaka

5.1 Grundlagen

5.2 Einteilung der Psychopharmaka

5.2.1 Neuroleptika

5.2.2 Tranquilizer

5.2.3 Antidepressiva

5.3 Umgang mit Psychopharmaka

5.4 Psychopharmaka bei Menschen mit geistiger Behinderung

5.4.1 Grundlagen

5.4.2 Besonderheiten

5.4.3 Multidimensionaler Ansatz

5.4.4 Rechtliche Aspekte

6. Fallbeispiel

7. Sozialpädagogische Konzepte

7.1 Einleitung

7.1.1 Strukturorientierter und sozialökologischer Ansatz

7.1.2 Prozess- und kommunikationsorientierter systemischer Ansatz

7.1.3 Konstruktivistischer systemischer Ansatz

7.2 Sozialpädagogische Interventionen

7.3 Lebensweltorientierung

7.3.1 Theoretische Grundlagen

7.3.2 Lebensweltorientierte Behindertenarbeit

7.3.3 Biographiearbeit mit geistig behinderten Menschen

7.4 Empowerment

7.4.1 Dialogisches Prinzip

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die komplexe Thematik psychischer Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen und Erscheinungsformen dieser Auffälligkeiten zu entwickeln, um adäquate sozialpädagogische Handlungsweisen abzuleiten, statt Verhaltensweisen vorschnell als pathologisch oder rein störend zu etikettieren.

  • Psychische Auffälligkeiten und ihre Ursachen bei Menschen mit geistiger Behinderung
  • Herausforderungen in der psychiatrischen Diagnostik und Differentialdiagnostik
  • Der Einsatz und die Auswirkungen von Psychopharmaka
  • Sozialpädagogische Konzepte wie Lebensweltorientierung und Empowerment
  • Fallstudie zur praktischen medikamentösen und pädagogischen Begleitung

Auszug aus dem Buch

3.4 Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung

Psychische Störungen treten als Symptome im Bereich der Emotionen, des Denkens und Wahrnehmens, des Verhaltens sowie des körperlichen Erlebens und Empfindens mit folgenden Charakteristika auf:

Symptome und Beschwerden, die einen oder mehrere psychische Funktionsbereiche vorübergehend oder längerfristig einschränken, z.B. das Denken, das Fühlen, das Wollen, die Motivation, die Wahrnehmung, die Sprache, die Motorik.

Entwicklung und Selbstverwirklichung stagnieren, die Betroffenen verharren in Abhängigkeit und Unselbständigkeit („erlernte Bedürfnislosigkeit“, THEUNISSEN)

Ängstliche Vermeidung (Rückzug) von Menschen und Umwelt.

Kein konstruktiver Umgang mit negativen und leidvollen Erfahrungen.

Keine besonders starken Widerstandskräfte (Coping-Ressourcen) gegenüber Belastungen und Stress besitzen.

Erhöhte konstitutionelle Vulnerabilität und fehlende bzw. mangelnde bereichsspezifische Kompetenzen sowie fehlende extrinsische und intrinsische Belohnungen für aktives Handeln (vgl. MÜHL et al. 1996, S. 31).

Auffällige Verhaltensweisen bei Menschen mit geistiger Behinderung erscheinen oftmals unerklärlich. Als Ausdruck einer tiefer liegenden psychischen Störungen sind sie psychiatrisch zu behandeln; pädagogisch sind sie zu beeinflussen, wenn sie als schwerwiegende, aber „einfache“ Verhaltensprobleme verstanden werden (vgl. PETRY/BRADL 1999, S. 15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die komplexe Problematik der psychischen Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung ein und stellt die Relevanz einer interdisziplinären Herangehensweise dar.

2. Begriffsbestimmung: Hier werden zentrale Begriffe wie Behinderung, geistige Behinderung und psychische Gesundheit definiert und das Vulnerabilitäts-Stress-Modell erläutert.

3. Diagnostik: Dieses Kapitel behandelt die psychiatrische Untersuchung und die spezifischen Herausforderungen bei der Diagnosestellung bei Menschen mit geistiger Behinderung.

4. Spezielle Auffälligkeiten: Es werden wichtige psychiatrische Störungsbilder, insbesondere Schizophrenie, affektive Psychosen und Demenz, unter Berücksichtigung ihrer Besonderheiten bei geistiger Behinderung skizziert.

5. Psychopharmaka: Das Kapitel bietet einen Überblick über Grundlagen, Wirkungsweisen und Risiken von Psychopharmaka sowie deren speziellen Einsatz bei Menschen mit geistiger Behinderung.

6. Fallbeispiel: Anhand einer kasuistischen Darstellung wird der Umgang mit Psychopharmaka bei einer Bewohnerin über einen langen Zeitraum hinweg dokumentiert und reflektiert.

7. Sozialpädagogische Konzepte: Hier werden systemtheoretische Ansätze, Lebensweltorientierung und Empowerment als tragfähige Konzepte für die Arbeit mit diesem Personenkreis vorgestellt.

8. Schlussbetrachtung: Dieses abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflektierten, bedarfsgerechten und interdisziplinären Unterstützung.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Psychische Auffälligkeiten, Psychopharmaka, Diagnostik, Lebensweltorientierung, Empowerment, Verhaltensstörungen, Psychiatrie, Sonderpädagogik, Sozialpädagogische Konzepte, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Fallbeispiel, Doppeldiagnose, Psychiatrische Untersuchung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Menschen mit geistiger Behinderung, die zusätzlich psychische Auffälligkeiten zeigen, und wie sozialpädagogische und psychiatrische Ansätze hier hilfreich ineinandergreifen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die begriffliche Einordnung von Auffälligkeiten, die psychiatrische Diagnostik, der Einsatz von Psychopharmaka in diesem Kontext sowie die Anwendung sozialpädagogischer Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, für die komplexe Situation von Menschen mit Doppeldiagnosen (geistige Behinderung und psychische Störung) eine reflektierte pädagogische Haltung zu entwickeln, die über rein medikamentöse Ansätze hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben der theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse nutzt die Arbeit eine kasuistische Fallstudie, um den Einsatz von Medikamenten über Jahre hinweg zu dokumentieren und kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung von Störungsbildern, die medikamentöse Behandlung unter Berücksichtigung von Risiken sowie die praktische Reflexion durch ein Fallbeispiel und die Darstellung sozialpädagogischer Interventionskonzepte.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Lebensweltorientierung, Empowerment, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Verhaltensauffälligkeiten und eine kritische Auseinandersetzung mit der Medikalisierung von Verhalten.

Warum ist das Vulnerabilitäts-Stress-Modell für diese Arbeit so bedeutend?

Es dient als Erklärungsmodell, um die Ätiologie psychischer Auffälligkeiten nicht nur biologisch, sondern im Wechselspiel zwischen Individuum, Umweltfaktoren und Stressbelastungen zu verstehen.

Welche Rolle spielt die im Fallbeispiel beschriebene Reduzierung der Medikamente?

Sie illustriert die Bedeutung einer kontrollierten, schrittweisen Vorgehensweise und zeigt, wie durch die Dämpfung verringert werden konnte, die Persönlichkeit und Fähigkeiten der Bewohnerin wieder deutlicher hervortraten.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Imke Wolkenhaar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
104
Katalognummer
V57490
ISBN (eBook)
9783638519434
ISBN (Buch)
9783656806301
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychische Auffälligkeiten Menschen Behinderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Imke Wolkenhaar (Autor:in), 2005, Psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57490
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Leseprobe aus  104  Seiten
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