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Funktionale Erziehung in ausgewählten ethnopädagogischen Fallstudien

Titel: Funktionale Erziehung in ausgewählten ethnopädagogischen Fallstudien

Hausarbeit , 2006 , 27 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Michael Witzel (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu den Grundbegriffen der Erziehung zählen die intentionale, die funktionale und die extensionale Erziehung. Die Umsetzung dieser Grundbegriffe, im Besonderen des Begriffs der funktionalen Erziehung in traditionalen Kulturen soll Thema dieser Hausarbeit sein. Aus der Fülle des vorhandenen Quellenmaterials werden vier verschiedene Völker ausgewählt und die von ihnen praktizierte funktionale Erziehung während der Kindheit und Jugendphase beschrieben. Ebenso beziehen sich die weiteren Ausführungen im wesentlichen auf die bei diesen Völkern feststellbaren Beobachtungen.

Aus den anfänglichen Reise- und Erlebnisberichten der frühen Forscher des 18. und 19. Jahrhunderts hat sich eine umfassende Wissenschaft etabliert; die Ethnologie. Heutzutage ist möglich auf eine Fülle von Berichten, Beschreibungen und Analysen zurückzugreifen, und es stellt sich die öffentliche Meinung ein, dass scheinbar alles erforscht wäre. Auch werden traditionalen Kulturen häufig als rückständig bezeichnet, und der westliche Kolonialisierungstrieb, der heute teilweise unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe auftritt, hat auch im 20. Jahrhundert viel dazu beigetragen, die ursprünglich unberührten und isolierten Kulturen zu verfremden. Dabei erfreut sich die Ethnologie als Hilfswissenschaft in anderen wissenschaftlichen Disziplinen neue Beliebtheit. In der Ethnopädagogik wird besonderes Augenmerk auf die facettenreiche Erziehung bei traditionalen Kulturen gelegt. Der Nutzen solcher wissenschaftlicher Bemühungen ergibt sich letztlich dadurch, dass erst durch die Analyse scheinbar fremdartiger Entziehungsverfahren eine völlig neue Sicht auf unserer eigenen Erziehungsmethoden ermöglicht wird. Welchen Einflussfaktoren Erziehung ausgesetzt ist und wie sich auch die individuelle Lebensweise in der Erziehung niederschlägt ist an Hand der Betrachtung fremder Kulturen gut nachvollziehbar und soll in dieser Hausarbeit dargestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema, Eingrenzung und Fragestellung

1.2 Methode

1.3 Forschungstand und Quellenlage

2. Funktionale Erziehung

2.1 Grundverständnis funktionaler Erziehung

2.2 Aspekte funktionaler Erziehung

3. Funktionale Erziehung in ethnologischen Fallstudien

3.1 San

3.1.1 Funktionale Erziehung bei den San

3.2 Inuit

3.2.1 Funktionale Erziehung bei den Inuit

3.3 Bhil

3.3.1 Funktionale Erziehung bei den Bhil

3.4 Iatmul

3.4.1 Funktionale Erziehung bei den Iatmul

4. Zusammenfassung der Fallstudien

4.1 Einfluss der Umweltbedingungen auf die Erziehung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den pädagogischen Grundbegriff der funktionalen Erziehung innerhalb ausgewählter traditionaler Kulturen. Ziel ist es, den Begriff theoretisch zu fundieren und durch die Analyse von Fallstudien aufzuzeigen, wie sich spezifische Lebensumstände und Umweltbedingungen auf den Erziehungsprozess auswirken, um daraus Erkenntnisse für eine breitere Perspektive auf Erziehungsmethoden zu gewinnen.

  • Theoretische Grundlagen und Klassifizierung funktionaler Erziehung
  • Vergleichende Analyse der Kindheits- und Jugendphasen bei den San, Inuit, Bhil und Iatmul
  • Rolle der Kinderspielgruppen und informeller Lernprozesse
  • Zusammenhang zwischen widrigen Umweltbedingungen und nachsichtigem Erziehungsverhalten
  • Kritische Reflexion über die Bedeutung traditionaler Erziehungsmethoden für moderne Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

2.2 Aspekte funktionaler Erziehung

Grundvorrausetzung für das Gelingen funktionaler Erziehung ist die Anschaulichkeit des zu vermittelnden Lerninhaltes, da nur so eine Imitation der erlebten Handlung möglich wird. Hierbei ist die Entwicklungsstufe des Lernenden von Bedeutung, da die Handlung mit ihren Hintergründen, Zusammenhängen und Regeln sinnlich erfassbar und logisch nachvollziehbar sein müssen. Funktionale Erziehung erfordert daher ein überschaubares Umfeld und erkennbare Strukturen. Der hohe Abstraktionsgrad und fehlende Möglichkeiten zur sinnlichen Wahrnehmung sind Gründe für geringe Verbreitung funktionaler Erziehung in den spezifizierten Tätigkeitsfeldern moderner, technisierter Gesellschaften.

Ungehinderte Teilnahme an der Handlung ist eine weitere Vorraussetzung. Der Zögling muss in der Lage sein an der Gesamtheit der Handlung teilzunehmen. In traditionalen Kulturen und auch in unserer eigenen kulturellen Vergangenheit ist und war dies möglich, da dort die Kinder ganztägig die relativ unspezifische Arbeit der Erwachsenen begleiten können. Die Spezialisierung unserer Arbeitswelt mit komplexen, abstrakten Arbeitsgängen macht dies unmöglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der funktionalen Erziehung ein und umreißt die methodische Vorgehensweise sowie die Quellenbasis der Untersuchung.

2. Funktionale Erziehung: Hier wird der Begriff funktionaler Erziehung theoretisch definiert und von intentionaler sowie extensionaler Erziehung abgegrenzt.

3. Funktionale Erziehung in ethnologischen Fallstudien: In diesem Hauptteil wird bei den Völkern der San, Inuit, Bhil und Iatmul untersucht, wie sich funktionale Erziehung in ihren spezifischen kulturellen Kontexten konkret gestaltet.

4. Zusammenfassung der Fallstudien: Dieses Kapitel bündelt die Erkenntnisse aus den Fallstudien und beleuchtet insbesondere den kausalen Zusammenhang zwischen Umweltbedingungen und Erziehungsstil.

5. Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert den Nutzen ethnopädagogischer Forschung für die moderne westliche Gesellschaft und plädiert für einen wertschätzenden Umgang mit traditionalen Erziehungswissen.

Schlüsselwörter

Ethnopädagogik, Funktionale Erziehung, Sozialisation, Traditionaler Kulturkreis, San, Inuit, Bhil, Iatmul, Erziehungswissenschaft, Fallstudie, Kinderspielgruppe, Imitationslernen, Umweltbedingungen, Informelle Erziehung, Kulturanthropologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung und Analyse des erziehungswissenschaftlichen Konzepts der funktionalen Erziehung in verschiedenen traditionalen Kulturen weltweit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Mittelpunkt stehen die theoretische Einordnung der funktionalen Erziehung, ihre praktische Anwendung in ausgewählten Gesellschaften und der Zusammenhang zwischen Lebensumwelt und Erziehungsstilen.

Welches Hauptziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Vielschichtigkeit und Wirksamkeit funktionaler Erziehung aufzuzeigen und durch eine „Vogelperspektive“ auf fremde Kulturen die eigene, moderne Erziehungspraxis besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Untersuchung von ethnologischen Fallstudien verschiedener Völker, um Merkmale funktionaler Erziehung herauszuarbeiten.

Welche Inhalte prägen den Hauptteil des Textes?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Erziehungspraxis bei den San, Inuit, Bhil und Iatmul, wobei jeweils Lebensweise und konkrete Erziehungsmuster gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ethnopädagogik, funktionale Erziehung, Imitationslernen und die Bedeutung der sozialen Umwelt geprägt.

Warum spielt das „natürliche Lernen“ eine so große Rolle für die Inuit?

Bei den Inuit fungiert die Natur als „Lehrmeister“; da die extremen klimatischen Bedingungen unmittelbare Konsequenzen für falsches Verhalten haben, ist eine elterliche Sanktionierung oft gar nicht notwendig.

Wie verändert sich die Rolle der Kinder in den untersuchten Kulturen?

Kinder entwickeln sich vom Spielenden in altersgemischten Gruppen hin zu integralen, produktiven Mitgliedern der Gesellschaft, die durch Nachahmung und schrittweise Übernahme von Verantwortung ihre spätere Rolle erlernen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Funktionale Erziehung in ausgewählten ethnopädagogischen Fallstudien
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Professur für Allgemeine Pädagogik unter Berücksichtigung ihrer systematischen und philosophischen Grundlagen)
Veranstaltung
Ethnopädagogik als interkulturelle Pädagogik
Note
2,0
Autor
Michael Witzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V57879
ISBN (eBook)
9783638522038
ISBN (Buch)
9783638665605
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Funktionale Erziehung Fallstudien Ethnopädagogik Pädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Witzel (Autor:in), 2006, Funktionale Erziehung in ausgewählten ethnopädagogischen Fallstudien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57879
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Leseprobe aus  27  Seiten
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