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Sheffield: Von der niedergehenden Stahlschmiede zur wohlhabendsten Region des Landes?

Titel: Sheffield: Von der niedergehenden Stahlschmiede zur wohlhabendsten Region des Landes?

Hausarbeit , 2006 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stefan Witzmann (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Beispiel der Stadt Sheffield im Norden Englands gilt als ein Musterbeispiel für den tief greifenden Strukturwandel, welcher in den letzten rund drei Jahrzehnten vielen altindustriellen Metropolen Westeruropas widerfahren ist. Im Zuge dieses Umbruches war eine Abkehr von traditionellen politischen und sozio-ökonomischen Paradigmen notwendig, um eine nachhaltige, wirtschaftliche Regeneration der Region zu bewirken. Insbesondere die Stichworte „public-private partnership“ oder „urban regeneration“ spielen in diesem regionalen Zusammenhang eine bedeutsame Rolle. Die vorliegende Hausarbeit gibt zunächst einen Überblick über die historisch gewachsenen Strukturen Sheffields und erläutert die Merkmale des ökonomischen Niedergangs der „old industries“ speziell in den 1970er und 1980er Jahren. Darauf basierend wird die Methodik diskutiert, mit der die regionale Politik und Wirtschaft die sozioökonomischen Krisentendenzen zu meistern versuchte.

Leseprobe


Inhalt

1 Einleitung

2 Der historische Kontext von Sheffield

3 Der ökonomische Niedergang der „old industries“

4 Wege aus der Krise

4.1 Vom „municipal labourism“ zur „radical era“

4.2 Das Aufblühen der „public-private partnerships“

4.2.1 Die Universiade 1991

4.2.2 Cultural industries quarter (CIQ)

4.2.3 Regenerierung des Stadtzentrums

4.3 Sozio-ökonomische Auswirkungen

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Strukturwandel der Stadt Sheffield von einer industriell geprägten "Steel city" hin zu einem modernen Wirtschaftsstandort und analysiert dabei kritisch die Wirksamkeit politischer Regenerationsstrategien.

  • Historische Entwicklung der industriellen Basis in Sheffield
  • Ursachen und Auswirkungen des Niedergangs der „old industries“
  • Politischer Paradigmenwechsel von „municipal labourism“ zu „public-private partnerships“
  • Analyse städtebaulicher Leuchtturmprojekte und deren sozio-ökonomische Effekte
  • Bewertung der langfristigen ökonomischen Regenerationserfolge

Auszug aus dem Buch

3 Der ökonomische Niedergang der „old industries“

Die Metallindustrie Sheffields erlangte ihre internationale Vormachtstellung laut HAYTER & PATCHELL (1993:1430) sowohl durch die Hochwertigkeit ihrer Produkte als auch durch eine ausgeprägte Innovationsfähigkeit. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die positive Entwicklung des Standortes Sheffield weiterhin durch die enorme Nachfrage nach Metallprodukten während der zwei Weltkriege gefördert (LAWLESS 1990:134). Gebremst wurde diese Entwicklung in den 60er und 70er Jahren, als die Nachfrage nach Metallwaren stagnierte. Insbesondere das Investitionsvolumen aus den Bereichen Automobil-, Schiffs- und Flugzeugbau nahm in diesem Zeitraum stetig ab (TWEEDALE 1995:339). Flankiert wurde der Niedergang durch eine zunehmende Konkurrenz aus Deutschland, Frankreich, Japan und auch Schwellenländern wie Brasilien. So entwickelte sich laut TWEEDALE (1993:337) das Vereinigte Königreich innerhalb von 25 Jahren vom größten Rohstahlexporteur (1950) zu einem Netto-Importeur (1975). In diesem Zeitraum gingen auch ca. 48.000 Arbeitsplätze in der Metallindustrie Sheffields verloren (DARKE 1993:231).

Allerdings fand der rapide sozio-ökonomische Einbruch erst Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre statt. Trotz der schleichenden Krise waren bis zu dieser Zeit noch 40 % der Arbeitsplätze im Metall- und Bergbausektor angesiedelt. Der globale Marktbedarf für Metallwaren war allerdings damals an einem Tiefpunkt angelangt. Zudem betont LAWLESS (1990:138), dass die Politik der Thatcher-Regierung besonders alte Industrien traf. Ein überbewerteter Pfund, ein hoher Zinssatz und immense Einsparungen an Infrastruktur-Investitionen flankierten den Niedergang vieler „old industries“ Englands.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Strukturwandels altindustrieller Metropolen ein und definiert Sheffield als zentrales Fallbeispiel für notwendige politische Neuausrichtungen.

2 Der historische Kontext von Sheffield: Das Kapitel beschreibt den historischen Aufstieg Sheffields zur weltbekannten „Steel city“ und die Bedeutung der Stahlindustrie für die städtische Entwicklung.

3 Der ökonomische Niedergang der „old industries“: Hier werden die Gründe für den industriellen Zusammenbruch, insbesondere die zunehmende globale Konkurrenz und die Auswirkungen der Thatcher-Politik, analysiert.

4 Wege aus der Krise: Dieses Kapitel erörtert den politischen Kurswechsel, die Implementierung neuer Governance-Strukturen und die spezifische Wirkung von Flaggschiff-Projekten auf die Stadterneuerung.

4.1 Vom „municipal labourism“ zur „radical era“: Das Kapitel beleuchtet den historischen Übergang der lokalen Politik von gewerkschaftlich geprägter Sozialpolitik hin zu einem neuen wirtschaftsorientierten Verständnis.

4.2 Das Aufblühen der „public-private partnerships“: Es wird die Etablierung neuer Kooperationsmodelle zwischen Staat und Privatwirtschaft zur Steuerung der Stadtentwicklung dargestellt.

4.2.1 Die Universiade 1991: Die Analyse dieses Sportgroßereignisses hinterfragt die tatsächlichen sozio-ökonomischen Mehrwerte gegenüber den hohen finanziellen Belastungen für die Kommune.

4.2.2 Cultural industries quarter (CIQ): Das Kapitel untersucht die Strategie der Förderung von Kreativindustrien als Motor für die städtische Revitalisierung.

4.2.3 Regenerierung des Stadtzentrums: Hier wird die Rolle der „urban development company“ „Sheffield One“ bei der Aufwertung des Stadtzentrums durch gezielte Immobilienprojekte diskutiert.

4.3 Sozio-ökonomische Auswirkungen: Dieser Abschnitt bilanziert die bisherigen Erfolge und Probleme der Regenerationsmaßnahmen, insbesondere hinsichtlich Arbeitsmarkt und Sozialstruktur.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass lokale Regenerationsstrategien zwar Teilerfolge erzielen können, eine umfassende Lösung des Strukturwandels jedoch langfristiger Kooperation bedarf.

Schlüsselwörter

Strukturwandel, Sheffield, Stahlindustrie, old industries, public-private partnership, urban regeneration, municipal labourism, Universiade 1991, Cultural industries quarter, Stadtentwicklung, Thatcher-Ära, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstandort, Deindustrialisierung, Regionalstudien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den massiven sozio-ökonomischen Strukturwandel der englischen Stadt Sheffield von einer industriellen Schwerpunktregion hin zu einer modernen Dienstleistungs- und Kulturstadt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die industrielle Historie Sheffields, die Ursachen des ökonomischen Niedergangs sowie die verschiedenen stadtpolitischen Strategien zur wirtschaftlichen Regeneration.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Erfolg und die Grenzen politisch induzierter Regenerationsprojekte in Sheffield, wie z.B. durch öffentliche-private Partnerschaften, kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine fundierte Literaturanalyse und wertet regionale statistische Daten sowie Fallstudien aus, um die Wirksamkeit politischer Steuerungsinstrumente zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse der Krisenursachen in der Metallindustrie sowie eine detaillierte Auswertung städtebaulicher Leuchtturmprojekte und deren Auswirkungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie „public-private partnership“, „Strukturwandel“, „old industries“, „Regeneration“ und „urban governance“.

Wie effektiv war die Ausrichtung der Universiade 1991 für Sheffield?

Obwohl die Sportanlagen internationalem Standard entsprachen, zeigt die Analyse, dass die hohen Kosten für die Kommune und die nachfolgende Kreditlast die positive Außenwirkung des Ereignisses ökonomisch relativierten.

Warum wird das „Cultural industries quarter“ kritisch gesehen?

Kritiker bemängeln, dass die Ansiedlung auf staatliche Unterstützung angewiesen blieb und eine integrative Planungsstrategie für eine nachhaltige Kulturentwicklung über lange Zeit fehlte.

Hat der wirtschaftliche Wandel soziale Disparitäten beseitigt?

Nein, der Wandel führte teilweise zu einer Verschärfung der Disparitäten zwischen einem intensiv geförderten Stadtzentrum und den benachteiligten Gebieten im Osten der Stadt.

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Details

Titel
Sheffield: Von der niedergehenden Stahlschmiede zur wohlhabendsten Region des Landes?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Regionalstudien II
Note
1,7
Autor
Stefan Witzmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V57890
ISBN (eBook)
9783638522120
ISBN (Buch)
9783656812845
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sheffield Stahlschmiede Region Landes Regionalstudien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Witzmann (Autor:in), 2006, Sheffield: Von der niedergehenden Stahlschmiede zur wohlhabendsten Region des Landes?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57890
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Leseprobe aus  16  Seiten
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