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Kinder brauchen Erziehung - Rezension

Title: Kinder brauchen Erziehung - Rezension

Literature Review , 2006 , 8 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Florian Rößle (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Destruktives durch eine geglückte, also spannungsfreie, Mutter - Kind Bindung relativ einfach zu verhindern sei. Dieser Position kann sich Ahrbeck nicht anschließen (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 30). Im folgenden Kapitel beschäftigt sich Ahrbeck nun mit neueren Erkenntnissen der Säuglings- und Kleinkindforschung. Hierbei beruft er sich vor allem auf Schriften von Dornes (Dornes, 1996) und fasst deren Aussagen wie folgt zusammen: „Der Säugling gilt nicht mehr als ein passives Triebwesen, dass in erster Linie hilflos und abhängig ist, sondern von Anfang an als beziehungsfähig und mit einer Vielzahl von Kompetenzen ausgestattet.“ (Ahrbeck, 2004, S. 31). Nach einer kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorgehenswiese der Säuglingsforschung, setzt sich Ahrbeck kritisch mit dieser auseinander. Der für ihn entscheidende Kritikpunkt ist erneut die Ausblendung der Triebe: „Der kompetente Säugling leidet nicht, ist nicht in sich zerrissen, er funktioniertwie ein kleiner Erwachsener.“ (Ahrbeck, 2004, S. 48). Des weiteren missfällt ihm der zunehmende Einfluss der Naturwissenschaften auf primär geistes-und gesellschaftswissenschaftliche Problembereiche (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 49). Anschließend nimmt er sich der 68er Bewegung und der daraus resultierten Erziehungsziele und Methoden an. Deren scheitern will er exemplarisch anhand des aktuellen pädagogischen Umgangs mit Kindern und Jugendlichen in extremen Lebenssituationen zeigen, da sich seiner Meinung nach vor allem in diesem Arbeitsfeld die alten Ideale unreflektiert bis heute gehalten hätten (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 58). Hierzu greift er das Thema der Jugendkriminalität heraus. Hier zeige sich anhand extrem delinquenter Jugendlicher ein zeittypisches Problem: „Es ist das einer Erwachsenengeneration, die sich ihres eigenen Erziehungsauftrages unsicher geworden ist. Mit ‚Erziehungsvergessenheit’ lässt es sich grob, aber zutreffend umreißen.“ (Ahrbeck, 2004, S. 60). Diese Erziehungsvergessenheit der Eltern fördere delinquentes Verhalten. Aufgrund von Prinzipien wie dem der Freiwilligkeit oder der Ansicht Kinder und Jugendliche seinen Experten ihres Lebens, sei es den entsprechenden sozialpädagogisch tätigen nicht möglich adäquat zu intervenieren und extrem delinquenten Jugendlichen zu helfen (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 65ff). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zentrale Aussagen Ahrbecks

2. Aufbau, Sprache und Sekundärliteratur bei Ahrbeck

3. Kritikpunkte an Ahrbecks Thesen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Textanalyse setzt sich kritisch mit Bernd Ahrbecks Werk „Kinder brauchen Erziehung“ (2004) auseinander, um dessen zentrale Thesen zum vermeintlichen Rückzug von Eltern und Erziehern aus der pädagogischen Verantwortung zu hinterfragen und den inhaltlichen Aufbau sowie die Argumentationsweise des Autors zu bewerten.

  • Analyse der pädagogischen Grundposition Ahrbecks im Kontext von Psychoanalyse und Erziehung.
  • Kritische Betrachtung von Ahrbecks Umgang mit aktueller Säuglingsforschung und Systemtheorie.
  • Diskussion gesellschaftlicher Phänomene wie Jugendkriminalität, Globalisierung und Ökonomisierung sozialer Bereiche.
  • Reflexion über die Rolle von Erziehungszielen und den Generationenbegriff.
  • Kritische Würdigung der sprachlichen Qualität und der Argumentationslogik des Werkes.

Auszug aus dem Buch

1. Zentrale Aussagen Ahrbecks

Ahrbeck versucht in seinem Werk eine begründete Gegenposition, zum seiner Ansicht nach weit verbreiteten Rückzug von Erziehern und Eltern aus dem Erziehungsgeschehen, einzunehmen und zu verdeutlichen weshalb dies der falsche Weg ist. Hierzu beschreibt er zunächst die Erziehung im Nationalsozialismus anhand eines ausgewählten Werkes von Haarer (Haarer, 1941) und erörtert daraufhin den Umgang mit dieser Thematik anhand eines aktuellen Werkes von Sigrid Chamberlain (Chamberlain, 1997).

Nach der Darstellung der autoritär - unterdrückenden Erziehungsmethoden die Haarer fordert, beispielsweise, dass mit der „Befriedigung der biologischen Grundbedürfnisse (...) eine hinreichende psychische Versorgung verbunden“ (Ahrbeck, 2004, S. 16) sei, verurteilt er diese klar (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 15 ff.). Nun geht er auf das Werk Chamberlains ein. Er kritisiert hieran vor allem, dass zur Gegenüberstellung mit Haarers Forderungen Ergebnisse der neueren Säuglingsforschung verwendet werden. Dies führe dazu, dass innere Konflikte der Mutter als auch des Kindes unter den Tisch fallen, da das Hauptaugenmerk auf Aspekten der Bindung zwischen Mutter und Kind gerichtet sei (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 23 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zentrale Aussagen Ahrbecks: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Kernargumente Ahrbecks, von seiner Kritik an der Säuglingsforschung bis hin zur Analyse der 68er-Bewegung und der Ökonomisierung sozialer Arbeit.

2. Aufbau, Sprache und Sekundärliteratur bei Ahrbeck: Hier wird der innere Aufbau des rezensierten Werkes hinterfragt und der Schreibstil des Autors sowie seine Verwendung von Quellen bewertet.

3. Kritikpunkte an Ahrbecks Thesen: Der Verfasser setzt sich in diesem Abschnitt kritisch mit Ahrbecks Beispielen zur Jugendhilfe und Ganztagsbetreuung auseinander und weist dessen Verallgemeinerungen zurück.

Schlüsselwörter

Bernd Ahrbeck, Kinder brauchen Erziehung, Erziehungswissenschaft, Psychoanalyse, pädagogische Verantwortung, Systemtheorie, radikaler Konstruktivismus, Jugendkriminalität, Ganztagsbetreuung, Säuglingsforschung, Globalisierung, Individualisierung, Elternschaft, Rezension, Bildungs- und Sozialpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Rezension im Kern?

Die Arbeit analysiert kritisch Bernd Ahrbecks Buch „Kinder brauchen Erziehung“, in dem dieser einen Rückzug von Eltern und Erziehern aus ihrer pädagogischen Pflicht beklagt.

Welche Themenfelder stehen dabei im Fokus?

Die Analyse beleuchtet Erziehungsmethoden, die Bedeutung von Bindungstheorien, den Einfluss gesellschaftlicher Trends wie der Ökonomisierung sowie die Rolle von Erziehungsinstitutionen.

Was ist das primäre Ziel des Verfassers?

Ziel ist es, die Thesen Ahrbecks nicht nur darzustellen, sondern sie einer fachlichen Prüfung zu unterziehen und die Schlüssigkeit seiner Argumentation kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?

Es handelt sich um eine Textanalyse und Rezension, die auf der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Werk sowie der kritischen Prüfung der vom Autor verwendeten Argumente und Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der logische Aufbau des Buches bewertet, die verwendete Sprache untersucht und spezifische Kritikpunkte an Ahrbecks Thesen, etwa zur Ganztagsbetreuung, erörtert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erziehungsauftrag, Psychoanalyse, pädagogische Verantwortung, Konstruktivismus und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen.

Wie bewertet der Verfasser Ahrbecks Kritik an der „KIDS“-Einrichtung?

Der Verfasser sieht Ahrbecks Kritik als überzogen an und betont, dass Ahrbeck den pädagogischen Wert des Beziehungsaufbaus bei delinquenten Jugendlichen unterschätzt.

Was entgegnet der Verfasser Ahrbecks Argumentation zur Ganztagsbetreuung?

Der Verfasser kritisiert Ahrbeck scharf dafür, Eltern pauschal soziale Interessen und den Wunsch nach „Freiheit von Kindern“ zu unterstellen, und verweist auf die Lebensrealität berufstätiger Eltern.

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Details

Title
Kinder brauchen Erziehung - Rezension
College
University of Augsburg
Grade
2,5
Author
Florian Rößle (Author)
Publication Year
2006
Pages
8
Catalog Number
V57964
ISBN (eBook)
9783638522717
ISBN (Book)
9783656798743
Language
German
Tags
Kinder Erziehung Rezension
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Rößle (Author), 2006, Kinder brauchen Erziehung - Rezension, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57964
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