In der Arbeit wird die Geschichte der afroamerikanischen Sklaven skizziert, wobei der Fokus auf ihrer Musik und Kultur liegt. Damit einhergehen sowohl die Frage nach dem Grund für den Gesang als auch die Erarbeitung der wichtigsten Arten der Black Music, die in Zusammenhang mit der Sklaverei stehen.
Zunächst gibt der Autor einen Überblick über den historischen Kontext. Hierfür wird die Plantagenwirtschaft thematisiert. Anschließend werden die Themen Religion und Kultur der Afroamerikaner aufgriffen und es wird auf die Veränderungen innerhalb dieser Elemente durch die Sklaverei Bezug genommen. Danach wird die Afroamerikanische Musik behandelt und hierfür die Kategorien Spiritual, Work Song und Blues aufgegriffen. Des Weiteren beschäftigt sich der Autor mit der Frage nach der Musik als Sprache der Sklaven. Dabei soll geklärt werden, in welchen Kontexten die Sklaven Musik und insbesondere Gesang genutzt haben und welche Funktionen die Musik erfüllte. Abschließend wird Bezug auf den Gesang im Film "12 Years a Slave" genommen und erläutert, in welchen Momenten der Film mit Work Songs arbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historischer Kontext
3 Die Plantage als Faktor für die Sklaverei
4 Religion und Kultur
5 Schwarze Musik
5.1 Spirituals
5.2 Work Songs
5.3 Blues
6 Musik als Sprache der Sklaven?
7 Gesang im Film „12 Years a Slave“
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Musik und des Gesangs im Leben der Sklaven in Amerika, analysiert deren soziale und funktionale Bedeutung sowie die Entwicklung spezifischer Genres im Kontext der Unterdrückung.
- Historische Einbettung der Sklaverei und die Rolle der Plantagenwirtschaft.
- Theologische und soziale Bedeutung von Spirituals als Ausdruck von Hoffnung und Widerstand.
- Funktion von Work Songs zur Arbeitsorganisation und emotionalen Bewältigung.
- Analyse der Musik als Kommunikationsmittel und Identitätsstifter.
- Vergleichende Betrachtung von Gesangsszenen im Film "12 Years a Slave".
Auszug aus dem Buch
5.2 Work Songs
Schon vor der Versklavung afrikanischer Menschen war es Tradition, bei der Arbeit auf den Baumwollfeldern zu singen. Jeder Arbeiter konnte bei Bedarf nach seinem eigenen Rhythmus singen, da das Pflücken der Baumwolle in Einzelarbeit erfolgte. Nahm ein Arbeiter eine Melodie auf, stimmten andere Arbeiter mit ein und sobald eine Melodie zu Ende gesungen war, „wurde sie von einem anderen aufgenommen, und dann wieder von einem nächsten, und so ging es weiter, bis einige dann im Chor sangen“ (Oliver 1978: 29f.).
Diese „holler“ beschränkten sich nicht nur auf die Baumwollplantagen, sondern sie waren bei sämtlichen Arbeiten, verteilt auf das ganze Jahr zu hören. Die Holler unterscheiden sich je nach Art der Arbeit und besonders je nach Sänger, da jeder Arbeiter individuelle Elemente in die Gestaltung eines Hollers einfließen ließ.
Dennoch lassen sich mehrere Grundmuster erkennen, „die sich teilweise […] auf Tonhöhen und Klangelemente der afrikanischen Sprache zurückführen lassen“ (Oliver 1978: 31). Nach Southern (1971: 16) ist die Mischung aus feststehenden und improvisierten Liedelementen das konstanteste Element afrikanischer Lieder. Sie erlauben es, dass Lieder an bestimme Situationen, wie bei der Arbeit der Sklaven, angepasst werden können und gleichzeitig traditionelle Komponenten nicht verloren gehen. Der Refrain bleibt dabei in der Regel bestehen, sodass es auch für die anderen Sklaven möglich ist, in das Lied mit einzustimmen (vgl. Southern 1971: 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das Thema der Sklavenmusik vor und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Historischer Kontext: Analysiert die menschenunwürdigen Bedingungen des Sklavenhandels, die Entsozialisierung und den Verlust kultureller Identität.
3 Die Plantage als Faktor für die Sklaverei: Beschreibt die Plantagenwirtschaft als ökonomischen Motor der Sklaverei und die harten Arbeitsbedingungen.
4 Religion und Kultur: Untersucht afrikanische religiöse Wurzeln und deren Transformation durch christliche Einflüsse innerhalb der Sklavengemeinschaft.
5 Schwarze Musik: Beleuchtet die Funktion von Musik als verbindendes Element, unterteilt in Spirituals, Work Songs und Blues.
6 Musik als Sprache der Sklaven?: Diskutiert Musik als Mittel zur Bewältigung der Arbeit, zur nonverbalen Kommunikation und zur Wahrung der kulturellen Wurzeln.
7 Gesang im Film „12 Years a Slave“: Analysiert die filmische Darstellung von Work Songs und deren Bedeutung in der Lebenswelt von Solomon Northup.
8 Fazit: Fasst zusammen, wie Musik den Sklaven als notwendiges Ventil für Gefühle und zur Erhaltung ihrer Menschlichkeit diente.
Schlüsselwörter
Sklaverei, Schwarze Musik, Spirituals, Work Songs, Blues, Plantagenwirtschaft, Musikfunktion, Widerstand, Identität, Call-Answer-Schema, 12 Years a Slave, afrikanische Traditionen, Sozialgeschichte, Unterdrückung, Hoffnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Gesang und Musik für Sklaven in Amerika, wobei insbesondere die verschiedenen Musikformen und ihre sozialen Funktionen analysiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der historische Kontext der Sklaverei, die Rolle der Religion und Kultur, sowie die spezifischen Genres Spirituals, Work Songs und Blues.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Geschichte schwarzer Sklaven durch den Fokus auf ihre Musik und Kultur zu beleuchten und zu klären, warum Gesang so essenziell für ihr Überleben war.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer und musikwissenschaftlicher Quellen sowie eine inhaltliche Untersuchung von Filmausschnitten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Betrachtung der afrikanischen religiösen Wurzeln, die detaillierte Analyse der Musikgenres und die filmwissenschaftliche Untersuchung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Sklavenmusik, Call-Answer-Schema, kulturelle Identität, soziale Artikulation und der funktionale Charakter der Musik in der Sklaverei.
Wie unterscheidet sich der Spiritual vom Work Song in seiner Funktion?
Während Spirituals primär religiöse Aspekte und die Hoffnung auf ein besseres Jenseits thematisieren, dienten Work Songs hauptsächlich der Arbeitsrhythmisierung und der kurzfristigen Bewältigung des Arbeitsalltags.
Welche Rolle spielt der Film "12 Years a Slave" bei der Untersuchung?
Der Film dient als konkretes Beispiel, um zu illustrieren, wie Musik in verschiedenen Situationen – von der Arbeit bis zur Beerdigung – zur Bewältigung von Trauma und Gemeinschaftsbildung eingesetzt wurde.
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- Miriam Zaunbrecher (Author), 2017, Sklaverei und Black Music. Die Entwicklung der Afroamerikanischen Musik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584636