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Die Theodizee-Frage. Warum lässt Gott Leid zu?

Mögliche Ansätze zur Klärung der Theodizee-Frage und der Verteidigung des Theismus mit Hilfe der Willensfreiheit

Titel: Die Theodizee-Frage. Warum lässt Gott Leid zu?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: David Knobelspies (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Insbesondere in Momenten persönlicher Leiderfahrungen, seien es die Folgen seelischen Leids, von Kriegen, Unfällen, Naturkatastrophen oder Pandemien wie sie bspw. im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aufgetreten sind, schließen Religionskritiker und Atheisten aus der Existenz des Leids und der Übel in der Welt darauf, dass es keinen Gott geben kann, der über allem steht und scheinbar nichts dagegen unternimmt.

Professor für Katholische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, Dr. Herbert Rommel, führt das Problem mit Hilfe zweier unterschiedlich starken Formulierungen auf: Starke Formulierung: Kann es angesichts des Übels in der Welt (überhaupt) einen guten Gott geben? Schwache Formulierung: Wie lässt sich der gute Gott angesichts des Übels in der Welt rechtfertigen?

Unter den Prämissen, dass es Leid in der Welt gibt und ein gütiger, liebender und allmächtiger Gott existiert, ergibt sich die Brisanz des Theodizee-Problems dadurch, dass es auf der einen Seite die moralische Verpflichtung Gottes wäre, das Übel zu beseitigen, es andererseits aber ein phänomenales Faktum ist, dass Leid in der Welt existiert. Genau hierin besteht der logische Widerspruch der Theodizee-Problematik. Gibt es möglicherweise Gründe dafür, dass Gott trotz seiner Liebe, Güte und Allmacht Leid und Übel in der Welt zulässt?

Unter der Vielzahl von Theologen, Philosophen und Religionskritikern, die sich mit dem Kern dieser Problematik auseinander setzten und setzen, geht dieses Werk explizit auf die sogenannte „Free-Will-Defence-Argumentation“ ein, wonach das Argument der sogenannten Willensfreiheit handelnder Wesen als möglicher Lösungsansatz zum einen aus Sicht des Theologen und Philosophen Richard Swinburne und zum anderen aus Sicht des Philosophen und Religionskritikers John Leslie Mackie näher beleuchtet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die Theodizee – Frage

2.1 Etymologie – Wortherkunft der neuzeitlichen Theodizee

2.2 Woraus sich die Theodizee-Problematik ergibt

3) Mögliche Ansätze zur Klärung des Theodizee-Problems

3.1 Der Ansatz von Richard Swinburne auf Basis der Free-Will-Defence-Argumentation

3.2 Der Ansatz von John Leslie Mackie mit seiner religionskritischen Studie: „Das Wunder des Theismus – Argumente für und gegen die Existenz Gottes“

4) Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Theodizee-Problematik vor dem Hintergrund von Leid und Katastrophen und analysiert, inwiefern die menschliche Willensfreiheit als Verteidigung für die Existenz Gottes bei gleichzeitigem Vorhandensein von Übel dienen kann.

  • Grundlagen und Etymologie der Theodizee-Frage
  • Die Free-Will-Defence-Argumentation nach Richard Swinburne
  • Die religionskritische Position von John Leslie Mackie
  • Der Zusammenhang zwischen Gottes Allmacht und dem menschlichen freien Willen
  • Persönliche Reflexion zur Vereinbarkeit von Glauben und Leid

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Ansatz von Richard Swinburne auf Basis der Free-Will-Defence-Argumentation

Unter den genannten Gesichtspunkten bleibt bzgl. der Free-Will-Defence-Argumentation die Existenz natürlicher Übel letztlich ungeklärt. Richard Swinburne weitet daher in seinem Lösungsansatz die Free-Will-Defence-Theorie auch auf die Übel natürlichen Ursprungs aus.

Im Folgenden wird nun ein möglicher Ansatz betrachtet, der sich damit auseinandersetzt, wie auch angesichts allen Übels ein Gottesglaube erwachsen und auf die Existenz Gottes geschlossen werden kann. Die Basis für die folgenden Gedanken bildet dabei einmal mehr die kritische Frage danach, ob ein gütiger Gott nicht eine bessere, andere Schöpfung, als jene, wie sie vorzufinden ist, hätte erschaffen müssen.

Der Philosoph und Theologe Richard Swinburne konstatiert dazu ähnlich, wie auch bereits Leibniz, dass die existierende Welt trotz allen Übels bzw. sogar eben deshalb gleichzeitig die Beste aller möglichen Welten ist. Mit seinen Überlegungen über den Sinn des allgegenwertigen Übels versucht er so die bestehende Welt zu rechtfertigen.

Um diesen Gedanken nachvollziehen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass Swinburne dabei zunächst eine fiktive Welt vor Augen hat, in denen er quasi von einer Schöpfung ausgeht, die frei von jeglichem Übel und Leid ist. Dabei kommt Swinburne zu dem Schluss, dass die reale Welt trotz allen Übels letztlich Vorzüge gegenüber einer fiktiven vermeintlich besseren Welt ohne Übel hat. Wenn es handelnden Wesen selbst möglich sein soll, zu entscheiden, ob sie Leid herbeiführen oder verhindern wollen, müssen sie gleichzeitig wissen, wie Übel herbeigeführt oder verhindert werden kann. Logische Konsequenz dessen ist, nach Swinburne, dass die Existenz von Übel dazu vorausgesetzt werden muss. Wenn Menschen quasi selbst die Entscheidungsfreiheit haben sollen, sowohl kurzfristig als auch langfristig über Generationen hinweg, Leid herbeizuführen, oder eben abzuwenden, dann muss Leid allgemein existent sein, um eine Erkenntnisgewinnung zu ermöglichen und damit Menschen in der Folge entsprechend handeln können.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand aktueller Beispiele wie der Corona-Pandemie und Naturkatastrophen das menschliche Leid und führt in die existenzielle Frage ein, wie ein gütiger Gott solches Übel zulassen kann.

2) Die Theodizee – Frage: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs der Theodizee und analysiert die logischen Widersprüche, die sich aus der gleichzeitigen Annahme eines gütigen Gottes und der Existenz von Übel in der Welt ergeben.

3) Mögliche Ansätze zur Klärung des Theodizee-Problems: Hier werden die konträren Positionen von Richard Swinburne, der die Freiheit als hohes Gut verteidigt, und John Leslie Mackie, der die Theodizee-Argumentation kritisch hinterfragt, gegenübergestellt.

4) Persönliches Fazit: Der Autor reflektiert die dargestellten Theorien und kommt zu dem Schluss, dass trotz theoretischer Ungenügsamkeit der Fokus auf Solidarität und dem praktischen Handeln gegen das Leid liegen sollte.

Schlüsselwörter

Theodizee, Leid, Gott, Willensfreiheit, Free-Will-Defence, Richard Swinburne, John Leslie Mackie, Existenz Gottes, Moral, Naturkatastrophen, Religionskritik, Theismus, Gotteserkenntnis, Ethik, Schöpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der klassischen philosophischen und theologischen Frage, wie die Existenz eines gütigen und allmächtigen Gottes mit der massiven Präsenz von Leid und Übel in der Welt vereinbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Theodizee-Problematik, die Rolle der menschlichen Willensfreiheit, das Verhältnis zwischen Gottes Allmacht und menschlicher Verantwortung sowie die religionskritische Auseinandersetzung mit dem Gottesbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung der sogenannten „Free-Will-Defence“-Argumentation, um zu verstehen, ob menschliche Freiheit als Rechtfertigung für göttliches Handeln bzw. Zulassen von Leid dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine vergleichende philosophische Erörterung der Werke von Richard Swinburne und John Leslie Mackie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Positionen zur Willensfreiheit und deren logische Konsequenzen für das Gottesbild sowie die kritische Reflexion dieser Argumente durch beide Philosophen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Theodizee, Willensfreiheit, Gottesbild, Leid, Free-Will-Defence und Religionskritik.

Wie bewertet der Autor Swinburnes Ansatz?

Der Autor neigt Swinburnes Lösungsansatz zu, da dieser das Leid als notwendige Voraussetzung für eine genuine, freie Gottesbeziehung und ein verantwortungsvolles menschliches Handeln interpretiert.

Was hält Mackie der Free-Will-Defence-Theorie entgegen?

Mackie argumentiert, dass diese Theorie das Problem nicht löst, sondern lediglich verschiebt, und dass sie letztlich zu einem eingeschränkten Gottesbegriff führt, der den traditionellen Allmachtsanspruch untergräbt.

Welches Fazit zieht der Autor zur praktischen Relevanz?

Der Autor betont, dass ungeachtet der theoretischen Debatte das praktische, solidarische Handeln gegen das Leid im Alltag eine höhere Priorität haben sollte als die rein spekulative Problemlösung.

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Details

Titel
Die Theodizee-Frage. Warum lässt Gott Leid zu?
Untertitel
Mögliche Ansätze zur Klärung der Theodizee-Frage und der Verteidigung des Theismus mit Hilfe der Willensfreiheit
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Religious Themes in Literature and other Media
Note
1,0
Autor
David Knobelspies (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V585143
ISBN (eBook)
9783346186126
ISBN (Buch)
9783346186133
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gott - Leid - Mensch Theodizee Richard Swinburne John Leslie Mackie Willensfreiheit Free-Will-Defence Theodizee-Frage Gott und das Leid Warum lässt Gott Leid zu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Knobelspies (Autor:in), 2017, Die Theodizee-Frage. Warum lässt Gott Leid zu?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585143
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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