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Die Jugendweihe in der DDR und in den heutigen neuen Bundesländern

Titel: Die Jugendweihe in der DDR und in den heutigen neuen Bundesländern

Seminararbeit , 2002 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Martin Hewner (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Jugendweihe hat in seiner 150 jährigen Geschichte viele Wandlungen und Instrumentalisierungen erlebt. Entstanden als Ersatzveranstaltung für die Konfirmation in freireligiösen Gemeinden wurde sie von vielen Trägern, wie zum Beispiel den Freidenkern oder der Arbeiterbewegung aufgegriffen. Doch nur in der DDR erlangte sie die Stellenwert eines gesellschaftlichen Familienfestes mit über 90% Beteiligung der entsprechenden Altersjahrgänge. Das sie diesen Stellenwert durch staatlichen Druck und Unterstützung erreichte sowie eine hohe ideologische und machtpolitische Bedeutung hatte, diskreditiert sie in den Augen vieler heutiger Beobachter. Doch die Teilnehmerzahlen an den Jugendweihen in den neuen Bundesländern betragen in den letzten Jahren immer konstant hohe Zahlen von ca. 100000 (50%). Wenn dies auch nicht den Teilnehmerzahlen aus den Zeiten vor 1989 entspricht, so sind sie doch weit höher als bei den kirchlichen Übergangsfeiern. Die Jugendweihe ist auch heute noch eine gesellschaftlich akzeptierte Feier in den neuen Bundesländern und somit ein speziell ostdeutsches Phänomen, da die Jugendweihe in den alten Bundesländern nur von einer kleinen Minderheit gefeiert wird. Dies wird vor allem von kirchlicher Seite kritisiert und sorgt bei vielen, mit Hinweis auf die DDR-Vergangenheit, für Unmut. Um einen Einblick in diese Problematik zu bekommen soll es in dieser Arbeit um die Frage gehen, in wie weit hat die heutige Jugendweihe in den neuen Ländern etwas mit der Jugendweihe in der DDR gemeinsam? Dazu wurden bestimmte markante Elemente der Jugendweihe untersucht, wie Organisation, Durchführung sowie Anliegen und Sinn der Jugendweihe. Der Arbeit ist ein kurzer Abriss über die Entstehung und Vorgeschichte der Jugendweihe vorangestellt, der zum besseren Verständnis des Themas und genaueren Beurteilung der Legitimationsargumente der heutigen Jugendweihever-
anstalter betragen soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Intention der Jugendweihe sowie ihre Entwicklung bis 1945

3. Die Jugendweihe in der DDR

3.1. Die Einführungsphase der Jugendweihe

3.2. Organisation und Durchführung der Jugendweihe

3.3. Zusammenfassung zur DDR-Jugendweihe

4. Die Jugendweihe in den neuen Bundesländern

4.1. Veranstalter von Jugendweihen

4.2. Interessenverein für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e.V.

4.2.1. Entstehung des Vereins

4.2.2. Organisation des Vereins

4.3. Durchführung der Jugendweihe

4.4. Sinn und Zweck der Jugendweihe heute

5. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendweihe, mit dem zentralen Ziel zu klären, inwieweit die heutige Praxis in den neuen Bundesländern Kontinuitäten zur Jugendweihe in der DDR aufweist. Dabei stehen die organisationale Struktur, die Durchführung sowie der Sinn und Zweck des Rituals im Fokus.

  • Historischer Ursprung und Wandlungsprozesse der Jugendweihe seit 1852.
  • Staatliche Instrumentalisierung der Jugendweihe in der DDR zur Machtsicherung.
  • Die organisatorische Neuausrichtung und Konsolidierung des Interessenvereins für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e.V. nach 1990.
  • Vergleich der heutigen Durchführung und ideologischen Neutralität mit der DDR-Praxis.
  • Analyse der Jugendweihe als Ausdruck ostdeutscher Identitätsfindung und Familienkultur.

Auszug aus dem Buch

3.2. Organisation und Durchführung der Jugendweihe

Die Organisation der Jugendweihefeiern wurde von Jugendweiheausschüssen übernommen. Entsprechend der Gliederung der DDR in Kreise und Bezirke gab es in jeder Verwaltungseinheit jeweils einen Kreis beziehungsweise Bezirksausschuss für Jugendweihe sowie weitere Ortsausschüsse, so dass eine Organisationsnetz von ca. 5500 Ausschüssen (1989) bestand. Diese nahmen die Teilnahmeanträge zur Jugendweihe an und organisierten in ihren Gebieten die Jugendweihefeiern, das heißt sie planten wann und wo die Feier der einzelnen Jugendweihegruppen, meist bestanden diese aus den Schülern der 8. Klassen einer Schule, stattfanden. Zudem bereiteten sie diese öffentlichen Feiern vor und luden die Festredner, Künstler und weiteren Personen ein, die mit ihren Beträgen oder Reden das Rahmenprogramm der jeweiligen Feier bildeten. Die größte Zahl Helfer bei der Organisation arbeiteten ehrenamtlich. Der Zentrale Ausschuss für Jugendweihe (ZAJ) in Berlin leitete all diese Ausschüsse als oberste Instanz. Er war der Abteilung Volksbildung im Zentralkomitee der SED unterstellt und arbeitete entsprechend bestimmter politischer Vorgaben durch die SED den jeweils gültigen Themenplan für die Jugendstunden aus und gab das jeweils aktuelle Geschenkbuch heraus, dass jeder Jugendweihling in seiner Jugendweihefeier bekam.

Da alle Veranstaltungen und Feiern der Jugendweiheausschüsse unentgeltlich waren, war die Finanzierung vor allem durch staatliche Zuschüsse, Patenverträgen mit Betrieben und der schon erwähnten Ehrenamtlichkeit der meisten Helfer gesichert. Soviel zur organisatorischen Seite der Jugendweihe. Um einen möglichst guten Vergleich der Jugendweihe in der DDR mit der Jugendweihe in den heutigen neuen Bundesländern herzustellen, soll jetzt eine kurze Skizzierung der typischen Merkmale der DDR-Jugendweihe folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die 150-jährige Geschichte der Jugendweihe und führt in die Fragestellung ein, inwieweit die heutige Jugendweihe in den neuen Bundesländern mit der in der DDR vergleichbar ist.

2. Entstehung und Intention der Jugendweihe sowie ihre Entwicklung bis 1945: Dieses Kapitel beschreibt die Ursprünge der Jugendweihe als Ersatz für kirchliche Riten in freireligiösen Gemeinden und ihre zunehmende politische Instrumentalisierung durch verschiedene Akteure bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

3. Die Jugendweihe in der DDR: Das Kapitel analysiert die staatliche Durchsetzung und Ausgestaltung der Jugendweihe als Instrument zur politischen Indoktrination und Schwächung der Kirchen in der DDR.

4. Die Jugendweihe in den neuen Bundesländern: Hier wird der Wandel der Jugendweihe nach der Wiedervereinigung untersucht, insbesondere die Rolle des Interessenvereins für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e.V. bei der Etablierung als konfessionslose Übergangsfeier.

5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass die heutige Jugendweihe eine durch Nostalgie und ostdeutsche Identitätsfindung geprägte, politisch neutrale Familienfeier geworden ist, die trotz fehlender staatlicher Vorgaben eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz genießt.

Schlüsselwörter

Jugendweihe, DDR, SED, Konfirmation, freireligiöse Gemeinden, politische Instrumentalisierung, Ostdeutschland, Identitätsfindung, Familienfest, Humanistischer Interessenverein, Übergangsritual, Jugendarbeit, Atheismus, Kirchen, DDR-Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Jugendweihe vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit, mit besonderem Fokus auf den Vergleich zwischen der staatlich gelenkten DDR-Jugendweihe und der heutigen Praxis in den neuen Bundesländern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung als Ersatzritual, die machtpolitische Nutzung durch die SED in der DDR sowie die organisatorische Neuausrichtung und Akzeptanz als Familienfest nach der Wende.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Jugendweihe in der DDR und der aktuellen Jugendweihe zu identifizieren, um den Fortbestand des Rituals trotz gesellschaftlicher Umbrüche zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Auswertung historischer Dokumente sowie offizieller Statistiken, um die organisatorischen und inhaltlichen Aspekte der Jugendweihe in beiden Epochen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss bis 1945, eine detaillierte Analyse der SED-Jugendweihe in der DDR (Organisation, Durchführung, Indoktrination) und eine Untersuchung der heutigen Organisationen und Veranstaltungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Jugendweihe, DDR, SED-Instrumentalisierung, ostdeutsche Identität, konfessionslose Übergangsriten und der Wandel nach 1990.

Wie hat sich die Jugendweihe nach der Wende organisatorisch verändert?

Nach 1990 verloren die Jugendweihefeiern ihren staatlich verordneten politischen Charakter und wurden durch eigenständige Vereine, vor allem den Interessenverein für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e.V., neu organisiert.

Warum wird die Jugendweihe heute noch von vielen Menschen besucht?

Die anhaltende Popularität wird durch eine Mischung aus Tradition, dem Bedürfnis nach einer konfessionslosen Übergangsfeier, der Bedeutung als Familienfest und einer spezifisch ostdeutschen Identitätsfindung erklärt.

Welche Rolle spielen Politiker heute bei der Jugendweihe?

Politiker unterschiedlicher Parteien treten als Festredner auf, was jedoch gelegentlich Kritik hervorruft, da die Gefahr des Missbrauchs der Bühne als Wahlkampfplattform besteht, obwohl sich die Veranstalter als politisch neutral definieren.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Jugendweihe in der DDR und in den heutigen neuen Bundesländern
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Die DDR im Schulunterricht
Note
2,0
Autor
Martin Hewner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V58906
ISBN (eBook)
9783638529761
ISBN (Buch)
9783638666220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendweihe Bundesländern Schulunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Hewner (Autor:in), 2002, Die Jugendweihe in der DDR und in den heutigen neuen Bundesländern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58906
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Leseprobe aus  23  Seiten
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