Kategorisierung von Handlungsempfehlungen und Best Practice-Beispielen im Bereich der Vorbereitung zur Wiederverwendung


Hausarbeit, 2018

49 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Definition und Zielsetzung
1.3 Methodik
1.4 Literatureinordnung

2 Handlungsempfehlungen
2.1 Organisation
2.2 Information
2.3 Gesetz
2.4 Prozess

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Der Bereich „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ befasst sich mit einem wichtigen Teilbereich im Kontext des Ressourcenschutzes. Es geht darum, Produkte, die zu Abfall geworden sind, wieder so aufzubereiten, dass sie ein weiteres Mal verwendet werden können. Nachdem dieser Teilbereich jedoch noch immer oft unberücksichtigt bleibt, wird in dieser Arbeit eine systematische Überprüfung des Forschungsstandes bezüglich Handlungsempfehlungen vorgenommen. Es werden hierbei in der Literatur existierende Handlungsempfehlungen zunächst identifiziert und kategorisiert. Nachfolgend werden sie nach eigens entwickelten Relevanzkriterien in eine Rangfolge gesetzt. Weiterhin gilt es, die Handlungsempfehlungen nach Umsetzbarkeit und möglichem Nutzen einzustufen. Dies wird mit Hilfe von entsprechenden Praxisbeispielen eingeschätzt.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Forschungsbereich der Arbeit

Abbildung 2: Prozess der Vorbereitung zur Wiederverwendung

Tabellenverzeichnis

1. Tabellarische Kurzübersicht der Kategorie „Organisation“

2. Tabellarische Kurzübersicht der Kategorie „Information“

3. Tabellarische Kurzübersicht der Kategorie „Gesetz“

4. Tabellarische Kurzübersicht der Kategorie „Prozess“

5. Handlungsempfehlungen Kategorie übergreifend nach Relevanz

1 Einleitung

1.1 Motivation

Ob Möbel, Elektro- oder Freizeitgeräte, jedes Produkt hat irgendwann das Ende seines Lebenszyklus erreicht oder wird durch ein neueres Produkt ersetzt. Dabei landen viele Geräte oft nicht deswegen im Müll, weil sie defekt oder unbrauchbar sind, sondern weil sie in einem Haushalt nicht mehr benötigt und deshalb entsorgt werden. So haben rund 5% der Elektroaltgeräte das Potential wiederverwendet zu werden (Engels und Vendramin 2018a). Die tatsächliche Wiederverwendungsquote liegt jedoch deutlich darunter. Das Ziel des österreichischen Dachverbands RepaNet ist beispielsweise, die momentane Wiederverwendungsquote von 0,1% auf 1% zu verzehnfachen (Neitsch und Wagner 2017, 9f.). Geräte, die nach ihrer ersten Nutzungsphase wieder so aufbereitet werden, dass sie wiederverwendet werden können, tragen zur Ressourcenschonung bei, da weniger Neuprodukte hergestellt werden müssen. Dies birgt nicht nur Einsparpotentiale im direkten Kontext in sich, also beim Verbrauch von Rohstoffen für die Produktion von Neugeräten, sondern auch indirekt durch Verringerung des Energieverbrauchs und weiteren umweltbelastenden Emissionen.

Im Bereich Ressourceneffizienz hat sich das Recycling als gängige Verwertungsmaßnahme bereits durchgesetzt. Die Reinigung und Reparatur von Abfallprodukten, damit sie demselben Verwendungszweck ein weiteres Mal zugeführt werden können, wird bislang nur in deutlich geringerem Maße berücksichtigt, sollte aber vor dem Hintergrund einer optimierten Ressourceneffizienz dem Recycling vorgezogen werden. Damit diese sogenannte „Vorbereitung zur Wiederverwendung“ mehr Berücksichtigung erfährt, wurde sie 2008 mit höherer Priorität als das Recycling in einer EU-weit geltenden Richtlinie festgeschrieben.

Eine Wiederverwendung von Abfallprodukten ist allerdings nur dann möglich, wenn einige Faktoren, wie korrekte Sammlung, Lagerung und Aufbereitung, eingehalten werden. Bei diesen Prozessschritten treten häufig Fehler auf, die eine Wiederverwendung unmöglich machen. Lässt man zum Beispiel ein Gerät oder Möbelstück ohne Überdachung stehen, kann es durch Witterungseinflüsse beschädigt und unbrauchbar gemacht werden. Nur durch Einhaltung von grundlegenden Richtlinien wird eine Wiederverwendung von Produkten auch nach Ablauf ihres ersten Lebenszyklus überhaupt erst möglich.

Da bereits eine Vielzahl an Handlungsempfehlungen in der Literatur existiert, befasst sich die Arbeit damit, diese zusammenzutragen, zu sortieren und die Umsetzbarkeit darzustellen.

1.2 Definition und Zielsetzung

„Vorbereitung zur Wiederverwendung“ ist ein fest definierter Begriff und Teil der fünfstufigen Abfallhierarchie, eine seit 2008 geltende Richtlinie zur Abfallvermeidung und Abfallbewirtschaftung. §6 Abs. 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) schreibt diesbezügliche Maßnahmen in folgender Rangfolge vor:

1. Vermeidung
2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
3. Recycling
4. Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
5. Beseitigung

Weiterhin definiert das KrWG die zweite Stufe der Abfallhierarchie folgendermaßen:

„Vorbereitung zur Wiederverwendung im Sinne dieses Gesetzes ist jedes Verwertungsverfahren der Prüfung, Reinigung oder Reparatur, bei dem Erzeugnisse oder Bestandteile von Erzeugnissen, die zu Abfällen geworden sind, so vorbereitet werden, dass sie ohne weitere Vorbehandlung wieder für denselben Zweck verwendet werden können, für den sie ursprünglich bestimmt waren“ (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, §3 Abs 24).

Vorbereitung zur Wiederverwendung (VzWV) grenzt sich von der Wiederverwendung ab, indem sich die Wiederverwendung auf „Erzeugnisse oder Bestandteile, die keine Abfälle sind“ (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, §3 Abs. 21) bezieht, im Gegensatz zur VzWV, die sich mit Erzeugnissen befasst, welche bereits die Abfalleigenschaft erlangt haben.

Die VzWV umschließt eine Vielzahl an Prozessschritten. Am Beginn steht die generelle Erfassung der Produkte, die weiterhin aufgeteilt werden kann in Übernahme vom Letztbesitzer an Übernahmepunkten, (Zwischen-) Lagerung an Sammelstellen und Übergabe an Wiederverwendungseinrichtungen (WVE). Nach der Erfassung kommt die Prüfung und Aufbereitung der Produkte und schlussendlich die Vermarktung (Löhle et al. 2016, S. 57).

Abbildung 1 stellt den Bereich der Arbeit dar, welcher ausschließlich Themen im Bezug zur VzWV und darin enthaltene Prozessschritte umfasst. Der Prozess beginnt daher mit der Entledigung eines Erzeugnisses vom Letztbesitzer. Recycling und Beseitigung, sowie die vorgelagerte Vermeidung von Abfall werden in der Arbeit nicht berücksichtigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1: Forschungsbereich der Arbeit (Eigene Darstellung nach Kissling 2011, S. 7)

Vor diesem Hintergrund sollen in der Literatur genannte Handlungsempfehlungen zur Förderung der VzWV zusammengetragen werden. Diese werden anschließend verschiedenen Kategorien zugeordnet und innerhalb dieser nach Relevanz sortiert. Zusätzlich werden entsprechende Best Practice Beispiele aufgeführt, welche mitunter die Umsetzbarkeit einiger Maßnahmen darstellen sollen. Die leitenden Forschungsfragen der Arbeit lauten daher:

1. Welche Maßnahmen zur Förderung der VzWV werden in der Forschung identifiziert?
2. Wie werden diese Maßnahmen hinsichtlich ihrer Relevanz eingeschätzt?
3. Welche Best-Practice-Beispiele existieren?

1.3 Methodik

Mit dem Ziel, eine systematische Überprüfung des aktuellen Forschungs- bzw. Wissensstandes im deutsch- und englischsprachigen Bereich bezüglich Handlungsempfehlungen und Best Practice im Bereich der VzWV durchzuführen, wurde eine weitreichende Literaturrecherche vorgenommen. Die Arbeit stützt sich auf insgesamt 22 Studien. Diese wurden mit Hilfe des Suchterms „Vorbereitung zur Wiederverwendung“, der jeweils mit Begriffen wie Abfallhierarchie und Handlungsempfehlungen erweitert wurde, gefunden. Als Datenbank wurde hierbei maßgeblich Google Scholar verwendet, welche auf weitere wissenschaftliche Datenbanken wie Researchgate und ScienceDirect verwiesen hat, die im Anschluss ebenfalls verwendet wurden. Nachdem die fünfstufige Abfallhierarchie im Zuge der 2008 eingeführten EU-Abfallrahmenrichtlinie definiert wurde, beschränkt sich die Recherche auf Literatur ab dem Jahr 2008. Eine Dokumentation der Literaturrecherche befindet sich im Anhang 1.

Aufgrund der teilweise hohen Anzahl an Treffern wurde die Relevanz eines Artikels zunächst nur auf Basis der Zusammenfassung eingeschätzt. Die daraus resultierenden Artikel wurden schließlich zur Grundlage der weiteren Überprüfung, bei der nun durch Lesen des Artikels festgestellt wurde, ob er relevant für diese Arbeit ist oder nicht. Kriterien für die Relevanz eines Artikels oder einer Studie waren hierbei, dass es sich um den Bereich der VzWV handelt und, dass Handlungsempfehlungen zur Förderung dieses Bereichs genannt werden. Schlussendlich konnten so 22 für diese Arbeit relevante Studien identifiziert werden (siehe Anhang 2). Für Best Practice Beispiele und weitere Informationen wurden diese um 14 weitere Quellen ergänzt.

Nach der Identifikation und Kategorisierung in einzelne thematische Gruppen der Handlungsempfehlungen aus der Literatur, erfolgt die Strukturierung dieser nach eigens entwickelten Relevanzkriterien. Nachdem die Umsetzbarkeit einer Handlungsempfehlung kaum zu quantifizieren ist, wurde die Anzahl der Nennungen in Studien als Relevanzkriterium verwendet. Die Relevanzeinstufung nach Nennungen begründet sich unter der Annahme, dass eine Handlungsempfehlung, die häufig in der Literatur erwähnt wird, auch als relevanter eingestuft werden kann. Da einige Studien sich jedoch gegenseitig zitieren oder Autoren in mehreren Studien mitgewirkt haben, muss die Anzahl der Nennungen kritisch betrachtet und Zusammenhänge zwischen Studien und Autoren berücksichtigt werden. So wurde im Folgenden eine Gewichtung in Form von Relevanzpunkten entwickelt, welche die Zusammenhänge der Studien und Autoren darstellt.

Zunächst wurde eine Matrix erstellt, die festhält, welche Studie welche andere Studie zitiert (Anhang 8). In einer zweiten Matrix wurde dokumentiert, welche Autoren, die in den einen Studien mitgewirkt haben, in anderen Studien zitiert wurden (Anhang 9). Um nun die Relevanzpunkte zu bestimmen, wurde für jede Handlungsempfehlung festgehalten, in welcher Studie sie erwähnt wird. Die Relevanzpunkte werden folgendermaßen vergeben:

- 3 Relevanzpunkte pro Studie, die die entsprechende Handlungsempfehlung nennt und keine anderen Studien oder Autoren anderer Studien zitiert, die ebenfalls die gleiche Handlungsempfehlung bereits genannt haben.
- 2 Relevanzpunkte, falls die Studie, die die Handlungsempfehlung nennt, einen Autor einer Studie zitiert, der bereits die gleiche Handlungsempfehlung aufgeführt hat.
- 1 Relevanzpunkt, wenn eine Studie eine Handlungsempfehlung nennt, die eine andere bereits aufgeführte Studie zitiert.

Aufsummiert errechnet sich so dann daraus die Relevanzpunktzahl einer Handlungsempfehlung. Eine Betrachtung erfolgt hierbei für jede Handlungsempfehlung einzeln.

1.4 Literatureinordnung

Insgesamt wurden 22 Studien, die Handlungsempfehlungen zur Förderung der VzWV beinhalten, in der Literatur identifiziert (Anhang 2). Diese Studien sind in chronologischer Reihenfolge aufgeführt und durchnummeriert. Es wird daher zum Großteil nur auf die Nummerierung einer Studie verwiesen. Bei den Studien handelt es sich um wissenschaftliche Journals, Tagungsberichte und Gutachten (4, 5,13), teilweise auch um Broschüren, Leitfäden und Artikel für WVE (2, 9, 11, 19, 21), zum Großteil jedoch um Studien und Arbeiten aus Projekten mit Umweltorganisationen (1, 3, 6, 7, 8, 10, 12, 14, 15, 17, 18, 20, 22). Eine Einordnung der Qualität bzw. Wissenschaftlichkeit einer Studie konnte aufgrund von fehlenden Informationen, wie z.B. über ein Peer-Review Verfahren, nicht durchgeführt werden. Um die Studien dennoch einordnen zu können, werden sie im folgenden Abschnitt anhand von Beispielen nach Inhalt und Spezifität bzw. Umfang eingestuft.

Nachdem das Ziel war, alle Handlungsempfehlungen, die in der Literatur definiert wurden, in diese Arbeit mit aufzunehmen, wurden sowohl sehr spezifische Journals oder Studien als auch sehr umfassende verwendet. Bei der Studie „Second Life“ (16) beispielsweise, handelt es sich um eine sehr umfassende Studie, die mit insgesamt 17 Handlungsempfehlungen die meisten nennt. Sie umfasst hierbei nicht nur den Prozess der VzWV, sondern darüber hinaus auch Handlungsempfehlungen der Kategorien Information, Gesetz und Prozess. Mit 14 genannten Handlungsempfehlungen steht der „Leitfaden für die Wiederverwendung von Elektrogeräten in Österreich“ (2) an zweiter Stelle, dicht gefolgt von Neitsch et al. (3) mit 12 und Schomerus und Fabian (13) mit 11 Handlungsempfehlungen. Somit können diese vier Studien (2, 3, 13, 16) als die umfassendsten Studien eingeordnet werden.

Im Gegensatz dazu bezieht sich die Arbeit auch auf Studien, die ihren Forschungsschwerpunkt auf ein anlehnendes Thema der VzWV gelegt haben oder nur einen Teilbereich aufgreifen, sodass nur wenige Bereiche der VzWV abgedeckt werden und daher entsprechend weniger Handlungsempfehlungen genannt werden. Dies ist bspw. bei Mason (15), Fitzpatrick (19) und Istel (11) der Fall, bei denen jeweils nur eine Handlungsempfehlung identifiziert werden konnte. Mason befasst sich mit den städtischen Auswirkungen von Möbel-Wiederverwendungspraktiken in Hamburg und Milan. Nachdem hier eine Handlungsempfehlung bezüglich der Förderung der VzWV beschrieben wird, wurde auch diese Studie in die Arbeit miteinbezogen, obwohl sie das Themengebiet lediglich in diesem einen Punkt tangiert. Ähnliches gilt für die anderen Studien. Eine detaillierte Übersicht über die Studien, zusammen mit einer kurzen Zusammenfassung, befindet sich im Anhang 2. Anschließend werden die Studien nach Anzahl ihrer genannten Handlungsempfehlungen sortiert (Anhang 3). Ein Überblick, welche Studie welche Handlungsempfehlung nennt, wird dann in den folgenden Tabellen (Anhang 4-7) gegeben.

2 Handlungsempfehlungen

Um die Handlungsempfehlungen vorab in einzelne thematische Gruppen zu unterteilen, wurden vier Kategorien festgelegt. Die erste Kategorie „Organisation“ beschreibt Maßnahmen in Verbindung mit der Erstellung von Netzwerken, Akkreditierungen oder anderen Bildungen von Organisationen. „Information“ dient als Kategorie für bewusstseinsbildende Maßnahmen und dem besseren Austausch von Wissen. In der dritten Kategorie „Gesetz“ werden Handlungsempfehlungen aufgeführt, die sich mit Gesetzesanpassungen befassen. Die vierte Kategorie „Prozess“ stellt schlussendlich die prozessspezifischen Handlungsempfehlungen dar. Im Folgenden werden nun sämtliche identifizierte Handlungsempfehlungen innerhalb ihrer Kategorien und bereits nach Relevanz geordnet zusammengefasst aufgeführt, wobei zuerst die Nummer, der Name und die Kurzbeschreibung und in den letzten beiden Spalten die Gesamtzahl der Nennungen in Studien und die berechnete Relevanz aufgeführt wird.

Auf die Tabelle folgt eine detaillierte Beschreibung jeder Handlungsempfehlung. Hier wird zu Beginn die Bezeichnung einer Handlungsempfehlung angegeben, danach die Einschätzung ihrer Umsetzbarkeit als kurz-, mittel- oder langfristig und zuletzt die Nummern der Studien, in denen sie genannt wird. Kurzfristige Handlungsempfehlungen gelten dabei als sehr schnell umsetzbar und zeigen früh Erfolge. Bei längerfristigen Handlungsempfehlungen handelt es sich um umfassendere und aufwändigere Vorschläge, deren Umsetzung Zeit benötigt und deren Wirkung erst in fernerer Zukunft zu erwarten ist. Teilweise wurden Handlungsempfehlungen mittlerweile umgesetzt. Entsprechende Best Practice Beispiele hierfür werden zu den Handlungsempfehlungen ebenfalls aufgeführt.

2.1 Organisation

1. Tabellarische Kurzübersicht der Kategorie „Organisation“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Laut dem Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie zeigt sich beim direkten Vergleich von Produkten mit und ohne Gütesiegel im Schnitt eine um 4,2 Prozent höhere Kaufwahrscheinlichkeit für Produkte mit Siegel (Speck 2016). Gütesiegel dienen als vertrauensstiftendes Merkmal für den Käufer und führen zu Akzeptanzsteigerung in der Bevölkerung (Löhle et al. 2016, S. 69). Mittlerweile existiert eine Vielzahl an Produktkennzeichnungen, Gütesiegeln bzw. Umweltlabels, die den Verbraucher die Herkunft und Qualität eines Produktes besser abschätzen lassen und Vertrauen erwecken sollen. Ein Beispiel im Bereich wiederverwendeter Produkte ist „ReVital“, eine Dachmarke für Produkte, die gewisse Qualitätsstandards einhalten. Produkte, die mit dem ReVital-Logo gekennzeichnet werden, sind vollständig und unbeschädigt, optisch ansprechend, funktionsfähig (mit Prüfnachweis für EAG-Großgeräte), sicherheitsgeprüft (bei elektrischen Geräten) und hygienisch unbedenklich (ReVital o.J.).

In einem Projekt des Dachverbandes WIR e.V., wird seit 2015 erstmals eine Qualitäts- und Kooperations-Dachmarke für Produkte, die aus der VzWV kommen, in Deutschland entwickelt. Die Marke nennt sich „WiRD“ und entwickelt unter anderem Grundlagen von Qualitätsstandards für eine spätere Zertifizierung. Nach den bereits bestehenden Dachmarken wie „ReVital“ aus Österreich, „DeKringwinkel“ aus Belgien oder der französischen „Ressourcerie“, wird nun durch WIR e.V. auch deutschlandweit eine entsprechende Dachmarke entwickelt (Umweltbundesamt 2017; Vendramin o.J.b).

Die Projektlaufzeit betrug 2 Jahre, weshalb von einer mittelfristigen Umsetzung gesprochen werden kann. Allerdings ist eine Dachmarke erst dann gewinnbringend, wenn sie sich in den entsprechenden Kreisen etabliert hat. Dies dauert meist Jahre oder sogar Jahrzehnte, weshalb sie erst auf lange Sicht ihren Nutzen in vollem Umfang erfüllt. Regionale, spezifische Gütesiegel können hingegen relativ schnell aufgebaut und örtlich etabliert werden (Löhle et al. 2016, S. 69).

[...]

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Kategorisierung von Handlungsempfehlungen und Best Practice-Beispielen im Bereich der Vorbereitung zur Wiederverwendung
Hochschule
Universität Augsburg  (MRM)
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
49
Katalognummer
V590484
ISBN (eBook)
9783346167118
ISBN (Buch)
9783346167125
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Recycling, Remanufacturing, Reuse, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Abfallhierarchie, Abfallreduzierung, Ressourcenschutz, Ressourceneffizienz
Arbeit zitieren
Nikola Finze (Autor), 2018, Kategorisierung von Handlungsempfehlungen und Best Practice-Beispielen im Bereich der Vorbereitung zur Wiederverwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590484

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