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Heimatgefühle in einer globalisierten Welt. Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben?

Titel: Heimatgefühle in einer globalisierten Welt. Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben?

Hausarbeit , 2019 , 61 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nelson Jung (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Bedeutung von Heimat näher zu erläutern. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf die Bedeutung von Heimat für Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, gelegt. Globalisierung bringt sehr viel Bewegung in den wissenschaftlichen Diskurs von Heimat. Vor diesem Hintergrund konkretisiert sich das Forschungsinteresse auf den Prozess der Entstehung und Veränderung heimatlicher Bezüge. Der Prozess der Beheimatung wird in dieser Arbeit innerhalb der Migration in Form von biographischen Erzählungen zum Ausdruck kommen. Die Migration erzählt die Geschichte eines Menschen, der seinen Herkunftsort verlässt und in einem neuen Land Fuß fassen möchte. Dass dies womöglich von einigen Hindernissen begleitet wird, beweist der von Alfred Schütz geprägte Krisenbegriff. Wichtige Aspekte dabei sind sowohl die Zeit vor als auch die Zeit nach dem Ortswechsel, welche die Krise nach soziologischem Verständnis ausdrücken sollen.

Die Fragestellung lautet: Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben? Um sich dieser Kernfrage zu nähern, stellen wir ergänzend die Frage nach heimatstiftenden Faktoren: Welche Faktoren sind heimatstiftend und inwiefern tragen diese in einem fremden Land zur Beheimatung bei? Hauptziel dieser Arbeit ist also, die Bedeutung von Heimat durch Faktoren zu erklären, welche mithilfe des Datenmaterials ausgearbeitet werden.

Der Weg zu diesem Ziel gestaltet sich wie folgt: Im Forschungsstand soll zunächst die aktuelle soziologische Relevanz des Themas erläutert und gleichzeitig die Vielfältigkeit und Interdisziplinarität der Bedeutung von Heimat dargelegt werden. Im Anschluss daran werden die drei verwendeten theoretischen Perspektiven beschrieben und die wichtigsten Begriffe erklärt. Darunter fällt die Theorie ‚Der Fremde‘ von Alfred Schütz, die Globalisierungsthese von Anthony Giddens und ein Essay von Cornelia Koppetsch mit dem Titel ‚In Deutschland daheim, in der Welt zu Hause?‘, welches sich zwei unterschiedlichen Modellen von Heimatverständnis widmet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Theoretische Rahmung

3.1 Terminologie

3.2 Herausforderungen in der Fremde

3.3 Die Krise nach Schütz

3.4 „In Deutschland daheim, in der Welt zu Hause?“

4. Modifikation der Fragestellung

5. Vorannahmen

6. Methodisches Vorgehen

6.1 Qualitative Verfahren

6.2 Leitfadeninterview

6.3 Feldzugang

6.4 Durchführung der Interviews

6.5 Reflexion der Interviews

6.6 Fallvignetten

7. Theoretische Grundlage der Datenauswertung

7.1 Transkription

7.2 Kodieren nach der Grounded Theory

7.3 Typenbildung

8. Auswertung und Analyse des Datenmaterials

8.1 Offenes Kodieren

8.2 Axiales Kodieren

8.3 Selektives Kodieren

8.4 Typisierung

8.4.1 Typ 1: Heimat im Sozialen

8.4.2 Typ 2: Heimat in Strukturen

8.4.3 Typ 3: Heimat in Kommunikation

8.4.4 Typ 4: Heimat in geographischer Gebundenheit

8.4.5 Zusammenhänge der Typen

9. Implementierung der Ergebnisse in die Theorie

10. Fazit

11. Ausblick und Reflexion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die qualitative Bedeutung von Heimat für Studierende zu ergründen, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben. Dabei wird untersucht, welche Faktoren in einem fremden Land beheimatungsstiftend wirken und wie sich dieser Prozess der Beheimatung vollzieht.

  • Prozess der Beheimatung bei Migration
  • Soziologische Analyse des Heimatbegriffs
  • Bedeutung von sozialen Netzwerken und Kommunikation
  • Einfluss struktureller Rahmenbedingungen
  • Kosmopolitische Perspektiven vs. Heimat-als-Schicksal-Modell

Auszug aus dem Buch

3.2 Herausforderungen in der Fremde

Einen ersten Zugang bietet der Aufsatz ‚Der Fremde‘4 von Alfred Schütz und ist aufgrund der theoretischen Grundlage dieser Arbeit von maßgeblicher Bedeutung. Schütz definiert den Fremden als eine erwachsene Person, die sich einer unbekannten Gruppe nähert und von ihr schlussendlich dauerhaft geduldet werden möchte (vgl. Schütz 1972: 53).

Des Weiteren nennt Schütz ‚Zivilisationsmuster‘ und ‚Rezepte‘ im Kontext der von ihm beschriebenen Situation der Annäherung. Zivilisationsmuster sind besondere Wesensarten, Verhaltensweisen, Merkmale und Anschauungen einer bestimmten Gruppe. Diese können zum Beispiel in Traditionen und Bräuchen zum Ausdruck kommen. (Vgl. ebd.: 54)

Als Mitglied einer bestimmten Gruppe hat jede_r die dort geltenden ‚Zivilisationsmuster‘ verinnerlicht und gibt diese von Generation zu Generation weiter. Das damit vermittelte Wissen dient dem Menschen als ‚Rezept‘, um sich in seinem sozialen Umfeld zu orientieren und korrekte Handlungsweisen zu erlernen. Ein gewisses Ziel verlangt also nach einem gewissen ‚Rezept‘, um dieses zu erreichen. (Vgl. ebd.: 58)

Aus den ‚Zivilisationsmustern‘ und ‚Rezepten‘ ergibt sich ein sogenanntes „Denken-wie-üblich“ (ebd.: 58). Damit das ‚Denken-wie-üblich‘ Bestand haben kann, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: Das soziale Umfeld eines Individuums bleibt konstant, das bekannte Wissen kann erfolgreich im Alltag angewandt und Erfahrungen ebenso eingeordnet werden. Außerdem müssen die Voraussetzungen gleichermaßen für die Mitmenschen in dem sozialen Umfeld eines Individuums erfüllt sein und befolgt werden. (Vgl. ebd.: 58f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Heimatbegriffs ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung von Heimat für migrierte Studierende qualitativ zu untersuchen.

2. Forschungsstand: Hier werden die theoretischen und empirischen Vorarbeiten zum Thema Heimat aufgezeigt und der bisherige Mangel an Forschung zu heimatstiftenden Faktoren bei Studierenden in der Migration verdeutlicht.

3. Theoretische Rahmung: Dieses Kapitel legt die Basis durch die Erläuterung von Begriffen wie Globalisierung und Migration sowie die Anwendung der Theorien von Schütz und Giddens.

4. Modifikation der Fragestellung: Hier wird der Prozess der Konkretisierung der Forschungsfrage von einer allgemeinen zu einer auf Studierende fokussierten Fragestellung beschrieben.

5. Vorannahmen: Dieses Kapitel formuliert aus der Literaturrecherche abgeleitete Annahmen, die als Basis für die Kategorienbildung in der Analyse dienen.

6. Methodisches Vorgehen: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, das Leitfadeninterviews und die Grounded Theory zur Erhebung und Analyse der Daten nutzt.

7. Theoretische Grundlage der Datenauswertung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Transkription und die Anwendung der Grounded Theory als Instrument der Datenauswertung.

8. Auswertung und Analyse des Datenmaterials: Dies ist das Kernkapitel, in dem die Kodierung der Interviews und die Bildung von vier spezifischen Typen von Heimat vorgestellt werden.

9. Implementierung der Ergebnisse in die Theorie: Hier werden die gewonnenen Ergebnisse auf die theoretischen Ausgangspunkte (Schütz, Giddens, Koppetsch) zurückbezogen.

10. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet die Kernforschungsfrage anhand der identifizierten heimatstiftenden Faktoren.

11. Ausblick und Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert den Forschungsprozess kritisch und schlägt Möglichkeiten für weiterführende quantitative oder geschlechtsspezifische Studien vor.

Schlüsselwörter

Heimat, Migration, Studierende, Beheimatung, qualitative Sozialforschung, Grounded Theory, Heimatgefühle, Globalisierung, soziale Netzwerke, Identität, Alfred Schütz, Anpassungsprozess, Heimatbegriff, transnationale Kommunikation, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das subjektive Heimatverständnis von Studierenden, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben, um in Deutschland zu studieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Themen Migration, Beheimatungsprozesse, soziale Einbindung, Kommunikation sowie die Rolle von kulturellen und politischen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihren Herkunftsort freiwillig verlassen haben?“ Zudem wird nach heimatstiftenden Faktoren gefragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein qualitatives Forschungsdesign, das auf Leitfadeninterviews, der Grounded Theory und einer anschließenden Typenbildung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst das methodische Vorgehen, die Datenauswertung mittels Kodierung sowie die Entwicklung von vier verschiedenen Heimat-Typen (Soziales, Strukturen, Kommunikation, Geographische Gebundenheit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heimat, Beheimatung, Migration, qualitative Forschung, soziale Netzwerke und der prozesshafte Charakter von Heimat.

Wie spielt die Sprache eine Rolle für das Heimatgefühl?

Sprache wird nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als notwendige Bedingung für den sozialen Austausch und das Verstehen kultureller Sinnstrukturen identifiziert, die für die Beheimatung essenziell sind.

Warum wird Heimat im digitalen Raum thematisiert?

Die Arbeit zeigt, dass digitale Kommunikation es ermöglicht, Kontakte zur Familie im Herkunftsland aufrechtzuerhalten, was das „Fremdsein“ abmildert und eine Form von „Heimat in Kommunikation“ schafft.

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Details

Titel
Heimatgefühle in einer globalisierten Welt. Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Geisteswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Nelson Jung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
61
Katalognummer
V590534
ISBN (eBook)
9783346167996
ISBN (Buch)
9783346168009
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heimat heimatgefühle herkunftsland studierende welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nelson Jung (Autor:in), 2019, Heimatgefühle in einer globalisierten Welt. Was bedeutet Heimat für Studierende, die ihr Herkunftsland freiwillig verlassen haben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590534
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Leseprobe aus  61  Seiten
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