Was ist wissenschaftliches Arbeiten? Qualitative versus quantitative Forschung


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung – Einführung in das Thema

2. Unterschiede der qualitativen & quantitativen Forschung
2.1. Was ist qualitative Forschung?
2.1.1. Was ist quantitative Forschung
2.1.2. Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Methoden
2.2. Datenerhebungsmethoden der qualitativen Forschung
2.2.1. Datenerhebungsmethoden der quantitativen Forschung
2.2.2. Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Methoden
2.3. Forschungsstrategien
2.3.1. Qualitative Forschung & Zirkuläre Strategie
2.3.2. Quantitative Forschung & Lineare Strategie
2.3.3. Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Strategien

3. Zwei Studien im Vergleich
3.1. Qualitative Forschung am Beispiel „Gewalt an Schulen“
3.1.1. Vorstellung der Umfrage „Gewalt an Schulen“
3.1.2. Ethodisches Vorgehen der Umfrage
3.1.3. Fazit der Methodenverwendung
3.2. Quantitative Forschung am Beispiel der Umfrage „Doppelte Staatsbürgerschaft“
3.2.1. Vorstellung der Umfrage „Doppelte Staatsbürgerschaft“
3.2.2. Methodisches Vorgehen der Umfrage
3.2.3. Fazit der Methodenverwendung

4. Fazit & Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Lineare Strategie Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Witt, 2001

Abbildung 2 – Zirkuläre Strategie Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Witt, 2001

Abbildung 3 – Doppelte Staatsbürgerschaft Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an https://www.infratest-dimap/2017

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung – Einführung in das Thema

Warum sind Forschungsstrategien gefragt?

Empirische Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ausgehend von den ersten Ansätzen zur Forschung des Menschen in den vergangenen Jahrhunderten gewinnt empirische Forschung im 20. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. (Friebertshäuser, Seichter, 2013, S.9) Während meiner Recherche konnte ich erfahren, dass Forschungsmethoden einzelne Verfahren und Techniken sind, mit deren Hilfe man einen Erkenntnisgewinn erzielen kann. Die Methodenwahl nimmt eine große Rolle ein. Gerade in Zeiten in denen sich fest gefügte soziale Lebenswelten und- stile auflösen und sich das soziale Leben immer mehr neueren Lebensformen und –weisen zusammensetzt, sind Forschungsstrategien gefragt, die zunächst genaue und dichte Beschreibungen liefern. (Flick, et al. 2008, S.17) Doch nicht alle Methoden, die sich regelhaft darstellen lassen, finden in der Wissenschaft ihre Anwendung. An Universitäten können unterschiedliche Denkschulen Einfluss auf die Wahl des Methodenmix haben. Je nachdem, welcher Professor, welche Professorin welche Dinge mit welchen Argumenten untersucht, entstehen unterschiedliche Denkschulen. Studierende wie ich übernehmen diesen sogenannten Methodenkanon ohne ihn zu hinterfragen. Somit kann die These: Wissenschaft ist das, was an Universitäten gemacht wird, stehen bleiben. Laut Barbara Friebertshäuser und Sabine Seichter reicht das Spektrum der qualitativen Instrumente von Interview-Methoden über ethnographische Feldforschung bis zur visuellen Sozialforschung. (Friebertshäuser, Seichter, 2013, S.9) Ergänzend beschreibe ich das mit folgender Metapher: Stellen wir uns zwei Lehrer vor. Beide möchten gute Unterrichtsmethoden präsentieren. Der eine beherrscht nur den Overhead Projektor und legt Folien auf. Der zweite kann den Projektor bedienen und verfügt zudem noch über einen Laptop und einen Beamer und kann damit noch Film und Tonmaterialien präsentieren. Welcher der Lehrer wird einen Vorteil bei der Auswahl seiner Unterrichtsmaterialien haben? Es ist derjenige, der die größere Methodenauswahl hat, den Umgang damit beherrscht und den Kindern somit einen tieferen Einblick in den Unterricht geben kann. Methoden sind ein wichtiger Bestandteil. Nicht nur für den Schulunterricht ist die Methodenauswahl von entscheidender Bedeutung, sondern auch in der Forschung führen die unterschiedlichen Methoden immer wieder zu Diskussionen. In der Wissenschaft kam man zu der Erkenntnis, dass Forschung generell durch einen Entdeckungszusammenhang (Erkenntnisaspekt) und einen Verwertungszusammenhang gekennzeichnet sind. Die Wissenschaft gewinnt einerseits neue Erkenntnisse und ist andererseits auf die Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis ausgerichtet (Praxistransfer). Forschungsmethoden sind einzelne Verfahren und Techniken, um einen Erkenntnisgewinn zu erzielen und stellen den Begründungszusammenhang dar. (vgl. Kap.3.) unter Verwendung unterschiedlicher Forschungsmethoden versucht Wissenschaft rationale, nachvollziehbare, intersubjektive Erkenntnisse über Zusammenhänge, Abläufe, Ursachen und/ oder Gesetzmäßigkeiten der( natürlichen, kulturellen/ sozialen, historischen) Wirklichkeit mit Hilfe von Theorien und/ oder Hypothesen aufzustellen. (Raithel, 2008, S.7)

Wichtig ist es jedoch, sich vor jeder Forschung mit den geeigneten Methoden vertraut zu machen. Man sollte die Vor- und Nachteile kennen, sowie sich mit der Logik die dahintersteckt und dem Ablauf des Ganzen befassen. In meiner Hausarbeit arbeite ich die Unterschiede der qualitativen und der quantitativen Forschung heraus. Da das Themengebiet dieser Forschungsansätze einen sehr großen Umfang hat werde ich in meiner Hausarbeit einen kleinen exemplarischen Teilbereich vorstellen. Beginnen werde ich mit der Erläuterung, was qualitative und quantitative Forschung ist. Des Weiteren werden die unterschiedlichen Datenerhebungsmethoden unterschieden und Gemeinsamkeiten, sowie Unterschiede beschrieben. Anhand der Forschungsstrategien werde ich auf die Zirkuläre und Lineare Strategie eingehen. In der folgenden Hausarbeit stelle ich zwei Studien mit ihren jeweiligen Forschungsmethoden und methodischem Vorgehen vor. Mittels der Studien werden die Herangehensweisen der unterschiedlichen methodischen Vorgehensweisen verdeutlicht. Nach jedem Teilkapitel ziehe ich ein Fazit, welches ich am Ende mit einem abschließenden Fazit darstellen werde.

2. Unterschiede der qualitativen & quantitativen Forschung

2.1. Was ist qualitative Forschung?

Die Bezeichnung qualitative Forschung ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Forschungsansätze. Diese Forschungsansätze differenzieren in ihren theoretischen Annahmen, in ihrem Gegenstandsverständnis und methodischen Fokus. Sie lassen sich in drei Hauptlinien zusammenfassen: Theoretische Bezugspunkt werden erstens in den Traditionen des symbolischen Interaktionismus und der Phänomenologie, die eher subjektiven Bedeutungen und individuellen Sinnzuschreibungen nachgehen, gesucht; zweitens in der Ethnomethologie und im Konstruktivismus, die an den Routinen des Alltags und der Herstellung sozialer Wirklichkeit interessiert sind. Einen dritten Bezugspunkt bilden strukturalistische oder psychoanalytische Positionen, die von der Annahme von latenten sozialen Konfigurationen sowie von unbewussten psychischen Strukturen und Mechanismen ausgehen. (Flick, et al., 2008, S.18)

Was macht allgemein die besondere Attraktivität und Aktualität qualitativer Forschung aus? Sie ist laut Uwe Flick, Ernst von Karndorff und Ines Steinke in ihren Zugangsweisen zu den untersuchten Phänomenen häufig offener und dadurch „näher dran“ als andere Forschungsstrategien, die eher mit großen Zahlen und stark standardisierten, dadurch auch stärker objektivistischen Methoden und normativen Konzepten (Wilson, 1973) arbeiten. (Flick, et al., 2008, S.17)

Qualitative Forschung lässt sich nicht auf Erhebungs- und Auswertungsverfahren, methodologische Prinzipien oder auf detaillierte und exotische Beschreibungen von Lebenswelten reduzieren. Methoden und Methodologie sind ihr kein Selbstzweck. Sie beruhen auf theoretischen Überlegungen und sollen ihrerseits der Theoriebildung dienen. Die genaue Beschreibung von Lebenswelten soll zu einem besseren Verständnis spezifischer kultureller Selbstverständlichkeiten, Handlungsformen und –strategien beitragen, um Strukturen und Muster ihrer sozialen Reproduktion soweit ihre Eigenrationalitäten zu erkennen. (Flick, et al., 2008, S.106)

Spätestens seit Mitte der 90er Jahre haben sich qualitative Forschungsmethoden als ein anerkanntes Standardinstrument sozialwissenschaftlicher Forschung etabliert. (König, Zedler, 2002, S.7)

2.1.1. Was ist quantitative Forschung?

Doch was bedeutet quantitative Forschung genau?

Mit „quantitativ“ ist in einer ersten Annäherung eine Abbildung des empirischen Relativs (Erfahrungstatsachen in der Erziehungswirklichkeit) auf ein numerisches relativ (Zahlen) gemeint, mit der die komplexe Information unter Zuhilfenahme geeigneter mathematisch-statistischer Verfahren auf die „wesentlichen“ Merkmale reduziert wird. „Quantifizieren“ heißt demnach die Zuordnung eines numerischen Relativs zu einem empirischen Relativ. Quantitative bzw. quantifizierende Ansätze und Verfahren ermöglichen eine intersubjektiv nachvollziehbare Beschreibung komplexer Strukturen, indem sie soziale Gegebenheiten messbar machen und einer statistischen Analyse zuführen.

Einer quantitativ orientierten Forschung geht es vor allem darum, Hypothesen über Zusammenhänge zwischen verschiedenen Variablen an der Realität zu überprüfen. Die forschungsleitenden aus Theorie gespeisten Hypothesen müssen operativ onalisiert werden, d.h. in messbare Dimensionen überführt werden, um sie dann in Form von Zahlen einer weiteren mathematischen Analyse zuzuführen. Das Etikett „quantitativ“ bezieht sich also auf das „Messen, Zählen, Wiegen“ und die ihm zugehörige Form der Ergebnispräsentation in Zahlenwerten. (Raithel, 2008, S.7)

2.1.2. Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Methoden

Quantitative bzw. quantifizierende Ansätze und Verfahren ermöglichen eine intersubjektiv nachvollziehbare Beschreibung komplexer Strukturen, indem sie soziale Gegebenheiten messbar machen und einer statistischen Analyse zuführen. Einer quantitativ orientierten Forschung geht es vor allem darum, Hypothesen über Zusammenhänge zwischen verschiedenen Variablen an der Realität zu überprüfen. Die forschungsleitenden - aus Theorie gespeisten – Hypothesen müssen in messbare Dimensionen überführt werden, um sie dann in Form von Zahlen einer weiteren mathematischen Analyse zuzuführen. Das Etikett „quantitativ“ bezieht sich also auf das „Messen, Zählen, Wiegen“ und die ihm zugehörige Form der Ergebnispräsentation in Zahlenwerten.

Der Gegenbegriff „qualitativ“ bedeutet den (relativen) Verzicht eines Transformationsprozesses von empirischen Objekten und ihren Relationen durch Zahlen und Rechensymbole. Qualitativ orientierte Forschung will die besonderen Eigenschaften und Merkmale (also die Qualität im Sinne der Beschaffenheit) eines sozialen Feldes möglichst genau, differenziert und gegenstandsnah erfassen. Sie will nicht „messen“ und nicht erklären, sondern verstehen, was in ihrem jeweiligen Objektbereich geschieht. Zentral ist hierbei die Perspektive der Handelnden, die Untersuchungsgegenstand sind. (Raithel, 2008, S.8)

Qualitative und quantitative Forschung werden laut (Witt, 2001) oft gegenübergestellt und als unvereinbare Gegensätze verstanden.

Stehen sich beide Ansätze und Charakteristika gegenüber beruht die quantitative Forschung auf einer Qualifizierung der Beobachtungsrealität (messen, zählen) während die qualitative Forschung mit Interpretation verbaler Materialien (z.B. Tagebücher, Dokumente, Protokolle aus offenen Interviews; vgl. Bortz & Döring, 2009) operiert. (Aeppli, et al., 2014, S.114)

Trotz Gegenüberstellung beider Ansätze und ihrer Charakteristika wäre es demnach verfehlt, diese als unvereinbare Gegensätze anzusehen. (z.B. Tashakkori & Newman, 2010) Die von Bortz & Döring dargestellten Charakteristika können nicht eindeutig und ausschließlich der einen oder anderen Forschungsmethode zugeordnet werden. Qualitative Methoden können so in quantitative überführt werden Als Beispiel sei genannt, dass sich nachträglich offene Antworten kategorisieren und mit Zahlenwerten versehen lassen d.h. quantifizieren lassen. (Aeppli, et al., 2014, S.114)

Nachteilig zu sehen ist, dass innerhalb der qualitativen Forschung keine Einigkeit darüber herrscht, ob solche Quantifizierungen qualitativer Daten zulässig sind (z.B. Witt, 2001)

Trotzdem sind manche Forschungsmethoden wie z.B. die teilnehmende Beobachtung besser für die Beantwortung qualitativer Fragestellungen. (Aeppli, et al., 2014, S.114)

Auch wenn Kritik, Vorbehalte und Vorurteile gegenüber qualitativer Forschung nicht verstummt sind, kann man doch festhalten, dass sie sich etabliert und konsolidiert und im Sinne von Thomas Kuhn (1962) den Status einer paradigmatischen „normal science“ erreicht hat. (Flick, et. al.,2007, S.13)

Qualitative und quantitativ-standardisierte Forschung haben sich parallel zu zwei eigenständigen Bereichen empirischer Sozialforschung entwickelt. Sie lassen sich bei entsprechenden Fragestellungen auch miteinander verbinden. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass sie sich in wesentlichen Punkten voneinander unterscheiden. So zeigen sich Differenzen bei beiden Forschungsrichtungen darin, welche Formen von Erfahrung als methodisch kontrollierbar angesehen und in der Folge als erlaubte Erfahrung zugelassen werden. Dies macht an der Rolle des Forschers und am grad der Standardisierung des Vorgehens fest. (Flick, et al., 2007, S.24-25)

Ich persönlich tendiere eher zur quantitativen Methode, doch hierfür sollten die Fragebögen nicht zu lange sein und die Fragen sollten einfach formuliert werden. Der Vorteil wär hier dass die Fragebögen exakter und vollständiger beantwortet würden. Je einfach die Fragestellungen wären, desto weniger potenzielle Fehlerquellen Verständnisfehler ergäben sich hier. Auch sollte sichergestellt werden, dass bei unterschiedlichen Fragebögen die Teilnehmer die richtigen erhalten. Kontrolliert werden sollte das auch. Fragebögen unter Druck funktionieren nicht. Hier sollte genügend Zeit eingeplant werden. Ev. Pufferzeiten wegen Krankheiten oder Regeneration. Bei der Ausarbeitung der Fragebögen sollten erfahrene Forscher zur Seite stehen und durch ihre Erfahrungswerte die Fragenstellungen mit ausarbeiten, damit das richtige gefragt wird. Ein großes Forscherteam ist ein größerer Ideenpool, hiervon profitieren alle.

Beide Methoden präsentieren unterschiedliche Herangehensweisen. Deutlich ist auch geworden, dass beide Methoden unterschiedliche Strategien verfolgen.

Die Strategien unterscheiden sich bei quantitativen und qualitativen Untersuchungen erheblich. Sie sind sachnotwendig mit der jeweiligen quantitativen oder qualitativen Orientierung verbunden, weil nur die Umsetzung einer bestimmten Strategie auch zu solchen Daten führt, wie sie für die jeweiligen Analysen benötigt wird. (Witt, 2001, S.3)

Diese unterschiedlichen Strategien werde ich im Folgenden verdeutlichen.

2.2. Datenerhebungsmethoden der qualitativen Forschung

Die qualitative Forschung nutzt trotz der zunehmenden Bedeutung visueller Datenquellen wie Fotos oder Filmen überwiegend Texte und ist daher eine Textwissenschaft. Sie produziert Daten als Texte – etwa transkribierte Interviews oder ethnographische Feldnotizen – und ist für die Mehrzahl ihrer (hermeneutischen) Interpretationsverfahren auf das Medium des Textes als Arbeitsgrundlage angewiesen. In ihrer Zielsetzung ist qualitative Forschung immer noch eine entdeckende Wissenschaft. (Flick, et al., 2008, S.24) Zugänge zu den subjektiven Sichtweisen erhält die qualitative Forschung über Leitfaden-Interviews und narrative Interviews. Um die sozialen Situationen herzustellen bedient sich die qualitative Forschung der Gruppendiskussion, Ethnographie, teilnehmende Beobachtung, Aufzeichnung von Interaktionen und der Sammlung von Dokumenten. Durch die Verwendung von Aufzeichnungen von Interaktionen durch Fotografie und Filme erlangt sie die hermeneutische Analyse tiefer liegender Strukturen. (Flick, et al., 2008, S.19)

Eines der grundlegenden Probleme der qualitativen Forschung stellt die Bewertung ihrer Ergebnisse dar, denn qualitative Forschung lässt sich nicht auf Erhebungs- und Auswertungsverfahren, methodologische Prinzipien oder auf detaillierte und exotische Beschreibungen von Lebenswelten reduzieren. (Flick, et al., 2008, S.106)

2.2.1. Datenerhebungsmethoden der quantitativen Forschung

In der quantitativen Forschung wird die Befragung als dominantes Datenerhebungsverfahren genannt. Für die Realisierung der Datenerhebung wird ein Erhebungsinstrument benutzt, welches mit dessen Wert der Merkmalsträger erfasst wir. Die am meisten verwendete Erhebungsmethode ist hierbei die Befragung. Sie wird bei 70% der Untersuchungen eingesetzt. (vgl. ABEL/MÖLLER/TREUMANN 1998,52) -, weshalb sie als das Standardinstrument der empirischen Sozialforschung gilt (vgl. SCHNELL/HILL/ESSER 2005,321; DIEKMANN 2005,371 ff). Quelle: ( Raithel, 2008,S. 67)

Laut Bortz & Döring, 2003 sind weiterer Charakteristika der quantitativen Forschung die Quantifizierung psychologischer Merkmale, Fragebögen und Interviews mit geschlossenen Fragen, ausgezählte Beobachtungen, statistische Analysemethoden, vorgegebene Verfahren, Aufdecken von psychologischen Gesetzmäßigkeiten in bestimmten Merkmalsbereichen, Deduktiv Hypothesen überprüfen und große Stichproben. Daten, die hierbei gewonnen werden können sind Zahlen. Weitere Abstrakte Daten lassen sich durch Fragebögen und Tests generieren. Um Antwortverzerrungen so gering wie möglich zu halten ist bei den Befragungsinstrumenten auf die passenden Konstruktionskriterien zu achten. (Raithel, 2008,S. 75)

2.2.2. Zwischenfazit über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Methoden

Herkömmlicherweise gelten die Methoden der qualitativen Forschung als tendenziell „impressionistische“ und intersubjektive Verifikation schwer zugänglich. Um dem zu begegnen, wird einmal die Auffassung vertreten, herkömmliche Gütekriterien wie Reliabilität und Validität eignen sich nicht zur Bewertung qualitativer Forschung. Vielmehr sollten neue Gütekriterien entwickelt werden, die diese Forschung auf angemessene Weise zu bewerten erlauben. Dazu gehören etwa die kommunikative Validierung, d.h. das Einholen der Zustimmung der Befragten zu den Forschungsaussagen, prozedurale Validität, die im Laufe des Forschungsprozesses sichergestellt werden soll, sowie ethische Kriterien wie Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. (Flick, et al., 2007, S. 492 ff.)

Bei der Gegenüberstellung qualitativen Charakteristika finden sich: Wahrnehmen, Beschreiben, Erfassen und Ordnen von Worten, Bildern, Situationen, Begriffen, Zusammenhängen: Aufdecken von Bedeutungs- und Sinnstrukturen; Interpretation, Beschreibende Beobachtungen, weniger standardisierte Verfahren, Analysemethoden kann im Lauf der der Untersuchung entwickelt werden, der Anspruch, Erleben, Verhalten ganzheitlich zu erklären, Induktiv (Hypothese entwickeln), versuch dem Einzelfall gerecht zu werden. (vgl.Bortz & Döring, 2003) (Aeppli, et al., 2014, S.115)

Erklärung:

Induktives Vorgehen: Ausgehend von möglichst vielen Einzelbeobachtungen werden allgemeingültige Aussagen abgeleitet. Deduktives Vorgehen: Aus allgemeinen Aussagen werden Erwartungen für den Einzelfall abgeleitet. (Aeppli, et al., 2014, S.39)

2.3. Forschungsstrategien

2.3.1. Qualitative Forschung & Zirkuläre Strategie

Zirkuläre Strategie

Das sogenannte zirkuläre Vorgehen qualitativer Sozialforschung erfolgt ebenso sachnotwendig aus der Logik dieses Ansatzes. Zirkulär bedeutet hier, dass eine bestimmte Aufeinanderfolge von Forschungsschritten mehrmals durchlaufen wird und der jeweils nächste Schritt von den Ergebnissen des jeweils vorherigen Schrittes abhängt. Im Einzelnen heiß das, dass zu Beginn der Forschung nur ein ungefähres Vorverständnis über den Forschungsgegenstand vorliegt und auf dieser Basis zunächst nur wenige nächste Schritte geplant werden können, z.B. die vorläufige Entscheidung für ein bestimmtes Erhebungsverfahren, die Bestimmung einer zu befragenden Person, die Durchführung dieser Befragung und die anschließende Auswertung (vgl. Abb. 2). (Witt, 2001, S.4)

Laut Witt kann jede dieser Teilphasen bereits Konsequenzen für das weitere Vorhaben nach vorne und nach hinten haben. Erst im Verlaufe der Studie zeigt sich welcher Erhebungsbogen geeignet ist und welche befragten Personen am besten geeignet sind.

2.3.2. Quantitative Forschung & Lineare Strategie

Lineare Strategie

Die quantitative Forschung hingegen verwendet die lineare Strategie. Im Wesentlichen besteht das lineare Vorgehen darin, dass zu Beginn der Forschung ein umfassender Plan (das sog. Forschungsdesign) entworfen wird. Hiermit wir eine bestimmte Fragestellung, eine bestimmte Untersuchung bzw. ein bestimmtes Projekt bearbeitet. Die Linearität zeigt sich, indem die Phasen des zuvor geplanten Forschungsprozesses in einer bestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden und zwar beginnend mit der Formulierung der zu prüfenden Hypothese und der Festlegung des Untersuchungsplans (vgl. Abb.1). Es werden hier bereits die Stichproben, Messinstrumente und Auswertungsverfahren etc. festgelegt. Es folgen die Durchführung der Untersuchung, die Auswertung der gewonnenen Daten und die Prüfung der zuvor aufgestellten Hypothese, die gemäß diesem Plan. (Witt, 2001, S.3)

[...]

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Details

Titel
Was ist wissenschaftliches Arbeiten? Qualitative versus quantitative Forschung
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Veranstaltung
Studiengang Bachelor Soziale Arbeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V591167
ISBN (eBook)
9783346200358
ISBN (Buch)
9783346200365
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaftlich, Arbeit, Qualitativ, Quantitativ, Forschungsmethoden, Datenerhebungsmethoden, lineare Strategie, Zirkuläre Strategie, Gewalt an Schulen, Methodisches Vorgehen, Methodenverwendung, UmfrageForschung, Hausarbeit, IUBH, BWIR01, Einführung in wissenschaftliches Arbeiten, Bachelor Soziale Arbeit
Arbeit zitieren
Barbara Beck (Autor), 2017, Was ist wissenschaftliches Arbeiten? Qualitative versus quantitative Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/591167

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