Durch die Veränderung ökonomischer Rahmenbedingungen hat das Qualitätsthema auch Einzug in die Soziale Arbeit genommen. In Zeiten knapper öffentlicher Finanzmittel werden Forderungen nach Bewertung der Fachlichkeit Sozialer Arbeit und dem Nachweis ihrer Wirksamkeit immer lauter. Die Selbstverständlichkeit der Förderung sozialer Projekte löst sich auf und wird ersetzt durch genauere Fragen nach Effekten und dem Verhältnis aufgewendeter Ressourcen zur Qualität der Arbeit. Einrichtungen der Sozialen Arbeit sehen sich daher immer mehr gezwungen, betriebswirtschaftliches Denken und Handeln in ihrer Arbeit zu verankern, um so den Legitimationsanforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Diese erwartet von ihnen, dass sie ihre Qualität mit Hilfe von objektiven Überprüfungsmerkmalen sichtbar machen und diese auch dauerhaft halten. Dabei sollen sie aber möglichst alle Möglichkeiten der Kostenreduktion ausschöpfen, bei gleichzeitiger Einhaltung qualitativer Mindeststandards. Doch was meint der Begriff „Qualität“ nun konkret? Was ist unter Qualitätsmanagement zu verstehen? Welche Auswirkungen hat es auf die Soziale Arbeit und wie, in welcher Form, kann es angewandt werden? Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt sich die folgende Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Qualität
2.2 Qualitätsmanagement
3. Entstehung des Qualitätsmanagements
3.1 Qualitätsmanagement als Antwort auf Herausforderungen im sozialen Bereich
4. Warum brauchen wir Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit?
4.1 Argumente für Management in sozialen Organisationen
4.2 Gefahren des Qualitätsmanagements
4.3 Aufgabenorientiertes Management und Controlling in sozialen Einrichtungen
5. Vorüberlegungen zur Einführung des Qualitätsmanagements in sozialen Einrichtungen
5.1 Arbeitsschritte der Qualitätsentwicklung in sozialen Einrichtungen
5.2 Grundlegende Überlegungen zum Messen und Vergleichen
6. Verfahren und Methoden beim Qualitätsmanagement
6.1 DIN EN ISO 9000 ff.
6.2 EFQM
6.3 Benchmarking
6.4 Evaluation
7. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Anwendung von Qualitätsmanagement (QM) in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen. Es wird untersucht, wie soziale Einrichtungen durch systematisches Management auf steigenden Legitimationsdruck und den Bedarf an Effektivität reagieren können.
- Bedeutung von Qualität und Qualitätsmanagement in sozialen Organisationen
- Herausforderungen durch sozialstrukturellen Wandel
- Argumente für professionelles Management und Risiken der Qualitätssicherung
- Implementierungsschritte von Qualitätsmanagementsystemen
- Vorstellung gängiger Verfahren wie DIN EN ISO, EFQM, Benchmarking und Evaluation
Auszug aus dem Buch
3.1 Qualitätsmanagement als Antwort auf Herausforderungen im sozialen Bereich
Durch die Einführung neuer Steuerungsmodelle in der Sozialverwaltung Deutschlands wurde eine allgemeine Diskussion zur stärkeren Legitimation der Sozialen Arbeit entfacht und eine intensivere Ausrichtung der Leistungserstellung anhand von Effektivitäts- und Effizienzmaßstäben erhielt Einzug in die tägliche Arbeit. Die Einführung des Begriffs „Produkt“, einhergehend mit der Installation der Neuen Steuerungsmodelle und als Folge einer am „Kunden“ orientierten „Outputorientierung,“ rückte den Qualitätsbegriff in den Mittelpunkt. Die Grundlage des Qualitäts-Managements in der Sozialen Arbeit findet sich also in der Neuordnung der Sozialverwaltung, ausgehend von der Profilierung des Qualitätsthemas in der Sozialpolitik und der Platzierung in den Sozialgesetzen.
Die Änderungen in den Sozialgesetzen spiegeln den sozialstrukturellen Wandel der Gesellschaft, also die veränderten Lebenslagen und Lebensstile der Menschen in unserer sozialstaatlich organisierten Republik, wieder. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Familienstrukturen rasant verändert und es entwickelten sich neue Familienformen. Die Kernfamilie mit Mutter, Vater und Kind weicht immer mehr zugunsten von „Ein-Eltern-Familien“, sogenannten „Patchworkfamilien“ oder auch homosexuellen Paaren mit Kind. Außerdem stellte sich langsam ein demografischer Wandel ein: die Menschen werden immer älter, aber immer weniger Frauen oder Paare entschließen sich dazu, Kinder zu bekommen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Migranten, also der ethnischen Minderheiten, von 1,2 Prozent der Bevölkerung um 1960 bis hin zu 9 Prozent im Jahre 1999 (Statistisches Bundesamt/Geißler 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Einfluss ökonomischer Veränderungen auf die Soziale Arbeit und die daraus resultierende Notwendigkeit, Qualität objektiv nachzuweisen.
2. Begriffsdefinitionen: Definiert die zentralen Termini „Qualität“ und „Qualitätsmanagement“ aus fachlicher und theoretischer Sicht.
3. Entstehung des Qualitätsmanagements: Skizziert die historische Entwicklung von QM-Modellen und deren Übertragung auf den sozialen Sektor.
4. Warum brauchen wir Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit?: Diskutiert den Legitimationsdruck, das notwendige Controlling sowie Chancen und Risiken für soziale Organisationen.
5. Vorüberlegungen zur Einführung des Qualitätsmanagements in sozialen Einrichtungen: Erläutert notwendige Arbeitsschritte der Qualitätsentwicklung sowie Methoden zum Messen und Vergleichen.
6. Verfahren und Methoden beim Qualitätsmanagement: Stellt praxisnahe Ansätze wie DIN EN ISO, EFQM, Benchmarking und Evaluation vor.
7. Fazit: Führt die Bedeutung von Qualitätsmanagement als Instrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Professionalität in der Sozialen Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Effektivität, Effizienz, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Controlling, DIN EN ISO, EFQM, Benchmarking, Evaluation, Sozialverwaltung, Professionalisierung, Organisationsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einführung und Anwendung von Qualitätsmanagement in sozialen Einrichtungen als Antwort auf ökonomische Zwänge und veränderte gesellschaftliche Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Qualität, die historische Genese von QM, die spezifischen Herausforderungen im sozialen Sektor sowie die Vorstellung konkreter Methoden zur Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Organisationen durch ein professionelles Qualitätsmanagement ihre Wirksamkeit legitimieren und ihre Arbeitsabläufe professionalisieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie der Analyse von Qualitätskonzepten und deren Transferierbarkeit auf die Soziale Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, die Analyse des Wandels in der Sozialverwaltung, eine Diskussion über die Notwendigkeit von Management und Controlling sowie eine detaillierte Darstellung von Qualitätsverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Effektivität, Evaluation und Organisationsentwicklung geprägt.
Welche Bedeutung hat das Controlling in diesem Kontext?
Controlling wird als ein zukunftsorientiertes Steuerungsinstrument verstanden, das unter Mithilfe aller Organisationsmitglieder die Zukunftsfähigkeit der Einrichtung sichert und keinesfalls mit reiner Kontrolle gleichzusetzen ist.
Wie unterscheidet sich die Selbstperspektivische von der Fremdperspektivischen Evaluation?
Bei der selbstperspektivischen Evaluation planen und führen Fachkräfte die Evaluation parallel zu ihrer eigenen Arbeit durch, während bei der fremdperspektivischen Evaluation externe Experten oder spezialisierte Institute beauftragt werden.
- Arbeit zitieren
- Kirsten Wallasch (Autor:in), 2005, Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59195