Der Tod ist natürlich und unumgehbar. Trotzdem wird er zumeist als überraschend und unerhört empfunden - am besten man denkt nicht darüber nach. Es stellt sich allerdings die Frage, wovor wir genau Angst haben? Sind es mögliche Schmerzen oder die Unfähigkeit, sich den Zustand also vielleicht die Unendlichkeit des Todes vorzustellen? Thomas Nagel geht diese Frage in seinem Aufsatz „Tod“ von einer anderen Seite an: Seine Überlegung ist es, das Leben näher zu betrachten und dessen Stellenwert in unserer Angst vor dem Tod mit einzubeziehen.
Ob dieser Ansatz sinnvoll ist, werde ich in dieser Hausarbeit anhand Ernst Tugendhats Aufsatz „Über den Tod“ diskutieren. Zunächst werde ich Nagels Text zusammenfassen und seine Thesen herausarbeiten und schließlich werde ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Nagels und Ernst Tugendhats Auffassungen vergleichen. Ich werde besonderen Bezug auf die These Nagels nehmen, die besagt, dass das Leben positiv sei und sie dann der These Tugendhats – das Leben sei neutral – gegenüberstellen. Abschließend behandele ich Nagels These in meiner persönlichen Stellungnahme.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Darstellung des Aufsatzes „Tod“ von Thomas Nagel
- Das Gut des Lebens und dessen Verlust durch den Tod
- Problemdiskussion: Ist der Tod ein Übel?
- Die Asymmetrie der Zeitrichtung
- Vergleich der Auffassungen T. Nagels und E. Tugendhats über den Eigenwert des Lebens
- Kritik an Nagels Thesen, insbesondere derer, dass das Leben positiv sei
- Die Relevanz der Sinngebung
- Kritische Stellungnahme zu der Auffassung Nagels, das Leben sei positiv
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Frage nach dem Eigenwert des Lebens im Hinblick auf den Tod. Dabei werden die Thesen von Thomas Nagel und Ernst Tugendhat zum Thema Tod und Lebensqualität analysiert und verglichen.
- Der Wert des Lebens und dessen Beziehung zum Tod
- Die Frage, ob der Tod ein Übel darstellt
- Die Bedeutung von Erfahrungen und Erlebnissen im Leben
- Die Rolle der Sinngebung im Lebenskontext
- Der Vergleich der Positionen von Nagel und Tugendhat
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die Thematik der Hausarbeit vor und führt die wichtigsten Fragen ein, die in der Arbeit behandelt werden.
- Kapitel 2 analysiert den Aufsatz „Tod“ von Thomas Nagel. Es werden Nagels Thesen über das Gute des Lebens und dessen Verlust durch den Tod zusammengefasst. Darüber hinaus wird die Problemdiskussion um die Frage beleuchtet, ob der Tod ein Übel ist und welche Argumente dafür und dagegen sprechen.
- Kapitel 3 vergleicht die Auffassungen von Nagel und Tugendhat zum Thema des Eigenwerts des Lebens. Es wird die Kritik an Nagels These, dass das Leben positiv sei, diskutiert und die Relevanz der Sinngebung im Lebenskontext beleuchtet.
Schlüsselwörter
Der Eigenwert des Lebens, Tod, Übel, Lebensqualität, Sinngebung, Thomas Nagel, Ernst Tugendhat, Erfahrungen, Erlebnisse, Existenz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Thomas Nagels zentraler Ansatz zum Thema Tod?
Nagel argumentiert, dass der Tod ein Übel ist, weil er uns der Güter des Lebens beraubt. Er betrachtet den Wert des Lebens als grundsätzlich positiv.
Wie unterscheidet sich Ernst Tugendhats Meinung von Nagels Position?
Tugendhat vertritt die These, dass das Leben an sich neutral ist und sein Wert erst durch die individuelle Sinngebung entsteht.
Warum haben wir laut Nagel Angst vor dem Tod?
Nicht unbedingt vor dem Zustand des Nichtseins, sondern vor dem Verlust der Möglichkeiten und Erfahrungen, die das Leben bietet.
Was bedeutet die „Asymmetrie der Zeitrichtung“?
Es ist die Frage, warum wir das Nichtsein vor unserer Geburt nicht als schlimm empfinden, das Nichtsein nach unserem Tod aber als Übel betrachten.
Welche Rolle spielt die Sinngebung im Vergleich der beiden Philosophen?
Während Nagel das Leben als inhärent gut ansieht, betont Tugendhat, dass wir dem Leben erst aktiv Sinn verleihen müssen, damit es als wertvoll empfunden wird.
- Arbeit zitieren
- Nina Reißler (Autor:in), 2005, Der Eigenwert des Lebens in Bezug auf den Tod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59229