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Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau

Titel: Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau

Referat (Ausarbeitung) , 2006 , 8 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sebastian Förster (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Der „Wilde“ (S. 66) habe keinerlei sozialen Bedürfnisse, er genüge sich selber in seiner Unabhängigkeit und Freiheit (S. 66 f.). In der zivilisierten Welt jedoch wird der Mensch durch gesellschaftliche Meinungen und Vorbilder verdorben und er entfernt sich immer weiter von seinem ursprünglichen und gutartigen Ich. Der „Weltmensch“ (S. 64) sucht in ständiger Betriebsamkeit nach Ablenkung und sozialem Prestige, da er sich mit sich selbst unwohl und fremd fühlt. Der Einzelne sieht sich nicht mehr mit den eigenen Augen sondern mit denen der Anderen. An Stelle der Selbstliebe tritt die Selbstsucht, die Moral des Menschen verkommt (S. 64 ff.). Der Autor erklärt, dass die Fehlentwicklung der Gesellschaft in der falschen Erziehung der Kinder liege. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entwirft der ehemalige Hauslehrer das Modell einer „natürlichen Erziehung“ (S. 52) und fasst sie dann in den Jahren 1757 bis 1760 in dem Werk „Emile oder Über die Erziehung“ zusammen (S. 42 f.).
In der fiktiven Erziehung eines Zöglings namens Emile beschreibt Rousseau eine für diese Zeit revolutionäre Herangehensweise: Nicht die autoritäre Durchsetzung eines Erwachsenenwillens bestimme die Entwicklung des Kindes, sondern die Entfaltung seiner Mündigkeit, Selbstständigkeit und Emanzipation. Der Erzieher bleibt eher beobachtend im Hintergrund und begleitet das Kind während seines natürlichen Heranwachsens zurückhaltend. Schädliche gesellschaftliche Einflüsse sollen von ihm ferngehalten werden Deshalb geschieht seine Erziehung fernab der großen Städte in der abgeschiedenen Idylle eines kleinen Dorfes. Rousseau ist es wichtig, dass Emile sich zuerst mit den natürlichen Dingen und sich selber beschäftigt, bevor er in die Gesellschaft eintritt (S. 83 f.). Nichts soll der Erzieher dem Zögling in der Erforschung der Dinge vorwegnehmen, das Kind würde sonst falsche Vorstellungen von den Dingen bekommen (S. 218 f.).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Rousseaus Grundthese

2) Die fünf Bücher des „Emile“

3) Historische Bedeutung des Werkes für die Soziale Arbeit und die Geschlechterdimensionen

Zielsetzung und Themen der Ausarbeitung

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Jean-Jacques Rousseaus 1762 erschienenem Erziehungsroman „Emile oder Über die Erziehung“ auseinander. Ziel ist es, das Modell der natürlichen Erziehung zu analysieren, die entwicklungsphasenspezifische Pädagogik des Autors darzustellen und den historischen Einfluss des Werkes auf die Pädagogik sowie das damalige Rollenverständnis der Geschlechter zu beleuchten.

  • Rousseaus philosophische Grundthese vom „guten Naturmenschen“.
  • Die stufenweise Erziehung von Emile vom Säuglings- bis ins junge Erwachsenenalter.
  • Die Darstellung und Erziehung von Sophie als weibliches Gegenstück.
  • Der Einfluss von Rousseaus Ideen auf die historische und moderne Pädagogik.
  • Die Analyse der patriarchalischen Geschlechterrollen im Werk.

Auszug aus dem Buch

1) Rousseaus Grundthese

„Alles, was aus den Händen des Schöpfers kommt, ist gut; alles entartet unter den Händen des Menschen.“(Rousseau, 2004: S. 107)

Mit dieser These eröffnet Jean-Jacques Rousseau seinen Erziehungsroman. Sie zeigt die Kernaussage des philosophischen Werkes, die besagt, dass der ursprünglich gutartige „Naturmensch“ (ebd.: S. 66) durch die gesellschaftlichen Einflüsse verdorben und von seinem eigentlichen Wesen entfremdet wird.

Rousseau geht davon aus, dass die Selbstliebe von Geburt an unser Leben bestimmt. Dieser Selbsterhaltungstrieb veranlasst uns für unser eigenes Wohl zu sorgen, mit dem geringsten möglichen Schaden für die anderen (S. 66 f.). Des Weiteren kennen die Menschen von Natur aus auch das Gefühl des Mitleids mit anderen, so seine Überzeugung (S. 461 ff.). Die Gutartigkeit sei keine Unterwerfung durch die gesellschaftliche Moral, sie ist eher im Sinne von der Natur gehorchend zu sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Rousseaus Grundthese: Dieses Kapitel erläutert das philosophische Fundament Rousseaus, wonach der Mensch von Natur aus gut ist und erst durch schädliche gesellschaftliche Einflüsse verdorben wird.

2) Die fünf Bücher des „Emile“: Hier wird das pädagogische Stufenmodell detailliert beschrieben, welches die Entwicklung des Kindes von der Geburt bis zur Mündigkeit im Alter von 25 Jahren nachzeichnet.

3) Historische Bedeutung des Werkes für die Soziale Arbeit und die Geschlechterdimensionen: Dieser Abschnitt analysiert den bleibenden Einfluss auf die Reformpädagogik und setzt sich kritisch mit dem patriarchalischen Geschlechterbild auseinander, das Rousseau in seinem Werk entwirft.

Schlüsselwörter

Emile oder Über die Erziehung, Jean-Jacques Rousseau, natürliche Erziehung, Pädagogik, Reformpädagogik, Geschlechterrollen, Naturmensch, Selbstliebe, Mitleid, Kindheit, Sozialisation, Erziehungsroman, Emanzipation, Patriarchat, Geschlechterdualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Ausarbeitung grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Jean-Jacques Rousseaus einflussreiches pädagogisches Werk „Emile oder Über die Erziehung“ und dessen grundlegende Thesen zur menschlichen Natur und Erziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der natürlichen Entwicklung des Kindes, der Kritik an gesellschaftlichen Einflüssen sowie der Untersuchung der darin vermittelten Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das von Rousseau entworfene Modell einer stufenweisen, natürlichen Erziehung darzulegen und dessen historische Bedeutung sowie die darin verankerten patriarchalen Strukturen einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine textbasierte, literaturwissenschaftliche und pädagogisch-historische Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der philosophischen Grundthese, die detaillierte Beschreibung der fünf Entwicklungsbücher des Emile und eine kritische historische Einordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind natürliche Erziehung, Pädagogik, Geschlechterrollen, Rousseau, Emanzipation und Sozialisation.

Wie unterscheidet sich die Erziehung von Sophie von der des Emile?

Während Emile zur Unabhängigkeit und Vernunft erzogen wird, ist Sophies Erziehung darauf ausgerichtet, ihr als zukünftiger Ehefrau und Mutter ein Leben in Unterordnung und gesellschaftlicher Anpassung zu ermöglichen.

Warum wird Emile vom Erzieher zeitweise von Sophie getrennt?

Die Trennung dient als pädagogisches Mittel, um durch die Erfahrung der Sehnsucht die emotionale Bindung der Liebenden vor der Heirat zu festigen und Emile Zeit für weitere politische Studien zu geben.

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Details

Titel
Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
2,0
Autor
Sebastian Förster (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
8
Katalognummer
V59579
ISBN (eBook)
9783638534772
ISBN (Buch)
9783656833666
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emile Erziehung Jean-Jacques Rousseau
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Förster (Autor:in), 2006, Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59579
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Leseprobe aus  8  Seiten
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