Die Gesellschaft altert – wie oft hört man seit einigen Jahren diesen Satz? Sehr oft. Der demografische Wandel, der seit einiger Zeit in mehr oder weniger allen Industrienationen zu beobachten ist, und die damit einhergehende Zunahme des Anteils alter Menschen zwingen die Gesellschaft zum Umdenken. Bislang war die soziale Fürsorge des Staates sehr stark auf die Jugend ausgerichtet. Dies reicht jedoch nicht mehr aus, denn mit dem Alter einhergehende Behinderungen und Pflegebedürftigkeit können nicht länger übersehen werden. Beide Komponenten steigen in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich überproportional an. In den vergangenen Jahren hat daher ein Arbeitsgebiet zunehmend an Bedeutung gewonnen – die Geriatrie.
Doch was ist die Geriatrie genau? Worauf versucht sie konkret Antworten zu finden? Und welche Bedeutung nimmt sie in der Altenhilfe ein? Ziel dieser Arbeit ist es, die Geriatrie als interdisziplinären Ansatz zu beleuchten und ihre Bedeutung in der präventiven und rehabilitativen Arbeit mit alten Menschen herauszustellen.
Daher wird eingehend das Bild vom alten Menschen beschrieben, um einen ersten Überblick über Krankheit und Behinderung im Alter zu bekommen. Im Folgenden soll die Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe vorgestellt werden. Hierbei wird auf wissenschaftliche Grundlagen, Anliegen, Aufgaben und Ziele der Geriatrie eingegangen. Im Folgenden ist die Bedeutung der verschiedenen geriatrischen Berufsfelder zu erörtern, um die Interdisziplinarität dieses Ansatzes zu unterstreichen. Abschließend ist es Anliegen dieser Arbeit, weiterführende Gedanken und mögliche Aufgaben des Geriaters als interdisziplinär Tätiger zu präsentieren.
Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, die Geriatrie vollständig darzustellen. Der gesamte Ansatz ist dafür schlicht zu umfassend. Stattdessen ist es Intention, (neue) Chancen für einen alternativen Umgang mit dem Phänomen „Alter“ aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Bild vom alten Menschen
3 Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe
3.1 Gerontologie
3.2 Grundzüge der Geriatrie
3.3 Geriatrisches Assessment
3.4 Rehabilitation
4 Bedeutung der einzelnen Berufsfelder in der Geriatrie
4.1 Sozialarbeit
4.2 Medizin
4.3 Kranken- und Altenpflege
4.4 Ergotherapie
4.5 Physiotherapie
4.6 Psychologie
5 Die interdisziplinäre Rolle des Geriaters
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Geriatrie als interdisziplinären Ansatz in der Altenhilfe zu beleuchten und ihre Bedeutung für die präventive und rehabilitative Arbeit mit alten Menschen darzustellen. Dabei wird der Wandel des Bildes vom alten Menschen aufgegriffen, um die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, multiprofessionellen Herangehensweise zu verdeutlichen, die über die reine medizinische Behandlung hinausgeht.
- Demografischer Wandel und die steigende Bedeutung der Geriatrie
- Multimorbidität und das Bild vom "geriatrischen Patienten"
- Die Gerontologie als theoretisches Fundament der geriatrischen Arbeit
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeit, Medizin, Pflege und Therapeuten
- Rehabilitation als Schlüsselbegriff für Selbstständigkeit und Lebensqualität
- Die Rolle des Geriaters als Integrationsfigur und Case Manager
Auszug aus dem Buch
3.2 Grundzüge der Geriatrie
„Geriatrie gilt als die Lehre von den Besonderheiten der Symptomatik, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Krankheiten und Krankheitszuständen im höheren und hohen Lebensalter.“
„Geriatrie ist die Altersheilkunde, die Lehre von den Krankheiten des alternden und alten Menschen, ihrer Vorbeugung und Behandlung.“
Beide Definitionen kommen jener der Gerontologie recht nahe. In der Tat gehören Gerontologie und Geriatrie untrennbar zusammen und können auch nicht eindeutig voneinander unterschieden werden. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, dass die Gerontologie die theoretische Vorarbeit für die Geriatrie leistet. Nach WOJNAR kann die Geriatrie daher als Teilgebiet der Gerontologie betrachtet werden. Liegen die Schwerpunkte der Gerontologie in der Beobachtung, Beschreibung und Bewertung, so lässt sich anhand der o.g. Definitionen erkennen, dass die Schwerpunkte der Geriatrie in der Behandlung von und im Umgang mit alten Menschen liegen. Dieser beinhaltet vorrangig Prävention und Behandlung mit dem Ziel der Rehabilitation.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz des Themas angesichts des demografischen Wandels und Einführung in die Zielsetzung der Arbeit.
2 Das Bild vom alten Menschen: Analyse der komplexen Lebenssituation alter Menschen, geprägt von Multimorbidität, Kompetenzverlusten und dem Bedarf an spezifischen geriatrischen Ansätzen.
3 Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe: Erörterung der wissenschaftlichen Grundlagen (Gerontologie), der geriatrischen Ziele sowie der Bedeutung von Assessments und Rehabilitation.
4 Bedeutung der einzelnen Berufsfelder in der Geriatrie: Detaillierte Betrachtung der spezifischen Rollen und Interaktionsweisen von Sozialarbeit, Medizin, Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie und Psychologie.
5 Die interdisziplinäre Rolle des Geriaters: Beschreibung der Integrationsfunktion im multiprofessionellen Team und der Aufgaben eines Case Managers in der Geriatrie.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Plädoyer für die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit und Respekterweisung gegenüber alten Menschen.
Schlüsselwörter
Geriatrie, Gerontologie, Altenhilfe, Multimorbidität, geriatrischer Patient, Rehabilitation, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Case Management, Sozialarbeit, Altersheilkunde, Pflege, Selbstständigkeit, Prävention, geriatrisches Assessment, Lebensqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Geriatrie als interdisziplinäres Arbeitsfeld innerhalb der Altenhilfe und beleuchtet die Zusammenarbeit verschiedener Professionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen das Bild des alten Menschen, die theoretischen Grundlagen durch die Gerontologie sowie die praktische Anwendung von Therapie und Rehabilitation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Geriatrie als ganzheitlichen Ansatz zu definieren, der über medizinische Aspekte hinaus die Selbstständigkeit und Lebensqualität alter Menschen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur und dem aktuellen Stand der gerontologischen Forschung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Aufgaben der beteiligten Berufsfelder sowie die methodische Notwendigkeit eines multiprofessionellen Teams in der Altenhilfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geriatrie, Multimorbidität, Interdisziplinarität, Rehabilitation und das geriatrische Assessment.
Was genau ist ein geriatrisches Assessment?
Es ist ein multidimensionaler Diagnoseprozess zur Erfassung medizinischer, psychischer und sozialer Dimensionen des alten Menschen.
Warum spielt die Rehabilitation eine so große Rolle?
Weil sie den Schlüssel darstellt, um trotz chronischer Erkrankungen ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen.
Kann ein Geriater eine abgeschlossene Berufsausbildung sein?
Nein, es gibt laut Arbeit keine Ausbildung zum Geriater; es handelt sich um eine interdisziplinäre Rolle, die von Fachkräften aus verschiedenen Berufsfeldern eingenommen wird.
- Quote paper
- Henning Becker (Author), 2006, Geriatrie - Ein interdisziplinärer Ansatz in der Altenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59680