In der Geschichte des Filmes ist Quentin Tarantino wahrscheinlich der einzige Regisseur, der einen Status erreicht hat, der nur mit dem Status eines Popstars vergleichbar ist. Eine schnelle Suche im Internet nach den letzten Nachrichten zum Thema „Quentin Tarantino“ bringt nicht nur Informationen zu seinen Filmprojekten zutage, sondern auch Neuigkeiten, die man normalerweise nicht in Filmzeitschriften, sondern in der Klatschpresse wieder findet. Mit Schlagzeilen der Form: „Kennen Sie die Verbindung von Quentin Tarantino und Britney Spears?“ wird nur er konfrontiert, und dies auch, weil er offen mit der Presse umgeht, und jede Gelegenheit nutzt, um auf sich und seine Filme aufmerksam zu machen, mehr noch als mancher Schauspieler, von denen diese Form der Öffentlichkeitsarbeit erwartet wird. Doch nicht die Bindung der Fans zu der öffentlichen Person Quentin Tarantino soll Thema dieser Hausarbeit sein, sondern das Fantum, das sich um sein Werk herausgebildet hat. Die Frage, die diese Hausarbeit beantworten will, ist, was Quentin Tarantinos Filme für ihre Fans interessant macht, welche Elemente hauptsächlich die Produktivität seiner Anhänger hervorrufen, auch wenn die Filme, die stark als Autorenfilme vermarktet werden, nicht gänzlich von der Person des Regisseurs getrennt werden können. Gleichzeitig möchte ich auch nach Elementen suchen, die sein Werk für Filmkritiker und das akademisch gebildete Publikum ansprechend machen, denn vor ihm ist es vielleicht nur noch Alfred Hitchcock gelungen, sowohl den Kritiker als auch den normalen Zuschauer zu überzeugen und zu begeistern.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Fan und der Akademiker
- Quentin Tarantino: der Fan
- Lücken im Hypertext. Postmoderne Elemente und Popkultur in Quentin Tarantinos Filmen
- Intertextualität und Zitate
- Affinität der Filme zum Internet
- Rezeptionsmöglichkeiten der Filme von Quentin Tarantino
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht das Fantum, das sich um Quentin Tarantinos Werk herausgebildet hat. Sie analysiert, was seine Filme für Fans so interessant macht und welche Elemente die Produktivität seiner Anhänger hervorrufen. Gleichzeitig wird nach Aspekten gesucht, die sein Werk für Filmkritiker und das akademisch gebildete Publikum ansprechend machen.
- Das Fantum als aktiver Produzent und Nutzer von kulturellem Kapital.
- Die Rolle von Intertextualität, Zitaten und Anspielungen in Tarantinos Filmen.
- Die Affinität von Tarantinos Filmen zum Internet und ihre Rezeption im digitalen Raum.
- Die Analyse von Tarantinos Filmen im Kontext des "offenen Kunstwerks" von Umberto Eco.
- Die Frage, ob Tarantinos Filme für ein breiteres Publikum zugänglich sind, auch ohne genaue Kenntnis der verwendeten Intertextualitäten.
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt Quentin Tarantino als einen Regisseur vor, der einen Status erreicht hat, der mit dem eines Popstars vergleichbar ist. Sie führt die Frage ein, was Tarantinos Filme für seine Fans so interessant macht und welche Elemente die Produktivität seiner Anhänger hervorrufen.
- Der Fan und der Akademiker: Dieses Kapitel beleuchtet die Definition von "Fan" und "Fantum" und setzt sie in Relation zum akademisch gebildeten Publikum. Es werden theoretische Einblicke von John Fiske und Pierre Bourdieu zum Thema Fantum geliefert.
- Quentin Tarantino: der Fan: Dieses Kapitel beleuchtet die Vorlieben von Quentin Tarantino als Fan und wie er diese in seinen Filmen verarbeitet.
- Lücken im Hypertext. Postmoderne Elemente und Popkultur in Quentin Tarantinos Filmen: Dieses Kapitel analysiert die Intertextualität, Zitate und Anspielungen in Tarantinos Filmen sowie die Affinität seiner Filme zum Internet.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Hausarbeit sind Quentin Tarantino, Fantum, Popkultur, Postmoderne, Intertextualität, Filmrezeption, "offenes Kunstwerk" und Umberto Eco.
Häufig gestellte Fragen
Was macht Quentin Tarantinos Filme für Fans so attraktiv?
Fans schätzen die Mischung aus Popkultur, Zitaten, Intertextualität und der starken Autorenmarke des Regisseurs, die zur aktiven Auseinandersetzung und Produktivität anregt.
Warum interessieren sich Akademiker für Tarantino?
Sein Werk bietet komplexe postmoderne Elemente, tiefgreifende Filmanspielungen und lässt sich im Sinne von Umberto Ecos "offenem Kunstwerk" vielfältig interpretieren.
Was ist "Intertextualität" in Tarantinos Filmen?
Intertextualität bezeichnet die ständigen Verweise, Zitate und Anspielungen auf andere Filme, Musik und popkulturelle Phänomene, die sein Werk wie einen Hypertext wirken lassen.
Wie beeinflusst das Internet die Rezeption seiner Filme?
Tarantinos Filme haben eine hohe Affinität zum Internet, wo Fans Lücken im Hypertext schließen, Zitate analysieren und Informationen in Foren und Datenbanken austauschen.
Kann man Tarantino-Filme ohne Filmwissen genießen?
Ja, ein wesentliches Merkmal ist, dass sie sowohl für den "normalen" Zuschauer unterhaltsam sind als auch für den Kenner (Akademiker/Fan) zusätzliche Bedeutungsebenen bereithalten.
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- Hilke Dahinten (Author), 2006, Vom Fan zum Akademiker: Rezeptionsmöglichkeiten der Filme von Quentin Tarantino, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59796