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Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement - neue Strukturen oder historische Kontinuität?

Title: Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement - neue Strukturen oder historische Kontinuität?

Term Paper , 2003 , 43 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Astrid Vorhoff (Author)

Social Work
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In dieser Arbeit soll die Diskussion um den „Strukturwandel des Ehrenamts“ aus individualistischer Sicht beleuchtet werden. Begonnen wird mit dem Wandel der Begrifflichkeit und der Begründung, warum in der vorliegenden Arbeit die Wortwahl freiwilliges bürgerschaftliches Engagement getroffen wurde. Im weiteren werden die Formen und das Profil bürgerschaftlichen Engagements dargestellt, um zu verdeutlichen wie vielfältig das Themengebiet sich präsentiert. Der Vollständigkeit halber wird das bürgerschaftliche Engagement aus politischer Sicht hier mit dargestellt, aber nicht weiter vertieft, da die individuellen Gesichtspunkte im Vordergrund stehen sollen.

Anschließend an die erste Darstellung, was unter freiwilligem bürgerschaftlichen Engagement verstanden wird, folgt die historische Entwicklung, aufgegliedert in die Hauptströmungen politisches und soziales Engagement, um die „Wurzeln“ des Engagements aufzuzeigen. Das soziale Engagement von Frauen hat sich etwas differenzierter ausgebildet und wird deswegen in einem Exkurs dargestellt. Schon hier wird deutlich werden, dass es auch heute noch historische Einwirkungen gibt.

Um dann genauer das Phänomen bürgerschaftliches Engagement zu betrachten, werde ich auf die Strukturen, den Umfang und die sozialen Bedingungen des Engagements eingehen um im nächsten Kapitel den Motivationswandel und die Motive und Erwartungen der Engagierten darzustellen. Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung zu einem Engagement stellt das Konzept der biographischen Passung dar, weswegen diesem Aspekt dann im folgenden ein Unterkapitel gewidmet wird. In Kapitel 6 folgt dann die Ökonomie des Engagements aus Sicht des Individuums. Hier wird der Blick nur auf den subjektiven Nutzen für engagierte Personen gerichtet. Der Nutzen für das Gemeinwesen in Anlehnung an die Kommunitarismus Debatte wird nur peripher tangiert. In dieser Arbeit soll die Aufmerksamkeit auf der Mikroebene bleiben. Abschließend wird die Frage gestellt, ob es zu wirklich neuen Entfaltungen des freiwilligen Engagements gekommen ist oder ob es sich hier um eine Weiterentwicklung der historischen Anfänge handelt. Lassen sich also Merkmale des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements finden, die schon das „Ehrenamt“ im 19. Jahrhundert prägten? Überspitzt könnte man fragen: „Wie fortschrittlich und innovativ sind wir wirklich?“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Formen freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

2.2.1 Individuelles bürgerschaftliches Engagement

2.2.2 Gemeinschaftliches bürgerschaftliches Engagement

2.2.3 Politisches bürgerschaftliches Engagement

2.3 Profil des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

3. Historische Entwicklung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

3.1 Das politische Engagement

3.2 Das soziale Engagement

3.3 Exkurs: Frauen im sozialen Ehrenamt

4. Verbreitung freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

4.1 Empirische Unklarheiten

4.2 Umfang und Struktur des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

4.3 Soziale Bedingungen freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

5. Motivationen der freiwillig Engagierten

5.1 Motivationswandel

5.2 Motive

5.3 Erwartungen an die freiwillige Tätigkeit

5.4 Konzept der biographischen Passung

6. Ökonomie des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

7. Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement – neue Strukturen oder historische Kontinuität?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Strukturwandel des Ehrenamts aus individualistischer Perspektive und beleuchtet, ob es sich bei heutigen Engagementformen um grundlegend neue Entwicklungen oder eine Fortführung historischer Traditionen handelt.

  • Wandel der Begrifflichkeiten und Formen des Engagements
  • Historische Entwicklung des politischen und sozialen Engagements
  • Empirische Verbreitung und soziale Bedingungen des Engagements
  • Motivationswandel und das Konzept der biographischen Passung
  • Ökonomische Perspektiven auf das freiwillige Engagement

Auszug aus dem Buch

3.2 Das soziale Engagement

Das soziale Ehrenamt entstand infolge der Industrialisierung. Kontrolle über die Armen, hygienische Gründe und die neuen sozialen Probleme des entstehenden städtischen, industrialisierten Proletariats bildeten den Hintergrund für die Etablierung der öffentlichen Armenpflege. Die Hilfen der Kirchen und des Staates waren nicht mehr ausreichend. Daraufhin bildeten sich immer mehr Vereine, in denen, nach PEGLOW, die Hilfe aus Nächstenliebe durchgeführt wurde und das Ehrenamt nicht mehr durch die Ehre bestimmt war.

1853 entstand dann auf der Grundlage der Preußischen Städteordnung von 1853/56 das „Elberfelder System“, welches die öffentliche Armenfürsorge regelte. Es kann als soziales Ehrenamt von staatlicher Seite gesehen werden. Die Armenpflege wurde zur ehrenamtlichen Aufgabe der männlichen Bürger. Das Amt des Armenpflegers bildete die unterste Stufe der kommunalen Karriere und des öffentlichen Ansehens. In diesem System gab es ein Quartierprinzip, d.h. eine Bindung der Zuständigkeit des Armenfürsorgers an sein unmittelbares räumliches Umfeld. Dies weist noch einmal auf die Bedeutung des Lokalbezugs des Ehrenamtes hin. „Die entscheidende Qualifikation des Armenpflegers bestand in seiner Eigenschaft als Bürger und Nachbar, seiner lokalen Vertrautheit und Präsenz.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die individualistische Sichtweise auf den „Strukturwandel des Ehrenamts“ ein und erläutert den geplanten Aufbau der Arbeit.

2. Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement: Dieses Kapitel erörtert die Problematik der Begriffsfindung und differenziert zwischen verschiedenen Formen des Engagements.

3. Historische Entwicklung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements: Hier werden die historischen Wurzeln des politischen und sozialen Engagements sowie die Rolle der Frauen im Ehrenamt aufgezeigt.

4. Verbreitung freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements: Dieses Kapitel analysiert empirische Daten und soziale Bedingungen, die die Beteiligung an freiwilligen Tätigkeiten beeinflussen.

5. Motivationen der freiwillig Engagierten: Hier werden der Motivationswandel, individuelle Motive und das Konzept der biographischen Passung bei Engagierten beleuchtet.

6. Ökonomie des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements: Dieses Kapitel untersucht das Engagement aus ökonomischer Sicht und analysiert den Nutzen für das Individuum.

7. Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement – neue Strukturen oder historische Kontinuität?: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und stellt die Kernfrage nach der historischen Einordnung des modernen Engagements.

Schlüsselwörter

Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt, Motivationswandel, Individualisierung, soziale Einbindung, biographische Passung, Freiwilligensurvey, historischer Wandel, soziale Solidarität, Gemeinwohl, Vereinswesen, Armenpflege, Ehrenamtlichkeit, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel des Ehrenamtes im Laufe der Zeit und betrachtet dabei insbesondere die individualistische Sichtweise auf das heute gebräuchliche „freiwillige bürgerschaftliche Engagement“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die Verbreitung, die unterschiedlichen Motivationen der Engagierten sowie die ökonomischen Aspekte und das Konzept der biographischen Passung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob heutige Formen des Engagements tatsächlich neue Strukturen darstellen oder lediglich als Weiterentwicklungen historischer Anfänge zu verstehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie die Auswertung empirischer Daten, insbesondere aus dem Freiwilligensurvey 1999.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Formen und Profile, die historische Herleitung, die empirische Verbreitung und soziale Bedingungen, die psychologischen Motivationsaspekte sowie die ökonomische Einordnung des individuellen Nutzens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem bürgerschaftliches Engagement, Motivationswandel, Individualisierung und biographische Passung.

Was besagt das Konzept der „biographischen Passung“ konkret?

Es besagt, dass sich eine Person für eine bestimmte Form des Engagements entscheidet, wenn Motiv, Anlass und Gelegenheit in einer spezifischen Lebensphase zusammentreffen.

Wie hat sich die Rolle der Frau im sozialen Ehrenamt historisch verändert?

Frauen waren lange Zeit von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen und auf informelle Nachbarschaftshilfe beschränkt, erkämpften sich aber mit der Zeit Zugang zu anderen Tätigkeitsfeldern der Wohlfahrtspflege.

Welchen Einfluss hatte das „Elberfelder System“ auf das Ehrenamt?

Es etablierte die Armenpflege als ehrenamtliche Aufgabe, die durch das Quartierprinzip stark mit dem lokalen Umfeld der männlichen Bürger verknüpft war.

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Details

Title
Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement - neue Strukturen oder historische Kontinuität?
College
University of Vechta
Grade
2,3
Author
Astrid Vorhoff (Author)
Publication Year
2003
Pages
43
Catalog Number
V59869
ISBN (eBook)
9783638536905
ISBN (Book)
9783656784616
Language
German
Tags
Freiwilliges Engagement Strukturen Kontinuität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Astrid Vorhoff (Author), 2003, Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement - neue Strukturen oder historische Kontinuität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59869
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