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Die Entstehung der philippinischen nationalen Bewegung in der kolonialen Situation am Ende des 19. Jahrhunderts

Title: Die Entstehung der philippinischen nationalen Bewegung in der kolonialen Situation am Ende des 19. Jahrhunderts

Term Paper , 2001 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Heike Simons (Author)

History - Asia
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Die aktuelle politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage auf den Philippinen, die im Schlußkapitel dargestellt werden wird, hat dazu beigetragen, mich mit der Geschichte der Philippinen näher zu beschäftigen. Von besonderem Interesse erschien mir bei der Wahl des Themas das Verhalten der philippinischen Bevölkerung in der Position der Kolonisierten.
Nach Osterhammel lassen sich drei Arten von Interessensicherung gegenüber militärisch schwächeren und wirtschaftlich "rückständigen" Ländern unterscheiden: die Koloniale Herrschaft, die Quasi-koloniale Kontrolle und der nichtkoloniale "bestimmende" Einfluß. Aus Zeitgründen werde ich in meiner Darstellung nicht näher auf jede der drei Interessensicherungen eingehen, sondern nur auf diejenige, die im Zusammenhang mit den Philippinen interessant ist. Die Spanier betrieben auf den Philippinen die erstgenannte, die Koloniale Herrschaft. Diese Koloniale Herrschaft, dem "formal empire" entsprechend, ist dadurch gekennzeichnet, daß die einheimischen Machthaber durch fremde ersetzt werden, daß die vorkoloniale politische Ordnung aufhört zu bestehen, daß Hoheitsfunktionen, wie Rechtsprechung, Besteuerung, Polizei- und Militärgewalt von Vertretern der Kolonialmacht ausgeführt werden. Des Weiteren werden auswärtige Beziehungen der Kolonisierten von der Kolonialmacht monopolisiert (vgl.Osterhammel 2002: 25).
In dem Titel meiner Arbeit verwende ich den Begriff der "Kolonialen Situation". Die Filipinos lernten direkt nach spanischer Herrschaft die amerikanische kennen. Was dabei jedoch gleich blieb, war die "Koloniale Situation". Auch hier stütze ich mich auf die Definition von Osterhammel, der sich in seinen Ausführungen auf die klassische Abhandlung von Georges Balandier bezieht, der die "Koloniale Situation" folgendermaßen beschreibt: der unverwechselbare Komplex von Herrschaft, Ausbeutung und Kulturkonflikt in ethnisch heterogenen politischen Gebilden, die durch Einwirkung von außen entstanden waren (vgl. Osterhammel 2002: 30). Die Koloniale Situation sei durch einen ununterbrochenen Kampf aller Beteiligten gekennzeichnet, der auf seiten der Kolonisierten immer auch ein Kampf um menschliche Würde gewesen ist (vgl. Osterhammel 2002: 32).
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Nationalismus

2. Koloniale Situation auf den Philippinen

3. Nationales Bewußtsein der philippinischen Bevölkerung am Ende des 19.Jahrhunderts

4. Nationale Bewegung in Europa: „Propaganda-Bewegung“

5. José Rizal

6. Die Gründung der Liga Filipina und der Katipunan

7. Scheitern der ersten Republik Asiens

Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Entstehung des philippinischen Nationalbewusstseins vor dem Hintergrund der kolonialen Situation im 19. Jahrhundert. Dabei wird untersucht, wie sich aus der spezifischen Herrschaftsstruktur Spaniens, den sozialen Spannungen und dem Wirken intellektueller Bewegungen ein nationales Selbstverständnis formte, das schließlich in die erste Republik Asiens mündete.

  • Definition und Entwicklung des Nationalismusbegriffs
  • Die koloniale Herrschaftsstruktur und die soziale Situation auf den Philippinen
  • Die Rolle der Propaganda-Bewegung und José Rizals
  • Der Übergang von friedlichen Reformbestrebungen zum bewaffneten Widerstand (Katipunan)
  • Das Scheitern der ersten philippinischen Republik im Kontext des spanisch-amerikanischen Krieges

Auszug aus dem Buch

5. José Rizal

José Mercado y Alonso wurde am 19. Juni 1861 in Calamba (Luzon) als Sohn einer chinesischen Mestizen Familie geboren. Sein Vater, chinesischer Abstammung, war ein wohlhabender Kaufmann. Seine Mutter stammte aus der philippinischen Oberschicht. Er ging in Manila bei den Jesuiten in die Schule. Da sein älterer Bruder, Paciano, sich als politisch Aufbegehrender verstecken mußte, riet er seinem jüngeren Bruder den Namen Mercado abzulegen, um bei der Polizei nicht verdächtig zu werden. Der damals zehnjährige José nannte sich von da an José Rizal. Nach mehreren Jahren Medizinstudium (1877-1882) an der Universität Santo Tomás in Manila entschied er, sein Studium der Philosophie und Medizin an der Universität in Madrid zu beenden. Nach seinem Doktorat (1885) studierte er u.a. in Paris, Heidelberg, London und Berlin. Während dieser Zeit übersetzte er Schillers Wilhelm Tell, das große deutsche Befreiungsschauspiel, ins Tagalog.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, die koloniale Situation auf den Philippinen zu untersuchen, und führt den theoretischen Rahmen des Kolonialismus nach Osterhammel ein.

1. Nationalismus: Dieses Kapitel definiert den Nationalismus als modernes Phänomen und zeichnet dessen europäische Ursprünge sowie seine Ausbreitung nach.

2. Koloniale Situation auf den Philippinen: Hier wird die spanische Herrschaftsstruktur, die Rolle der Mönchsorden und die soziale Schichtung der philippinischen Gesellschaft analysiert.

3. Nationales Bewußtsein der philippinischen Bevölkerung am Ende des 19.Jahrhunderts: Das Kapitel behandelt die zunehmende Unzufriedenheit und die Einflüsse liberaler Ideen, die zur Entstehung eines nationalen Bewusstseins führten.

4. Nationale Bewegung in Europa: „Propaganda-Bewegung“: Es wird die in Europa entstandene Reformbewegung beschrieben, die durch literarische Arbeit für Gleichberechtigung eintrat.

5. José Rizal: Ein biografisches Kapitel, das den Werdegang Rizals und die Bedeutung seiner Romane für die Entstehung der nationalen Identität aufzeigt.

6. Die Gründung der Liga Filipina und der Katipunan: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze der reformorientierten Liga Filipina mit der revolutionären Strategie des Katipunan.

7. Scheitern der ersten Republik Asiens: Hier wird die Proklamation der Unabhängigkeit unter Emilio Aguinaldo und ihr schnelles Ende durch den spanisch-amerikanischen Krieg analysiert.

Schluß: Das Schlusskapitel reflektiert über die postkoloniale Entwicklung und zieht Parallelen zur aktuellen politischen Krise auf den Philippinen.

Schlüsselwörter

Philippinen, Nationalismus, Kolonialismus, Propaganda-Bewegung, José Rizal, Katipunan, Spanische Herrschaft, Unabhängigkeit, Erste Republik Asiens, Nationalbewusstsein, Reformpolitik, Koloniale Situation, Moderne Geschichte, Emilio Aguinaldo, Dekolonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung des philippinischen Nationalbewusstseins im 19. Jahrhundert unter spanischer Kolonialherrschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der kolonialen Struktur, den intellektuellen Reformbewegungen, dem Wirken José Rizals und der Entwicklung hin zur ersten Republik Asiens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe aufzuzeigen, die zum Entstehen einer nationalen Identität geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse zeitgenössischer sowie politikwissenschaftlicher Theorien zum Kolonialismus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in sieben Kapitel, die den Prozess vom ersten Nationalbewusstsein über die Propaganda-Bewegung und den Katipunan bis hin zum Scheitern der ersten Republik detailliert nachzeichnen.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Begriffe wie Koloniale Situation, Nationalismus, Propaganda-Bewegung und philippinische Identität sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Warum spielt der Tag der Hinrichtung der Priester (Gom-Bur-Za) eine solch zentrale Rolle?

Das Ereignis wird im Text als entscheidendes Datum für den Beginn eines nationalen Bewusstseins festgemacht, da es die Bevölkerung über soziale Schichten hinweg einte.

Welchen Einfluss hatte der spanisch-amerikanische Krieg auf das Ende der ersten Republik?

Er beendete die junge Unabhängigkeit, da die USA durch den Friedensvertrag von Paris die Kontrolle über die Inseln von Spanien übernahmen.

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Details

Title
Die Entstehung der philippinischen nationalen Bewegung in der kolonialen Situation am Ende des 19. Jahrhunderts
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Course
Einführungskurs
Grade
1,7
Author
Heike Simons (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V5992
ISBN (eBook)
9783638136938
Language
German
Tags
Entstehung Bewegung Situation Ende Jahrhunderts Einführungskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heike Simons (Author), 2001, Die Entstehung der philippinischen nationalen Bewegung in der kolonialen Situation am Ende des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5992
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