Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Reichsdeputationshauptschluss 1803 - Du Thil als Chronist seiner Zeit

Title: Reichsdeputationshauptschluss 1803 - Du Thil als Chronist seiner Zeit

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Hans-Peter Schneider (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Nicht jede Lebenserinnerung, die jemals geschrieben wurde, kann dazu beitragen, einen Einblick in eine gewisse Zeit oder in bestimmte Lebensumstände zu finden. Die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" sind Erinnerungen eines Mannes, der viel erlebt hat und deshalb ist es von Nöten, sie nach der Relevanz für heutige Geschichtsforschungen zu untersuchen.


Du Thil (1777-1859) lebte in einer ereignisreichen Zeit, die von epochalen Geschehnissen geradezu durchzogen war, exemplarisch nur zu nennen wäre hierbei der Reichsdeputationshauptschluss (RDH) 1803, der Rheinbund 1806 oder die Wiener Kongresse. Viele Erfahrungen konnte er selbst sammeln und auch einige Entscheidungen beeinflussen, wenn dies in seinen Möglichkeiten lag.


Als Hessen-Darmstädtischer Minister konnte er in gewisser Weise prägend auf seine Zeit einwirken. Besser als jeder Außenstehende sollte er bestimmte Situationen und Begebenheiten erklären und deuten können. Seine Darstellung hat er mit dem RDH begonnen und genau auf diesen Zeitraum möchte ich mich beziehen.


Ziel dieser Seminararbeit wird nun sein, das Werk Du Thils mit den tatsächlichen Ereignissen der Jahre um 1803 zu vergleichen und von diesen ausgehend eine Aussage zu der Relevanz eines Freiherrn Du Thil als Chronist dieser Zeit zu treffen, die sowohl persönliche als auch äußerliche Umstände in der Lebenswelt des Hessen-Darmstädtischen Ministers mit berücksichtigt.


Als Quelle dieser Arbeit liegen natürlich die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" zu Grunde. Als Literatur habe ich neben diversen Artikeln in der Allgemeinen und der Neuen Deutschen Biographie vor allem auf die Werke "Die Entschädigungsverhandlungen Hessen-Darmstadts in den Jahren 1798-1815" von Uta Germann und auf "Agrarreformen in Hessen-Darmstadt" von Peter Fleck zurückgegriffen. Alles in allem ist die Geschichte Hessen-Darmstadts um den Anfang des 19. Jahrhunderts geschichtswissenschaftlich nicht so gut erschlossen, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Leben und Taten Du Thils

III. Entstehung der Denkwürdigkeiten

IV. Du Thils Darstellungen

1. Personendarstellung Du Thils an Hand dreier Beispiele

a) Von Barkhaus

b) Von Pappenheim

c) Van Oyen

2. Beschreibung des RDH aus der Sicht Du Thils

3. Die Entwicklung der Wetterau in der Darstellung Du Thils

V. Hessen-Darmstadt in der Geschichtsforschung

1. Die Verhältnisse Hessen-Darmstadts vor 1803

2. Die Entstehung eines neuen Staatsgedankens in Hessen-Darmstadt

3. Wie kommt es zu den Gebietsgewinnen 1803?

4. Nach den Gebietsgewinnen 1803

VI. Du Thil als Chronist seiner Zeit

VII. Schlussbemerkung

VIII. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Quellen

2. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, die „Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil“ kritisch zu untersuchen und mit den historischen Fakten der Zeit um 1803 zu vergleichen, um den Wert des Werkes als zeithistorische Quelle zu bewerten.

  • Biografie und politisches Wirken von Freiherr Du Thil
  • Analyse der Entstehungsgeschichte der „Denkwürdigkeiten“
  • Vergleich der subjektiven Darstellung mit der historischen Realität der Epoche
  • Entwicklung des Territoriums Hessen-Darmstadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts
  • Rolle von Schlüsselfiguren wie Barkhaus und Pappenheim bei territorialen Gebietsgewinnen

Auszug aus dem Buch

3. Die Entwicklung der Wetterau in der Darstellung Du Thils

Die Wetterau war vor 803 ein kleiner Landstrich an der Grenze Hessens. Sie besaß viele mehr oder weniger kleine Verwaltungsbereiche, zumeist Grafschaften, die jedoch kein geschlossenes Ganzes bildeten, sondern aus einigen nicht zwangsläufig zusammenhängenden Dörfern bestanden. Dadurch war eine gemeinsame Verwaltung sehr schwer durchsetzbar. Du Thil vermerkte dazu:

„Man darf aber nicht glauben, dass diese Grafschaften, obgleich klein, doch jede für sich ein geschlossenes Ganzes gebildet hätten. Nichts weniger als das; jene Häuser hatten so willkürliche und verkehrte Teilungen vorgenommen, dass jedes von ihnen mehrere sogenannte Ämter, d.h. einen Komplex von zwei bis etwa fünf Dörfern besaß, die durch fremde Gebiete getrennt, oft vier bis fünf Stunden von dem Mittelpunkte entfernt, ohne alle Verbindungen mit demselben standen, wodurch die Verwaltung erschwert, jede durchgreifende Polizei unmöglich gemacht wurde.“

Wegen der geringen Größe der Verwaltungsbezirke konnten sich die meisten Gebietsherren nur einen Beamten leisten, der dann gleichzeitig für Justiz, Verwaltung und Polizei verantwortlich war, also alle Zuständigkeiten in seiner Person vereinigte. Zumeist war eine solche Beamtenstelle noch sehr schlecht bezahlt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Person Du Thil und sein Werk ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Denkwürdigkeiten im Kontext der Zeit um 1803 kritisch zu würdigen.

II. Leben und Taten Du Thils: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Freiherrn Du Thil nach, insbesondere seine Karriere im hessischen Staatsdienst und seinen Einfluss auf die Entwicklung des Großherzogtums.

III. Entstehung der Denkwürdigkeiten: Hier wird der Hintergrund der Niederschrift beleuchtet, die primär auf Wunsch von Großherzog Ludwig III. erfolgte und nicht als öffentliche Publikation geplant war.

IV. Du Thils Darstellungen: Dieser Abschnitt analysiert Du Thils Sicht auf Zeitgenossen, seine Schilderung des Reichsdeputationshauptschlusses sowie die Transformation der Wetterau unter hessischer Herrschaft.

V. Hessen-Darmstadt in der Geschichtsforschung: Dieses Kapitel ordnet den historischen Status von Hessen-Darmstadt vor und nach 1803 in den Kontext des Alten Reiches und der territorialen Umbrüche ein.

VI. Du Thil als Chronist seiner Zeit: Hier erfolgt eine kritische Reflexion über die Objektivität Du Thils und den Wert seiner Erinnerungen für die heutige Geschichtsforschung.

VII. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einschätzung des Werkes als amüsante, jedoch subjektiv geprägte historische Quelle.

VIII. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Du Thil, Hessen-Darmstadt, Reichsdeputationshauptschluss, 1803, Denkwürdigkeiten, Verwaltungsreform, Gebietsgewinne, Wetterau, Barkhaus, Pappenheim, Staatsgeschichte, 19. Jahrhundert, Souveränität, Napoleon, Geschichtsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Denkwürdigkeiten“ des Freiherrn Du Thil und untersucht deren Relevanz als historische Quelle für die Zeit der territorialen Umgestaltung um das Jahr 1803.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören das Leben Du Thils, die administrative Entwicklung von Hessen-Darmstadt, die Rolle des Reichsdeputationshauptschlusses sowie die persönliche Sicht des Autors auf politische Akteure seiner Zeit.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach dem Wert von Du Thils Erinnerungen als Quelle, indem sie seine subjektiven Schilderungen mit den historisch belegten Fakten der frühen Jahre des 19. Jahrhunderts abgleicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Quellenanalyse, bei der die subjektiven Memoiren Du Thils einer kritischen Überprüfung durch historische Fachliteratur unterzogen werden.

Was umfasst der Hauptteil der Publikation?

Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Einordnung des Autors, die Analyse spezifischer politischer Ereignisse wie den Gebietszuwachs Hessen-Darmstadts und die Reflexion über die Intention des Autors beim Verfassen seiner Denkwürdigkeiten.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Staatsminister, territorialer Wandel, Diplomatie, Reformpolitik und den kritischen Umgang mit Lebenserinnerungen.

Welche Rolle spielten Barkhaus und Pappenheim für Hessen-Darmstadt?

Laut dem Text waren beide maßgeblich für die erfolgreiche Verhandlungsführung während des Reichsdeputationshauptschlusses und die damit verbundene territoriale Vergrößerung des Landes verantwortlich.

Wie bewertet der Autor den Wahrheitsgehalt der Denkwürdigkeiten?

Der Verfasser betont, dass das Werk aufgrund der persönlichen Involviertheit Du Thils subjektiv gefärbt ist und daher eher als unterhaltsame Hintergrundinformation denn als unkritische historische Primärquelle genutzt werden sollte.

Warum änderte sich die Situation in der Wetterau so drastisch?

Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel das zuvor zersplitterte Gebiet an Hessen-Darmstadt, was den Weg für eine strukturierte Verwaltung, moderne Infrastrukturmaßnahmen und eine vereinheitlichte Justiz freimachte.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Reichsdeputationshauptschluss 1803 - Du Thil als Chronist seiner Zeit
College
LMU Munich
Grade
2
Author
Hans-Peter Schneider (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V60057
ISBN (eBook)
9783638538213
ISBN (Book)
9783638844024
Language
German
Tags
Reichsdeputationshauptschluss Thil Chronist Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans-Peter Schneider (Author), 2004, Reichsdeputationshauptschluss 1803 - Du Thil als Chronist seiner Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60057
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint