Maria Montessoris Leben und Werk


Seminararbeit, 2004
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung

1. Aktualität der Montessori-Pädagogik

2. Ihr Leben
2.1 Elternhaus
2.2 Medizinstudium, Tätigkeit als Ärztin und politisches Engagement
2.3 Ihr Weg zur Pädagogik
2.4 Das Kinderhaus in San Lorenzo
2.5 Ihre Tätigkeit als engagierte Pädagogin

3. Ihr Werk
3.1 Die alltägliche Situation des unterdrückten Kindes und Lösungswege
3.2 Anwendungen ihrer Pädagogik
3.2.1 Kleinkinder bis drei Jahre
3.2.2 Kindergartenkinder bis sechs Jahre
3.2.3 Grundschulkinder bis zwölf Jahre
3.2.4 Jugendliche bis 18 Jahre
3.3 Verflechtung von Umgebung, Material und Erzieherin

4. Verbreitung von Montessori-Einrichtungen heute

Literatur

1. Aktualität der Montessori-Pädagogik

Nachdem der Veröffentlichung der schockierenden Ergebnisse der PISA Studie im Jahre 2000, in denen aufgezeigt wurde, dass Deutschland nur einen Platz in der unteren Hälfte belegen konnte, begann rasch eine lebhafte Diskussion um das deutsche Schulsystem. Auch Lehr- und Lernmethoden außerhalb der konventionellen Schule rückten verstärkt in den Mittelpunkt, darunter auch die Montessori-Pädagogik. Großen Anklang fand insbesondere die Idee des selbstständigen Lernens, da in der Berufswelt gerade diese Tugend immer mehr erwartet wird. In allen Montessori-Einrichtungen wird darauf großen Wert gelegt. Demnach besteht die Hälfte des Unterrichts aus Freiarbeit, in der die Kinder entscheiden dürfen, welchen Lernmaterialien sie sich zuwenden möchten.

Die Aktualität der Montessori-Pädagogik lässt sich auch daran erkennen, dass in vielen Kindergärten schon seit geraumer Zeit Materialien oder Methoden der Montessori-Pädagogik angewendet werden. Beispielsweise wird in den Münchner Kindergärten bewusst weniger Spielzeug zur Verfügung gestellt, damit die vielen Sinneseindrücke die Kinder nicht überreizen.[1]

Welche Person sich hinter der Montessori-Pädagogik verbirgt und welche grundlegenden Ideen dieser Pädagogik zugrunde liegen, wird im Folgenden behandelt.

2. Ihr Leben

2.1 Elternhaus

Maria Montessori kam am 31. August 1870 in Ancona zur Welt. Danach lebte sie mit ihren Eltern in Florenz und schließlich in Rom, wo Maria Montessori den Großteil ihrer Kindheit und Jugend verbrachte. Ihre Eltern, Alessandro und Renilde Montessori, waren in ihrer Lebenshaltung und in ihrer Erwartung bezüglich ihres einzigen Kindes genaue Gegensätze. Der konservative Vater wollte, dass Maria das traditionelle Frauenbild als Hausfrau und Mutter aufrechterhielt, wohingegen die emanzipierte Mutter stets ihre Tochter in ihren ehrgeizigen Karriereplänen unterstützte.[2]

2.2 Medizinstudium, Tätigkeit als Ärztin und politisches Engagement

Besonders auf ihrem Weg zur Ärztin war die Unterstützung ihrer Mutter Maria Montessori eine große Hilfe. Da der naturwissenschaftliche Bereich zu der damaligen Zeit eine reine Männerdomäne war, stieß Maria Montessori, mit ihrem Ziel Ärztin zu werden, auf viele Widerstände. Sowohl ihre Kommilitonen als auch die Professoren standen ihr skeptisch gegenüber und erschwerten ihr das Studium. Mit viel Selbstbewusstsein und Selbstdisziplin schaffte sie es jedoch im Alter von 26 Jahren Italiens erste Ärztin zu werden. Ebenfalls erfolgreich war sie in der Politik. Ihr Augenmerk galt hauptsächlich den Rechten der Frauen, sozialer Gerechtigkeit (vor allem für Arbeiter) und dem Kampf gegen Kinderarbeit.

Zeitgleich leitete sie als Ärztin eine eigene Arztpraxis und war sogleich Assistenzärztin an einer psychiatrischen Universitätsklinik. Letztgenannte Tätigkeit war auch der erste Schritt in Richtung Pädagogik.[3]

2.3 Ihr Weg zur Pädagogik

Ihre Aufgabe in der psychiatrischen Klinik war die Förderung von behinderten Kindern. Im Rahmen dieser Tätigkeit besuchte sie Anstalten, in denen Behinderte in menschenunwürdigen Zuständen lebten und wählte dort Kinder aus, die ihrer Ansicht nach besser gefördert werden können. Maria Montessori beschäftigte sich intensiv mit der Thematik geistig behinderter Kinder. Von den beiden französischen Ärzten Jean-Marc Itard und Édouard Séguin angeregt, die sich bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Thema auseinandersetzten, entwickelt sie deren Materialen weiter. Sie gelang zu der Erkenntnis, dass geistige Behinderung viel mehr ein pädagogisches als ein medizinisches Problem sei. Anhand ihrer Methoden und Materialien schaffte sie es, die Fähigkeiten dieser Kinder so auszubauen, dass sie lesen und schreiben lernten und zum Teil sogar bessere Leistung als nicht behinderte Kinder erzielen. Maria Montessoris Erfolg wurde vielfach bejubelt, doch sie sah ihr Ergebnis eher als Misserfolg bezüglich der konventionellen Pädagogik für nicht-behinderte Kinder. Um ihre Kenntnisse zu vertiefen, kündigte sie am heilpädagogischen Institut, für das sie zwei Jahre gearbeitet hatte, und begann ein Zweitstudium in Pädagogik. Die Universität verließ sie schließlich als Professorin für Anthropologie.[4]

2.4 Das Kinderhaus in San Lorenzo

In etwa zur gleichen Zeit entstand in San Lorenzo, in der Nähe von Rom, ein Bauprojekt für Arbeiterfamilien, bei denen beiden Elternteile arbeiten. Während die Eltern ihren beruflichen Verpflichtungen nachgehen, werden die Kinder in der so genannten „Casa dei Bambini“ in Gruppen von ungefähr 40 Kindern betreut. Die Oberaufsicht erhielt Maria Montessori. Am Tag der Eröffnung, dem 06. Januar 1907, begann dort ihre zweijährige Tätigkeit. Ein scheinbar unbedeutendes Ereignis legt den Grundstein für ihre Pädagogik. Im Kinderhaus beobachtete sie ein Mädchen, das ganz in ihrer Arbeit versunken war und sich höchst konzentriert mit einem Entwicklungsmaterial beschäftigte. Sie ließ sich durch nichts stören, ehe sie ihre Arbeit vollbracht hatte. Durch dieses pädagogische Urerlebnis gelang sie zur Erkenntnis, dass Kinder, entgegen des gängigen Vorurteils, nicht nur die Beschäftigung mit alltäglichen Gegenständen dem klassischem Spielzeug vorziehen, sondern damit auch konzentriert arbeiten und von den Erwachsenen fordern, nicht gestört zu werden. Maria Montessori schlussfolgerte daraus – und das ist der Grundgedanke ihrer Pädagogik – dass Kinder eine Kraft in sich haben, ihre Entwicklung voranzutreiben und selber nach Vervollkommnung streben. Dazu müssen Kinder sich jedoch in einer geeigneten Umwelt befinden und ihnen muss das zu ihrer Entwicklung geeignete Material zur Verfügung gestellt werden.

Der Erfolg des Kinderhauses war so groß, dass in Mailand 1908 und ein Jahr darauf auch in der Schweiz weitere eröffnet wurden und Maria Montessori ihre anderen beruflichen Tätigkeiten zugunsten der Pädagogik aufgab.

2.5 Ihre Tätigkeit als engagierte Pädagogin

In ihrer Berufung als Pädagogin ging Maria Montessori voll auf und trug wesentlich zum Erfolg ihrer pädagogischen Reformbewegung bei. Ihre Ideen fanden in weiten Teilen der Welt Anerkennung und es wurden in vielen Ländern Montessori-Gesellschaften und Kinderhäuser gegründet.

[...]


[1] www.br-online.de/wissen-bildung/thema/montessori/staatsdiener.xml

[2] Heiland,H., S. 7 ff.

[3] Hebenstreit, S., 24 ff.

[4] Heiland, H., S. 36 ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Maria Montessoris Leben und Werk
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V60229
ISBN (eBook)
9783638539579
ISBN (Buch)
9783656688969
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maria, Montessoris, Leben, Werk
Arbeit zitieren
Tanja Fackelmann (Autor), 2004, Maria Montessoris Leben und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60229

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