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Zur Eignung des Börsenwertes für die Unternehmensbewertung

Title: Zur Eignung des Börsenwertes für die Unternehmensbewertung

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andrea Riedel-Stegner (Author)

Business economics - Investment and Finance
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1. Der Einsatz des Börsenwertes zur Unternehmensbewertung im Wandel der Zeit

In der Betriebswirtschaftslehre zählt die Problematik der Bewertung von Unternehmen seit jeher zu den vielschichtigsten und strittigsten Gebieten. Eine Unternehmensbewertung stellt die Wertermittlung eines Unternehmens im Ganzen dar. Die Bestimmung des Wertes erfolgt dabei aufgrund unterschiedlicher Anlässe und unter Beachtung spezieller Grundsätze. Zu den Anlässen zählen u. a. der Unternehmensverkauf, -kauf und der Ein- und Austritt von Gesellschaftern. Die Methoden zur Unternehmensbewertung sind zahlreich und vielfältig. Bewertungen unter Zuhilfenahme von Börsenwerten zählen zu den marktorientierten Verfahren. Der Börsenwert ergibt sich aus der Anzahl der Aktien eines Unternehmens multipliziert mit dem Börsenkurs der Aktie. Der Börsenkurs spiegelt dabei den Preis wieder, der sich an einer Börse, für zum Handel zugelassene Objekte, einstellt.

Noch bis vor kurzem lehnte die Rechtsprechung den Einsatz des Börsenkurses zur Unternehmensbewertung ab. Grund dafür war, daß der Börsenkurs von Faktoren beeinflußt werden kann, so daß er vom wahren Wert der Aktie abweicht. Diese Einstellung der Rechtsprechung änderte sich im Jahr 1998 mit dem Beschluß des Bayerischen Oberlandesgerichts, daß den Börsenkurs als Bewertungsgrundlage zum Einsatz zu läßt, „…wenn er den Marktwert des Unternehmens nicht offensichtlich unrichtig wiedergibt“. Es folgten weitere Beschlüsse, die diesen Standpunkt bestätigten.
In der Praxis werden Unternehmen zunehmend unter Zuhilfenahme von Bewertungsverfahren auf Grundlage des Börsenkurses bewertet.
Aber auch in der Literatur finden sich Stimmen, die zukünftig einen verstärkten Einsatz von Unternehmensbewertung auf Basis des Börsenkurses voraus sagen und dies auch befürworten.

Inwieweit sich der Börsenwert zur Unternehmensbewertung eignet, soll in dieser Seminararbeit untersucht werden. Im nächsten Gliederungspunkt werden die unterschiedlichen Bewertungsmethoden erläutert, anschließend wird zum einen der Börsenkurs, der die Grundlage für den Börsenwert bildet, und zum anderen die Bewertungsverfahren kritisch betrachtet. Den Abschluß bildet das vierte Kapitel mit einer Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Einsatz des Börsenwertes zur Unternehmensbewertung im Wandel der Zeit

2. Methoden der Unternehmensbewertung auf der Basis von Börsenwerten

2.1. Grundsätzliche Vorbemerkungen

2.2. Bewertung börsennotierter Unternehmen

2.3. Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen

2.3.1. Methode des börsennotierten Vergleichsunternehmens

2.2.3. Methode des Börsengangs

3. Beurteilung der Unternehmensbewertung auf der Basis von Börsenwerten

3.1. Der Börsenkurs unter der Lupe

3.1.1. Aktienwert versus Börsenkurs

3.1.2. Die Aktie als Spekulationsobjekt

3.2. Die Bewertungsverfahren nicht börsennotierter Unternehmen auf dem Prüfstand

3.3. Die Einsatzmöglichkeiten des kursgestützten Unternehmenswertes

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Eignung des Börsenwertes als Grundlage für die Unternehmensbewertung, insbesondere vor dem Hintergrund, ob dieser als valider Entscheidungswert dienen kann. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob kursgestützte Verfahren die komplexen Anforderungen einer fundierten Unternehmensbewertung erfüllen können oder ob sie lediglich Markpreise liefern, die für eine sachgerechte Bewertung unzureichend sind.

  • Grundlagen der marktorientierten Unternehmensbewertung mittels Börsenwerten.
  • Methodische Ansätze bei börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen.
  • Die Divergenz zwischen Aktienkursen, Spekulationsmotiven und dem tatsächlichen Unternehmenswert.
  • Die Problematik subjektiver Entscheidungsfelder vs. objektiver Marktpreise.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Die Aktie als Spekulationsobjekt

Neben dem Erwerb von Aktien als längerfristige Investition, bei dem die Dividendenzahlungen an den Aktionär im Vordergrund stehen, werden Aktien auch häufig zur kurzfristigen Anlage erworben.106 Das Hauptinteresse der Aktionäre liegt hierbei nicht auf den jährlichen Dividendenzahlungen, die den Aktionären zufließen, sondern es kommt den Aktionären hierbei hauptsächlich auf die Vereinnahmung möglichst hoher Kursgewinne an.107 Die Aktien werden erworben, um sie nach kurzer Zeit wieder gewinnbringend zu veräußern.108 Dieses spekulative Verhalten bringt zwei Probleme bezüglich der Unternehmensbewertung mit sich. Auf der einen Seite können spekulative Motive zur Beeinflussung der Börsenkurse führen. Im schlimmsten Fall kommt es zur Bildung von Spekulationsblasen, deren Entstehen durch Informationsasymmetrien, irrationales Verhalten, wie z. B. „Herdenverhalten“, und psychologische Einflüsse begünstigt wird.109 Diese spekulativen Blasen stehen für den Betrag, der sich immer weiter vom Aktienwert110 im positiven Sinn111 wegbewegt.112 Der Börsenkurs steigt immer weiter, die Spekulationsblase wird immer größer, bis es letztendlich im allgemeinen zum Platzen dieses Gebildes kommt.113

Daneben existieren weitere Faktoren, die die Kursbildung positiv oder negativ beeinträchtigen können. Hierzu zählen u. a. die Marktgröße, die Marktenge, rein zufällige Umsätze, politische Ereignisse. Alle diese Faktoren beeinflussen den Börsenkurs und können sich somit immer weiter vom wahren Wert der Aktie entfernen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Einsatz des Börsenwertes zur Unternehmensbewertung im Wandel der Zeit: Einleitung in die Problematik und historische Darstellung der Akzeptanz des Börsenkurses in der Rechtsprechung und Praxis.

2. Methoden der Unternehmensbewertung auf der Basis von Börsenwerten: Erläuterung der marktorientierten Bewertungsverfahren, insbesondere des korrigierten Börsenwertes sowie Vergleichsverfahren für nicht börsennotierte Unternehmen.

3. Beurteilung der Unternehmensbewertung auf der Basis von Börsenwerten: Kritische Analyse der Validität von Börsenkursen unter Berücksichtigung von Spekulation, Entscheidungsfeldern und methodischen Schwächen der Vergleichsverfahren.

4. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit, welches die begrenzte Eignung kursgestützter Verfahren für eine ökonomisch fundierte Unternehmensbewertung hervorhebt.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Börsenwert, Börsenkurs, Aktienwert, Marktorientierte Verfahren, Vergleichsunternehmen, Spekulation, Spekulationsblase, Entscheidungswert, Preis, Wert, Paketzuschlag, Fungibilität, Marktgängigkeit, Unternehmenswert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt die kritische Eignung des Börsenwertes als Basis für die Unternehmensbewertung und untersucht, inwieweit diese marktorientierte Methode für fundierte wirtschaftliche Entscheidungen geeignet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Vorgehensweise bei börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen, der Analyse des Börsenkurses und dessen Abweichung vom tatsächlichen Unternehmenswert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob der Börsenwert ein geeignetes Maß für den tatsächlichen Unternehmenswert darstellt oder ob er durch marktbedingte Faktoren wie Spekulation verzerrt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze der Unternehmensbewertung vergleicht und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Bewertungsmethoden (korrigierter Börsenwert, Vergleichsverfahren) und eine detaillierte kritische Beurteilung dieser Verfahren hinsichtlich ihrer Aussagekraft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Unternehmensbewertung, Börsenwert, Börsenkurs, Aktienwert, Marktorientierte Verfahren, Vergleichsverfahren, Spekulation und Entscheidungswert.

Wie unterscheidet sich der Aktienwert vom Börsenkurs?

Der Börsenkurs ist ein durch Angebot und Nachfrage am Markt ermittelter Preis, während der Aktienwert aus der Abzinsung zukünftiger Zahlungsströme im Rahmen eines subjektiven Entscheidungsprozesses resultiert.

Welche Rolle spielt die Spekulation für die Bewertung?

Spekulative Motive können den Börsenkurs kurzfristig treiben oder durch die Bildung von Spekulationsblasen weit vom wahren Wert einer Aktie entfernen, was den Börsenkurs als Bewertungsgrundlage problematisch macht.

Warum sind Vergleichsverfahren für nicht börsennotierte Unternehmen kritisch zu sehen?

Die Annahmen der Wertgleichheit von Branchenunternehmen und die oft schwierige Beschaffung verlässlicher Vergleichsdaten führen dazu, dass die Ergebnisse der Vergleichsverfahren in der Praxis oft unpräzise sind.

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Details

Title
Zur Eignung des Börsenwertes für die Unternehmensbewertung
College
University of Hagen
Grade
2,0
Author
Andrea Riedel-Stegner (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V60593
ISBN (eBook)
9783638542333
ISBN (Book)
9783638677592
Language
German
Tags
Eignung Börsenwertes Unternehmensbewertung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Riedel-Stegner (Author), 2005, Zur Eignung des Börsenwertes für die Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60593
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