Ortnit und die Frauen - Betrachtungen zu auftretenden Frauenfiguren im Ortnit AW


Seminararbeit, 2006

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Ortnit und seine Mutter
2. 1. Ortnits Genealogie
2. 2. Die Beziehung Ortnits und seiner Mutter
2. 3. Die Ringübergabe

3. Ornit und seine Braut

3. 1. Erringung der Braut

3. 2. Die erste Begegnung der Brautleute und die Heimführung

4. Mutter und Schwiegertochter

4. 1. Ortnits Aufbruch und Ende

4. 2. Nach Ortnits Tod

5. Zusammenfassung

6. Anmerkungen und Quellen

1. Einleitung

Der Ortnit AW gehört zu den 12 überlieferten Handschriften, in denen Ortnit vorkommt, wobei in diesen wiederum nur ein einziger Text existiert, der sich eigenständig nur mit Ortnit, also ohne die Wolfdietrichsage, beschäftigt. Entstanden sind die Texte zwischen dem 13. Jahrhundert bis vor 1517.

Da weltliche mittelalterliche Texte vor allem mündlich tradiert wurden, ist eine genaue Zuordnung eines Autors nicht nur fragwürdig, sondern, wie auch eine Textgenese im Allgemeinen, nahezu unmöglich. Rezipiert wurde von Analphabeten, bzw. von einem Vorleser, der oftmals selbst Änderungen an der ursprünglichen Gestalt des Textes vornahm.

Basis für den „Ortnit AW“ bilden verschiedene Sagenmotive, so eine fränkische Sage, die den Zwergenkönig Alberich1, der hergeleitet vom Wort Alb für Elfe, allgemein für „Zwerg“ stand und dadurch in ungemein vielen Werken des Mittelalters zugegen ist, beinhaltete und eine russische Heldendichtung, die sich um Ilias Murometz, der vermutlich für Ilias von Rieuthen, welcher am Gardasee Ortnit dient, steht. Desweiteren existiert eine Dietrichsage von Nordländern, der Hertnit, in dem das Drachenkampfmotiv auftaucht. In dieser Sage ist Hertnit Brautwerbungshelfer eines Königs und gleichzeitig selbst König von Russland.

Allerdings gibt es auch Spekulationen, dass der Ortnit sich rein aus der Wolfdietrichsage herausentwickelt habe.

Zentrale Schauplätze der Geschichte stellen Suders, als Hauptstadt der boshaften Heiden, also symbolisch für das Chaos, und Lamparten, also die Lombardei, als geordnete christliche Welt und Herrschaftssitz Ortnits dar.

Aus heutiger Sicht auffällig ist weiterhin, dass die im Text auftauchenden Figuren alle eher stereotype Eigenschaften haben. Sie handeln nicht emotional-psychisch motiviert und sind in ihren Handlungen und Denkweisen diskontinuierlich. Gemäß des religiös geprägtem mittelalterlichem Weltbildes, füllen sie in den angegebenen Situationen im Grunde nur Funktionen als eine Art austauschbare Variable aus. Eine Königin wird meist die Idealeigenschaften einer Königin haben, sie wird besonders schön sein, fruchtbar und sich tugendhaft ihrem Manne unterstellen, d. h. man muss die Texte nicht nach ihren beinhalteten Figuren und deren Charakteren, geschweige denn logischen Handlungen lesen, sondern nach den logischen Handlungsfolgen der Funktionen die sie gerade besetzen, in einer Welt, in der sich alles einer göttlichen ordo unterstellte und man gesellschaftlich auf seiner Ebene blieb. Es wäre nicht möglich gewesen unter seinen Stand zu heiraten,weil dies einen nicht gewünschten Abstieg bedeutet hätte, Adel blieb beim Adel und der Bauer bei den Bauern, da das Motiv der Ebenburt eben auch eine zentrale Rolle spielte2.

So sind auch Eheschließungen nicht unbedingt aus realer Liebe erwachsen, sondern Resultat von ökonomischen, sowie politischen und finanziellen Überlegungen und tragen deshalb auch eher den Charakter eines Geschäfts, einer kühl kalkulierten Vereinbarung. Die Liebe sollte dann im Zusammenleben erwachsen,3 (was in der idealisierten Form eines Heldenliedes eben auch eintritt), da der mittelalterliche christliche Mensch nicht in spontan entbrannter Leidenschaft, in der Konotation des Sturm und Drang, allein durch gegenseitige Zuneigung eine Ehe schloss.

Im folgenden werden nun die aufgezeigten Frauenbilder der Figuren Mutter und Braut um Ortnit näher untersucht.

2. Ortnit und seine Mutter

2. 1. Ortnits Genealogie

Zu den interessantesten Auffälligkeiten im Ortnit AW zählt die Genealogie Ortnits.

Offiziell ist er der leibliche Sohn der Königin und ihres Gatten, dem nicht erwähnten und damit vermutlich bereits verstorbenem König, welcher sich allerdings im weiteren Verlauf der Geschichte als zeugungsunfähig herausstellt. Ein Herrscher, der nicht in der Lage ist, die Thronfolge zu sichern, also die Ordnung im Land auch auf längere Sicht zu gewährleisten, wäre ein schwacher Herrscher, was der Königin vermutlich bewusst war. Um ihren Mann vor dieser Schmach zu bewahren und einen absoluten Eklat zu verhindern, ließ sie sich auf ein außereheliches Verhältnis mit dem Zwergenkönig Alberich ein, der ihr nun endlich den erhofften Sohn schenkt. Dieser Sohn bewahrte nicht nur die Ehre des Königs, der von all dem nichts erfuhr, sondern sicherte indirekt auch die Königin selbst ab, denn auch sie wäre unverzüglich in Gefahr gewesen, wenn eine Schwangerschaft ausbliebe, vor allem nach dem Tod des Königs hätte sie jeden Anspruch auf Land und Krone verloren. Diese Argumentation der Königin stellt die einzige Möglichkeit dar, ihren Ehebruch zu rechtfertigen und ihre Ehre zu behalten, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass der Beischlaf nicht ganz freiwillig erfolgte, was im folgenden noch weiter erläutert werden wird.

Ortnit wächst nun vaterlos auf, was unter Umständen teilsweise bereits ein Verweis auf seine späteren Fehlhandlungen ist und besetzt die „Lücke“ in seiner Familie einfach mit dem leiblichen Bruder seiner Mutter, wie dieser selbst erklärt: „ du bist m î ner swester kint “ (Ort. 17) seinem Onkel Ilias: „ ich wil dich ze vater kiesen: du bist der vater m î n. “ (Ort. 57)4. Sein bevorzugter Stammbaum erwüchse also aus einem inzestösen Verhältnis seiner Mutter mit seinem Onkel.

Aus diesem etwas ungewöhnlichen Familienverhältnissen, vermutlich vor allem durch die fehlende züchtigende Strenge eines Vaters, erklärt sich zum Teil schon Ortnits Gewaltherrschaft. Obwohl im Mittelalter ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Herrscher und Gefolgschaft angestrebt wurde, ein wechselseitiges Dienen, indem die Gefolgschaft dient, Abgaben erbringt etc. und der Herrscher dafür vor allem Schutz und Ordnung gewährt, ist das Verhältnis von Ortnit und seinen Untertanen vor allem durch Angst geprägt:

„ Si mousten alle f ü rhten den k ü nec und ouch s î n her.

diu lant het er bezwungen von dem birge unz an daz mer: den zins si im muosten bringen. die bi im s â zen d ô .

durch k ü nicl î che wirde gap man im den pr î s. “ (Ort. 4-5)

Er übt militärische Gewalt aus, anstatt seinen Untertanen Fürsorge zukommen zu lassen, was einer Verletzung des „rex iustus-Ideals“5 gleichkommt. Bereits in dieser Herrschaftsbeschreibung begründet sich das spätere Scheitern der Brautwerbung, sowie den eigenen Untergang Ortnits im Drachenkampf. Der perfekte Herrscher dieser Zeit zeichnet sich neben der Wechselseitigkeit zum Volk auch durch das Zusammenspiel mit der Gefolgschaft aus. Die Dienstleute erteilen Ratschläge, die der gute Herrscher annimmt, ist dieses Verhältnis gestört, sind entweder die Dienstleute schlecht, weil sie falschen Rat erteilen oder der Herrscher, weil er falsche Entscheidungen trifft, in jedem Falle ist das Resultat ein schlechter Herrscher, da er die Dienstleute, deren Rat er annimmt, schließlich selbst erwählt. In Ortnits Falle, bestehen die Ratgeber, von denen er sich tatsächlich führen lässt, aus dem Heiden Ilias und dem Zwergenkönig Alberich, einem Wesen aus der Anderwelt. In einem christlich-mittelalterlichen Denken kann ein solcher Herrscher gar nicht erfolgreich sein, da er nach den falschen Idealen strebt. Dieses Fehlverhalten liegt im aber quasi schon „in den Genen“.

2. 2. Die Beziehung Ortnits und seiner Mutter

Das vaterlose Aufwachsen Ortnits bindet ihn im Grunde nur noch stärker an seine Mutter. Ab einem gewissen Zeitpunkt, trägt es sogar inzestöse Züge, wenn Ortnit gegenüber Alberich davon spricht, dass er „ doch [s] î ner muoter s ô n â hen b î gelegen “ (Ort. 151), eine Redewendung, die später nur noch in Bezug auf seine Braut Liebgart verwendet wird: „ ich gerouwe nimmer, unz sie mir n â hen l î t “ (Ort. 22) oder als vom Ehebruch seiner Mutter gesprochen wird: „ des muoz û f einer h ü rde brinnen diu muoter m î n, daz sie b î iemen m ê re f ü r m î nen vater lac. “ (Ort. 166). Dieses Inzestverhältnis scheint für ihn so normal, dass er auch keine Komplikation darin erkennt, dass sein Onkel die Vaterrolle einnehmen soll, obwohl Inzest im Christentum als „Blutschande“ geächtet war, weshalb man dieses Motiv, neben einem Indiz für Ortnits Fehlverhalten, funktional vielleicht als „seherischen“ Wunsch, nicht sterben zu müssen, deuten kann.6

Die Mutter ist zunächst gegen Ortnits Pläne der gefährlichen Brautwerbungsfahrt und bittet ihn, besser auf den Ratschlag seiner Freunde zu hören7 und sich eine Braut in der näheren Umgebung zu suchen, da sie Angst um sein Leben hat. Auch seine überstürzte Idee, die Wartezeit vor dem Aufbruch mit einer Âventiure-Fahrt zu verkürzen missfällt ihr. Gegen all ihr Klagen und Bitten setzt Ortnit nichts als seinen reinen, unbegründeten Willen8, was im Mittelalter, wo eben auch ein Herrscher nur

im Verhältnis zu seinen Dienstleuten und eingebettet in eine „göttliche ordo“9, also sich seinem

Schicksal und seiner Ebene in der Gesellschaft selbstverständlich einfügend, seine Existenzberechtigung hat, vollkommener Anarchie gleichkommt. Individualismus und freie Willensäußerung zeugen in jener Zeit von Unangepasstheit im negativsten Sinne. Konfrontiert mit einem so unhöfischen Verhalten, bleibt der Königin nichts weiter, als ihm nachzugeben: „ s ô wil ich dirz niht wern. “ (Ort. 72,3), was jedoch eher einer Resignation nahe kommt, da sie sich als Frau eben selbstverständlich unterordnet.

Ortnit spricht seine Mutter zwar als „ Muoter unde frouwe “ (Ort. 71,1), also Mutter in familiärer Sicht, sowie als Herrin, im Sinne ihrer höfischen Position als Königin an, bringt allerdings beiden „Rollen“ nicht die ihnen gebührende Ehre entgegen. „ swaz du mir gebiutest, frouwe, daz geschiht “ (Ort. 71, 3) deutet an, dass Ortnit sich seiner Normübertretung bewusst ist und die höfische Etikette ohne Rücksicht auf jedwede Konsequenz gewaltvoll außer Kraft setzt. Damit ist die Königin, die nach Missachtung aller Ratschläge der Dienstleute eine letzte Art Personifikation der höfischen Regeln darstellt, „besiegt“. Die Sorge der fürsorglichen Mutter entkräftet Ortnit mit dem Verweis auf das von Gott vorbestimmte Schicksal:

„ frouwe unde muoter m î n,

ein man mac ouch nimmer â n ungel ü cke s î n.

Dem ich mich bevilhe, der muoz mich bewarn. “ (Ort. 74, 1-3) „ muoter unde frouwe, du solt mir guotes biten,

wan ich dich nie erzurnde:des ich geloubic bin. “ (Ort. 75, 2-3)

Gerade im zweiten Teil ist offensichtlich, dass er die Mutter, die ihm scheinbar doch am Herzen liegt, beruhigen will und nicht die Königin, die als „ frouwe “ plötzlich an zweite Stelle in der Anrede gerutscht ist.

Inwiefern Ortnit seine Mutter in der Rolle der „ frouwe “ als Partnerin in einem eheähnlichen Verhältnis ansieht, lässt sich an dieser Stelle nicht aufzeigen, da er ja schließlich gewillt ist, sich eine Braut zu suchen. Die Königin allerdings sieht in ihrem Sohn „ vater unde h ê rre, man unde kindel î n “ (Ort. 72, 2), ersetzt also alle Männerrollen in ihrem Leben, die gleichzeitig ihren Schutz bedeuten, einzig mit Ortnit. Diese Anrede erfolgt, wenn sie seinem Willen nachgibt, was sie eindeutig in der Position der Königin tut, denn als Mutter bleibt sie bei ihrer Sorge: „ sun, du geruowest nimmer, dune verliesest d î nen l î p. “ (Ort. 73, 4). Nachdem Ortnit auch dieses Mal ihre Sorge ignoriert und ihr seinen Willen gegenüberstellt10, lässt er sich bereits seine Rüstung bringen, während die Mutterfigur gerade ihr Zugeständnis macht.

2. 3. Die Ringübergabe

Nachdem die Königin erkennt, dass sie ihren Sohn in seinem Unterfangen nicht aufhalten kann, gibt sie seiner ziellosen Âventiure-Fahrt11 eben eine klare Richtung:

„ S ô du von Garte r î test, s ô k ê r zer lenken hant

ü ber ronen und ü ber gebirge neben der steinwant, und warte w â ein linde under dem gebirge st ê und û z der steinwende ein k ü eler brunne g ê . “ (Ort. 83)

Ungewöhnlich ist, dass Ortnit auf seiner Reise den linken Weg einschlagen soll, da man davon ausgehen kann, dass die Texte ein geographisches Vakuum12 beschreiben, Richtungsweisungen eher metaphorisch zu sehen sind. In diesem Falle ist es typisch für den Helden im Âventiure-Roman, den rechten Weg zu wählen, rechts im Sinne von „richtig“, „ehrhaft“. Vermutlich handelt es sich erneut um einen Verweis auf Ortnits Fehlverhalten, dass bereits in seiner Familie begründet liegt und jede seiner Handlungen zum Scheitern verurteilt. Auf diesem linken Weg nun trifft er an beschriebener Stelle, die stark an einen „locus amoenus“13 erinnert, auf den „linkischen“ Zwerg Alberich, der sich als schlafendes Kind an der Stelle findet, an der im Minnesang ein junges Mädchen zu erwarten wäre.

Die Mutter war sich über diese Tatsache vollkommen im Klaren, wenn sie Ortnit sagt, hier würde er genug Abenteuer finden14, so wie sie natürlich auch wusste, dass Ortnit hier zum ersten Mal seinem leiblichen Vater, dem Zwergenkönig begegnet. Da es sich hier um ein Wesen aus der Anderwelt handelt, das über übermenschliche Fähigkeiten nach Belieben verfügen kann, ist dem nur beizukommen, indem auch Ortnit mit Mittel zur Zauberei ausgestattet wird. Deshalb erhält er von der Königin ein „ vingerl î n “ (Ort. 78,4), einen Zauberring, den sie vermutlich einst von Alberich selbst erhalten hat. Die Funktion des Ringes auf der literalen Ebene ist recht klar, er soll den Helden vor Gefahren auf seinen Reisen schützen und, wie sich im folgenden zeigen wird, Ortnit die Möglichkeit schaffen, seinen Vater überhaupt zu sehen und kennenzulernen. Auf einer symbolischen Ebene ist der Ring ein sichtbares Zeichen für den Ehebruch, denn Alberich gab ihn der Königin nach dem Beischlaf, was sich als äußerst problematisch darlegt.

[...]


1 Vergleiche hierzu: Barbara G. Walker, Das geheime Wissen der Frauen. S. 20: Im germanischen Mythos König der Unterwelt, Meisterschmied und Schatzwächter der Rheintöchter. Konnte seine Gestalt wechseln.

2 Vergleiche hierzu: Aaron J. Gurjewitsch, Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen

3 Vergleiche hierzu: Michael Schröter, Wo zwei zusammenkommen in rechter Ehe.. S. 19ff.: Kapitel: Verschiedene Abläufe von Eheschließungen in verschiedenen Figurationen von Familiengruppen. Einige Fallbeispiele aus dem 13. Jahrhundert.

4 Ortnit-Seminar-Reader, Strophe 57 4

5 Schmid-Cadalbert, Der Ortnit AW als Brautwerbungsdichtung. - Das „Rex iustus - Ideal“: Ortnits Macht, sein Herrschaftsbereich, die Anzahl seiner Dienstleute, sowie die Darstellung seiner Herrschaftseigenschaften werden genannt, jedoch wird ein so häufiges Motiv wie die Herrschaftsbeschreibung nur noch partiell nach den für die „Spielmanns- und Heldendichtung“ geltenden Mustern aufgebaut, was zur Folge hat, dass ein in mehrfacher Hinsicht gebrochenes Herrscherbild eines heldischen Kriegskönigs mit höfischen Attributen aufgezeigt wird.

6 Vergleiche hierzu: Das geheime Wissen der Frauen, S. 458-460: Nach Jung ist die Bedeutung eines Inzest zwischen Mutter und Sohn nicht rein erotisch zu erklären, sondern entspringe dem Wunsch nach „Wiedergeburt“, sich quasi nocheinmal gebären lassen und damit eben nicht sterblich im Sinne von endlich zu sein.

7 Ortnit AW Str. 70,3-4: „ du soldest bill î che haben d î ner friunde r â t.//ez erg ê t vil selten ebene, swaz man â ne r â t beg â t. “

8 Ort. 71,2 „ du solt mir niht weren den willen noch den str î t. “

9 Vergleiche hierzu: Weddige S. 155 f. 6

10 Ort. 74, 4: „ ich wil aber irre varn. “, Ort. 75, 4: „ und werest du mir die reise, s ô wil ich doch d â hin. “ 6

11 Damit handelt es sich allerdings nicht mehr um eine Âventiure-Fahrt im strengen Sinne, da in dieser der Held kein Ziel, außer der Findung der eigenen Bestimmung, im lokalen Sinne hat. Dennoch ist dieser Einschub schemafremd für die Brautwerbungsdichtung und der Ortnit AW stellt dadurch eine Mischform dar.

12 Vergleiche hierzu: Schmid-Cadalbert, Der Ortnit AW als Brautwerbungsdichtung. S. 136ff.

13 „Locus amoenus“: ein Motiv, dass im Minnesang als Ort unter einer Linde, in der Nähe eines Gewässers, an dem sich die liebenden heimlich treffen, immer wieder auftaucht, weil er die symbolische Verbindung von Wildnis und Lustort darstellt.

14 Ort. 84, 3-4 „ [...] solt du â ventiure vinden, daz mouz ald â geschehen. “ 7

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Ortnit und die Frauen - Betrachtungen zu auftretenden Frauenfiguren im Ortnit AW
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Seminar Ortnit und Wolfdietrich
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V61556
ISBN (eBook)
9783638549899
ISBN (Buch)
9783638792790
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen, Betrachtungen, Frauenfiguren, Wolfdietrich, Mittelalter, Aventiure;, Brautwerbung;, Mittelhochdeutsch;
Arbeit zitieren
Sina Schmidt (Autor), 2006, Ortnit und die Frauen - Betrachtungen zu auftretenden Frauenfiguren im Ortnit AW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61556

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