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Der Terroranschlag in Madrid 2004. Eine vergleichende Analyse der internationalen Berichterstattung

Title: Der Terroranschlag in Madrid 2004. Eine vergleichende Analyse der internationalen Berichterstattung

Diploma Thesis , 2005 , 146 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Soz. Jan Mewes (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Summary Excerpt Details

Am Morgen des 11. März 2004 detonierten in Madrid nahezu gleichzeitig Sprengladungen in vier Pendlerzügen, die zu dieser Zeit in den Bahnhöfen Atocha, El Pozo und Santa Eugenia Halt machten. Dabei kamen 191 Menschen ums Leben, weitere 1400 wurden verletzt. Ging die die damalige konservative spanische Regierung unter Aznar kurz nach dem Anschlag noch davon aus dass die baskische Untergrundorganisation ETA für den Anschlag verantwortlich zeichne, so erwiesen sich alsbald Terroristen mit islamistischem Hintergrund als Urheber der Tat.
Jan Mewes geht in seiner Studie der Frage nach, wie deutsche und amerikanische Qualitätszeitungen über den schwerwiegendsten islamistischen Terroranschlag auf westlichem Boden seit dem 11. September 2001 berichten. Auf Basis einer detailreichen und vergleichenden Inhaltsanalyse aller 267 Artikel, die im Zeitraum von zwei Monaten nach dem Attentat in den Tageszeitungen "New York Times", "Frankfurter Rundschau" und "FAZ" erschienen sind, wird untersucht, welchen Ereignisaspekten besondere mediale Aufmerksamkeit zuteil wird. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, welche Rolle der von George W. Bush ausgerufene "war on terrorism" in der journalistischen Berichterstattung spielt. Werden in den Artikeln Parallelen zwischen den Anschlägen von Madrid und 9/11 gezogen, und wenn ja, zeigen sich hier Unterschiede zwischen den untersuchten Zeitungen? Werden Tat und Täter im deutsch-amerikanischen Vergleich unterschiedlich bezeichnet? Richtet die US-amerikanische Berichterstattung ihren Fokus auf andere Themen als die der deutschen Blätter? Weiterhin untersucht der Autor, ob Printmedien auf mögliche strukturelle Hintergründe des islamistischen Terrorismus eingehen oder ob sie lediglich Schlaglichter auf die Biographien der beteiligten Täter werfen. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf der Analyse der journalistischen Darstellung über die proklamierten religiösen Tatmotive. Inwiefern differenzieren die Tageszeitungen zwischen islamischem Glauben einerseits und islamistisch motiviertem Terrorismus andererseits? Um diese Fragen zu beantworten, bemüht der Autor sowohl soziologische als auch historische Erklärungsansätze des islamistischen Terrorismus und stellt diese den Realitätskonstruktionen der untersuchten Printmedien gegenüber.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1:Terrorismus als soziales Problem

1.1 Soziale Probleme als Zustand

1.2 Die Konstruktion sozialer Probleme

Kapitel 2: Was ist Terrorismus?

Kapitel 3: Die Bewegung des islamischen Fundamentalismus

3.1 Politologische und soziologische Antworten auf das Phänomen des islamischen Fundamentalismus

3.2 Der islamische Fundamentalismus in Europa

3.3 Warum Spanien?

3.4 Terrorismus und islamischer Terrorismus – eine Zusammenfassung der bisherigen Diskussion

Kapitel 4: Massenmedien und Nachrichtenselektion

4.1 Massenmedien und die Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit

4.2 Die Nachrichtenselektion

4.3 Die Nachrichtenwerttheorie

Kapitel 5: Die Darstellung von Terrorismus in den Massenmedien

Kapitel 6: Methodisches Vorgehen

6.1 Die Methode der Inhaltsanalyse

6.2 Die hier verwendeten Verfahren der Inhaltsanalyse

6.3 Stichprobe und Grundgesamtheit in der vorliegenden Inhaltsanalyse

6.4 Beobachtungszeitraum und Auswahlkriterien

6.5 Die Ziehung der Stichprobe

6.6 Die untersuchten Tagezeitungen

6.7 Hypothesen und Kategorien

Kapitel 7: Ergebnisse

7.1 Umfang und Darstellungsformen

7.2 Nachrichtenagenturen

7.3 Fotos und graphische Darstellungen

7.4 Die Thematisierung der spanischen Regierungswahlen

7.5 “war on terrorism”

7.6 Umfang der Berichterstattung

7.7 Personalisierung

7.8 Parteienbias in der deutschen Presse?

7.9 Negativismus

7.10 Motive und Ursachen bezüglich des Anschlags

7.11 Links-Rechts-Berichterstattung in der deutschen Presse?

7.12 ‘Affective labeling’

7.13 Anonyme Quellen in der Berichterstattung

7.14 Zusammenfassung der Ergebnisse

Kapitel 8: Zusammenfassung und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, durch eine vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattung über den Terroranschlag von Madrid am 11. März 2004 in den Zeitungen 'Frankfurter Allgemeine Zeitung', 'Frankfurter Rundschau' und 'New York Times' zu untersuchen, wie Massenmedien das Ereignis konstruieren und ob sich Unterschiede in der Thematisierung zeigen.

  • Soziologische und historische Perspektive auf den islamischen Terrorismus
  • Konstruktion von sozialen Problemen durch Massenmedien
  • Methoden der Inhaltsanalyse und Nachrichtenselektion
  • Empirische Untersuchung der Berichterstattungsmuster
  • Analyse von 'Affective Labeling' und Framing-Strategien

Auszug aus dem Buch

Die Konstruktion sozialer Probleme

Die Schwierigkeiten der oben genannten Perspektiven auf soziale Probleme bestehen darin, dass die Soziologie sozialer Probleme in der Gefahr ist, „unhinterfragt entweder normative Standards zu übernehmen oder diese willkürlich zu setzen“ (Groenemeyer 2001, 6). Konstruktionistische Forschungsansätze blenden deshalb die Wertideen, die Konflikten zwischen Gruppen mit verschiedenen Werten und Ideen zugrunde liegen, bei ihrer Analyse der Problemkarrieren aus (ebd., 7).

In einem gemäßigten konstruktionistischen Ansatz kann man sich nun fragen, auf welche Formen institutionalisierten Handelns das jeweils zu analysierende Problem zurückzuführen ist (vgl. z.B. Berger/ Luckmann 2003). Noch ergibt sich hier eine Schnittstelle zu oben genannten Perspektiven, die soziale Probleme als Zustände beschreiben. Dieser Bezug lässt sich anhand einer Aussage Durkheims vergegenwärtigen: „Tatbestände [frz. faits] einer gewissen Ordnung wie Dinge [frz. ‚choses’] zu behandeln, bedeutet also nicht, sie in diese oder jene Kategorie des Seienden einzureihen, es bedeutet nur, dass man ihnen gegenüber eine bestimmte geistige Haltung einnimmt“ (Durkheim 1976, 90; Hinzufügungen J.M.). Das betrachtete ‚Problem’, ein soziologischer Tatbestand in diesem Sinne, ist in der Lage, „auf den einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben“ (ebd., 114). Dieser Erkenntnis tragen auch die meisten ‚Objektivisten’ Rechnung, vor allem, wenn sie sich im Rahmen der empirischen Sozialforschung mit den „sehr realen Folgen“ soziologischer Tatbestände beschäftigen, „die man nicht beliebig wegdefinieren kann“ (Albrecht 2001, 143).

In der vorliegenden Analyse beziehe ich mich jedoch auf den weniger gemäßigten Ansatz Schetsches. Seine Definition eines sozialen Problems umfasst „alles, was von kollektiven Akteuren, der Öffentlichkeit oder dem Wohlfahrtsstaat als solches angesehen und bezeichnet“ wird (nach Groenemeyer 1999, 17). Schetsche nennt acht Typen kollektiver Akteure: Betroffene, Advokaten, Experten/ Professionelle, Problemnutzer (Verbände, Parteien, Interessengruppen), soziale Bewegungen, Moralunternehmer, Massenmedien und den (Wohlfahrts-)Staat. Den Massenmedien sowie den sozialen Bewegungen misst Schetsche jeweils die größte Bedeutung hinsichtlich ihrer Definitionsmacht bei (nach Groenemeyer 1999, 19). Ich möchte betonen, dass ich Schetsches Definition sozialer Probleme lediglich verwende, um mich deren massenmedialen Konstruktionen zuwenden zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema des Terroranschlags von Madrid und Zielsetzung der Studie zur printmedialen Konstruktion des Ereignisses.

Kapitel 1:Terrorismus als soziales Problem: Diskussion der soziologischen Perspektiven auf soziale Probleme, differenziert zwischen Objektivisten und Konstruktionisten.

Kapitel 2: Was ist Terrorismus?: Annäherung an den Terrorismus-Begriff aus historischer, psychologischer und soziologischer Sicht unter der Perspektive des ‚modus operandi‘.

Kapitel 3: Die Bewegung des islamischen Fundamentalismus: Historische Darstellung der Entstehung des islamischen Fundamentalismus und dessen Entwicklung zum globalen Terrorismus.

Kapitel 4: Massenmedien und Nachrichtenselektion: Erläuterung der Rolle von Massenmedien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit und der Kriterien der Nachrichtenselektion.

Kapitel 5: Die Darstellung von Terrorismus in den Massenmedien: Diskussion der Verknüpfung von Terrorismus und Massenmedien und deren gegenseitige Abhängigkeiten.

Kapitel 6: Methodisches Vorgehen: Darlegung der angewandten inhaltsanalytischen Verfahren, der Stichprobenauswahl und der operationalisierten Hypothesen.

Kapitel 7: Ergebnisse: Präsentation und statistische Auswertung der Daten zur Berichterstattung in FAZ, FR und NYT.

Kapitel 8: Zusammenfassung und Diskussion: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Vergleich mit den theoretischen Ausgangspunkten.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Madrid, Islamischer Fundamentalismus, Inhaltsanalyse, Massenmedien, Nachrichtenselektion, Berichterstattung, Framing, Affective Labeling, Qualitätszeitungen, Konstruktion, Soziales Problem, Terroranschlag, Nachrichtenagenturen, Empirische Untersuchung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit analysiert, wie die Zeitungen 'Frankfurter Allgemeine Zeitung', 'Frankfurter Rundschau' und 'New York Times' über den Terroranschlag in Madrid am 11. März 2004 berichteten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die soziologische Betrachtung von Terrorismus als soziales Problem, die Entstehung des islamischen Fundamentalismus sowie die medientheoretischen Grundlagen der Nachrichtenselektion und Berichterstattung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die printmediale Konstruktion des Terroranschlags zu beleuchten und zu prüfen, ob es Unterschiede in der Berichterstattung zwischen den ausgewählten Zeitungen gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine quantitative Inhaltsanalyse von 267 Zeitungsartikeln durch, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums erschienen sind.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Terrorismus und zu Medientheorien sowie in den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Inhaltsanalyse präsentiert und diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Terrorismus, Inhaltsanalyse, Medienkonstruktion, Framing, Islamischer Fundamentalismus und Berichterstattung.

Warum war Spanien ein Ziel für die Terroristen?

Die Arbeit diskutiert, dass Spanien aufgrund seiner historischen Vergangenheit ('Al Andalus'), seiner Teilnahme an der Koalition im Irak-Krieg und der hohen Anzahl an nordafrikanischen Einwanderern aus fundamentalistischer Sicht rational als Angriffsziel gewählt wurde.

Welche Ergebnisse lieferte das 'Affective Labeling'?

Die Analyse zeigt, dass deutsche Zeitungen bei der Bezeichnung von Tätern und Tat tendenziell ein negativeres 'Labeling' verwenden als die 'New York Times', was auf kulturelle Unterschiede hindeuten könnte.

Excerpt out of 146 pages  - scroll top

Details

Title
Der Terroranschlag in Madrid 2004. Eine vergleichende Analyse der internationalen Berichterstattung
College
Bielefeld University  (Fakultät für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Dipl.-Soz. Jan Mewes (Author)
Publication Year
2005
Pages
146
Catalog Number
V62050
ISBN (eBook)
9783638553711
ISBN (Book)
9783638709866
Language
German
Tags
März Madrid Presse Inhaltsanalyse Berichterstattung Terroranschlag Printmedien Zeitung Terrorismus Soziologie FAZ NYT New York Times
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Jan Mewes (Author), 2005, Der Terroranschlag in Madrid 2004. Eine vergleichende Analyse der internationalen Berichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62050
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