Das Konzept der Standards ist ein Verfahren, um die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems zu beurteilen, wobei verschiedene Schultypen und Jahrgangsstufen untersucht werden. Hierbei steht im Vordergrund, eine Stärken- und Schwächenanlayse des Systems vorzunehmen, und nicht das einzelne Individuum, also den Lehrer oder den Schüler zu beurteilen. Die Ergebnisse der gestellten Aufgaben sollen somit nur allgemeine Aussagen über das System ermöglichen.
Ein wichtiges Merkmal des Konzepts der Bildungsstandards ist die Outcome- Orientierung. Das bedeutet, dass Bildungsstandards sich an der Umsetzung des Gelernten orientieren; sie „legen fest, welche Kompetenzen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erworben sein müssen“ . Die Standards determinieren über Maßstäbe, wie der Lernende das Gelernte im Praxisfeld umsetzen soll.
Die Bildungsziele des Konzepts der Bildungsstandards „werden über die Formulierung von Kompetenzen bzw. Kompetenzmodellen konkretisiert“ . Dabei wird Kompetenz als Disposition begriffen. Darunter versteht man eine verfügbare oder erlernbare kognitive Fähigkeit, um bestimmte Probleme zu lösen, und die damit verbundene motivationale, volitionale und soziale Fähigkeit die Problemlösung in verschiedenen Situationen nutzen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Charakterisierung der Konzepte
2.1 Konzept der Bildungsstandards
2.2 Lernfeldkonzept
3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.1 Gemeinsame Merkmale bei der Aufgabenstellung
3.2 Unterschiede in der Aufgabenstellung
3.3 Anwendungsbezogenheit
3.4 Argumentationsrichtung
3.5 Lerntheoretische Basis
3.6 Kompetenzverständnis
3.7 Fokussierung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Lernfeldkonzept und das Konzept der Bildungsstandards (nach Klieme et al.) kritisch gegenüberzustellen, um deren Gemeinsamkeiten und konzeptionelle Differenzen aufzuzeigen und in einen Verstehenszusammenhang zu bringen.
- Charakterisierung und theoretische Fundierung beider Bildungskonzepte
- Vergleich der Aufgabenorientierung und Ergebnisüberprüfung (Outcome)
- Analyse der zugrunde liegenden lerntheoretischen Basis (Handlungstheorie vs. Kognitionstheorie)
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Kompetenzverständnisse
- Bewertung der Konzepte hinsichtlich ihrer Steuerungsfunktion im Bildungssystem
Auszug aus dem Buch
Die Konkretisierung durch die Aufgabenstellung
Die Konkretisierung durch die Aufgabenstellung kann als gemeinsames Merkmal vom Lernfeldkonzept dem Konzept der Bildungsstandards herausgestellt werden. Beim Lernfeldansatz geschieht dies über die curriculare Schneidung beruflicher Tätigkeiten auf der Ebene der Lernfelder. „Im Konzept der Standards sind Aufgaben Operationalisierungen von Kompetenzen…“. Dabei dient die Aufgabenstellung der Überprüfung von dem oben erläuterten Kompetenzniveau. Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist, dass die Aufgaben outcome- orientiert sind, d.h. die Aufgabenkonzepte orientieren sich daran, wie das Gelernte in einen Anwendungszusammenhang gebracht werden kann.
Da aber die beiden Ansätze auf unterschiedlichen Konzeptionen basieren, besteht aber hinsichtlich der Aufgabenstellung zwischen den beiden schon ein Unterschied: während beim Lernfeldkonzept die Präzisierung der Aufgabenstellung durch die Bildungsgangkommission (mit Lehrern als Mitgliedern) vorgenommen wird, wodurch in Lernsituationen anwendungsbezogen gelernt wird, transportieren die Standards nur ein fachbezogenes Anwendungsverständnis in den Unterricht. Hier kommt es also nur zu einer anwendungsbezogenen Prüfung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die Thematik der Bildungsstandards und des Lernfeldkonzepts sowie Definition des Ziels, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.
2. Charakterisierung der Konzepte: Vorstellung der theoretischen Grundlagen beider Ansätze, insbesondere die Systemorientierung der Bildungsstandards und die handlungsorientierte Struktur der Lernfelder.
3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Detaillierte Analyse der konzeptionellen Diskrepanzen in Bezug auf Aufgaben, Lerntheorien, Kompetenzbegriffe und die allgemeine Ausrichtung der Bildungssteuerung.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Konzepte als komplementäre Instrumente, bei denen das Lernfeldkonzept als Umsetzungskonzept und die Bildungsstandards als Evaluationsinstrument dienen.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, Bildungsstandards, Klieme, Kompetenzorientierung, Handlungskompetenz, Outcome-Orientierung, kognitionstheoretische Basis, handlungstheoretische Basis, Curriculumarbeit, Evaluation, fachliche Strukturen, Didaktik, Bildungssteuerung, Kompetenzmodell, berufliche Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die vergleichende Analyse des Lernfeldkonzepts und des Konzepts der Bildungsstandards nach Klieme et al. im deutschen Bildungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Basis, das Verständnis von Kompetenzen, die Gestaltung von Aufgaben sowie die didaktische und systemische Ausrichtung der beiden Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren und die beiden Ansätze in einen gemeinsamen Verstehenszusammenhang zu bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine vergleichende Analyse (Synopse), die durch eine Gegenüberstellung der theoretischen Grundlagen und der praktischen Umsetzung der Konzepte geleitet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Unterschieden in der Aufgabenstellung, der lerntheoretischen Basis, dem Kompetenzverständnis und der unterschiedlichen Steuerungsfokussierung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lernfeldkonzept, Bildungsstandards, Handlungskompetenz, Outcome-Orientierung und die Gegenüberstellung von kognitionstheoretischer und handlungstheoretischer Basis.
Wie unterscheiden sich die Konzepte in ihrer lerntheoretischen Basis?
Das Lernfeldkonzept basiert auf einer handlungstheoretischen Grundlage (Wissen entsteht aus Handeln), während das Konzept der Bildungsstandards eine kognitionstheoretische Basis besitzt (Wissen ist Voraussetzung für Handeln).
Welche Rolle spielt die Bildungsgangkommission im Lernfeldkonzept?
Die Kommission ist verantwortlich für die Präzisierung der Aufgabenstellungen und die Gestaltung der Lernsituationen, was eine stärkere lokale und dezentrale Ausrichtung ermöglicht.
Wie werden Bildungsstandards als Steuerungsinstrument verstanden?
Bildungsstandards fungieren als nationales Regulierungssystem, das eine Stärken-Schwächen-Analyse des gesamten Bildungssystems ermöglicht, anstatt die Leistung einzelner Personen zu bewerten.
- Quote paper
- Katharina Korff (Author), 2005, Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Lernfeldkonzept und dem Konzept der Standards i.S.v. Klieme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62350