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Die fortschreitende Entgrenzung der Arbeitskraft - Selbstorganisation in der Versicherungsbranche und Informationswirtschaft

Titel: Die fortschreitende Entgrenzung der Arbeitskraft - Selbstorganisation in der Versicherungsbranche und Informationswirtschaft

Diplomarbeit , 2006 , 65 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Matthias Matag (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unsere Gesellschaft stellt an die Ware Arbeitskraft neue Herausforderungen, dem die alten industriesoziologischen Leitbilder nicht mehr gerecht werden. Individuelle Kundenanforderungen und -wünsche, wachstumsorientierte Shareholderansprüche, steigende Rohstoffpreise sowie ein zunehmender Konkurrenzdruck auf den Märkten stellen an Unternehmen und Beschäftigte wachsende Anforderungen. Durch den steigenden Kosten- und Konkurrenzdruck kommt es bei den Unternehmen immer wieder zu Reorganisationsmaßnahmen. Gleichzeitig durchlaufen die Beschäftigten seit Mitte der siebziger Jahre einen generellen Wertewandel, wodurch die Arbeitskräfte eine Individualisierung und Subjektivierung erfahren. Eine insgesamt zunehmende Liberalisierung der Märkte sowie liberalisierte Politikansätze bilden die Rahmenbedingungen für die Aufweichung der bis dahin festgeschriebenen Grenzen uns bekannter Erwerbsarbeit.
Der eingesetzte Prozess findet sich in der Literatur unter Begriffserklärungen wie „Arbeitskraftunternehmer“, „Subjektivierung von Arbeit“ oder „Mitarbeiter-Unternehmer“. In diesen Konzepten und Beobachtungen wird eine Entwicklung beschrieben, in denen sich die Grenzen uns bekannter „Normalarbeit“ zu verschieben scheinen, was anhand verschiedener Bereiche festgemacht werden kann. An erster Stelle stehen die nationalen und europäischen Politikansätze, nach denen die Rahmenbedingungen des Marktes gestaltet werden. Zweitens entstehen durch die Internationalisierung des Marktes bzw. stärkeren Ausrichtung am Markt neue Kooperations- und Koordinationsbeziehungen. Drittens kommt es durch die unterschiedliche Verfügbarkeit von Arbeitskräften sowie zunehmender Frauenerwerbsarbeit zum Angebot und Nachfrage atypischer Beschäftigungsformen. Hierzu zählen geringfügige Beschäftigungen, befristete Tätigkeiten und Scheinselbständige. Infolgedessen kommt es viertens zu einer Flexibilisierung von Dauer, Lage und Verteilung von Arbeitszeit sowie fünftens zur Steigerung der räumlichen Mobilität. Letzteres geschieht zum Beispiel durch eine stärkere Kundenausrichtung, projektförmiges Arbeiten sowie Telearbeitsarbeitskonzepte, in denen die Beschäftigten einen Teil ihrer Arbeit von Zuhause aus erledigen. Insgesamt stellt die damit verbundene Leitidee der Selbstorganisation neue Herausforderungen, welche zu einer Neuausrichtung von Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit führen kann).

Leseprobe


Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Veränderungen der Erwerbsarbeit

2.1 Der Taylorismus und seine Kritik

2.2 Ökonomische Dezentralisierung

2.3 Politische Rahmenbedingungen

2.4 Geschlechtervertrag

3 Branchen entgrenzter Erwerbsarbeit

3.1 Versicherungsbranche

3.2 Informationswirtschaft

4 Dimensionen selbstorganisierter Arbeit

4.1 Boom- und Krisenzeiten

4.2 Inhaltliche Arbeitsanforderungen

4.2.1 Entscheidungskompetenz und Kontrolle

4.2.2 Personalführung und Personalförderung

4.2.3 Qualifikationen und permanentes Lernen

4.3 Arbeitszeitliche Verfügbarkeit

4.3.1 Ansprüche individueller Leistungsgestaltung

4.3.2 Vereinbarkeit mit lebensweltlichen Bedürfnissen

4.4 Räumliche Synchronisation

4.4.1 Vernetzte Arbeitswelten

4.4.2 Ausrichtung am Kunden

5 Neue Grenzziehungen der Erwerbsarbeit

5.1 Modus einer neuen Herrschaft und Abhängigkeit

5.2 Leistungsoptimierung und Karriereambitionen

5.3 Zukünftige Einflüsse auf die Unternehmenskulturen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die fortschreitende Entgrenzung von Erwerbsarbeit und analysiert, inwieweit diese die Dynamik zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie die neu entstehenden Grenzziehungen im Erwerbsleben beeinflusst.

  • Vergleich der Entgrenzungsphänomene in der Versicherungsbranche und der Informationswirtschaft.
  • Analyse der inhaltlichen, zeitlichen und räumlichen Dimensionen selbstorganisierter Arbeit.
  • Untersuchung der Auswirkungen von Boom- und Krisenzeiten auf die Beschäftigungsbedingungen.
  • Evaluation des Wandels von fordistisch-tayloristischen Strukturen zu neuen, flexiblen Arbeitsformen.
  • Betrachtung von Interessenkonflikten und neuen Herrschaftsmodi in modernen Unternehmenskulturen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Taylorismus und seine Kritik

Der heutige Entgrenzungsansatz ruht auf der Umwälzung tayloristischer Arbeitsstrukturen. Frederik Winslow Taylor (1856-1915) gilt als Pionier der „wissenschaftlichen Betriebsführung“. Aus heutiger Sicht war die damalige Betriebspraxis nicht effizient, weil eine mangelhafte Planung der Abläufe und ein ungenügender Unterhalt der Betriebsmittel zu großen Zeitverlusten führten. Taylor systematisierte und normierte die Abläufe sowie die dazugehörigen betrieblichen Hilfsmittel. Dadurch gelang es, die Effizienz der menschlichen Arbeitsabläufe und die Leistungsfähigkeit der Maschinen zu verbessern.

Die damaligen traditionellen „Faustregeln“ der Facharbeiter waren von einem möglichen Produktivitätsoptimum noch sehr weit entfernt, da unter anderem ein „systematisches Bummeln“ zur Tagesordnung gehörte (vgl. Hebeisen 1999: 21, 130). So galt es schon damals als Herausforderung, dass ungenützte Arbeitspotenzial der Beschäftigten durch Kommunikation und Motivation nutzbar zu machen. Dies war allerdings alles andere als leicht, da die damaligen Widerstände bei den Arbeitern von beachtlicher Tragweite waren. Die Systematisierung und Normierung zählt bis heute zur anhaltenden Kritik an der tayloristischen Arbeitsweise, was aber nicht zuletzt auf die außerordentliche Beharrlichkeit Taylors sowie der fehlenden Kommunikationsbereitschaft in den Betrieben zurückzuführen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Entgrenzung traditioneller Erwerbsarbeit durch veränderte Marktbedingungen, Wertewandel und neue Organisationskonzepte wie die Selbstorganisation.

2 Veränderungen der Erwerbsarbeit: Dieses Kapitel analysiert die historischen und strukturellen Grundlagen der Arbeitswelt, insbesondere den Übergang vom Taylorismus hin zu flexibilisierten, dezentralisierten Arbeitsformen unter Einfluss politischer und gesellschaftlicher Faktoren.

3 Branchen entgrenzter Erwerbsarbeit: Hier wird der Fokus auf die Versicherungsbranche und die Informationswirtschaft gelegt, um die Auswirkungen von Entgrenzungsprozessen anhand spezifischer Unternehmensstrukturen und Praxisfällen zu veranschaulichen.

4 Dimensionen selbstorganisierter Arbeit: Dieses Kapitel differenziert selbstorganisierte Arbeit in inhaltliche, zeitliche und räumliche Dimensionen und untersucht, wie wirtschaftliche Zyklen und Kundenanforderungen den Arbeitsalltag prägen.

5 Neue Grenzziehungen der Erwerbsarbeit: Hier werden die neuen Formen der Herrschaft und Abhängigkeit sowie Leistungsoptimierung in den untersuchten Branchen kritisch reflektiert und zukünftige Einflüsse auf Unternehmenskulturen diskutiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Entgrenzung keinen Wegfall von Strukturen bedeutet, sondern zu neuen, komplexen Grenzziehungen im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und restriktiven Anforderungen führt.

Schlüsselwörter

Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Selbstorganisation, Taylorismus, Dienstleistungssektor, Versicherungsbranche, Informationswirtschaft, Arbeitszeitflexibilisierung, indirekte Steuerung, Unternehmenskultur, Qualifikation, Projektarbeit, Interessenhandeln, Leistungsoptimierung, Normalarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt und die zunehmende Entgrenzung traditioneller Erwerbsarbeit zugunsten flexiblerer, selbstorganisierter Beschäftigungsformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort, neue Managementkonzepte wie die indirekte Steuerung sowie der Wandel der Interessen zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Umbruch der traditionellen Erwerbsarbeit und die daraus resultierenden neuen Herrschafts- und Abhängigkeitsverhältnisse in der Versicherungsbranche und IT-Wirtschaft zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Umbruchvergleiche (Taylorismus versus heutige Konzepte) sowie der Analyse von empirischem Forschungsmaterial aus verschiedenen Projekten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert inhaltliche, zeitliche und räumliche Dimensionen selbstorganisierter Arbeit sowie deren spezifische Ausprägungen in Versicherungs- und IT-Unternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Selbstorganisation, indirekte Steuerung und Unternehmenskultur.

Welchen Einfluss hat die Konsolidierungsphase auf die IT-Beschäftigten?

Sie führt zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten der Arbeitgeber, was Beschäftigte zu Abstrichen bei Karrierewünschen und zur Ausweitung der Arbeitszeit zwingt.

Wie unterscheidet sich die Versicherungsbranche in Bezug auf Arbeitszeitmodelle?

Im Gegensatz zur oft grenzenlosen Arbeitsweise in IT-Bereichen nutzt die Versicherungsbranche stärker formale Gleitzeitmodelle, die eine deutlichere Trennung von Privat- und Arbeitszeit ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Personalförderung als Doppelstrategie?

Sie fungiert sowohl als langfristiges Verwertungskalkül (Qualifizierung der Mitarbeiter) als auch als Shareholder-Value-Kalkül (kosteneffiziente Personalanpassung der Stammbelegschaft).

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Details

Titel
Die fortschreitende Entgrenzung der Arbeitskraft - Selbstorganisation in der Versicherungsbranche und Informationswirtschaft
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
2,3
Autor
Matthias Matag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
65
Katalognummer
V62773
ISBN (eBook)
9783638559638
ISBN (Buch)
9783656793670
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entgrenzung Arbeitskraft Selbstorganisation Versicherungsbranche Informationswirtschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Matag (Autor:in), 2006, Die fortschreitende Entgrenzung der Arbeitskraft - Selbstorganisation in der Versicherungsbranche und Informationswirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62773
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Leseprobe aus  65  Seiten
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