Burnout - Risiken in der Arbeit mit depressiven Klienten


Hausarbeit, 2005
30 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung
2.1 Das Burnout-Syndrom
2.2 Die Depression

3 Professionelles Helfen
3.1 Die Beziehung zwischen Klient und Sozialarbeiter
3.2 Belastende Faktoren sozialer Arbeit
3.3 Zusätzliche Belastungen in der Arbeit mit depressiven Klienten
3.4 Hilflosigkeit auf beiden Seiten

4 Lösungsansätze
4.1 Prävention – Aufklärung
4.2 Die passenden Lösungen für Veränderung

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Burnout - Risiken in der Arbeit mit depressiven KlientInnen

1 Einleitung

In der Arbeit mit depressiven Klienten besteht ein besonders hohes Risiko das Burnout-Syndrom zu entwickeln. An Hand dieser Hausarbeit möchte ich als angehender Sozialpädagoge beleuchten, worin dieses Risiko besteht, welche Schwierigkeiten den Betroffenen Sozialarbeitern und ihren Klienten begegnen können und wie die „Helfer“ mit diesem Problemen umgehen können.

Obwohl Sozialarbeiter keine Psychotherapeuten, Psychologen oder Psychiater sind, können sie in ihren Tätigkeitsbereichen mit hilfebedürftigen Menschen konfrontiert werden, die an verschiedenen Graden depressiver Erkrankungen leiden. Sie können und dürfen ohne entsprechende Qualifikation nicht diagnostizieren oder therapieren. Sozialarbeiter sollten aber ein Gespür dafür entwickeln, dass bei einem Klienten eine depressive Störung vorliegen kann und sich mit psychologischen Grundlagen auskennen. Daher halte ich es für wichtig, sich mit den Risiken und Gefahren helfender Berufe zu beschäftigen und sich mit Themen wie Burnout rechtzeitig zu konfrontieren.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich bemerken, dass es sicher Sozialarbeiter mit Depressionen und Klienten mit dem Burnout-Syndrom gibt, und dass das eine das andere nicht ausschließt. Ich werde jedoch hier davon ausgehen, dass der Sozialarbeiter dem Risiko ausgesetzt ist ein Burnout-Syndrom zu entwickeln und der Klient an einer Depression leidet.

Zur Schreibweise der weiblichen und männlichen Form möchte ich anmerken, dass ich mich in dieser Arbeit auf die männliche Form beschränke. So fällt mir das Schreiben leichter und ich empfinde den Text als flüssiger lesbar.

2 Begriffserklärung

Zu Beginn werde ich die Definition der beiden Begriffe, Burnout-Syndrom und Depression, besonders im Hinblick auf deren ähnliche bzw. gleiche Symptomatik darstellen.

Der Begriff Burnout versucht ein Phänomen zu umschreiben, unter dem besonders Menschen bestimmter Berufsgruppen leiden können. Es geht um innere und körperliche Erschöpfung, um Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle und um die Verzweiflung und Gefahren der Betroffenen. Dieses Phänomen ist in einem Gedankenzug schwer zu erfassen, weil es in die verschiedensten Bereiche der menschlichen Psyche hineinreicht und enge Verknüpfungen und Zusammenhänge zu bekannteren Krankheiten und Konflikten bestehen. Auch in der mir vorliegenden Fachliteratur zum Thema Burnout-Syndrom ist zu Beginn immer wieder von der Schwierigkeit dieses Phänomen zu definieren die Rede.

Depressionen sind seelische Störungen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) in ihren verschiedenen Formen beschrieben sind.

2.1 Das Burnout-Syndrom

Der Begriff Burnout kommt aus dem englischen und bedeutet ausbrennen.1

Am eindruckvollsten stellte sich für mich der bildhafte Vergleich mit einem durchgebrannten Reaktorbrennstab dar, der keine Energie mehr liefern kann.2

Betroffen sind hauptsächlich bestimmte Berufsgruppen, wie z. B. Sozialarbeiter, Lehrer, Polizisten, Erzieher, Pflegepersonal, Ärzte, Therapeuten und Berater.3

Auslösesituation

Die Ursachen in den Burnout-Strudel zu geraten sind bedingt durch die Berufsgruppe und das Arbeitsfeld, durch die Beziehungsdynamik zwischen Sozialarbeiter (Erwartung, Haltung, Anspruch) und Klient (Erwartung, Bedürftigkeit) und deren Persönlichkeit und Lebenssituation, sowie das Ausmaß der Belastung.

Phasen und Symptome des Burnout-Syndroms

Es gibt diverse Burnout-Phasentheorien und Auflistungen von Symptomen. Z. B. von FREUDENBERGER, CHERNISS, LAUDERDALE, EDELWICH oder MASLACH, welche Matthias BURISCH in seinem Buch „Das Burnout-Syndrom“ aufführt. Er selbst hat sich hier auf sieben Symptomgruppen des Burnout-Prozesses festgelegt, diese in unterschiedliche Gesichtspunkte unterteilt und deren Symptome sehr ausführlich zugeordnet. Ich werde mich im Folgenden auf eine wesentliche Auswahl dieser Symptome beschränken.4

1. Warnsymptome der Anfangsphase: Vermehrtes Engagement für Ziele, freiwillige Überstunden, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Verdrängung von Misserfolgen und Enttäuschungen, Energiemangel, chronische Müdigkeit und Erschöpfung.
2. Reduziertes Engagement: Desillusionierung, negative Einstellung zur Arbeit, Distanz zu Klienten, Meidung von Kontakt zu Klienten, Schuldzuweisung für Probleme an den Klienten, Zynismus, Dehumanisierung, Verlust von Empathie.
3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisungen: Depressives Verhalten wie, reduzierte Selbstachtung, Schuldgefühle, Selbstmitleid, Bitterkeit, Abstumpfung, Ohnmachtsgefühle, Pessimismus, Fatalismus, Apathie, Selbstmordgedanken und aggressives Verhalten, wie Intoleranz, Reizbarkeit, Misstrauen.
4. Abbau: Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Ungenauigkeit, Unfähigkeit zu klaren Anweisungen, verringerte Initiative, Produktivität, Phantasie und Flexibilität.
5. Verflachung: Gleichgültigkeit, Eigenbröteleien, mit sich selbst beschäftigt sein, Einsamkeit, Desinteresse (Tunnelblick).
6. Psychosomatische Reaktionen: Schwächung der Immunreaktion, Unfähigkeit zur Entspannung in der Freizeit, Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, veränderte Essgewohnheiten, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, mehr Alkohol/ Kaffee/Tabak/andere Drogen.
7. Verzweiflung: Negative Einstellung zum Leben, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Sinnlosigkeit, Selbstmordabsichten, existentielle Verzweiflung.5

2.2 Die Depression

Der Begriff Depression kommt aus dem lateinischen und bedeutet Niederge-schlagenheit oder traurige Stimmung.6 Das Verb depressiv bedeutet traurig, niedergeschlagen oder gedrückt sein.7

Auslösesituation

Endogene Form: Ausgeprägtes depressives Syndrom ohne der Schwere und Dauer angemessene Auslöser und ohne exogene Ursache.

Reaktive (exogene) Form: Z. B. ein trauriges Ereignis, Verlusterfahrung, Kränkungen, belastende Lebensumstände.

Pharmakogene Form: Unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen.

Alle Formen können leicht-, mittel- bis schwergradig (major) auftreten.8

Im Zusammenhang mit der Depression steht oft die Manie.

Manie (mania) kommt aus dem griechischen und bedeutet Raserei oder Wahnsinn.

Beschrieben wird ein Zustand mit Antriebssteigerung und gehobener Stimmungslage.9

Symptome

Auch die depressive Störung hat eine Vielzahl von Symptomen. Thomas BOCK beschreibt in seinem Buch „Achterbahn der Gefühle“ die depressive Störung an Hand entscheidender Symptome. Der Betroffene befindet sich in einem Zustand der Niedergeschlagenheit. Er hat Schwierigkeiten sich aufzuraffen. Ein Gefühl von Leere und ausgebrannt sein quälen ihn. Zu tiefen und echten, positiven oder negativen Gefühlen hat er keinen Zugang. Das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen schwinden. Gefühle der Wertlosigkeit für sich und das eigene Leben bedrücken und entmutigen den Betroffenen. Ermutigungen werden oft als Hohn empfunden. Die Umgebung wird enger wahrgenommen (Tunnelblick). Eine pessimistische Grundhaltung ist deutlich erkennbar, so wie eine vermeintlich falsche Selbst- und Fremdeinschätzung. Depressive Menschen fühlen sich orientierungslos und haben das Empfinden für die Richtigkeit der eigenen Maßstäbe verloren. Oft verlieren sie ihr Zeitgefühl. „Alle Zeiten reduzieren sich auf die unerträgliche Gegenwart und diese währt ewig.“10

[...]


1 Vollmer, Helga, 1996, Seite 14.

2 Gussone, Barbara und Schiepek, Günter, 2000, Seite 25.

3 Burisch, Matthias, 2003, Seite 14ff.

4 Burisch, Matthias, 2003, Seite 30ff.

5 Burisch, Matthias, 2003, Seite 18ff.

6 Pschyrembel, 1986, Seite 335ff.

7 Duden, 1990, Seite 174.

8 Pschyrembel, 1986, Seite 335.

9 Pschyrembel, 1986, Seite 1024.

10 Bock, Thomas, 2004, Seite 41.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Burnout - Risiken in der Arbeit mit depressiven Klienten
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Das schwarze Loch – Trauer und Depression in der Sozialen Arbeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V62901
ISBN (eBook)
9783638560566
ISBN (Buch)
9783638668989
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine aktuelle und kompakte Arbeit, die sowohl einen vertieften und umfangreichen Einblick in die Problematik des Burnout bietet. Ebenso wie die Möglichkeit sich mit dem Thema auseinander zu setzen und die Belastungen sozialer Arbeit zu erkennen. Bei starken Belastungen durch den Beruf spielt die Sorge um sich selbst eine sehr wichtige Rolle.
Schlagworte
Burnout, Risiken, Arbeit, Klienten, Loch, Trauer, Depression, Sozialen
Arbeit zitieren
Christoph Krömer (Autor), 2005, Burnout - Risiken in der Arbeit mit depressiven Klienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62901

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