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Das Minimalstaatskonzept Wilhelm v. Humboldts

Title: Das Minimalstaatskonzept Wilhelm v. Humboldts

Seminar Paper , 1998 , 26 Pages , Grade: 14 Punkte

Autor:in: Christian Schulz (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Im enorm vielseitigen und facettenreichen Lebenswerk Wilhelm von Humboldts ist sein staatstheoretisches Schaffen von geringerem Umfang und ist auch wesentlich weniger bekannt als z. B. sein Wirken in Bildungspolitik, Naturlehre, Sprachwissenschaft oder Ästhetik.
Nichtsdestoweniger lohnt sich die Beschäftigung mit Humboldts liberaler Staatstheorie, besonders in unseren Tagen. Das Schlagwort des Neoliberalismus erfreut sich wachsender Beliebtheit in Medien und Politik. Vor dem Hintergrund der Globalisierung wird angesichts überlasteter Sozialsysteme und überbordender Staatsverschuldung der Ruf nach einer Erneuerung des Liberalismus jedoch fast ausschließlich wirtschaftlich begründet und (miß-)verstanden.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß der Begriff Liberalismus vielschichtiger ist und nicht nur die Freiheit des Wirtschaftens meint. Wer den Begriff nur wirtschaftlich versteht, verpaßt einen großen Teil der interessanten Ideen, die diese geschichtlich machtvolle Strömung beinhaltet.
Wilhelm von Humboldt kommt auf dem Weg der Philosophie zu seiner (politisch) liberalistischen Staatsauffassung, indem er uns einen weitgehend individualistisch-anthropologisch begründeten Weg zu seiner Staatstheorie zeigt. Der Mittelpunkt von Humboldts Argumentation ist nämlich – wie in seinem gesamten Lebenswerk – sein Bild vom Menschen und dessen Lebenszweck . Von dieser Grundidee leitet Humboldt seine Verhaltensmaßregeln für den Staat gegenüber dem Bürger ab.
Niedergelegt und erläutert sind diese Gedanken in dem Buch „Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“.
In dieser Arbeit soll versucht werden, die theoretischen Grundlagen von Humboldts liberalistischer Staatstheorie darzulegen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Herleitung der Gedanken aus dem Menschenbild gelegt. Die hypothetischen Konsequenzen auf ein theoretisches Staatsgebilde, wie z. B. die erwünschte Gestaltung einzelner Rechts- und Verwaltungsgebiete (Kapitel X-XV der „Ideen“) werden demgegenüber zurückgestellt.

Excerpt


Gliederung

Biographie

A. Einleitung

B. Kurzüberblick über Humboldts Argumentationslinie

C. Humboldts Staatstheorie im einzelnen

1. Die Anthropozentriertheit von Humboldts Staatsbild

1.) Humboldts Menschenbild

a) Kräfte und unveränderliche Vernunft

b) Höchste und proportionierlichste Bildung.

2.) Voraussetzungen für die „Bildung der Kräfte zu einem Ganzen“

a) Freiheit

b) Mannigfaltigkeit der Situationen

c) Verhältnis der Voraussetzungen untereinander

3.) Wie sind die Voraussetzungen zu schaffen?

a) Wohlfahrtsstaat

b) Rechtsschutzstaat

aa) Äußere Sicherheit

bb) Innere Sicherheit

c)Wirksamkeit der Gesetze

4.) Anwendung der Theorie auf die Wirklichkeit

II. Kritik – Selbstkritik und andere

1.) Selbstkritik

2.) Kritik anderer

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen der liberalistischen Staatstheorie von Wilhelm von Humboldt darzulegen. Dabei wird untersucht, wie Humboldt sein Verständnis vom Menschen und dessen Lebenszweck nutzt, um davon die Aufgaben und Grenzen staatlichen Handelns abzuleiten.

  • Das Menschenbild als Fundament der Staatstheorie
  • Die Voraussetzungen für die Entfaltung menschlicher Kräfte (Freiheit und Mannigfaltigkeit)
  • Abgrenzung zwischen Wohlfahrtsstaat und Rechtsschutzstaat
  • Die Rolle der Sicherheit als Kernaufgabe des Staates
  • Kritische Reflexion der Theorie hinsichtlich Praxisrelevanz und historischer Einordnung

Auszug aus dem Buch

c) Wohlfahrtsstaat

Den Wohlfahrtsstaat, „jede Einrichtung des Staats, welche das physische Wohl der Nation zu erhalten oder zu befördern die Absicht hat“ lehnt Humboldt rundherum ab. Darin liegt auch eine Ablehnung des damals verbreiteten Merkantilismus bzw. aufgeklärten Absolutismus. Zur Begründung zieht er vielerlei Beispiele und Bilder heran, die zum Großteil die bereits genannte Theorie von der Entwicklung der inneren Kraft stützen und veranschaulichen sollen.

Jede staatliche Handlung, meint Humboldt, ist der Freiheit oder der Mannigfaltigkeit der Situationen ein Hindernis und damit ein Hemmschuh der menschlichen Entwicklung. Der Geist von Regierungen, „wie weise und heilsam“ er auch sei bringt stets „Einförmigkeit und eine fremde Handlungsweise in der Nation hervor“. Die Einrichtungen des Staates schwächen die Kraft der Nation, weil „der Verstand des Menschen doch, wie jede andere seiner Kräfte, nur durch eigne Tätigkeit, eigne Erfindsamkeit oder eigne Benutzung fremder Erfindungen gebildet“ wird. Staatliche Maßnahmen stören und verhindern außerdem Rückwirkungen der äußeren Verhältnisse auf den Geist und Charakter der Menschen.

Jedes Entgegenkommen, jede Hilfe des Staates für den Bürger bei seinem lebenswährenden Lernprozeß vermindert in Humboldts Ansicht den möglichen Bildungseffekt und bedeutet dadurch einen moralischen Verlust der Menschheit.

Zudem muß alles staatliche Tun auf eine gemischte Menge von Menschen gerichtet sein und kann daher auf den Einzelnen nur mit Fehlern passen. Es behindert dadurch die Entwicklung der Eigentümlichkeit des Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

Biographie: Der Abschnitt bietet einen chronologischen Überblick über das Leben von Wilhelm von Humboldt, inklusive seiner Studien, Reisen und politischen Ämter.

A. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit definiert, die liberale Staatstheorie Humboldts aus seinem philosophischen Menschenbild herzuleiten.

B. Kurzüberblick über Humboldts Argumentationslinie: Dieser Teil fasst in prägnanten Schritten den logischen Aufbau von Humboldts Theorie zusammen, vom Zweck des Menschen bis zur Grenze staatlichen Wirkens.

C. Humboldts Staatstheorie im einzelnen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die anthropologische Begründung der Staatstheorie, die Rolle von Freiheit und Sicherheit sowie die Ablehnung des Wohlfahrtsstaates.

II. Kritik – Selbstkritik und andere: Das Kapitel hinterfragt Humboldts Thesen kritisch im Hinblick auf deren Wirklichkeitsferne, das Menschenbild und die historische Kontextualisierung.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Humboldt, Liberalismus, Staatstheorie, Menschenbild, Freiheit, Rechtsschutzstaat, Wohlfahrtsstaat, Sicherheit, Selbsttätigkeit, Bildung, Aufklärung, Individualismus, Gesetzgebung, Sinnlichkeit, Staatstätigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das staatstheoretische Konzept von Wilhelm von Humboldt, wie er es insbesondere in seinem Werk „Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“ niedergelegt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen Humboldts Menschenbild, die Bedeutung von individueller Freiheit und Mannigfaltigkeit der Situationen sowie die Begrenzung staatlicher Eingriffe auf die reine Gewährleistung von Sicherheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen von Humboldts liberalistischer Staatstheorie darzulegen, wobei der Schwerpunkt auf der Herleitung dieser Theorie aus seiner Anthropologie liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interpretativen Analyse und Rekonstruktion der staatstheoretischen Gedanken Humboldts auf Grundlage primärer Quellentexte sowie unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Anthropozentriertheit von Humboldts Staatsbild, den Voraussetzungen für die menschliche Entwicklung (Freiheit, Mannigfaltigkeit) und der detaillierten Abgrenzung zum Wohlfahrtsstaat sowie der Konzeption des Rechtsschutzstaates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liberalismus, Menschenbild, Freiheit, Rechtsschutzstaat, Sicherheit, Bildung und die individuelle Selbsttätigkeit.

Wie begründet Humboldt seine strikte Ablehnung des Wohlfahrtsstaates?

Humboldt lehnt den Wohlfahrtsstaat ab, da er staatliche Eingriffe als Hindernis für die freie Entfaltung der individuellen Kräfte sieht, die nur durch eigene Tätigkeit und Erfindsamkeit gebildet werden können.

Welchen Stellenwert nimmt das Konzept der Sicherheit in Humboldts Theorie ein?

Sicherheit gilt bei Humboldt als die einzige legitime Voraussetzung staatlichen Handelns, da sie die notwendige Basis bietet, innerhalb derer der Mensch erst seine Freiheit ausüben und seine Kräfte bilden kann.

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Details

Title
Das Minimalstaatskonzept Wilhelm v. Humboldts
College
University of Augsburg  (Juristische Fakultät)
Course
Seminar: Klassische und moderne Minimalstaatskonzepte
Grade
14 Punkte
Author
Christian Schulz (Author)
Publication Year
1998
Pages
26
Catalog Number
V6298
ISBN (eBook)
9783638139021
ISBN (Book)
9783638682725
Language
German
Tags
Humboldt Liberalismus Staatstheorie Rechtsphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schulz (Author), 1998, Das Minimalstaatskonzept Wilhelm v. Humboldts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6298
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