In den letzten 10 Jahren hat die Bedeutung des Geschäftsprozessmanagement (BPM = Business Process Management) zugenommen. Bei vielen Unternehmen ist die Optimierung von Unternehmensprozessen zu einer der wichtigsten Aufgaben geworden. Durch zunehmenden Wettbewerb wird von den Unternehmen eine hohe Flexibilität bei gleichzeitigem steigendem Kostendruck verlangt. Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen deshalb die Prozesse und Geschäftsabläufe fortlaufend neuen Situationen angepasst werden. Durch eine schnelle und kontinuierliche Reaktion auf sich jeweils ändernde Gegebenheiten passen Unternehmen ihre Geschäftsabläufe und damit ihre Kosten an. Die Investitionen in Geschäftsprozessoptimierungssoftware stellen deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung wettbewerbsfähiger Unternehmen dar.
Der unterschiedlichen Struktur deutscher Unternehmen in Bezug auf Größe, Mitarbeiterzahl und Umsatzvolumen trägt die Softwarebranche mit einem breiten Angebot verschiedenster Software zur Geschäftprozessmodellierung für die einzelnen Marktsegmente Rechnung. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über die am Markt verfügbaren Produkte zur Geschäftprozessmodellierung zu geben und den Marketing-Mix der Produkte zu vergleichen.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird die Entwicklung einer Marketingstrategie für Softwareprodukte theoretisch untersucht. Es wird gezeigt, mit welcher Methodik eine Marketingstrategie und daraus resultierende Maßnahmen entwickelt werden.
Der zweite Teil beschreibt verschiedene Programme zur Geschäftprozessmodellierung bzw. -optimierung. Es werden Kriterien definiert, um die unterschiedlichen Verwendungen und Ziele von Geschäftsprozessmodellierungssoftware darzustellen.
Im dritten Teil werden auf dem Markt befindliche Softwareprodukte hinsichtlich ihrer Vermarktungsstrategie untersucht. Hierbei wird überprüft, an welche Zielgruppe sich das Produkt richtet, wie die gegenwärtige und zukünftige Nachfrage eingeschätzt wird, was als die eigenen Produkt- und Unternehmensvorteile hervorgehoben wird und wie das Produkt im ausgewählten Marktsegment positioniert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MARKETING
2.1 Definition von Marketing
2.2 Marketingstrategie
2.2.1 Situationsanalyse
2.2.2 Ziel- & Strategieplanung
2.2.3 Maßnahmenplanung
2.3 Ausgangssituation
3. PROGRAMME ZUR GESCHÄFTSPROZESSMODELLIERUNG
3.1 Kriterien zur Auswahl der untersuchten Programmen
3.2 Kriterien zur differenzierten Betrachtung der Programme
3.3 Programmbeschreibung
3.3.1 Bonapart – Pikos GmbH
3.3.2 Innovator – mid Enterprise Software Solutions
3.3.3 Nautilus – Gedilan GmbH
3.3.4 Prometheus – ibo Software GmbH
3.3.5 ViFlow 2003 – Vicon GmbH
4. MARKETING-MIX DER UNTERSUCHTEN PROGRAMME
4.1 Produkt
4.2 Preis
4.3 Platzierung
4.4 Promotion
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelor-Arbeit ist es, einen fundierten Marktüberblick über aktuelle Softwareprodukte zur Geschäftsprozessmodellierung zu geben und deren angewandte Marketingstrategien im direkten Vergleich zu analysieren. Die Arbeit untersucht dabei insbesondere, wie die verschiedenen Anbieter ihre Produkte in spezifischen Marktsegmenten positionieren und welche Kriterien dabei für die Zielgruppenauswahl maßgeblich sind.
- Theoretische Grundlagen des Marketing-Mix bei Softwareprodukten.
- Detaillierte Analyse und Klassifizierung von fünf führenden GPM-Softwarelösungen.
- Vergleichende Untersuchung der Marketing-Mix-Elemente (Produkt, Preis, Platzierung, Promotion).
- Evaluierung der Zielgruppenansprache und strategischen Positionierung in deutschen Unternehmen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine erfolgreiche Vermarktung von Geschäftsprozessoptimierungssoftware.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Situationsanalyse
Aus Sicht des Marketings stehen der Kunde und der Markt im Mittelpunkt aller unternehmerischen Entscheidungen. Bei der Situationsanalyse ist deshalb die Analyse des Marktes die wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Marketingstrategien.
Marktanalyse & Absatzprognose
Ziel ist es, eine Einschätzung des möglichen Absatzes auf einem Markt zu treffen. „Unter Absatzprognose versteht man allgemein eine auf die Empirie gestützte Vorhersage des zukünftigen Absatzes von Produkten einer Unternehmung an bestimmte Käuferschichten (Abnehmer) in einem bestimmten Zeitabschnitt und bei einer bestimmten absatzpolitischen Instrumentenkombination.“
Zunächst muss die Größe des Gesamtmarktes abgeschätzt werden. Das sich hieraus ergebende Marktpotential stellt die Gesamtheit der möglichen Absatzmengen für ein bestimmtes Produkt oder eine Produktgruppe auf einem Markt dar. Abhängig ist dieses Marktpotential von der Anzahl der Abnehmer, die für das Produkt in Betracht kommen. Neben der Anzahl der Marktteilnehmer ist die Häufigkeit von Bedeutung, in der das Produkt in einem festgelegten Zeitraum neu beschafft werden muss. Das gesamte Marktpotential ergibt sich als Produkt der potentiellen Nachfrager eines Produktes auf einem abgegrenzten Markt mal der Häufigkeit, in der dieses Produkt in einer definierten Periode nachgefragt wird. Das Marktvolumen stellt, im Gegensatz zum Marktpotential, die Gesamtheit der tatsächlich abgesetzten Menge eines bestimmten Produkt oder einer Produktgruppe dar. Aus der Differenz von Marktvolumen und Marktpotential ergibt sich die Wachstumsreserve. Bei großen Wachstumsreserven entsteht ein eher wirtschafts-friedliches Marktverhalten der Anbieter. Gesättigte Märkte (geringe Marktreserven) führen zu einem verstärkten Verdrängungswettbewerb. Das Marktverhalten wird deutlich aggressiver. Daraus lässt sich schließen, dass für den Eintritt in gesättigte Märkte die Marketingstrategie eine entscheidende Rolle spielt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Geschäftsprozessmanagements ein und definiert das Ziel, einen Überblick über den Markt für Modellierungssoftware zu geben sowie deren Vermarktung zu vergleichen.
2. MARKETING: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Marketings, inklusive der Marketingstrategie, Situationsanalyse und der Planung des Marketing-Mix.
3. PROGRAMME ZUR GESCHÄFTSPROZESSMODELLIERUNG: Hier werden die Auswahlkriterien für die untersuchten Programme definiert und eine detaillierte Beschreibung der fünf Softwareprodukte (Bonapart, Innovator, Nautilus, Prometheus, ViFlow 2003) durchgeführt.
4. MARKETING-MIX DER UNTERSUCHTEN PROGRAMME: Dieses Kapitel analysiert und vergleicht die Vermarktungsstrategien der untersuchten Softwareprodukte anhand der 4-P-Instrumente und bewertet die Zielgruppenorientierung.
5. FAZIT: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, betont das hohe Marktpotential bei gleichzeitigem Nachholbedarf in KMUs und gibt Empfehlungen für zukünftige Vermarktungsansätze.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmodellierung, GPM, BPM, Marketingstrategie, Marketing-Mix, Software-Marketing, Marktsegmentierung, Produktpositionierung, Unternehmenssoftware, Prozessoptimierung, Investitionsgütermarketing, Zielgruppenanalyse, Softwareauswahl, Marktanalyse, Geschäftsprozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Vermarktungsstrategien von Softwareprodukten, die speziell für die Geschäftsprozessmodellierung entwickelt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Marketings, die detaillierte Beschreibung verschiedener GPM-Tools und deren vergleichende Analyse hinsichtlich des Marketing-Mix.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über den Markt für Geschäftsprozessmodellierungssoftware zu verschaffen und den Marketing-Mix der untersuchten Produkte miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Marktanalyse basierend auf Kriterienkatalogen sowie einen Vergleich der Marketing-Mix-Elemente der ausgewählten Softwareanbieter.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Marketingstrategie und die anschließende praktische Beschreibung sowie Bewertung von fünf spezifischen Software-Tools.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Geschäftsprozessmodellierung, GPM, Marketing-Mix, Software-Marketing und Marktsegmentierung.
Wie unterscheiden sich die Zielgruppen der untersuchten Softwareprodukte?
Die Analyse zeigt, dass einige Produkte, wie Bonapart oder Innovator, eher auf mittelständische bis große Unternehmen ausgerichtet sind, während andere, wie ViFlow, auch verstärkt kleinere Unternehmen ansprechen.
Welche Rolle spielt Microsoft Visio bei den untersuchten Programmen?
Mehrere der untersuchten Programme, wie Nautilus oder ViFlow, nutzen Microsoft Visio als grafische Basis zur Modellierung, was die Integration in bestehende Office-Umgebungen erleichtert.
Was ist eine zentrale Schlussfolgerung in Bezug auf das Marketing dieser Tools?
Die Arbeit schließt, dass das Marktpotential groß ist, viele Anbieter jedoch derzeit auf aufwendige Werbemaßnahmen verzichten, da das Marktverhalten eher friedlich ist und ein ausgeprägter Differenzierungswunsch fehlt.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science in Information Management Katharina Kruft (Autor:in), 2006, Vermarktungsstrategien von Software zur Geschäftsprozessmodellierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62999